Betta macrostoma ist mit Sicherheit einer der schönsten Kampffische – und einer der empfindlichsten. Man kennt kaum eine zweite Fischart, die derart empfänglich für bakterielle Infektionen ist, wie diese. Viele Züchter wissen sich nicht anders zu helfen, als ihre Becken permanent über UV-Filter laufen zu lassen. Ein kleiner Tipp: Lehm im Wasser aufgelöst „fängt“ ebenfalls zuverlässig Bakterien ein.

Wir haben diese kostbaren Fische normalerweise nicht im Stock, nur gelegentlich bieten wir einige wenige Paare an. Jetzt haben wir aber einmal eine Anzahl noch nicht ausgewachsener Tiere von 5-6 cm Länge im Angebot; die maximal erreichbare Größe liegt bei etwa 8 cm. Die Geschlechter lassen sich in der Größe von 5-6 cm noch nicht mit Sicherheit unterscheiden, dafür ist die Anpassungsfähigkeit an veränderte Bedingungen bei diesen noch nicht geschlechtsreifen Tieren erheblich besser. Gewöhnlich haben die Weibchen in diesem Alter eine kontrastreichere Bindenzeichnung und das Kopfprofil ist zierlicher. Aber wenn die Fische gefangen werden und der Situation entsprechend farblich verblassen sind solch subtile Merkmale meist nicht erkennbar. Geschlechtsreife Männchen erkennt man leicht an einen dunklen Fleck in der Rückenflosse, der bei Weibchen stets fehlt.
Bei der Pflege von Betta macrostoma sind einige Punkte zu beachten. Erstens sind es exzellenze Springer. In der Natur (die Art kommt endemisch auf Borneo vor, wo sie im Sultanat Brunei gefunden wird) leben sie kleinen Bächen und haben dort oft kleine Wasserfälle zu überwinden. Außerdem sind Fluginsekten ein wichtiger Bestandteil ihrer Nahrung. Die Betta springen gut und gezielt nach diesem Futter. Wegen der Empfindlichkeit gegenüber Bakterien sollte das Wasser Huminsauer (pH 5,5-6) sein, das lässt sich in weichem Wasser am besten realisieren; in solchem Wasser funktioniert die Denitrifikation oft nur schlecht, der Nitritwert muss darum unbedingt im Auge behalten werden! Den sauren pH-Wert mögen die meisten schädlichen Bakterien nicht (leider gilt das auch für die nützlichen Filterbakterien), den Fischen wäre das sonst egal. Wurmfutter (Tubifex etc.) ist für B. macrostoma tabu. Das führt zu Darmerkrankungen. Statt dessen soll das Futter ballaststoffreich sein. Insekten und Krebstiere sind ein ideales Futter, die Tiere akzeptieren auch Trockenfutter, das sollte aber nicht die alleinige Nahrung darstellen. Die Wassertemperatur kann zwischen 24 und 28°C liegen. Auch wenn die Fische es nicht unbedingt brauchen: eine dichte Bepflanzung mit möglichst raschwüchsigen Wasserpflanzen ist sehr erwünscht, sie halten die Wasserqualität auf hohem Niveau, weil sie zum einen bakterizid wirkende Stoffe ans Wasser abgeben und zum anderen das von den Fischen abgegebene Ammonium zu großen Teilen verarbeiten. Dadurch wird die oft schwache biologsche Filterleistung in saurem Wasser bis zu einem gewissen Grad kompensiert.
Für unsere Kunden: die Tiere haben – ja nach Größe – Code 384000 (sm) bis 384004 (6-8 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


