Auf dem Guiana-Schild Südamerikas – das ist eine sehr alte geologische Formation, die große Teile Venezuelas, Guyana, Französisch Guiana, Suriname und Teile Brasiliens und Kolumbiens umfasst – gibt es eine Gruppe kleiner, sehr eng miteinander verwandter Panzerwels-Arten, die sich so ähnlich sehen, dass sie zeitweise als Synonyme zueinander aufgefasst wurden: Hoplisoma bondi, H. coppenamense und H. sipaliwini.


Der wohl attraktivste der drei ist H. coppenamense, der ursprünglich (1970) als Unterart zu dem aus Venezuela beschriebenen H. bondi beschrieben wurde. Die meisten Ichthyologen folgen heutzutage dem schon immer etwas diffusen Unterart-Konzept nicht mehr. Sie argumentieren: entweder ist ein Fisch bezüglich seiner Identität klar erkennbar, dann ist es auch eine Art, oder eben nicht und dann braucht man auch keinen Unterartnamen. Das ist zwar etwas vereinfacht dargestellt, trifft aber den Kern der Sache. Immerhin: es gibt, so weit man weiß, keine Mischformen (so genannte Intergrades) zwischen H. bondi und H. coppenamense. Darum ist die Aufspaltung in zwei Arten wohl gerechtfertigt.
Farblich unterscheiden sich die beiden dennoch nur wenig. Die Zeichnung von H. coppenamense ist klarer, weniger verwaschen; vor allem die Punktzeichnung im Kopfbereich tritt deutlich hervor (nur undeutlich bei H. bondi). Zudem ist H. coppenamense etwas langgestreckter und rundköpfiger als H. bondi. H. sipaliwini sieht H. coppenamense sehr ähnlich, hat jedoch einen dunklen Streifen, der vom Ansatz der Rückenflosse schräg nach vorn bis zum Kiemendeckel verläuft (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/corydoras-sipaliwini/). Es ist recht wichtig, die Unterschiede zu kennen, denn aus den Guyana-Ländern erfolgen schon seit vielen Jahren keine kommerziellen Exporte mehr und selbst den aus Venezuela stammenden C. bondi hatten wir zuletzt im Jahr 2009 im Stock. Wir sind also auf Aquariennachzuchten angewiesen und die müssen unbedingt artrein gehalten werden.
Die Pflege aller drei Arten ist einfach und typisch für Panzerwelse. Weder bezüglich des Wassers noch in Hinsicht auf die Ernährung stellen diese 4,5 bis 5 cm langen Tiere irgendwelche speziellen Ansprüche. Auch die Zucht gelingt recht gut, ist aber nicht sonderlich produktiv. Da sich nur Hobby-Züchter mit der Vermehrung der Tiere befassen, werden sie wohl auf absehbare Zeit eine Top-Rarität auf dem Zierfischmarkt bleiben.
Für unsere Kunden: die Nachzuchten von H. coppenamense, die wir zur Zeit anbieten können, haben Code 226302 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer & Erwin Schraml


