Limia nigrofasciata

6. März 2026

Über die systematische Position der auf den karibischen Inseln lebenden Lebendgebärenden Zahnkarpfen herrscht keine Einigkeit. Nach anatomischen Merkmalen galt die Gattung Limia lange Zeit als Synonym zu Poecilia, sie haben aber doch so viele eigenständige Merkmale, dass Limia als Untergattung fast immer mit genannt wurde. Neuere, vor allem DNS-gestützte Untersuchungen sehen Limia allerdings als eigenständige Gattung (Spikes et al, 2021). Sie gilt demnach als Schwestergruppe zu Poecilia.

Der Buckelkärpfling Limia nigrofasciata ist eine der auffälligsten Arten unter den lebendgebärenden Zahnkarpfen. Er stammt ursprünglich aus dem Miragoane-See auf Hispaniola (Haiti). Der Lago Miragoane ist mit seinen 12 km Länge und rund 25 km2 Fläche einer der größten natürlichen Süßwasserseen der Karibik. In Bezug auf seine Fischfauna ist er aquaristisch spannend. Ähnlich wie die Buntbarsche in den großen Afrikanischen Seen haben im Lago Miragoane die Lebendgebärenden Zahnkarpfen der Gattung Limia eine besondere Artenfülle entwickelt. Neun Arten findet man dort, von denen zwei erst im Jahr 2020 wissenschaftlich beschrieben wurden. Zusätzlich gibt es im Lago Miragoane noch eine interessante Gambusia-Art (G. beebei). Limia nigrofasciata wird bereits seit 1912 im Aquarium gepflegt und gezüchtet. Die Beliebtheit der Art zeigt sich auch daran, dass die Liebhaber ihn durch zwei Weltkriege hindurch erhalten haben.

Alle Limia-Arten sind sehr friedliche Fische und eignen sich gut für die Pflege im Gesellschaftsaquarium. Wer auf Nachzucht Wert legt, sollte die Arten getrennt halten, denn sie hybridisieren sehr leicht und die Kreuzungstiere sind nicht schön. Man sollte stets mehrere Männchen im Aquarium haben, denn die Schaukämpfe der Fische, die im übrigen völlig harmlos sind, sind prächtig anzusehen. Die größte Farbenpracht entwickeln die Fische, wenn etwas Algenwuchs an den Seitenscheiben erlaubt wird, denn darin weiden die Fische sehr gerne und ganz offensichtlich sind darin Nährstoffe, die den Tieren sehr gut bekommen.

Hier noch die Eckdaten zur Pflege: das Wasser sollte für diese Fische eher hart sein, der pH-Wert dauerhaft auf jeden Fall über 7 liegen. Günstig sind Werte zwischen pH 7,5 und 8,5. Limia-Arten gelten als wärmebedürftig. Am besten pflegt man sie im Temperaturbereich zwischen 26 und 30°C. Gefressen wird jedes handelsübliche Futter passender Größe. Speziell für Limia-Arten sind Futterflocken auf pflanzlicher Basis günstig.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 424801 (sm) bis 424804 (lg-xlg) auf unserer Stockliste; es sind ausschließlich Nachzuchttiere im Handel. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur

Spikes, M., Rodríguez‑Silva, R., Bennett, K.-A. Bräger, S., Josaphat, J., Torres‑Pineda, P., Ernst, A., Habenstein, K., Schlupp, I. & R. Tiedemann (2021): A phylogeny of the genus Limia (Teleostei: Poeciliidae) suggests a single‑lake radiation nested in a Caribbean‑wide allopatric speciation scenario. BMC Research Notes v. 14 (art. 425): 1-8.

Text & Photos: Frank Schäfer