Schlagwort-Archiv: Buntbarsch

Aequidens sp. Ventuari/Moriche

22. Februar 2019

Dieser schöne und friedliche, etwas zurückhaltende Buntbarsch stammt aus Venezuela. Er wurde im Rio Ventuari gesammelt, an einer Stelle, wo der Fluss dem Berg Moriche ausweichen muss. Der Berg Moriche ist 1216 m hoch. Aequidens sp. Ventuari/Moriche ist zweifellos eng mit A. metae verwandt und wird wie dieser etwa 20 cm lang. Es handelt sich um Offenbrüter mit Elternfamilie. Das Weibchen bekommt in Erregung einen dunklen Kopf, während sich beim Männchen die orangefarbenen Zonen hinter dem Kopf und im Rückenbereich intensivieren.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 606423 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Neolamprologus tetracanthus

13. Juni 2018

Dieser Buntbarsch aus dem Tanganjikasee ist ein Bewohner zweier Welten. Die maximal 20 cm lange Art (allerdings findet man in der Natur kaum jemals Tiere, die größer als 12 cm sind) ist einerseits ein typischer Bewohner von Sandflächen, wo sie als Kleintierfresser lebt. Am liebsten frisst N. tetracanthus kleine Schnecken, die er aus ihrem Gehäuse saugt, jedoch ist der Fisch kein Nahrungsspezialist und nimmt alles, was ins Maul passt, gerne an, sofern es fleischlicher Natur ist.

Andererseits ist dieser Buntbarsch als Höhlenbrüter auf Steinansammlungen angewiesen. Beide Partner bewachen und verteidigen das Gelege und die Jungfische sehr aggressiv. 

So erklären sich die teils krass unterschiedlichen Erfahrungen, die Aquarianer mit diesem Buntbarsch machen. So lange die Fische nicht in Fortpflanzungsstimmung sind, können sie als ziemlich friedlich gelten, denn auf Sandflächen ist es kaum sinnvoll, Reviere zu errichten. Aber in Fortpflanzungsstimmung müssen diese Fische sehr durchsetzungsfähig sein, da im Felsengebiet potentielle Ablaichreviere meist schon besetzt sind.

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 549501 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Neolamprologus cylindricus

8. Juni 2018

Unter den kleinen Buntbarschen des Tanganjikasees ist Neolamprologus cylindricus einer der hübschesten. Seine auffällige Ringelzeichnung macht ihn unverwechselbar. Im Verhalten ähnelt diese maximal 11 cm lange Art (Weibchen bleiben kleiner) am ehesten den Julidochromis-Arten. Wie diese bildet auch N. cylindricus feste Paarbindungen (in sehr großen Becken kann sich ein Männchen auch mit mehreren Weibchen verpaaren). Die Eier werden in Höhlen oder enge Verstecke gelegt, beide Elterntiere bewachen den Laich und die geschlüpften Jungtiere.

Ein typisches Verhalten dieser Art ist das „Felsrutschen“, d.h. dass die Fische versuchen, stets mit dem Bauch knapp über dem steinigen Untergrund zu bleiben.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 544903 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Danakilia sp. Sukoray

31. Januar 2018

Bei Danakilia handelt es sich um ganz ausgefallene Buntbarsche, die bis vor kurzem wissenschaftlich und im Hobby völlig unbekannt waren. Erst Ende 2014 konnte Anton Lamboj zusammen mit Girogio Chiozzi vom Museum Mailand diese in Etritrea endemischen (also nur dort vorkommenden) Tilapien-Verwandten fangen und mitbringen. Eine der neu entdeckten Arten konnte er auch nachzüchten: Danakilia sp. Sukoray, benannt nach dem Wadi, in dem sie entdeckt wurde. Für weitere Informationen empfehlen wir den Artikel „100 Meter unter dem Meeresspiegel: Cichliden aus der Wüste“ von Anton Lamboj, erschienen in der Zeitschrift Amazonas No 66 (Juli-August 2016).

Von diesen Tieren stammen die Fische ab, die wir jetzt erstmals anbieten können. Es sind junge und jung erwachsene Exemplare von 3-8 cm Länge.

Zur Haltung: Unbedingt warm halten! Erst ab 28-30°C kommen die Fische in Stimmung. Die Männchen werden dann sehr farbig (schwarz/blau/gelb-weißer Stirnbuckel) – eine Schau. Das dominante Männchen verteidigt eine kleine Ablaichgrube und ist dabei dauernd aktiv und balzend. Die Ernährung ist unproblematisch mit Flocken- oder Gefrierfutter. Es ist gut, sie in der Gruppe zu halten, teilweise mit Sand, damit die Fische ihre Laichgruben anlegen können. Idealerweise pflegt man wenige Männchen mit mehreren Weibchen, das dominante Männchen färbt sich dann aus. Etwas Struktur im Becken sollte sein, aber nicht zu viel. Wie typische Sarotherodon sind Danakilia dauernd aktiv herumschwimmend. Es handelt sich um Maulbrüter im weiblichen Geschlecht. Die allergrößten Tiere messen etwa 12 cm. Wenn die Temperaturen zu niedrig sind, werden sie unscheinbar. Ein helles Becken mit Sand und ein paar Kieselsteinen ist genau richtig. Beckengröße ab etwa 120 cm: bei dem Temperament ….

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 520211 (3-5 cm) und 520212 (5-8 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hemichromis exsul

26. Januar 2018

Rote Cichliden sind wundervolle Aquarienfische, auch wenn es gelegentlich sehr streitsüchtige Individuen gibt. Für Wissenschaftler ist die Abgrenzung der Arten allerdings eine Herausforderung, da viele Merkmale überlappen und zudem etliche Arten sehr variabel in der Färbung sind.

Hemichromis exsul wurde bereits 1933 unter dem Namen Pelvicachromis exsul aus dem damaligen Rudolfsee (heute Lake Turkana) in Kenia beschrieben. Später sah man in der Art ein Synonym zu Hemichromis letourneauxi

Daran kamen Zweifel auf, als Lothar Seegers 1998 ein Photo eines Tieres veröffentlichte, das er im Turkana-See gefangen hatte. Es sah völlig anders aus als alle bis dahin gesehenen H. letourneauxi. Leider erfolgen aus Kenia aber so gut wie nie Zierfischexporte von Süßwasserfischen. So blieb H. exsul ein Phantom.

Erst im Sommer dieses Jahres gelang die Ersteinfuhr. Die ersten deutschen Nachzuchten können wir jetzt exklusiv anbieten.

Hemichromis exsul unterscheidet sich von allen anderen Hemichromis durch die schwärzlichen Flossensäume. Der typische dunkle Seitenfleck, den die meisten Roten Cichliden zeigen, fehlt fast immer. Die Art bleibt relativ klein und ist (für Rote Cichliden-Verhältnisse) sehr friedlich.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 536351 (3-4 cm) und 536352 (4-6 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wr ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Otopharynx lithobates

11. September 2017

Heute sind wir mal mit der Fotoausrüstung in die Fischhalle gezogen (statt Fische aus der Halle in das Fotobecken zu holen), denn dort bietet sich in einem unserer Becken eine wahrhafte Schau: 50 geschlechtsreife (7-10 cm lange) Otopharynx lithobates, darunter über die Hälfte balzaktive Männchen. Wow. 

Die Männchen dieser Buntbarsche besetzen in der Natur Höhlen. Der leuchtende Kopfstreifen ist dort ein markantes Signal für vorbeiziehende Weibchen, die sofort angebalzt werden. Im Aquarium muss man darum für reichlich Versteckmöglichkeiten sorgen, in die sich Weibchen, die gerade laichunwillig sind, zurückziehen können, denn während sie im Malawisee einfach davonschwimmen können, werden sie im Aquarium oft arg drangsaliert.

Otopharynx lithobates ist in der Natur Planktonfresser und lässt sich im Aquarium leicht mit allen möglichen Futtermitteln ernähren. Der pH-Wert sollte nicht dauerhaft unter 8 sinken; ansonsten sind diese Fische, wie die meisten Arten des Malawisees, problemlose Pfleglinge.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 556604 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Dimidiochromis strigatus

23. Juni 2017

Die Gattung Dimidiochromis umfasst gegenwärtig 4 wissenschaftlich anerkannte Arten, von denen eine, D. compressiceps, es zum regelmäßigen Aquarienbewohner geschafft hat. Man nennt die gesamte Gattung nach dieser Art darum gelegentlich auch „Messerbuntbarsche“. D. strigatus kann als Rarität gelten, wir haben die Art gegenwärtig zum ersten Mal im Sortiment, es handelt sich um deutsche Nachzuchten.

Alle Dimidiochromis-Arten sind Raubfische, die sich in der Natur von kleinen Fischen ernähren. Im Aquarium nehmen sie aber alle gängigen Futtersorten bereitwillig an. Die Tiere leben nicht in Felslandschaften, sondern in Schilf- und Vallisnerien-Beständen. Als Raubfische besetzen Dimidochromis-Arten außerhalb der Laichzeit keine Reviere. Besonders D. strigatus sind darum sowohl untereinander als auch gegen artfremde Fische (sofern sie nicht als Nahrung in Frage kommen) sehr friedlich. Keinesfalls sollte man Dimidiochromis mit Felsencichliden (Mbunas) vergesellschaften, denn diese stets zu Rangeleien aufgelegten Tiere sind viel zu hektisch für die ruhigen, bedächtigen Räuber.

Dimidiochromis strigatus wird maximal 25 cm lang und ist, wie unter Malawibuntbarschen üblich, ein Maulbrüter im weiblichen Geschlecht. Die Art kommt nicht nur im Malawisee vor, sondern auch im Malombesee sowie in dem die beiden Seen verbindenenden Shire River.

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Text & Photos: Frank Schäfer

Benitochromis nigrodorsalis

2. April 2017

In ganz kleiner Stückzahl können wir eine Top-Rarität unter den westafrikanischen Cichliden als deutsche Nachzucht anbieten: Benitochromis nigrodorsalis. Diese Art wurde erst 2001 wissenschaftlich beschrieben und stammt aus Kamerun und von der Insel Fernando Poo. Vor ihrer wissenschaftlichen Beschreibung kannte man die Fische im Hobby unter der Bezeichnung „Chromidotilapia finleyi Moliwe“. Sie wird rund 12 cm lang.

Benitochromis sind enge Verwandte der Pelvicachromis-Arten und im Verhalten diesen friedlichen und schönen Buntbarschen vergleichbar. Im Gegensatz zu Pelvicachromis, die bekanntlich Höhlenbrüter sind,  sind aber Benitochromis-Arten biparentale, ovophile Maulbrüter, d.h. beide Elterntiere beteiligen sich gleichberechtigt an der Maulbrutpflege, wobei die Eier und Larven mehrmals täglich von einem Elternteil an das andere übergeben werden. Die Eier werden unmittelbar nach dem Ablaichen ins Maul genommen (=ovophil).

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 503045 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Chaetobranchopsis australis

8. März 2017

Hier ist er: der ernährungstechnisch wohl interessanteste Buntbarsch Paraguays! Chaetobranchopsis australis ist ein spezialisierter Planktonfresser; wie ein Staubsauger saugt der bis zu 12-14 cm lange Fisch Kleinstlebewesen ein und filtert sie mit langen Kiemenrechen aus dem Wasserstrom; im September, als wir die Tiere importierten, scheint in Paraguay eher wenig Plankton vorhanden zu sein, denn für unseren Geschmack sind die Fische etwas zu schlank, aber das dürfte sich bei unseren Kunden mittlerweile wieder gegeben haben.

Chaetobranchopsis gehört zu den ganz wenigen Buntbarsch-Arten, deren Fortpflanzungsverhalten noch vollständig unbekannt ist. Es wurden schon Tiere beim putzen von Steinen beobachtet, was dafür spricht, dass es Offenbrüter sind, aber nichts Genaues weiß man nicht!

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 634904 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hemichromis sp. Neon

3. März 2017

Ginge es bei der Aquaristik ausschließlich um Farben, so bräuchte man kaum andere Arten als Hemichromis. Der „Neon“ ist wohl eine durch Kreuzung und Selektion entstandene Zuchtform, bei der die blauen Glanzpunkte, die die meisten Roten Cichliden haben, zu größeren Flächen verbunden sind. Bezüglich der Körperform sind die Hemichromis sp. Neon wohl am ehesten der Art H. guttatus zuzuordnen.

Aber es geht ja nicht nur um Farbe. Leider haben die Roten Cichliden eine Eigenschaft, die viele Aquarianer gar nicht mögen: sie sind unberechenbar aggressiv. Diese Eigenschaft ist individuell ausgeprägt. Es gibt Tiere, die sind lammfromm, andere können zu wahren Tyrannen im Aquarium werden.

Aber die wirklich unglaubliche Farbenpracht und das wunderbare Familienleben dieser Buntbarsche lohnt es unbedingt, das Riskio einzugehen!

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 537142 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer