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Paracheirodon innesi Wild

6. Juli 2022

An diesen Neons ist doch nichts besonders, denken Sie? Doch! Es handelt sich nämlich um Wildfänge aus Peru. Wenngleich sicher 99,99% aller weltweit gehandelter Neons Nachzuchtexemplare sind, es gibt sie auch noch sehr häufig in der Natur. Und als gute Botschafter ihrer Art kommen sie, wenn auch selten, zu uns.

Interessant ist, dass die Wildfänge – im Gegensatz zu ihren domestizierten Vettern – ein gutes Schwarmverhalten zeigen. So eignen sich diese kleinen Fische, die einst als eine derartige Sensation galten, dass sie mit dem Luftschiff Hindenburg aus Deutschland nach Chicago geschafft wurden, wo im Shedd Aquarium das einzige Exemplar, das überlebte, zehntausende von Besuchern anzog, hervorragend für vergleichende Verhaltensstudien von Wildfischen im Vergleich zu seit hunderten Generationen nachgezüchteten Fischen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 275512 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Paracheirodon simulans

5. August 2021

Paracheirodon simulans ist der kleinste und zierlichste Neonfisch. Die Maximallänge beträgt 2,5 cm. Man sollte Paracheirodon simulans nicht mit Hemigrammus hyanuary verwechseln, der ebenfalls manchmal als „Grüner Neon“ bezeichnet wird. Darum nennen manche Paracheirodon simulans den „Blauen Neon“, aber im internationalen Handel hat sich „green neon“ für die Art absolut durchgesetzt.

Abgesehen von dieser sprachlichen Verwirrung kann man P. simulans nicht verwechseln. Nur bei diesem Neonfisch läuft die intensiv leuchtende Neonbinde von der Schnauze bis an die Schwanzwurzel.

Wir können die meiste Zeit des Jahres Grüne Neons anbieten – sie stammen übrigens aus Kolumbien und Brasilien – aber nur selten sind so prächtige, ausgewachsene (also 2 cm lange) Exemplare wie im Moment verfügbar. Eine perfekte Gelegenheit, z.B. ein Nanobecken mit funkelnden Juwelen zu besetzen…

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 275704 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Paracheirodon axelrodi „Gold“

21. Dezember 2020

Der Rote Neon, Paracheirodon axelrodi, gehört zu den meistgehandelten Zierfischen weltweit. Er ist eine große Ausnahme im Zierfischhandel, denn er wurde überwiegend als Wildfang gehandelt; bei fast allen anderen bedeutenden Zierfischen ist es anders, die werden überwiegend oder ausschließlich als Nachzucht gehandelt. Man sagt, dass in den 1980er Jahren bis zu 10 Millionen Exemplaren jährlich aus Brasilien exportiert wurden. Wissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass das ohne negative Folgen für die natürlichen Bestände ist. 

Leider wurden die Zierfischexporte aus Brasilien aus politischen Gründen immer schwieriger. Darum erscheinen heutzutage zunehmend Nachzuchtexemplare des Roten Neons auf dem Weltmarkt, sicher zu Lasten der natürlichen Umwelt – die arbeitslosen Zierfischfänger müssen versuchen, sich und ihre Familien durch Brandrodung und Goldsuche zu ernähren, mit verheerenden Folgen für die Natur.

Wenn eine Tierart domestiziert wird, dauert es nicht lange, bis Mutationen – also Veränderungen im Erbgut – unter den Nachzuchten auftreten. Im Gegensatz zur Natur, wo 99,99% aller geborenen Tiere sterben, bevor sie das Erwachsenenalter erreichen, überleben in menschlicher Obhut bis zu 90%. Zwar treten auch in der Natur Mutationen auf, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie überleben und ihre Gene weitergeben können, gegen Null. Bei Zierfischzüchtern ist eine Mutation hingegen geradezu ein Überlebensvorteil, wenn sie interessant ausschaut. So eine Mutation ist der Goldene Rote Neon.

Technisch gesprochen handelt es sich um einen partiellen (= teilweisen) Albino. Dem Goldenen Roten Neon fehlt das Guanin, das ist die silbrig glänzende Farbe, die fast alle Fische haben. Dadurch ist das Auge rot und man kann bei den Weibchen die Eier im Bauch sehen, weil die normalerweise silbern reflektierende Bauchhaut nun transparent ist. Die Goldenen Roten Neon wirken darum ganz eigenartig schön.

Aufgrund der geringen genetischen Vielfalt – in der Regel gehen solche Zuchtformen auf nur ein Exemplar zurück, das mit einem normal gefärbten gekreuzt wird; durch Inzucht erhält man schließlich erbfeste Stämme – sind die Goldenen Roten Neon erheblich weniger anpassungsfähg als normal gefärbte Artgenossen. Man sollte sie also sehr schonend behandeln.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 216614 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer