Schlagwort-Archiv: Salmler

Moenkhausia simulata

14. Juni 2019

Ein etwas irritierender Import einer sehr seltenen Salmlerart gelang uns letzte Woche aus Peru. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um Moenkhausia simulata; allerdings weicht unser Neuimport farblich etwas von den bislang bekannten  M. simulata ab. Alle anderen Salmler-Arten mit einem Zeichnungsmuster aus mehreren waagerechten Streifen (Astyanax lineatus, A. kullanderi, A. superbus, Bario spp., Hollandichthys spp., Hyphessobrycon hexastichos, Markiana nigripinnis, Moenkhausia agnesae, M. latissima, M. rara, M. simulata und Pseudochalceus lineatus) sehen entweder ganz anders aus und/oder haben ein völlig anderes Verbreitungsgebiet. Möglicherweise handelt es sich bei dem von uns importierten Fisch um eine wissenschaftlich noch unbeschriebene, M. simulata sehr ähnliche Art.

Besonders interessant ist der Geschlechtsunterschied bei dieser Art. Unsere Fische sind aktuell 4-5 cm lang und offensichtlich geschlechtsreif. Die Fettflosse der Männchen ist deutlich größer als die der Weibchen und beim dominanten Männchen im Aquarium rußig-schwarz. Untereinander sind diese Salmler recht robust. Möglichst große, gut strukturierte Aquarien und eine möglichst große Anzahl von Exemplaren sorgen dafür, dass sich die aggressiven Handlungen nicht in Flossenschäden niederschlagen. Ansonsten unterscheiden sich die Pflegeansprüche der Fische nicht von denen anderer, seit langem im Aquarium gepflegter Arten, wie z.B. dem Rautenflecksalmler (Hyphessobrycon anisitsi).

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 269453 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hyphessobrycon peruvianus

27. Mai 2019

Drei Salmlerarten aus dem nördlichen Südamerika sind nahe miteinander verwandt und sehen sich so ähnlich, dass es immer wieder zu Verwechslungen kommt: Hyphessobrycon loretoensis aus Peru; H. metae aus Kolumbien; und H. peruvianus, wiederum aus Peru. H. loretoensis haben wir Ihnen hier vorgestellt: http://www.aquariumglaser.de/de/hyphessobrycon-loretoensis_de_1188.html

Jetzt ist uns wieder einmal der Import des zweiten Peruaners gelungen, H. peruvianus. Es handelt sich um wunderschöne, voll ausgewachsene Exemplare. Von H. loretoensis unterscheidet man sie am leichtetesten daran, dass das schwarze Längsband bei H. peruvianus bis weit in die Schwanzflosse hinein verlängert und oben und unten oft mit roten Punkten begrenzt ist; die Schwanzflossenlappen sind durchsichtig. Bei H. loretoensis endet das schwarze Längsband kurz hinter dem Ansatz der Schwanzflosse, die gänzlich rot gefärbt ist.

In der Pflege unterscheiden sich beide Arten nicht, es sind wunderschöne Tiere für ein Schwarzwasser-Gesellschaftsaquarium.

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 261453 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Lexikon: Hyphessobrycon: altgriechisch, bedeutet „kleiner Brycon“. Brycon ist eine andere Salmlergattung. peruvianus: bedeutet „aus Peru stammend“. loretoensis: nach der Provinz Loreto in Peru. metae: nach dem Rio Meta.

Text & Photos: Frank Schäfer

Moenkhausia heikoi

12. Oktober 2018

Erstmals konnten wir, wenn auch nur in sehr begrenzter Stückzahl, diesen erst 2004 aus dem Rio Xingu beschriebenen Salmler importieren. Bekannt wurde das Tier 2001; damals stellte Rainer Stawikowski den Fisch als „Hemigrammus sp. Xingu“ in der Zeitschrift DATZ vor. Die wissenschaftliche Beschreibung erfolgte 2004, und zwar gleich doppelt und fast zeitgleich: durch Géry und Zarske als Moenkhausia heikoi und durch Lima und Zuanon als Astyanax dnophos. Da die Arbeit von Géry und Zarske 5 Tage früher erschien, hat der Name M. heikoi Gültigkeit.

Diese Art zeichnet sich durch ihr großes Auge mit einem auffälligen Leuchtfleck aus. Die Fische leben in der Natur in höhlenartigen Strukturen zwischen Steinen in den Stromschnellen des Xingu. Dort sind sie natürlich nur sehr schwer zu fangen weshalb sie nur sehr selten und zu hohen Preisen im Handel auftauchen.

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 269513 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Jupiaba sp. „Cherry Spot“

29. August 2018

Uns ist der Import einer Salmler-Art aus Venezuela gelungen, die sich keiner uns bekannten Art zuordnen lässt. Nach Angaben des Sammlers wurden die Tiere in Bächen in der Umgebung von Puerto Inirida gefangen. Es sind ohne Zweifel Salmler aus der weitläufigen Astyanax-Verwandtschaft, höchstwahrscheinlich Vertreter der Gattung Jupiaba. Das Gattungsmerkmal von Jupiaba – spitz ausgezogene Beckenknochen – ist natürlich am lebenden Tier nicht zu erkennen, aber der Habitus unserer Neuimporte erinnert sehr an J. pirana und die Form und Ausprägung des Längsbandes an J. antheroides; einzigartig ist hingegen die pigmentierte Seitenlinie unserer Fische sowie der auffällige Schwanzwurzelfleck, der oben und unten von einem prächtig roten Fleck begleitet wird. Unsere Exemplare sind rund 7 cm lang, sehr lebhaft und etwas schreckhaft. Die Eingewöhnung bereitet bislang keinerlei Probleme.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 209353 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Aphyocharax paraguayenis

22. August 2018

Dieser kleine, maximal 4,5 cm lange Salmler gehört zu den attraktivsten Kleinsalmler-Arten überhaupt. Er ist sehr anspruchlsos in der Pflege und kann produktiv gezüchtet werden. Als Fisch der Subtropen braucht diese Art noch nicht einmal eine Heizung – Wassertemperaturen zwischen 16 und 30°C kommen in der Natur vor, allerdings sollte man bedenken, dass größere Temperaturänderungen immer über einen längeren Zeitraum erfolgen. 

Leider hat der Sonnensalmler – so einer der Populärnamen, die die Art im Hobby erhalten hat – einen Nachteil: er geht manchmal anderen Fischen an die Schuppen und Flossen. Es ist noch nicht völlig geklärt, warum das Phänomen gelegentlich auftritt oder auch nicht. Ähnlich wie bei Sumatrabarben und Roten von Rio liegt es wahrscheinlich daran, dass zu wenige Exemplare gepflegt werden. Größere Trupps ab 20 Tieren aufwärts haben genug mit sich selbst zu tun und lassen andere Fischarten für gewöhnlich in Frieden.

Oder man pflegt diesen schönen Fisch im Artenbecken, vielleicht zusammen mit ein paar Welsen – z.B. mit Corydoras hastatus, der lebt auch in der Natur in gemischten Schwärmen mit dem Sonnensalmler – das ist ein herrlicher Anblick!

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 206512 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hyphessobrycon piranga

11. Juni 2018

Wir können gerade einige Top-Raritäten unter den Salmlern exklusiv als deutsche Nachzuchten anbieten. Eine der Arten ist Hyphessobrycon piranga, die Peter und  Martin Hoffmann in DATZ 11/2017 noch unter dem provisorischen Namen „Hyphessobrycon sp. Non-Red Devil“ vorstellten. Obwohl die Fischchen nämlich viel Rot in der Färbung zeigen, sind sie wohl nicht identisch mit der wissenschaftlich noch unbeschriebenen  Art, die unter der Bezeichnung „Red Devil“ kursiert und u.a. wesentlich größere Flossen besitzt. Offiziell wurde der „Non-Red Devil“ im März 2018 als Hyphessobrycon piranga beschrieben. Die neue Art stammt aus Flüssen des oberen Rio Tapajós Einzuges. 

Die Männchen der hübschen Art haben rote Flossen, die Weibchen erinnern ein wenig an Schwarze Neon (Hyphessobrycon herbertaxelrodi) oder Hyphessobrycon nigricinctus. Die Fische sind in der Natur schon mit rund 2 cm Standardlänge (ohne Schwanzflosse) geschlechtsreif, im Aquarium werden sie etwas größer; die fotografierten Nachzuchten sind ca. 3 cm lang. Das Photo von Peter Hoffmann zeigt ein Zuchtpaar.

Es sind schöne, pflegeleichte und sehr lebhafte Fische.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 261552 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text Frank Schäfer, Photos: Frank Schäfer & Peter Hoffmann

Exodon paradoxus

6. April 2018

Für viele ist er der schönste Salmler Südamerikas: der Zweitupfensalmler, Exodon paradoxus. Die prächtigen Fische glitzern und funkeln, dass es eine wahre Schau ist, denn sie stehen kleinen Moment still. Ununterbrochen haschen sie einander, dass es dem uneingeweihten Betrachter Angst und Bang wird; jedoch beschädigen sie sich nicht. Exodon paradoxus ernähren sich in der Natur praktisch ausschließlich von den Schuppen anderer Fische. Dafür haben sie ein hochspezialisiertes Gebiss entwickelt. In blitzschnellen Attacken greifen sie die Fische an, die kaum begreifen, wie ihnen geschieht. Das Spiel der Zweitupfensalmler dient zwei Zwecken: zum einen ist es ein Täuschungsmanöver für andere Fische, denn die potentiellen Opfer „glauben“, das hektische Geschwimme habe nichts mit ihnen zu tun. Zum anderen spielen die Exodon aber sicher auch zum Training.

Die Art ist sehr weit in Südamerika verbreitet, es gibt sie in Guyana, dem gesamten Amazonas- und Orinoko-Gebiet. E. paradoxus wird rund 7,5 cm lang. Man pflegt man ihn in geräumigen Aquarien im möglichst großen Schwarm. Im Aquarium nimmt der Zweitupfensalmler jedes gängige Fischfutter gerne an. Bei der Vergesellschaftung muss man allerdings aufgrund der Gewohnheiten von Exodon vorsichtig sein. Am besten wählt man nur Welse, die ja bekanntlich keine Schuppen besitzen und darum auch nicht ins Beuteschema der Zweitupfensalmler passen.

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Text & Photos: Frank Schäfer

Hemigrammus levis Gold

7. März 2018

Gold-Salmler sind nicht leicht zu bestimmen. Die Goldfärbung ist eine Hautreaktion auf einen an sich harmlosen Parasitenbefall. Fressen Salmler den mit den Eiern des Parasiten – eines Wurms – befallenen Kot eines fischfressenden Vogels, so schlüpfen im Darm das Fisches Wurmlarven, die sich in der Muskulatur einkapseln und dort in ein inaktives Stadium fallen. Ihre Anwesenheit bewirkt die Bildung eines goldglänzenden Farbstoffes in der Haut des Fisches. Dadurch wird der Fisch für Fressfeinde leichter erkennbar und die Chance für den Wurm, in den Endwirt – einen fischfressenden Vogel – zu gelangen, steigt. Wenn der befallene Fisch wirklich von einem Vogel gefressen wird, erwachen die Larven, entwickeln sich zum geschlechtsreifen Wurm, produzieren Eier, die mit dem Vogelkot ausgeschieden werden, und der Kreislauf schließt sich. Werden die goldglänzenden Fische nicht gefressen, so haben sie gegenüber ihren normal gefärbten Artgenossen keinen Nachteil und erreichen, wie man aus Aquarienbeobachtungen seit Jahrzehnten weiß, auch das gleiche Alter.

Zunächst kannte man nur einen Goldsalmler, nämlich Hemigrammus rodwayi, dessen Goldvariante als Hemigrammus armstrongi irrtümlich als eigene Art beschrieben wurde. Weil der Goldglanz viele für die Artbestimmung wichtige Zeichnungselemente überdeckt, ist die Artbestimmung so schwierig. Heute kennt man von einer großen Anzahl verschiedenster Salmlerarten auch eine Goldform, wobei es sich bei den meisten Arten um Einzelexemplare handelt.

Wir erhielten nun aus Brasilien, große, rund 4-5 cm lange Goldsalmler, die wir auch zunächst nicht einordnen konnten. Die Körperform und die Tatsache, dass die Männchen Häkchen an der Afterflosse haben, mit denen sie im Netz hängen bleiben können, sprechen für die Gattung Hemigrammus. Bei bestimmtem Lichteinfall erkennt man ein Leuchtband, ähnlich wie beim Glühlichtsalmler, Hemigrammus erythrozonus. Nach ein paar Tagen der Eingewöhnung zeigten die Tiere eine charakteristische Schwanzflossenzeichnung, wie sie für die Art Hemigrammus levis bekannt ist. Auch wenn sich hinter diesem Namen vermutlich mehrere, sehr ähnliche Arten verstecken, sind damit die Möglichkeiten der Bestimmung am lebenden Tier erschöpft.

Hemigrammus levis wird etwa 5 cm lang und ist ein friedlicher Schwarmfisch, vergleichbar dem Rotkopf-Salmler. Unsere frisch importierten Goldsalmler sind somit eine herrliche Bereicherung für Südamerika-Gesellschaftsaquarien.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 256703 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Distichodus lusosso

26. Februar 2018

Der Langschnauzen-Distichodus ist weit im Kongo-Gebiet verbreitet. Die bis zu 40 cm lange Art erreichte uns in Gestalt entzückender Jungfische. D. lusosso ist ein Allesfresser, wobei Pflanzen so beliebt sind, dass eine Bepflanzung des Aquariums gewöhnlich nicht möglich ist. Man pflegt D. lusosso entweder im größeren Trupp (ab 10 Exemplaren) oder einzeln. In zu wenigen Exemplaren gepflegte Langschnauzen-Distichodus  sind untereinander sehr zänkisch. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 126002 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhanfdel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Anostomus anostomus

19. Februar 2018

Der Prachtkopfsteher ist einer der schönsten Salmler Südamerikas. Er sieht aus wie der große Bruder des Dreibinden-Ziersalmlers, Nannostomus trifasciatus. Anostomus anostomus erreicht eine Länge von 15-18 cm. Leider erfolgen von Guyana derzeit kaum noch Exporte von Zierfischen, weshalb der Prachtkopfsteher zu einem seltenen Gast im Aquarium geworden ist. Aber jetzt ist uns wieder einmal ein Import in guter Stückzahl gelungen. Die Tiere sind jung erwachsen und 9-12 cm lang. Und wie heißt es so schön im ersten Band des Aquarien-Atlas: Wer diesen Fisch noch nicht gepflegt hat, ist kein rechter Aquarianer! Dem ist nichts hinzuzufügen….

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 205506 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer