Im Jahr 1982 veröffentlichte Gerald R. Allen zusammen mit Norbert J. Cross eine erste moderne vollständige Übersicht über die bis dahin bekannten Regenbogenfische. Allen hatte zu diesem Zeitpunkt seit 1978 bereits 12 neue Arten beschrieben. Als er damit begann, die Regenbogenfische systematisch zu untersuchen, waren insgesamt nur 19 Melanotaenia-Arten zwischen 1843 und 1978 beschrieben worden, also in einem Zeitraum 135 Jahren. 1982 waren aus Australien 8 Arten, aus S-Neuguinea 14 und aus N-Neuguinea 5 Melanotaenia-Arten bekannt, also 27 Arten insgesamt. Heute sind 89 Arten allgemein akzeptiert! Das ist eine Verdreifachung der Artenzahl in weniger als 45 Jahren und ein Ende ist nicht wirklich abzusehen. Nahezu jede Expedition nach Neu-Guinea bringt noch neue Formen. Die allererste je beschriebene Art war Melanotaenia nigrans, die 1843 als Atherina nigrans beschrieben wurde. Schaut man in die ältere Aquarienliteratur bis in die frühen 1980er Jahre, so liest man dort, dass M. nigrans als allererste australische Zierfischart 1927 importiert wurde.

Es dürfte angesichts der oben aufgeführten Zahlen nicht verwundern: diese Bestimmung der damaligen Fische war falsch. Es handelte sich dabei in Wirklichkeit um die ähnliche Art M. duboulayi. Die ersten echten Importe von M. nigrans erfolgten erst um 1976. Melanotaenia nigrans kommt aus Nordaustralien, wo er unregelmäßig verbreitet ist: von der Kimberley-Region in Westaustralien über den nördlichen Teil des Northern Territory bis zur Cape York Peninsula im Norden von Queensland, einschließlich einer Reihe von vorgelagerten Inseln wie Groote Eylandt im Golf von Carpentaria und einigen Inseln in der Torres-Straße. Es halten sich hartnäckig Gerüchte, die Art käme auch auf Neuguinea vor, doch wurde sie dort nie wissenschaftlich nachgewiesen. Da aus Australien keine Exporte erfolgen, sind alle Tiere im Handel Nachzuchtexemplare. Auf den Philippinen soll die Art eingebürgert vorkommen.
Gewöhnlich wird dieser schlanke Regenbogenfisch rund 7 cm lang, doch können alte Aquarienexemplare durchaus Längen um 12 cm erreichen. Wie so viele Regenbogenfische ist auch diese Art farblich sehr variabel. Ihre schlanke Körperform und ihr ungewöhnlich starker Schwarmzusammenhalt macht sie zu einem schönen Kontrastfisch zu anderen Regenbogenfischarten. In der Natur kommt die Art zusammen mit M. trifasciata, M. australis und M. inornata vor.
Bezüglich der Wasserwerte und der Ernährung stellt M. nigrans keine besonderen Ansprüche. In der Natur findet man sie in eher weichem Wasser (maximal 135 µS/cm) und pH-Werten zwischen 5 und 8 bei Temperaturen zwischen 19 und 35°C. Es besteht also eine generell hohe Anpassungsfähigkeit, was jedoch nicht dazu verleiten sollte, die Tiere plötzlichen Milieuwechseln auszusetzen. Das vertragen sie überhaupt nicht! Generell ist die Art nach unseren Erfahrungen nicht ganz unempfindlich und eher dem fortgeschrittenen Liebhaber zu empfehlen.
Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 428352 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


