Von Zeit zu Zeit können wir aus Paraguay einen bildhübschen und äußerst seltenen Otocinclus anbieten, nämlich O. mimulus. Neben allen bekannten guten Eigenschaften, die diese Art mit den anderen Vertretern der Gattung Otocinclus teilt – also geringe Größe, Friedfertigkeit, gutes Algenputzen auf Pflanzenblättern, Tagaktivität – hat diese spezielle Art noch eine Besonderheit. Sie lebt nämlich zusammen mit einer Hoplisoma-Art, der sie farblich gleicht. Dieses Phänomen nennt man Mimikry. Die Panzerwels-Art, es handelt sich um H. diphyes (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/corydoras_diphyes_und_otocinclus_mimulus_de/) haben wir auch manchmal im Stock. Dann ergibt sich die Gelegenheit, beide Arten zusammen im Aquarium zu beobachten.

Der Panzerwels Hoplisoma (früher: Corydoras) diphyes und der Zwergsaugwels Otocinclus mimulus stammen aus dem Einzug des Rio Monday, einem rechtsseitigen Zufluss des Rio Parana in Paraguay.
In ihrem natürlichen Habitat leben Hoplisoma diphyes und Otocinclus mimulus in großen Schwärmen, wobei die Zeichnung von O. mimulus der von H.diphyes ähnelt. Auf diese Weise versuchen die Otocinclus sich vor ihren Feinden zu schützen, im vorliegenden Fall hauptsächlich vor Saxatilia (früher: Crenicichla) lepidota (Hechtcichlide). Die Hechtcichliden meiden die stacheligen Panzerwelse, die ihnen beim Versuch, sie zu fressen, schmerzhafte Wunden zufügen. Davon profitieren die Otocinclus. Aber auch in der Draufsicht sehen sich Otocinclus mimulus und Hoplisoma diphyes äußerst ähnlich. Fischfressende Vögel, wie Reiher, Störche etc. meiden – genau wie die Hechtcichliden – Panzerwelse, denn auch ihnen tun die Stacheln der Panzerwelse beim Verschlucken sehr weh.
Die Pflege von Otocinclus mimulus ist einfach. Die Wasserwerte sind ohne Bedeutung, jedes Trinkwasser eignet sich zur Pflege. Bei der Temperatur sind die im südlichen Südamerika lebenden Fische etwas speziell, denn dort gibt es Jahreszeiten wie bei uns. Man sollte sie daher nicht jahrein jahraus bei konstanten Temperaturen pflegen, sondern einen Teil des Jahres etwas kühler (18-22°) und einen Teil etwas wärmer (24-28°C). Frisch importierte Tiere sind natürlich noch im umgekehrten Rhythmus unterwegs, wenn bei uns Winter ist, ist in Paraguay Sommer. Darum erfolgt die Eingewöhnung im Winter importierter Exemplare im höheren Temperaturbereich. Die erste Winterperiode mit kühleren Temperaturen gönnt man diesen Tieren ergo erst nach einem Jahr. Das vertragen sie problemlos.
Für unsere Kunden: Otocinclus mimulus hat Code 273994 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank schäfer


