Hypsophrys nicaraguensis (früher: Cichlasoma n., Copora n.)

2. April 2026

Einer bezüglich seines Verhaltens ungewöhnlichsten und bezüglich seiner Färbung schönsten Buntbarsche Mittelamerikas ist Hypsophrys nicaraguensis, der vielen Aquarianern noch aus der Zeit bekannt ist, als man so ziemlich alle Buntbarsche aus Mittelamerika der Gattung Cichlasoma zurechnete. Von Cichlasoma, wie man sie damals verstand, wichen H. nicaraguensis aber schon dadurch ab, dass ihre Eier nicht haften. Alle diese „Cichlasoma“-Buntbarsche sind ja sonst Offenbrüter, heften ihre Eier also an einem Stein, einer Wurzel oder an eine der Aquarienscheiben an und bewachen sie dort bis zum Schlupf. Beim Nicaragua-Traumbarsch ist das anders. Dessen Eier haften nicht, sie sind – wie Maulbrütereier – frei beweglich. Darum laichen H. nicaraguensis am liebsten in Deckung (Höhlen oder Sandgruben), wo der Laich nicht so leicht davongewirbelt wird.

Der Nicaragua-Traumbarsch kommt nicht nur in Nicaragua vor, sondern auch in Costa Rica. Tatsächlich ist letztere Variante – erkennbar am blauen Kopf beider Geschlechter – im Hobby viel häufiger anzutreffen. Tiere aus Nicaragua haben einen kupferroten Kopf. Die Färbung macht den Cichliden als Art unverwechselbar. Die Weibchen haben gewöhnlich ein Längsband und keine Musterung in den Flossen, die Männchen  haben meist einen rautenförmigen Fleck auf der Flanke und deutlich gemusterte Flossen. Männchen werden mit maximal 25 cm deutlich größer als meist nur 10-12 (maximal 18 cm) langen Weibchen. Die Geschlechtsreife setzt bei Längen um 12 cm (Männchen) bzw. 9 cm (Weibchen) ein. Die Weibchen eines Geleges wachsen anfangs schneller als ihre Brüder, die holen das später aber mehr als nach.

Trotz der erreichbaren Maximalgröße ist H. nicaraguensis seit den 1970er Jahren ein beliebter Aquarienfisch, da er für Buntbarschverhältnisse als geradezu märchenhaft friedlich gilt. Aber man sollte den Tieren dennoch möglichst große Aquarien zur Verfügung stellen, in den sie zu prächtigen Exemplaren heranwachsen können. Die chemische Zusammensetzung des Wassers ist nebensächlich, nur sehr weich und sauer sollte es nicht sein. Die Temperatur kann sich zwischen 22 und 28°C bewegen, zeitweilig etwas niedriger oder höher schadet auch nicht. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter.

Für unsere Kunden: die Tiere haben, je nach Größe, Code 655501 (3-4 cm) bis 655509 (12-15 cm) auf unserer Stockliste. Im Handel sind nur Nachzuchtexemplare. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer