Im Süden Indiens erhebt sich das uralte Hochplateau des Dekkan, das bereits entstand, als Indien noch ein Teil von Afrika war. Von hier fließen zahlreiche kleine Flüsse direkt in den Indischen Ozean ab und in vielen dieser Flüsse haben sich aufgrund der geografischen Isolation eigene Farbvarianten, Unterarten oder Arten von Süßwasserfischen gebildet. Besonders die Barben und Schmerlen finden sich hier in großer Formenvielfalt, die bislang übrigens wissenschaftlich noch nahezu unerforscht ist.

Der Gattung Haludaria, die früher Barbus, Puntius oder Dravidia zugeordnet wurde, umfasst nach aktuellem Forschungsstand sechs beschriebene Arten: H. afasciata, H. fasciata, H. grayi, H. kannikattiensis, H. melanampyx und H. pradhani. Umgangssprachlich werden sie auch als Glühkohlenbarben bezeichnet. Leider gibt es keine Revision, die es erlauben würde, die Gültigkeit dieser Arten zu beurteilen. Deswegen werden die im Hobby vorhandenen Stämme allesamt unter Haludaria fasciata zusammengefasst, auch wenn teils deutliche Farbunterschiede bestehen. Ein oft anzutreffender Name ist H. melanampyx. Die unter diesem Namen beschriebene Barbe hat keinen Schwanzwurzelfleck, im Gegensatz zu den im Hobby gepflegten und gezüchteten Formen. Wenn also H. melanampyx eine gültige Art darstellt, dann ist sie im Hobby nicht vertreten. Man muss dazu aber auch wissen, dass die schwarzen Markierungen bei Haludaria stimmungsbedingt ein- und ausgeschaltet werden können. Gerade innerhalb dieser Gattung sind Zeichnungsunterschiede darum schwer zu bewerten.
Wir haben immer wieder mal ganz herrliche Wildfangexemplare im Stock, die ein fantastisch tiefes Rot als Grundfarbe haben. Die Männchen scheinen förmlich von innen zu glühen. Aktuell haben wir aber auch wundervolle Nachzuchten dieses Fisches erhalten, die sich bereits in geringer Körpergröße (3-4 cm) ausfärben und dem Namen „Glühkohlenbarbe“ alle Ehre machen. Haludaria fasciata wird rund 8 cm lang und ist vollkommen friedlich. Als Barbe nascht sie schon einmal an zarten Pflanzenteilen, wenn sie nicht ausreichend mit pflanzlicher Nahrung versorgt wird. Die Wasserzusammensetzung ist nebensächlich, die Temperatur sollte um 26°C betragen. Eine „Winterruhe“ von 6-8 Wochen bei Temperaturen zwischen 18 und 22°C wirkt sich sehr positiv auf die Fische aus, ist aber nicht zwingend notwendig.
Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 370002 und 370003 (WF, „melanampyx“), 369512 (NZ, md), 369521 (WF, red, md) und 369523 (WF, red, lg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


