Schlagwort-Archiv: Rio Tocantins

Serrasalmus humeralis

2. November 2020

Die Bestimmung vieler Piranha-Arten ist nur schwer möglich. Eine der am frühersten beschriebenen und darum mit vielen taxonomischen Problemen behaftete Piranha-Art ist Serrasalmus humeralis. Valenciennes war 1850 der Erstbeschreiber, aber es steht außer Frage, dass er das Typusexemplar, für das er „Amazonas“ als Typenfundort angibt, von Castelnau erhalten hatte. Valenciennes ́ Beschreibung ist kein Bild beigefügt. Das holte Castelnau 1855 nach und korrigierte zugleich den Typenfundort zu „Araguaia“. Man muss also davon ausgehen, dass S. humeralis im Tocantins-Einzug vorkommt. Die Zeichnung von Castelnau ist sehr detailgetreu und es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass sie nicht in den wesentlichen Einzelheiten der Natur entspricht. 

Die Piranhas, die wir jetzt aus dem Tocantins-Einzug als Serrasalmus humeralis importierten, entsprechen in allen wesentlichen Bestimmungsmerkmalen (Schulterfleck, Zeichnung der Schwanzflosse, Körperform, Färbung) der Zeichnung Castelnaus, wurden aber bislang in der aquaristischen und wissenschaftlichen Literatur mehrheitlich als S. eigenmanni identifiziert. Letztere Art wurde 1929 anhand eines Exemplares aus Guyana beschrieben. Wenn S. humeralis und S. eigenmanni artgleich wären, so wäre der gültige Name S. humeralis. Derzeit gehen wir jedoch davon aus, dass beide Arten valide und einander nur sehr ähnlich sind.

Serrasalmus humeralis wird rund 20 cm lang. Er gehört in die Gruppe von flossenfressenden Piranhas, die im Aquarium dauerhaft am besten einzeln gepflegt werden, wenn man Wert auf unbeschädigte Exemplare legt. Aus unvorhersagbaren Gründen kommt es bei Gruppenhaltung der Piranhas vom flossenfressenden Verhaltenstypus zudem häufig dazu, dass das Rudel – oft nach monatelangem Zusammenleben – ein Individuum ausguckt und mobbt. Dazu wird das Mobbingopfer mit einer Bissmarke unmittelbar vor der Rückenflosse markiert. Gewöhnlich wird der gemobbte Fisch nach einigen Tagen vom restlichen Rudel gefressen, unabhängig vom vorhandenen Nahrungsangebot. Der Versuch einer Gruppenhaltung bedingt im Übrigen wirklich sehr große Aquarien, in Becken unter 150 cm Kantenlänge sind solche Versuche von vornherein aussichtslos.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 292254 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Serrasalmus rhombeus „Tocantins“

15. Juni 2020

Aus dem Rio Tocantins in Brasilien haben wir herrliche, 11-14 cm lange Serrasalmus rhombeus erhalten. Diese Art wird gut und gern 35 cm, vielleicht sogar 50 cm lang und zählt damit zu den größten Piranha-Arten überhaupt. Man erkennt halbwüchsige S. rhombeus recht gut an der Kombination von rubinrotem Auge, einem Schulterfleck, der nicht wesentlich größer als der Augendurchmesser ist, der gelben Afterflosse und zwei dunklen Bändern in der Schwanzflosse, von denen sich eines an der Schwanzwurzel befindet und eines die Flosse hinten begrenzt. Erwachsene Tiere sind einheitlich schwarz, siehe hierzu https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/riesiger_schwarzer_piranha_eingetroffen__de/

Die Population aus dem Rio Tocantins ist besonders farbenprächtig. Im Gegensatz zu vielen anderen, derzeit noch Serrasalmus rhombeus zugeordneten Piranha-Populationen haben diese Tiere ein schönes rotes Band auf dem Kiemendeckel.

Diese Piranhas sind Einzelgänger und ernähren sich in der Natur vor allem von Flossen anderer Fische.

Für unsere Kunden: die 11-14 cm langen Tiere haben Code 292806 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. Nur in geringer Stückzahl lieferbar!

Text & Photos: Frank Schäfer