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Lepthoplosternum pectorale - Zwergschwielenwels
Leporinus steyermarki



Protocheirodon pi10.08.2016



1977 erschien die „Bibel der Salmlerfreunde“, Jaques Gérys Buch „Characoids of the world“. Ganz am Ende des Buches, auf Seite 608, findet sich eine Abbildung eines zu der Zeit noch namenlosen Glassalmlers mit einer ganz auffällig gekammerter Schwimmblase. Dieses Tier wurde ein Jahr später - 1979 - von Richard P. Vari als neue Art Leptagoniates pi beschrieben. Der ungewöhnliche Artname „pi“ bezieht sich auf die für Salmlerverhältnisse einzigartig geformte Schwimmblase, die wie das altgriechische Schriftzeichen Pi (π) aussieht. Da Leptagoniates pi vollkommen transparent ist, kann man die Schwimmblase auch beim intakten Tier gut sehen. Die Gattungszuordnung des Tieres fiel Vari nicht leicht, er stellte es schließlich zu Leptagoniates.



Die neue Technik der molekularen Analyse in Verbindung mit morphologischen Untersuchungen erlaubte neue Einblicke in die Verwandtschaftsbeziehungen unter anderem auch der Salmler. Zwei molekulare Analysen kamen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die beiden bislang Leptagoniates zugeordneten Arten nicht einer gemeinsamen Entwicklungslinie entstammen, also nicht monophyletisch sind, dass sogar Leptagoniates steindachneri und L. pi unterschiedlichen Unterfamilien angehören: L. steindachneri zu den Aphyocharacinae, L. pi zu den Cheirodontinae! Leptagoniates pi steht entwicklungsgeschichtlich ganz am Anfang der Cheirodoninae. So stellten nun Vari, Bruno F. Melo und Claudio Oliviera konsequenterweise eine neue Gattung auf, Protocheirodon, der sie die einzige Art P. pi zuordneten. Eine traurige Notiz am Rande: die Beschreibung von Leptagoniates pi war eine der ersten Publikationen von Vari, die Beschreibung von Protocheirodon einer seiner letzten, sie erschien bereits postum. Richard P. Vari starb am 15. Januar 2016 im Alter von 66 Jahren an Krebs.



Während Leptagoniates steindachneri m.W. aquaristisch noch nicht in Erscheinung getreten ist, wird Protocheirodon pi ab und zu als Aquarienfisch aus Peru importiert. Wie wir heute wissen ist die Art sehr weit in Südamerika verbreitet und besiedelt nahezu alle bedeutenden Fluss-Systeme im zentralen und westlichen Amazonien, inklusive des Solimoes, Purus, Madeira und Ucayali. Man findet die Art oft über sandigen Böden im Randbereich von Fließgewässern und in stillen Totarmen. Ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus liegt nicht vor, mir erscheint es, als seine die Weinchen etwas größer, aber ich habe das nicht anatomisch untersucht.



Die Pflege von Protocheirodon pi, für den ich den deutschen Gebrauchsnamen Kristallsalmler vorschlage, ist nicht schwer. Die Gesellschaft anderer Fische gibt P. pi ein Gefühl von Sicherheit. Das müssen durchaus keine Artgenossen sein. Ein Schwarmfisch im eigentliche Sinne ist der Kristallsalmler nicht. Nur ausnahmsweise und wenn sie beunruhigt sind, ziehen sie im Trupp umher. Sobald sich die Fische eingeschwommen haben besetzen sie Miniaturreviere, die sie gegen Artgenossen in harmlosen Schaugefechten verteidigen. Man kan P. pi als absolut friedlichen Fisch bezeichnen. Gefressen wird jegliches übliche Fischfutter passender Größe, Pflanzen beschädigen die Tiere nicht. P. pi wird etwa 5 cm lang.

Für unsere Kunden: die Art hat Code 266003 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer





Thayeria obliqua10.08.2016



Leider wird der schöne Pinguin-Salmler, Thayeria obliqua, aus dem oberen Amazonas nur sehr selten angeboten, im Gegensatz zu seinem stets im Handel zu findenden Vetter T. boehlkei, dessen Herkunft etwas unklar ist; im Handel sind nur Nachzuchten, vermutlich stammt die Art aus Peru. Es gibt noch eine dritte Art, T. ifati aus Guyana. Alle drei Arten schwimmen schräg in einem Winkel von etwa 30° zur Wasseroberfläche. Die kontrastreiche Schwarz-Weiß-Zeichnung löst, zusammen mit der ungewöhnlichen Schwimmweise, die typische Fisch-Kontur auf, so dass Thayeria besser vor Fressfeinen geschützt ist.



Alle Schrägschwimmer werden 5-6 cm lang und sind friedliche Schwarmfische. Wir freuen uns sehr, nach vielen Jahren wieder einmal T. obliqua anbieten zu können.

Für unsere Kunden: Thayeria obliqua hat Code 296704 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer





Chanchitos05.08.2016



Der allererste Buntbarsch, der je im Aquarium gepflegt wurde, war der Chanchito, den man damals (1894) noch Heros facetum nannte. Dann stellte man ihn in die Gattung Cichlasoma, heute wird er in Australoheros geführt. Bis vor wenigen Jahren glaubte man, es gäbe nur eine, sehr variable Chanchito-Art, heute hält man alles für unterschiedliche Arten. Da viele davon wissenschaftlich noch unbeschrieben sind, ist die Bestimmung oft fragwürdig, gegenwärtig sind rund 30 Arten Chanchitos anerkannt.



Wir haben derzeit den hübschen Australoheros scitulus im Stock. Diese Art stammt ursprünglich aus Uruguay und ist sehr unempfindlich gegen niedrige Temperaturen. Das feuerrote Auge und die gelbe Brust bilden einen hübschen Kontrast. Es hanelt sich bei unseren Fischen um deutsche Nachzuchten.



Eine zweite Art, die dem „klassischen Chanchito“ ziemlich nahesteht, haben wir von einem anderen deutschen Züchter erhalten. Diese Form hat besonders hübsche orangefarbene Flossen und viele blaue Punkte.



Für unsere Kunden: A. scitulus hat Code 633472 und A. facetus (bei uns aus buchhalterischen Gründen noch als Cichlasoma facetum auf der Stockliste) 645501 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer





Biotodoma wavrini BRASILIEN05.08.2016



Die zwei wissenschaftlich anerkannten Arten der Gattung Biotodoma - B. cupido und B. wavrini - unterscheiden sich vor allem durch die Position des Seitenflecks. Bei B. cupido liegt dieser oberhalb des oberen Seitenlinienastes, bei B. wavrini unterhalb.



Während der sehr weit verbreitete B. cupido zahlreiche Standortvarianten (oder sind es doch unterschiedliche Arten?) ausbildet, sieht B. wavrini sehr einheitlich aus. Diese Art kommt im Orinoko- und Rio Negro-Einzug vor. Meist importieren wir sie aus Kolumbien. Jetzt haben wir aber erwachsene, sehr schöne Tiere aus Brasilien erhalten. Die dortigen Vorkommen sind wissenschaftlich bekannt, es gibt in Braslien sogar eine etwas isolierte Population im Rio Preto da Eva. Farblich unterscheiden sich unsere aktuellen Brasilien-Importe aber nicht von ihren kolumbianischen Vettern.



Biotodoma wavrini wird gewöhnlich nur etwa 8-12 cm lang, ist also fast noch ein Zwergcichliden. Die fotografierten Exemplare sind rund 8 cm lang, inklusive Schwanzflosse.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 634224 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. Nur in geringer Stückzahl lieferbar!

Text & Photos: Frank Schäfer





Ein neuer Algenfresser: Garra vittatula03.08.2016



Aus Burma haben wir erstmals diese Garra-Art erhalten. Wie bei Garra üblich ist die Bestimmung nicht ganz 100%ig gesichert, dazu gibt es einfach viel zuviele Arten, die sich zudem extrem ähnlich sehen. Auf jeden Fall sehen unsere Neuimporte aus Garra vittatula.



Alle Garra-Arten sind gute Algenfresser, die man nicht unbedingt wegen ihrer hübschen Färbung hält. Aber gut eingewöhnte G. vittatula sind durchaus ansprechend, denn dann ist die Schwanzflosse hübsch hellrot gefärbt. Besonders hervorzuheben ist das extrem gesellige Wesen von G. vittatula, Die Fische suchen regelrecht den Kontakt zu Artgenossen. Man sollte sie darum unbedingt im Trupp von mindestens 5 Exemplaren pflegen. Die Maximalgröße von G. vittatula liegt laut wissenschaftlicher Literatur bei ca. 6-8 cm, unsere Tiere sind demnach bereits voll ausgewachsen.



Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 416433 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer





Schneckenbuntbarsche aus dem Malawisee: Maylandia cf. elegans LIKOMA03.08.2016



Schneckenbuntbarsche, also Buntbarsch-Arten, die leere Schneckengehäuse als Versteckmöglichkeit und Bruthöhle nutzen, kennt man in reicher Artenzahl aus dem Tanganjikasee. Es sind dort hauptsächlich Lamprologus-Verwandte, die diese Lebensweise gewählt haben. Das verwundert nicht, sind diese Buntbarsche doch Höhlenbrüter und Schneckenhäuser somit eine willkommene Egänzung der heiß umkämpften Brutmöglichkeiten.



Im Malawisee sieht das ganz anders aus. Die dort lebenden Buntbarsche gehören hauptsächlich in die weitläufige Haplochromiden-Verwandtschaft, es handelt sich also um agame (= nicht paarbildende) Maulbrüter im weiblichen Geschlecht. Man kennt daher aus dem Malawisee keine Buntbarschart, die auf Schneckenhäuser als Brutmöglichkeit angewiesen sind.



Es gibt aber sehr wohl Schneckenbuntbarsche im Malawisee. Es handelt sich dabei um einen kleinen Komplex sehr nah miteinander verwandter Arten, die auch nur schwierig auseinanderzuhalten sind. Eine davon, Maylandia cf. elegans LIKOMA, können wir derzeit anbieten. Eine andere Bezeichnungen im Hobby ist Maylandia sp. „Livingstonii Likoma“, was schon auf die enge Verwandtschaft zu M. livingstonii hindeutet. Alle Maylandia-Arten werden auch gelegentlich als Metriaclima bezeichnet, beide Gattungsnamen sind synonym zueinander.



Die Schneckenbuntbarsche des Malwisees nutzen die leeren Schneckenhäuser in ihrem Biotop - hauptsächlich sandige Flächen - als Versteckmöglichkeit. Pflegt man diese Tiere wie „normale“ Mbuna, so suchen sie Schneckenhäuser nicht häufig auf, sondern verstecken sich in Felsspalten etc. Aber in der Natur können sie das nicht. So ermöglicht die Anpassung an eine ansonsten ungenutze Resource Maylandia cf. elegans LIKOMA die Erschließung neuer Lebensräume, die sonst für Mbuna keine Überlebenchance bieten würden. Wir beobachten in diesem Fall hautnah den Prozess, denn man in der Wissenschaft „Evolution“ nennt. Faszinierend, nicht wahr?



Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 568352 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer





Nannostomus eques und N. unifasciatus: zwei schräge Vögel29.07.2016



Innerhalb der Ziersalmler gibt es zwei Arten, die durch ihr schräges Schwimmverhalten besonders auffallen: Nannostomus eques und N. unifasciatus. Die beiden Arten kommen in der Natur sogar oft gemeinsam vor und so findet man in sie regelmäßig als Beifänge in Sendungen jeweils der anderen Art.



Diese Schrägsteher sind besonders hübsche Fische. Wie alle Ziersalmler sollten sie nur in Gesellschaft von vergleichsweise zarten, vor allem aber ruhigen Arten gepflegt werden. Wegen ihres kleinen Mäulchens muss man der Ernährung besondere Aufmerksamkeit schenken. Die Fische fressen zwar jegliches übliche Fischfutter, aber es muss relativ klein sein. Erfolgreiche Züchter dieser Arten schwören auf feines Lebendfutter in Form von frisch geschlüpften Artemia-Nauplien - und zwar für die erwachsenen Fische! Wenn irgend möglich sollte man ihnen dieses Futter ein bis zweimal pro Woche zukommen lassen.



Männchen und Weibchen unterscheidet man bei allen Nannostomus-Arten am besten an der Afterflosse, die bei den Männchen immer anders geformt und oft auch abweichend gefärbt ist.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 271803 (N. eques) und 272406 (N. unifasciatus) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer





Hemiloricaria-Beifänge25.07.2016



Die vergangenen Tage standen bei uns ganz im Zeichen der Hexenwelse. Als so genannter Beifang kamen mit dem Erstimport von Pseudoloricaria sp. (siehe http://www.aquariumglaser.de/de/archiv.php?news_id=1698) erstaunlicherweise gleich vier verschiedene Arten von Hemiloricaria mit! Das hätten wir nie für möglich gehalten, immerhin haben ja alle diese Arten eine sehr ähnliche Lebens- und Ernährungsweise und stehen daher in direkter Konkurrenz zueinander. Es handelt sich um Hemiloricaria fallax, H. teffeana, H. castroi und H. sp. Barcelos.



Wie dem auch sei: aus dem gleichen Gebiet wurde mit Hemiloricaria sp. Weißdorn (= sp. Amazonas) sogar noch eine fünfte Art geschickt. Raphael Covain, ein französischer Wissenschaftler, der speziell mit Rineloricaria & Co. arbeitet, wies uns darauf hin, dass es sich aufgrund seiner Forschungen dabei um Rineloricaria platyura handelt.



Die Gattungsnamen Rineloricaria und Hemiloricaria werden derzeit von verschiedenen Wissenschaftlern unterschiedlich bewertet. Beide Gattungen wurden 1862 von P. Bleeker aufgestellt. Während die eine Gruppe von Forschern der Ansicht ist, dass die Trennung der beiden Gattungen gerechtfertigt ist, sehen andere  - darunter Covain - Hemiloricaria in der Synonymie von Rineloricaria.



Wir sind keine Spezialisten für diese Fische und folgen der im deutschen Sprachraum gebräuchlicheren Auffassung, dass Hemiloricaria eine gültige Gattung ist. Wir danke auf jeden Fall Raphael Covain sehr herzlich für seine Unterstützung. Ingo Seidel half uns, die Beifänge zu Pseudoloricaria zu bestimmen, auch hierfür herzlichen Dank!

Für unsere Kunden: von den aufgeführten Arten haben wir zur Zeit H. sp. Weißdorn/H. platyura  (Code 288965), H. fallax (Code 287804) und ein Exemplar H. cf. castroi (Code 287655) im Stock. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer








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