Erdgeschichtlich betrachtet befinden wir uns gerade in einer Eiszeit – trotz der Klimaerwärmung und ihren furchtbaren Folgen. Das bedeutet, beide Polkappen sind vereist. Innerhalb der Eiszeit leben wir allerdings in einer warmen Periode, die Warmzeit genannt wird. Sie begann vor etwa 11.700 Jahren. Davor waren auch große Teile von Asien, Europa und Nordamerika vergletschert, also von dicken Eispanzern bedeckt. Diese Zeit, die vor rund 115.000 Jahren begann, bezeichnen wir umgangssprachlich gerne als Eiszeit, also die Zeit, in der Neandertaler und unsere unmittelbaren Vorfahren, die Cro-Magnon-Menschen, Mammuts und andere Großsäuger jagten. In dieser Kaltzeit war so viel Wasser in den Eismassen gebunden, dass die Meeresspiegel auf der ganzen Welt erheblich tiefer lagen als heute. Neuguinea bildete in der Kaltzeit zusammen mit Australien eine zusammenhängende Landmasse, die Sahul genannt wird. Die Fachzeitschrift der Australischen Regenbogenfisch-Gesellschaft ist danach benannt und heißt „Fishes of Sahul“. Zwischen Neu Guinea und Australien liegt heutzutage eine breite Meeresstraße, die Torres-Straße. Sie ist rund 140 km breit und wurde vor ca. 8.000 Jahren geflutet. Ein Rest der ehemaligen Landbrücke zwischen Neu-Guinea und der Cape-York-Halbinsel (Australien) stellt der Aru-Archipel dar, der sich bis heute über das Meer erhebt. Dort gibt es eine kleine Gruppe von Regenbogenfischarten, die eng mit den auf Neu Guinea lebenden Arten der Melanotaenia-goldiei-Gruppe verwandt ist: Melanotaenia kolaensis, M. picta, M. senckenbergianus und M. wokamensis. Sie wurden wissenschaftlich erst 2015 überarbeitet (Allen et al.).

Optisch kann man diese vier Arten als Nicht-Spezialist kaum auseinanderhalten. Es ist darum sehr anzuraten, sie strikt in verschiedenen Aquarien zu pflegen, um unerwünschte Mischformen zu vermeiden. Es sind allesamt sehr schöne Fische, die jedoch aus einer ganzen Reihe von Gründen immer nur von Spezialisten gepflegt und gezüchtet werden. Im Handel tauchen sie dem entsprechend nur äußerst selten auf. Wir freuen uns sehr, ab und zu eine kleine Stückzahl junger, aber schon ausgefärbter Melanotaenia picta als Nachzucht anbieten zu können. Wie für alle Regenbogenfische gilt auch für diese Art: mit zunehmendem Alter werden sie immer farbintensiver.
M. picta wurde aus dem Einzug des Mareremar River auf der Insel Kobroor beschrieben. Kobroor gehört zu den Aru-Inseln, die politisch übrigens zu Indonesien zählen. Beim Landschaftsbild kamen die Erstbeschreiber ins Schwärmen, es muss dort wunderschön sein. Die Tiere leben in kristallklarem Wasser von kleineren Waldbächen. Es gibt dort kaum Vegetation, aber reichlich Versteckmöglichkeiten. Schon vor seiner wissenschaftlichen Beschreibung war M. picta als M. sp. „Aru II“ im Hobby verbreitet. Bezüglich Pflege und Zucht ist diese bis etwa 11 cm lange Art vergleichbar mit den meisten anderen Regenbogenfischen. Das Wasser sei nicht zu weich, der pH im etwa neutralen Bereich, die Temperatur im Bereich von 22-26°C. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter passender Größe.
Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 428553 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Literatur:
Allen, G. R., Hadiaty, R. K., Unmack,P. J. & M. V. Erdmann (2015): Rainbowfishes (Melanotaenia: Melanotaeniidae) of the Aru Islands, Indonesia, with description of five new species and redescription of M. patoti Weber and M senkenbergianus Weber. aqua, International Journal of Ichthyology v. 21 (no. 2): 66-108.
Text & Photos: Frank Schäfer


