Celestichthys erythromicron ( = Microrasbora e., Danio e.)

6. März 2026

Der im Inle-See in Burma endemische, also nur dort vorkommende Celestichthys erythromicron ist ein winziger Aquarienfisch. Mit maximal 3 cm Länge ist er ausgewachsen. Kompliziert an der Art ist eigentlich nur die Namensgebung. Ursprünglich beschrieben wurde er als Microrasbora erythromicron. Dann zeigte sich aber, dass er nicht zu den Rasbora-artigen Karpfenfischen (Rasborinen), sondern zu den Danio-artigen Karpfenfischen (Danioninen) gehört. Anatomische Übereinstimmungen führten zwischenzeitlich zu einer Eingliederung in die Gattung Danio. Molekularbiologische Untersuchungen zeigten schließlich, dass er und Celestichthys margaritatus innerhalb der Kleincypriniden eine monophyletische (also auf gemeinsamer Abstammung beruhende) natürliche Einheit bilden. In der aquaristischen und wissenschaftlichen Literatur kann man C. erythromicron entsprechend unter allen drei oben aufgeführten Namenskombinationen finden, es handelt sich immer um die gleiche Art.

Erstmals wurde dieser niedliche Zwergfisch im Jahr 1978 eingeführt, wurde aber erst in den 2000ern von einer größeren Anzahl von Aquarianern wahrgenommen. In einer Beurteilung der IUCN (Internationale Rote Liste der bedrohten Arten) im Jahr 2011 wurde die Art als „gefährdet“ eingestuft. Die Tatsache, dass C. erythromicron ausschließlich im Inle-See vorkommt, macht sie natürlich sehr anfällig für Umwelteinflüsse. Im Inle-See verschlechtert sich die Wasserqualität ständig, zu Speisezwecken eingeführte Fremdfische bedrohen die eigentlich heimischen Arten zusätzlich. Auch vor einer übermäßigen Entnahme von C. erythromicron als Zierfisch wird gewarnt, es gibt aber keine wissenschaftlichen Hinweise, dass so etwas tatsächlich passieren könnte, dazu ist die internationale Nachfrage dann doch viel zu gering. 

Im Inle-See ist das Wasser hart, der pH-Wert leicht alkalisch (zentraler Teil des Sees: pH 7,6 – 8,8, Zufluss des Sees: pH 7,1 – 7,2). Die Wassertemperatur liegt tagsüber im Bereich von 21,3 – 28,8°C, die Lufttemperatur kann zwischen 5°C (Minimumtemperatur) und 38°C (Maximumtemperatur) schwanken (alle Angaben nach: Khaung et al., 2021). Man kann und sollte also C. erythromicron in normalem Leitungswasser pflegen; es hat sich bei vielen Arten aus dem Inle-See zudem bewährt, das Aquarium zeitweise nicht zu beheizen, die Tiere also bei Raumtemperatur (18-22°C) zu pflegen. Das wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus. 

Die Zucht dieser Zwergfische ist leicht. Die Geschlechter unterscheiden sich nur geringfügig: Weibchen sind etwas blasser und kräftiger. Javamoos wird als Laichsubstrat gerne angenommen, Brutpflege üben diese Tiere nicht aus. Die Hauptschwierigkeit liegt in der möglichst optimalen Aufzucht der kleinen Jungfische. Es gibt aber Züchter, die das gut beherrschen und im Handel stehen C. erythromicron daher regelmäßig sowohl als Nachzucht wie auch als Wildfang zur Verfügung. 

Celestichthys erythromicron ist ein völlig friedlicher, etwas scheuer Schwarmfisch, der jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe willig akzeptiert. Pflanzen werden nicht beschädigt.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 430902 (md, wild), 430903 (lg, wild) und 430913 (md, Nachzucht) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Khaung, T., Iwai, C. B. & T. Chuasavathi (2021): Water Quality Monitoring in Inle Lake, Myanmar from the floating Garden Activity. Malaysian Journal of Fundamental and Applied Sciences, Vol. 17: 593-608

Text & Photos: Frank Schäfer