Danio frankei

6. Februar 2026

Wir stellen immer wieder mal fest, dass ausgerechnet von den Fischarten, die am allerhäufigsten im Handel zu finden sind, auf unserer Homepage noch keine Einträge vorhanden sind. Das liegt natürlich daran, dass ständig so viele neue, spannende Arten vorzustellen sind, aber zugegeben: auch das vermeintlich Alte hat noch viel Spannendes zu bieten! 

Danio frankei erschien 1962 quasi aus dem Nichts auf dem Zierfischmarkt und wurde von Hermann Meinken anhand von Aquarienexemplaren als neue Art beschrieben. Seither wird in der aquaristischen und auch der wissenschaftlichen Literatur bis zum heutigen Tage intensiv (und letztendlich ergebnislos) darüber spekuliert, ob es sich bei D. frankei nur um eine Mutation von D. rerio, dem Zebrabärbling, handelt, oder ob es eine eigenständige Art ist. Fest stehen eigentlich nur zwei Dinge: Erstens: D. rerio und D. frankei lassen sich leicht kreuzen, die Mischlinge sind uneingeschränkt fruchtbar. Zweitens: es wurden noch nie Danio frankei in der Natur nachgewiesen. Über den Artstatus von D. frankei sagen beide Fakten nichts aus. Bei etlichen Lebendgebärenden Zahnkarpfen ist es möglich, Mischlinge zu erzüchten, auch hier gibt es keine Einschränkung in der Fruchtbarkeit. Trotzdem würde ja niemand ernsthaft daran zweifeln, dass Platy und Schwertträger verschiedene Arten sind. Und bei vielen anderen Arten war die natürliche Herkunft jahrzehntelang unbekannt. Berühmte Beispiele sind die Odessabarbe (Pethia padamya) und der Schwarze Makropode (Macropodus spechti). Von der Aquarium-Prachtbarbe (Pethia conchonius), deren Aussehen seit der Ersteinfuhr im Jahr 1903 sehr gut dokumentiert ist, ist bis heute ebenfalls das Wildvorkommen unbekannt. Wildfang-Prachtbarben aus Bengalen (von dort wurde die Art beschrieben) sehen völlig anders aus. Wenn Danio frankei eine natürlich vorkommende Art ist, so ist ihr Vorkommen im Nordosten Indiens zu vermuten, eine Gegend, in der viele Gebiete bis heute unzugänglich sind.

Obwohl Danio frankei (Leopardbärbling) und D. rerio (Zebrabärbling) so oft miteinander gekreuzt wurden, dass es reinblütige Tiere wohl kaum noch gibt, ist der Phänotyp* des Leopardbärblings bis heute – also über 70 Jahre seit seiner Ankunft im Hobby – unverändert geblieben. Es gibt zwar Zuchtformen – goldene, schleierflossige, gentechnisch veränderte (Glowfish) etc. – aber der Urtyp ist immer noch existent. Er unterscheidet sich vom Zebrabärbling nicht nur dadurch, dass er Punkte statt Längsbinden am Körper trägt (die dafür zuständigen Gene sind übrigens indentifiziert), sondern auch durch eine intensiv goldglänzende Körperfarbe. Ganz kleine, 5 mm lange Leopardbärblinge sehen wie goldene Neonfischchen aus. Diese Färbung hat ein Zebrabärbling niemals. Bis das Gegenteil bewiesen wurde, sollte man darum davon ausgehen, dass B. frankei eine gültige Art ist.

Im Aquarium sind Leopardbärblinge die reine Freude. Es sind völlig anspruchslose, absolut friedliche Schwarmfische, die mit jedem Trinkwasser als Lebensraum zufrieden sind und jedes übliche Zierfischfutter passender Größe will fressen. Die Wassertemperatur kann zwischen 16 und 30°C liegen, dauerhaft warme Haltung verkürzt die Lebenserwartung, dauerhaft kühle Pflege lässt die Farben verblassen. Am besten gönnt man den Tieren also einen gewissen jahrezeitlichen Rhythmus, wie der in den Subtropen Indiens – der Urheimat des Zebrabärblings und wohl auch des Leopardbärblings – anzutreffen ist.

Für unsere Kunden: Danio frankei hat – je nach Größe – Code 407602 (md) bis 407604 (xlg) in der Wildform, 407611 (sm) bis 407615 (sh) als Schleierflosser, 407623 (md-lg) als Goldform, 407634 (lg-xlg) und 407635 (sh) als schleierflossige Goldform auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

*Als Phänotyp bezeichnet man in der Biologie das äußere Aussehen, ohne Rücksicht auf die genetische Identität. Das Gegenteil davon bezeichnet man als Genotyp.

Text & Photos: Frank Schäfer