In der Liste der Allzeit-Favoriten unter den Panzerwelse steht Hoplisoma sterbai (früher: Corydoras sterbai, siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/corydoras-sterbai-wild-3/) aus dem Einzug des Rio Guapore in Brasilien und Bolivien ganz oben. Die Art ist ganzjährig als Nachzucht und gelegentlich auch als Wildfang erhältlich, es existiert sogar eine Albino-Zuchtform dieser Tiere. Der dazugehörige Langschnäuzer aus dem gleichen Verbreitungsgebiet ist Brochis haraldschultzi. Es gab um die Typuslokalität von B. haraldschultzi einige Verwirrung, aber es scheint nach aktuellem Wissensstand so zu sein, dass H. sterbai und B. haraldschultzi tatsächlich syntop vorkommen; das Wort „syntop“ bedeutet, dass beide Arten im gleichen Habitat gemeinsam leben. Kommen zwei Arten nur im gleichen Gebiet, aber nicht gemeinsam vor, so nennt man das sympatrisch.

Obwohl H. sterbai und B. haraldschultzi zusammen 1962 wissenschaftlich beschrieben wurden und beide Arten zu dieser Zeit auch bereits lebend als Aquarienfische existent waren, gelang es B. haraldschultzi nie, den Bekanntheitsgrad seines Vetters zu erreichen, vom Beliebtheitsgrad ganz zu schweigen. Wer von beiden der schönere ist? Das ist ausschließlich Geschmacksache. Sicher ist nur: auf dem Zierfischmarkt ist dauerhaft nur sehr selten Platz für zwei ähnliche Arten. Früher oder später setzt sich eine davon durch und die andere wird zur Rarität. In diesem Fall wurde B. haraldschultzi zur Rarität. Wir freuen uns daher immer besonders, wenn uns wieder einmal ein Import der Art gelingt und damit auch die etwas spezielleren Ansprüche der Corydoras-Fangemeinde bedienen zu können.
Bezüglich der Pflege und Zucht gibt es keine nennenswerten Unterschiede zwischen H. sterbai und B. haraldschultzi. Ökologisch trennen sich die beiden durch die Kopfstruktur, die es ihnen ermöglicht, unterschiedliche Nahrungsressourcen zu nutzen. So können beide auch nebeneinander existieren, ohne sich Konkurrenz zu machen. Die ähnliche Färbung zeigt in keine nähere Verwandtschaft an. Es ist vielmehr so, dass Panzerwelse aufgrund ihrer starken Stacheln an den Brustflossen und der Rückenflosse (Stiche speziell der beiden genannten Arten tun auch beim Menschen höllisch weh!) meist nur einmal von fischfressenden Tieren erbeutet werden. Danach meiden die Fischfresser diese stacheligen Biester. Davon profitiert jeder Panzerwels ähnlicher Färbung, weshalb sich oft bis zu vier oder fünf nicht näher verwandte Arten im gleichen oder doch sehr ähnlichen Farbkleid präsentieren. H. sterbai und B. haraldschultzi werden mit maximal ca. 8 cm Länge (Totallänge inklusive Schwanzflosse) ähnlich groß.
Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 231502-231506 (je nach Größe) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


