Nannostomus rubrocaudatus

9. Januar 2026

Im Jahr 2002 wurde ein im männlichen Geschlecht tiefroter Zwergziersalmler aus Peru unter den Bezeichnungen Nannostomus marginatus „Purple“ oder N. marginatus „Rot“ importiert. Axel Zarske von den Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Tierkunde hat diese Art 2009 formell als Nannostomus rubrocaudatus beschrieben. Die der wissenschaftlichen Beschreibung zugrunde liegenden Typusexemplare hatten wir aus Peru importiert.

Auf den ersten Blick ähnelt die neue Art etwas dem schon etwas länger bekannten N. mortenthaleri (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/nannostomus-mortenthaleri/), lässt sich aber dennoch leicht von dieser Art unterscheiden. N. mortenthaleri hat z.B. immer einen weißen Bauch. Weitere Artmerkmale sind in der wissenschaftlichen Beschreibung aufgeführt. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung ist kostenlos unter https://www.senckenberg.de/wp-content/uploads/2019/08/02_vertebrate_zoology_59-1_zarske.pdf als Download erhältlich.

Nannostomus rubrocaudatus weist keine sehr deutlichen Geschlechtsunterschiede auf. Die Intensität der Rotfärbung schwankt stark stimmungsabhängig. Weibchen färben sich allerdings nie so rot wie die Männchen. Tricky ist vor allem, dass in der Rangordnung niedrig stehende Männchen stark verblassen können und sich farblich als Weibchen tarnen; sicher lassen sich die Weibchen nur an den anders geformten Afterflossen erkennen.

Die Maximalgröße der Art liegt bei etwa 3-3,5 cm, die Pflege ist ohne besondere Schwierigkeiten, allerdings darf man diese Art nicht in kleinen Aquarien pflegen, denn die Männchen tragen ihre Rivalenkämpfe mit einiger Heftigkeit aus und das unterlegene Exemplar braucht Platz, um ausweichen zu können. Ist das nicht gegeben, kann es durchaus zu Beschädigungen kommen.

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Peru, Dep. Loreto. Hier wird die Art bei dem Dorf Saramirisa am Maranon (das ist der obere Amazonas) zwischen den Zuflüssen Rio Morona und Rio Santiago für den Export gesammelt. Der relativ hohe Preis für die Fische erklärt sich darin, dass die Tiere in der Natur zwischen dichtem Astwerk leben und hier mühsam einzeln herausgeklaubt werden müssen. Massenfänge wie bei anderen Nannostomus, wo sich leicht tausende von Exemplaren mit einem Netzzug fangen lassen, sind bei N. rubrocaudatus nicht möglich.

Für unsere Kunden: Nannostomus rubrocaudatus hat – je nach Größe –  Code 272261 (sm) bis 272265 (lg-xlg) für Wildfänge und 272272 für Nachzuchtexemplare auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer