Schlagwort-Archiv: Hyphessobrycon

Hyphessobrycon epicharis

19. August 2022

Seit der wissenschaftlichen Erstbeschreibung von Hyphessobrycon epicharis im Jahr 1997 steht die Art auf der Traumliste vieler Salmlerfreunde. Alleinstellungsmerkmal dieses Schmucksalmlers (auf englisch nennt man die Gruppe „Rosy Tetras“) ist die Form des Schulterflecks, der sie von allen anderen Arten unterscheidet. 

Die der Erstbeschreibung zugrunde liegenden Exemplare stammten aus dem Oberlauf des Rio Baria im Gebiet des Cerro de Neblina im äußersten Süden Venezuelas (Territorio Federal Amazonas) an der Grenze zu Brasilien; von dort erfolgen keine Zierfischexporte. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Art doch sehr viel weiter in Venezuela und Brasilien verbreitet ist (oberer Rio Negro, Casiquiare und oberer Orinoko), aber stets abseits der üblichen Fischfangrouten. Das erste Lebendfoto brachte Hans-Georg Evers im Jahr 2000 mit einem am Fundort gemachten Kuvettenfoto vom Rio Miuá. Kai Arend konnte später ein Pärchen im Aquarium eines Guides in Venezuela fotografieren, das dieser oberhalb der Mündung des Rio Ventuari in den Orinoko gefangen und nach Hause mitgebracht hatte.

Jetzt konnten wir erstmals überhaupt diesen Schmucksalmler importieren. Es sind herrliche, sehr elegante Fische, auch wenn sie, im Gegensatz zu vielen Bildern im Internet, kaum rote Farbe zeigen. Das ist offensichtlich eine Frage von Lokalpopulationen. Woher genau unsere Tiere stammen wissen wir nicht, exportiert wurden sie aus Brasilien. Die Weibchen unterscheiden sich deutlich von den Männchen durch die Färbung der Rückenflosse. Sie sind bei der Balz übrigens der aktivere Teil. Bei der Fotosession für diesen Post befanden sich drei Männchen und ein Weibchen im Aquarium. Das Weibchen dominierte die Herren! Während der Balz entwickeln unsere H. epicharis durch Ausweitung der schwarzen Pigmentzellen (Melanophoren) eine rauchig-dunkle Färbung, während sie sonst kistallin-durchsichtig mit Rotstich sind.

Die leider sehr teuren Tiere werden von Salmlerspezialisten sicher mit offenen Armen empfangen. Wir gehen davon aus, dass die Zucht bald gelingen wird und sie so einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich werden.

Wir haben über diese Fische auch einen kleinen Film erstellt, den Sie hier betrachten können: https://www.youtube.com/watch?v=RBofRyOLk3g

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 260043 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hyphessobrycon micropterus

24. Juni 2022

Erneut ist uns der Import des leider nur sehr selten angebotenen, sehr attraktiven Hyphessobrycon micropterus aus dem Rio Sao Francisco in Brasilien gelungen. 

Für mehr Informationen siehe bitte: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/hyphessobrycon-micropterus/

Die Bilder in diesem Post zeigen Tiere aus unserem aktuellen Stock (Juni 2022).

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 261853 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hyphessobrycon socolofi var. Green

20. Juni 2022

Nur ziemlich selten – alle paar Jahre – und wenn, dann immer in den Sommermonaten Juni-Juli-August, erhalten wir Hyphessobrycon socolofi aus Brasilien, bei denen der Rücken auffällig grün glänzt; zudem ist bei diesen Tieren der zweite kirschrote Fleck auf der Schwanzwurzel besonders intensiv rot gefärbt. Wir beobachten dieses Phänomen bereits viele Jahre. Eine Erklärung haben wir noch nicht gefunden. 

Es sind in jedem Fall wunderschöne Tiere, eine Bereicherung für jedes Aquarium mit friedlichen Fischen!

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 261994 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hyphessobrycon sp. aff. bifasciatus „Ghost“ und H. bifasciatus „Red Fin“ wild

3. Juni 2022

Erstmals können wir diese interessante und attraktive Salmler-Neuheit anbieten: Hyphessobrycon sp. aff. bifasciatus „Ghost“. Der Ursprung dieser Fische ist uns nicht bekannt. Unser Züchter erhielt die Elterntiere aus Wien. Als die damit erzielten Jungfische kräftig rote Flossen entwickelten, die sie aber mit dem Heranwachsen wieder verloren, ließ sich die enge Verwandtschaftschaft zum Gelben von Rio (Hyphessobrycon bifasciatus) nicht mehr übersehen. Der „Ghost“ hat tatsächlich, wie man bei bestimmtem Lichteinfall sehen kann, noch die schwarzen Pigmente, die den artcharakteristischen doppelten Schulterstreifen von H. bifasciatus bilden. Der „Ghost“ wirkt als erwachsener Fisch sehr attraktiv durch seine geisterhafte Durchsichtigkeit in Kombination mit den tiefschwarzen Augen 

Der Gelbe von Rio (Hyphessobrycon bifasciatus) wurde bereits 1925 im Aquarium gepflegt und gezüchtet. Er ist sehr ähnlich zum Roten von Rio (Hyphessobrycon flammeus). Tatsächlich wurde der Rote von Rio bei seiner Ersteinfuhr 1920 als H. bifasciatus fehlbestimmt. Erst als ein paar Jahre später der „echte“ H. bifasciatus importiert wurde, merkte man den Irrtum und erkannte, dass der Rote von Rio eine zu diesem Zeitpunkt noch unbeschriebene Art war. Beide Arten werden 4-5 cm lang und kommen aus Brasilien, Bundesstaat Rio de Janeiro. Allerdings ist der Rote eine Schwarzwasserform und darum auch akut vom Aussterben bedroht, während der Gelbe sehr anpassungsfähig ist und auch in der vom Menschen zerstörten Natur noch gut klarkommt. Wildfänge für die Aquaristik haben, wie immer in solchen Fällen, keinerlei Einfluss auf die natürlichen Populationen.

Interessant an H. bifasciatus ist, dass viele der Jungtiere knallrote Flossen haben. Das verliert sich mit dem Heranwachsen. Man fragt sich nur: wozu ist das gut? Denn was uns Menschen gut gefällt, fällt Fressfeinden ja auch besonders auf: rote Flossen! Beim fotografieren merkten wir, dass es vor allem junge Weibchen sind, die die roten Flossen haben; bei dem Zufallsfang für die Photosession waren tatsächlich alle rotflossigen Tiere vermutliche Weibchen (wegen der deutlich kleinflächigeren Afterflosse), während alle Tiere mit großflächiger Afterflosse vermutliche Männchen waren; sie zeigten keinerlei Rot in den Flossen. Alle Fische waren zu diesem Zeitpunkt ca. 2 cm lang. Von da an verlor sich auch bei den Weibchen das Rot mehr und mehr, bis gar nichts davon mehr vorhanden war.

Früher war der Gelbe von Rio ein beliebter Aquarienfisch, weil er in Wohnräumen keine Zusatzheizung braucht. 16-22°C sind sein Wohlfühlbereich, nur zur Zucht will er es etwas wärmer. Heutzutage ist die Art für viele nicht mehr bunt genug. Aber wer weiß, vielleicht erlebt der Gelbe von Rio wegen der enorm steigenden Energiepreise ja eine Renaissance? Gerade bietet sich eine der seltenen Gelegenheiten, diesen Fisch zu erwerben, denn wir haben Wildfänge im Stock.

Zu den „Ghost“ haben wir auch ein kleines Video eingestellt: https://www.youtube.com/watch?v=Zl0fC7VsUAU

Für unsere Kunden: Hyphessobrycon bifasciatus WILD haben Code 259653, H. sp. aff. bifasciatus „Ghost“ Code 259713 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hyphessobrycon cyanotaenia – extrahübsche Wildfänge

14. April 2022

Der Salmler Hyphessobrycon cyanotaenia wurde ursprünglich einmal als „Lapis-Tetra“ aus Brasilien importiert; das ist schon über 20 Jahre her (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/hyphessobrycon_cyanotaenia_lapis_tetra_de/). Da die Nachzucht gut glückte ist der schöne und leicht pflegbare Fisch inzwischen ein gewohnter Anblick im Handel. Die Herkunft war lange rätselhaft, da die wissenschaftliche Beschreibung anhand von Nachzuchttieren erfolgte, jedoch weiß man heute, dass H. cyanotaenia in den oberen Teilen des Rio Juruena (Einzug des Rio Tapajós) und im Rio Guaporé (Einzug des Rio Madeira) im Staat Mato Grosso in Brasilien beheimatet ist.

Das Artmerkmal von Hyphessobrycon cyanotaenia ist die massive schwarze Längsbinde, die sich vom Hinterrand des Auges bis an den Hinterrand der Schwanzflosse zieht. Diese Binde wird oberhalb von einer leuchtend blauen Binde über den Rücken begleitet.

Als Wildfang ist H. cyanotaenia nur selten auf dem Markt, da er zum festen Sortiment vieler Züchter gehört. Wir haben jetzt wieder einmal Wildfänge erhalten, die sich durch ihren sehr kräftig gelb gefärbten Rücken von den uns vertrauten Nachzuchten recht deutlich unterscheiden. Bei den wenigen goldenen Tieren, die in dem Import ebenfalls enthalten sind, leuchtet der Rücken besonders intensiv.

Für unsere Kunden: die Wildfänge haben Code 259843 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hyphessobrycon procyon

8. April 2022

Zu den noch sehr teuren Salmler-Neuheiten im Aquarium gehört der sehr, sehr hübsche Hyphessobrycon procyon aus dem Rio Aripuanã im mittleren Becken des Rio Madeira. Er sieht dem Kitty-Tetra, H. heliacus, auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. H. procyon und H. heliacus bilden zusammen mit den ebenfalls sehr ähnlichen H. peugeoti und H. lowae einen Artenkomplex. Zur Unterscheidung siehe den Aufsatz von Hans-Georg Evers in der Zeitschrift Amazonas No 99/2021: 22-27, dort findet sich auch ein ausführlicher Zuchtbericht zu H. procyon.

Hier darum nur die wichtigsten Eck-Daten: H. procyon erreicht eine Länge von 4-5 cm. Es handelt sich um leicht zu pflegende Salmler, die keine besonderen Ansprüche an Wasser und Futter stellen. Zur optimalen Farb- und Flossenentwicklung ist weiches, leicht saures Wasser (pH 6 – 6,5) günstig, ebenso sekundäre Pflanzenstoffe  (Torf, Totlaub, Erlenzäpfchen). Wasserpflanzen werden nicht beschädigt, untereinander und gegen artfremde Fische sind H. procyon sehr friedlich. Die Männchen fechten gerne herrlich anzusehende Imponierkämpfe untereinander aus, die ohne Verletzungen enden. Am günstigsten pflegt man diese Salmler in Gruppen ab 10 Exemplaren, das Geschlechterverhältnis ist dabei unwesentlich, aber es sollten mindestens zwei Männchen dabei sein.

Einen Film zu den Tieren finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=L0oZ-tslpC0

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 261582 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hyphessobrycon notidanos „Red Devil“

1. April 2022

Der erst im Jahr 2006 wissenschaftlich beschriebene Hyphessobrycon notidanos aus dem oberen Einzug des Rio Tapajós in Brasilien ist offenbar ein recht vielfarbiges Tierchen. So gibt es den „Red Devil“ mit viel Rot im Körper und blauer Iris und den „Yellow Devil“ mit roter Iris. Beide Farbformen sollen in der Natur gemeinsam vorkommen, exportiert werden sie aber getrennt. Es sind wirklich hübsche Tiere, ganz und gar nicht teuflisch!

In Aufsammlungen aus der Natur waren bislang keine Exemplare über 3 cm Länge (ohne Schwanzflosse gemessen). Artcharakteristisch ist die zugespitzte, ausgezogene Rückenflosse der Männchen, die angelegt fast bis zur Fettflosse reicht. 

Die Pflege der leider noch recht teuren Fische ist leicht und entspricht der von z.B. Königssalmlern (Inpaichthys kerri). Zur Fütterung nehmen die Tiere jedes übliche Fischfutter passender Größe gierig an. Hyphessobrycon notidanos ist völlig friedlich und beschädigt auch keine Pflanzen. Die Wassertemperatur in der Natur liegt um 26°C, ein Wert, der ganz sicher wetter- und saisonbedingt gelegentlich um einige Grad nach oben oder unten abweicht. 

Für unsere Kunden: der „Red Devil“ hat Code 261263 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hyphessobrycon negodagua

25. März 2022

Gegenwärtig erleben die Kleinsalmler Südamerikas einen neuen Boom. Es wurden und werden zahlreiche Arten wissenschaftlich neu beschrieben. So verlassen auch die Zierfischfänger ihre ausgetretenen Pfade und suchen nach diesen Tieren, zumal gerade gepfefferte Preise für die Neuheiten gezahlt werden. So etwas funktioniert naturgemäß nur eine kurze Zeit, dann kommen von den besonders attraktiven Arten Nachzuchten auf den Markt, die weniger attraktiven verschwinden wieder und Wildfänge kommen nur noch alle Jubeljahre als Raritäten für einige wenige Spezialisten zu uns. Aber noch befinden wir uns in Phase 1 dieser Entwicklung und begrüßen begeistert die Neuheiten.

Zu diesen zählt der im Jahr 2001 wissenschaftlich beschriebene Hyphessobrycon negodagua. Sein Ursprungsgebiet liegt im Nordosten Brasiliens, im Bundesstaat Bahia. Dort besiedelt dieser maximal 3 – 3,5 cm lange Salmler den Rio Pratinah, einem Zufluss des Rio Santo Antonio, der wiederum in den Rio Paraguaçú entwässert, der einer der wichtigen Küstenflüsse Brasiliens ohne Anbindung and andere Flusssysteme ist. Von fast allen anderen Hyphessobrycon-Arten unterscheidet sich H. negodagua durch das Fehlen der für Salmler so typischen Fettflosse bei sehr vielen Exemplaren, die einzigartige Färbung der Männchen in der Balz macht sie ebenfallls unverwechselbar. Frisch importierte und noch nicht eingewöhnte Tiere sind silbrig, aber eingewöhnte Männchen zeigen schon nach wenigen Tagen ihre feurigen Balztänze, während derer sie sich schwarz verfärben, was in sehr wirkungsvollem Kontrast zu den weißen Flossensäumen steht. Das flatternde Balzschwimmen dieser hübschen Art veranlasste Hans-Georg Evers dazu, ihn als „Schmetterlingszwergsalmler“ zu bezeichnen.

Die Pflege der Tiere ist einfach und entspricht der von anderen kleinen Salmlern. Übrigens: der Artname „negodagua“ bezieht sich auf ein mythisches, menschenähnliches Monster (Nego d´agua), das am Grunde von Flüssen lauert und nachts unaufmerksame Fischer attackiert. Warum die Wissenschaftler den kleinen, friedlichen Salmler mit diesem Monster assoziierten, verraten sie nicht…

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 261232 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. Nur in kleiner Stückzahl lieferbar!

Text & Photos: Frank Schäfer

Hyphessobrycon melanostichos

16. Februar 2022

Zur Zeit können wir prächtige, voll ausgewachsene Nachzuchtexemplare von Hyphessobrycon melanostichos anbieten.

Hyphessobrycon melanostichos ist durch seine leuchtend himmelblaue Rückenfärbung sehr auffällig. Die Art wurde 2006 aus dem brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso wissenschaftlich beschrieben, wo sie im oberen Einzug des Rio Tapajós vorkommt. Die Art unterscheidet sich von allen anderen Hyphessobrycon-Arten durch die Kombination folgender Merkmale: ein breites, schwarzes Längsband, das am hinteren Augenrand beginnt und sich bis an den hinteren Rand der Schwanzflosse zieht; ein ovaler Schulterfleck; 16-18 weiche Flossenstrahlen in der Afterflosse.

Es ist sehr interessant, dass auch bei diesem Fisch, ähnlich wie bei Hemigrammus coeruleus, die Männchen in der Balz eine deutlich abweichende Färbung entwickeln; herzlichen Dank an Peter & Martin Hoffmann, dass sie uns das Bild eines balzaktiven Männchens zur Verfügung gestellt haben. Derartige Umfärbungen sind bei Salmlern der Hemigrammus-Hyphessobrycon-Gruppe ungewöhnlich, meist intensivieren sich die Farben in der Balz nur unerheblich.

Für unsere Kunden: H. melanostichos hat Code 261834 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text: Frank Schäfer, Photos: Frank Schäfer, Peter & Martin Hoffmann

Literatur: 

Carvalho, T. P. and V. A. Bertaco (2006): Two new species of Hyphessobrycon (Teleostei: Characidae) from upper rio Tapajós basin on Chapada dos Parecis, central Brazil. Neotropical Ichthyology v. 4 (no. 3): 301-308.

Hyphessobrycon melanostichos ist durch seine leuchtend himmelblaue Rückenfärbung sehr auffällig. Die Art wurde 2006 aus dem brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso wissenschaftlich beschrieben, wo sie im oberen Einzug des Rio Tapajós vorkommt. Die Art unterscheidet sich von allen anderen Hyphessobrycon-Arten durch die Kombination folgender Merkmale: ein breites, schwarzes Längsband, das am hinteren Augenrand beginnt und sich bis an den hinteren Rand der Schwanzflosse zieht; ein ovaler Schulterfleck; 16-18 weiche Flossenstrahlen in der Afterflosse.

Es ist sehr interessant, dass auch bei diesem Fisch, ähnlich wie bei Hemigrammus coeruleus, die Männchen in der Balz eine deutlich abweichende Färbung entwickeln; herzlichen Dank an Peter & Martin Hoffmann, dass sie uns das Bild eines balzaktiven Männchens zur Verfügung gestellt haben. Derartige Umfärbungen sind bei Salmlern der Hemigrammus-Hyphessobrycon-Gruppe ungewöhnlich, meist intensivieren sich die Farben in der Balz nur unerheblich.

Für unsere Kunden: H. melanostichos hat Code 261834 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text: Frank Schäfer, Photos: Frank Schäfer, Peter & Martin Hoffmann

Literatur: 

Carvalho, T. P. and V. A. Bertaco (2006): Two new species of Hyphessobrycon (Teleostei: Characidae) from upper rio Tapajós basin on Chapada dos Parecis, central Brazil. Neotropical Ichthyology v. 4 (no. 3): 301-308.

Hyphessobrycon dorsalis

21. Januar 2022

Salmler, die – wie Hans-Georg Evers es so treffend ausdrückte – prächtig weißweinfarben sind, haben es schwer in der Aquaristik. Von den dezenten Farben ist im Händlerbecken meist nichts zu sehen und wozu, so fragen sich viele, sollte man farblose Fische kaufen, wenn es doch so viele bunte Arten gibt?

Diese Meinung ändert sich, wenn man sich einen Ruck gibt, und einen Trupp von vielleicht 15 oder 20 Exemplaren solcher Weißweinfischchen in einem gut bepflanzten Gesellschaftsaquarium gemeinsam mit den bunten Klassikern (Rote Neon etc.) pflegt. Dann stellt man nämlich fest, dass die „häßlichen grauen Entlein“ sich zwar nicht zu prächtigen Schwänen entwickeln, aber mindestens so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wie die knallig bunten Vettern. Das Zauberwort heißt: Kontrast!

Ein solcher Kontrastfisch ist Hyphessobrycon dorsalis, der vor seiner Erstbeschreibung im Jahr 2014 im Hobby als „Hyphessobrycon minor“ kursierte. Es handelt sich dabei um den schlanksten Vertreter der so genannten „Rosy Tetras“, die innerhalb der großen Gruppe der Kleinsalmler durch ihre weiß-schwarz-weiße Rückenflossenfärbung gut charakterisiert sind. Die Fische, aus denen die Erstbescheibung beruht, kamen übrigens aus unserer Anlage. Wir haben sie damals via Manaus aus Brasilien importiert, und auch unser jetziger Import stammt aus dieser Quelle.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 261362 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer