Gymnogeophagus constellatus

27. Februar 2026

Die Gattung Gymnogeophagus umfasst mittelgroße Erdfresser aus dem südlichen Teil Südamerikas. Die meisten Arten werden 10-15, einige bis 20 cm lang. Fast alle sind wunderschöne Tiere. Von den aktuell 20 allgemein akzeptierten Arten wurden nur 8 vor dem Jahr 2000 wissenschaftlich beschrieben – das zeigt deutlich, dass die Abgrenzung der Arten gegeneinander eine recht komplexe Angelegenheit ist. Innerhalb der Gattung kann man zwei Fortpflanzungstypen unterscheiden: Offenbrüter und Maulbrüter. Die Maulbrüter sind so genannte larvophile Maulbrüter, d.h. sie laichen nach Art der Offenbrüter auf einem Stein oder dergleichen ab und erst die schlupfreifen Eier oder Larven werden nach zwei bis mehreren Tagen (die Zeit der Eientwicklung ist temperaturabhängig) ins Maul genommen; hier ist nicht der richtige Ort, um auf die komplexen und subtilen Unterschiede in der Maulbrutpflege der einzelnen Arten einzugehen, wir erwähnen das hier nur, weil das Studium dieser Vorgänge die Pflege und Zucht von Gymnogeophagus so besonders interessant machen.

Die meisten Gymnogeophagus-Arten sind Endemiten in einzelnen Fluss-Systemen, kommen also ausschließlich dort vor. Zu den erst jüngerer Zeit (2015) wissenschaftlich beschriebenen Arten gehört Gymnogeophagus constellatus. Diese Art kommt im rio Ijuí und seinen Zuflüssen im mittleren Einzug des rio Uruguay vor. Das liegt im östlichen Teil des Bundesstaates Rio Grande do Sul, Brasilien. Außerdem wurde sie in Argentinien auf gleicher geografischer Breite in den Flüssen Chimiray-Miní and Itacaruaré nachgewiesen. Die von uns importierten Tiere stammen aus Argentinien, genauere Informationen liegen uns aber nicht vor. Die im Freileben rund 15 cm (Standardlänge ohne Schwanzflosse) lang werdende Art gehört zur Maulbrüter-Gruppe. Artcharakteristisch ist der verhältnismäßig sehr große Seitenfleck. 

Aquaristisch stellen Gymnogeophagus zwar begehrenswerte und teils auch begehrte Pfleglinge dar, doch sind sie nicht ganz einfach, denn als subtropische Fische kann man sie nicht ganzjährig unter den Bedingungen eines Tropenaquariums mit mehr oder weniger gleichbleibenden Bedingungen pflegen und züchten – jedenfalls nicht längerfristig. Diese Tiere benötigen jahreszeitliche Rhythmen, genau wie in der Natur. Wer das nicht beachtet, verliert den Stamm nach anfänglichen einfach zu erzielenden Nachzuchterfolgen gewöhnlich sehr schnell (nach wenigen Jahren) wieder. Zu beachten ist auch, dass Gymnogeophagus-Arten sich grundsätzlich als empfindlich gegen hohe Nitratwerte erwiesen haben. Bereits Werte um 90 mg/l können bei Jungfischen zu körperlichen Schäden führen und ab 110 mg/l können auch erwachsene Exemplare krankheitsanfällig werden. Ansonsten sind die Wasserwerte unerheblich, jedes Trinkwasser eignet sich zu Pflege und Zucht. Die Wassertemperatur kann in der kühlen Periode bis unter 14°C sinken, ab 16°C beginnt das Fortpflanzungsverhalten. Hier können sich die Männchen als sehr aggressiv herausstellen, weshalb größere Aquarien benötigt werden; empfohlen wird Haremshaltung (Ein Männchen auf drei oder mehr Weibchen). Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter passender Größe.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 678023 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & photos: Frank Schäfer