Hypsolebias faouri

13. Februar 2026

In ganz kleiner Stückzahl können wir den erst im Jahr 2016 wissenschaftlich beschriebenen Hypsolebias faouri anbieten. Es handelt sich um einen der seltensten Fische der Welt. Selbstverständlich sind alle Tiere im Handel in diesem Fall Nachzuchtexemplare. 

Was macht einen Fisch selten? Das Adjektiv selten kann alles mögliche bedeuten. Selten im Handel heißt noch lange nicht selten in der Natur. Selten in der Natur bedeutet kaum jemals, dass es nur wenige Individuen gibt. Als selten in der Natur bezeichnet man eine Fischart dann, wenn sie innerhalb des zoogeografischen Einzugsgebietes – also z.B. dem Einzug eine größeren Flusses oder entlang der Küste eines Meeres – nur an wenigen Orten gefunden wird. Dort allerdings kann sie ausgesprochen häufig sein. Kleinfische sind in der Natur immer auch Beutetiere. Entsprechend müssen sie Verluste kompensieren können. Darum gibt es gewöhnlich keine individuenarmen Kleinfischpopulationen. 

Hypsolebias faouri ist ein typischer annueller Killifisch. Das bedeutet, die Art lebt in Gewässern, die im Laufe der Jahreszeiten vollständig austrocknen. Wenn das geschieht, müssen alle Fische sterben. Die Art überlebt nur in Form ihrer Eier, die sie im Bodenschlamm abgelegt hat. Bisher hat man Hypsolebias faouri nur in einem einzigen Tümpel in Brasilien gefunden. Dieser Tümpel liegt rund 100 km nördlich der Stadt Barreiras; das Wassereinzugsgebiet, in dem der Tümpel lokalisiert ist, gehört zum Rio Sao Francisco. Dieser Tümpel ist maximal 130 cm tief (durchschnittlich 100cm), hat sandig-lehmigen Bodengrund und eine relativ reiche Vegetation (Seerosen und Echinodorus). Normalerweise liegt die Regenzeit in den Monaten Dezember bis März, danach beginnt der Tümpel, nach und nach auszutrocknen. Leider haben Bewohner einer Siedlung, die nahe des Tümpels wohnen, an einer Stelle den Boden so weit vertieft, dass er dort ganzjährig Wasser führt. Dort haben sie Buntbarsche (Astronotus und Tilapia) als Speisefische eingesetzt. Wenngleich es für die Hypsolebias faouri kein Problem ist, das alljährliche komplette Aussterben aller Individuen zu überstehen, stellen die Buntbarsche eine ernsthafte Gefahr dar. Denn sie wandern sofort, wenn die Regenfälle beginnen, in den wieder mit Wasser gefüllten Tümpel ein und fressen die Killifische. 

Somit muss man Hypsolebias faouri leider nicht nur als einen der seltensten Fische der Welt bezeichnen, sondern auch als einen am stärksten vom Aussterben bedrohten. Glücklicherweise gibt es keinerlei Handelsbeschränkungen für die Art; solche Handelsbeschränkungen würden nämlich die Erhaltungszucht im Aquarium ganz unnötig erschweren und den freilebenden Beständen gar nichts nützen. 

Hypsolebias faouri lässt sich unter Aquarienbedingungen gut nachzüchten. Die Art ist untereinander ausgesprochen friedlich, was man von ihren Gattungsgenossen nicht gerade oft sagen kann. Natürlich gehören diese Spezialistenfische in Spezialistenaquarien. Diese brauchen gar nicht groß sein. Das Wasser am Naturstandort ist weich und ganz leicht sauer (pH 6,5). Die Wassertemperatur beträgt 25-28°C. Zum Ablaichen tauchen Hypsolebias faouri, wie alle Hypsolebias, tief in den Bodengrund ein. Gut ausgekochter Torf (in diesem Fall kann man die Verwendung kleiner Torfmengen auch als ökologisch korrekter Mensch rechtfertigen) hat sich dafür bewährt. Man stellt einfach eine entsprechend große, mit Ablaichsubstrat gefüllte Schale in das ansonsten kahle Aquarium und kann so leicht den Laich bergen. Hier ist nicht der Ort für ausführliche Zuchtanleitungen, dafür gibt es Spezialliteratur in Fülle. 

Die kurzlebigen Killifische haben eine hohe Stoffwechselrate. Häufige und kräftige Fütterung ist deshalb wichtig. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 326802 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer