Die prächtigen großwüchsigen Andinoacara-Arten waren bis vor relativ kurzer Zeit in der Gattung Aequidens untergebracht. Insgesamt umfasst die Gattung Andinoacara acht anerkannte Arten. Davon bilden drei großwüchsige Arten – A. blombergi, A. rivulatus und A. stalsbergi – einen Arten-Komplex. Diese drei Arten kann man darum relativ leicht miteinander verwechseln. Am einfachsten ist es mit der Goldsaum-Variante von A. rivulatus (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/andinoacara-rivulatus/), denn nur diese Form hat innerhalb des Komplexes gelb-orange Flossensäume. A. stalsbergi hat silberweiße Flossensäume und wird darum auch als „Silbersaum-Buntbarsch“ bezeichnet. Das ist insofern irreführend, als dass dies nicht der entscheidende Artunterschied ist, weil beide andere Arten ebenfalls silberweiße Säume aufweisen können. Vielmehr muss man sich zur Bestimmung die Schuppen anschauen. Bei A. stalsbergi ist das Zentrum der Schuppen hell (leuchtend grünblau im Leben), die Schuppenränder dunkel. Bei den beiden anderen Arten ist es genau umgekehrt. Der Schwanzflossensaum männliche A. rivulatus der Silbersaum-Variante ist deutlich breiter als bei den beiden anderen Arten. So kann auch diese Form gut erkannt werden.

Andinoacara rivulatus ist entlang der Pazifikseite von Peru und Ecuador relativ weit verbreitet. So wundert es nicht sehr, dass die Art verschiedene Farbvarianten ausgebildet hat. Wir haben die „Silbersaum-Variante“ von A. rivulatus als deutsche Nachzuchten im Stock. Die „Goldsaum-Variante“ wird dagegen vorwiegend von asiatischen Zuchtbetrieben angeboten.
Alle drei genannten Andinoacara-Arten können deutlich über 20 cm groß werden, sich also zu richtigen Brocken entwickeln. Werden sie in zu kleinen Aquarien gehalten, ist das ein Problem, denn dann werden sie zu „Green Terrors“, also „Grünen Schrecken“, wie sie im englischen Sprachgebrauch heißen. Eventuelle Mitbewohner haben dann nichts zu lachen. In ausreichend großen Aquarien sind sie hingegen eher ruhige Großbuntbarsche. Die Geschlechtsreife setzt schon viel früher, mit etwa 8 cm Länge ein. Andinoacara sind Offenbrüter mit Elternfamilie. Bezüglich der Wasserzusammensetzung sind sie anspruchslos, jedes Trinkwasser eignet sich zu Pflege und Zucht. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter passender Größe. Die Wassertemperatur kann zwischen 20 und 26°C liegen, zur Zucht auch etwas wärmer. Während der Brutvorbereitung werden diese Fische innenarchitektonisch aktiv. Am besten bepflanzt man ihr Aquarium deshalb mit großen, getopften Pflanzen, die unter der Tätigkeit der Fische nicht so leiden müssen. Die Geschlechter lassen sich ganz gut am Schwanzflossensaum unterscheiden, der bei den Weibchen viel schmaler ist. Aber es gilt auch hier die alte Regel der Cichlidenpflege: während dominante Männchen immer leicht zu erkenn sind (in diesem Fall: breiter Schwanzflossensaum und Stirnbuckel) tarnen sich unterdrückte Männchen gerne farblich und körperlich als Weibchen. Wer also züchten möchte, sollte sich einen Trupp jüngerer Tiere anschaffen, aus dem sich gewöhnlich von selbst harmonisierende Pärchen finden.
Text & Photos: Frank Schäfer


