Apistogramma paulmuelleri ( = A. sp. „Masken“)

2. April 2026

Zwischen der aquaristischen Entdeckung einer Art und ihrer wissenschaftlichen Beschreibung können unter Umständen Jahre – manchmal sogar Jahrzehnte – liegen. Das hat unterschiedliche Gründe; meist liegt es aber daran, dass man es heutzutage strikt vermeidet, eine neue Art zu beschreiben, deren exakter Fundort  nicht bekannt ist. Früher begnügte man sich meist damit, den Lieferanten der Art diesbezüglich zu befragen. Leider merkte man oft nicht, wenn solche Auskünfte (sei es bewusst oder unbewusst) falsch oder zumindest nicht ausreichend genau waren. Darum bearbeitet man heutzutage erst dann eine Art, wenn man die Gelegenheit hatte, persönlich im Biotop zu fischen und die Tiere dort auch nachweisen zu können. 

Der „Masken-Apistogramma“ hat seinen Gebrauchsnamen wohl erstmals von Ingo Koslowski um 2003 erhalten, der gleiche Autor bezeichnete ihn 1985 als „sp. Rotwangen“ und Exporteure bezeichneten ihn später manchmal auch als A. sp. „Apache“; man kannte ihn aber schon viel länger, bezeichnete die Art als „Peru-Apistogramma“ und identifizierte sie als Apistogramma caeti. Erste Bilder erschienen in der Fachpresse ab ca. 1982.  Heutzutage würde angesichts der großen Artenfülle von Apistogramma-Arten aus Peru (29 akzeptierte Arten) wohl kaum noch jemand den Trivialnamen „Peru-Apistogramma“ wählen; aber man vergisst allzu leicht, dass bis in die 1980er Jahre hinein nur eine Handvoll Apistogramma-Arten aquaristisch bekannt waren. In der ersten Apistogramma-Revision der Neuzeit durch Kullander 1980 wurden gerade einmal 36 Arten formell als gültig betrachtet (davon 18 aus dem Amazonas-Einzug von Peru und Brasilien), heute sind wir bei 94 plus etliche noch nicht bearbeitete Arten. Diese Kenntnisse verdankt die Menschheit zum allergrößten Teil der Aquarienkunde.

Wie auch immer: Apistogramma paulmuelleri stammt aus kleinen Waldbächen im Departamento Loreto in Peru, wie wir heute wissen, und wurde 2013 wissenschaftlich beschrieben, also rund 30 Jahre seit der aquaristischen Ersteinführung. Er gehört vielleicht nicht zu den buntesten Arten, ist jedoch durch sein starkes Farbwechselvermögen interessant. Zusätzlich gilt er als relativ unempfindlich und als der ideale „Einsteiger-Apistogramma“, der sehr viele Anfängerfehler unbeeindruckt wegsteckt. Die Wasserwerte sind für diese Art nebensächlich (pH über 5 und unter 8), im wesentlichen sollte das Wasser sauber sein. Wie für alle Apistogramma-Arten sollte der Bodengrund zumindest teilweise aus Sand bestehen. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter passender Größe. Die Wassertemperatur kann zwischen 20 und 30°C liegen (am günstigsten sind aber wohl 22-25°C). Männchen von A. paulmuelleri werden ca. 8 cm, die Weibchen rund 5 cm groß. Es sind friedliche Fische, die sich gut für entsprechende Gesellschaftsaquarien eignen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 628733 (md-lg) und 628734 (lg-xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer