Eine der ungewöhnlichsten Dornaugen-Arten ist Pangio shelfordii. Die Zeichnung der maximal 8 cm langen, dabei aber sehr dünnen Tiere, ist ein Muster, das an Leopardenfell erinnert. Ähnlich gefärbt sind manche Farbmorphen von Pangio alternans (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/pangio-alternans/), doch sind jene Dornaugen deutlich gedrungener im Körperbau.

Die Verbreitung von Pangio shelfordii erstreckt sich – soweit erforscht – über Teile der Malaiischen Halbinsel, Sumatra (inklusive einiger kleiner vorgelagerter Inseln), und Borneo. Im Gesamtareal kommt das Dornauge allerdings nicht flächendeckend vor, sondern ist eher lokalisiert anzutreffen. Das erklärt auch, warum diese hübschen Tiere zwar immer wieder einmal, jedoch nicht regelmäßig im Handel anzutreffen sind. Exportiert werden sie übrigens oft unter der Bezeichnung „Pangio muraeniformis“. Diese Art gibt es und sie hat auch einen ähnlich schlanken Körperbau. Die beiden Arten P. shelfordii und P. muraeniformis wurden zeitweilig miteinander synonymisiert (dann ist P. shelfordii der gültige, weil deutlich ältere Name). Inzwischen glaubt man aber wieder, dass es doch getrennte Arten sind, wobei P. muraeniformis typischerweise ein Längsband entlang der Körpermitte hat (in Wirklichkeit sind es viel Punkte, die optisch zu einem Längsband verschmelzen) und Johore und Singapur besiedelt. Insgesamt gilt hier, wie bei so vielen Dornaugen, dass die große Zeichnungsvielfalt es sehr schwierig macht, Arten voneinander sicher abzugrenzen.
Aber das ist eigentlich egal, wenn es um die Aquarienpflege geht. Dornaugen aller Art haben sich als hübsche und harmlose Restverwerter für Asienbecken mit zarten Arten seit Jahrzehnten bewährt. Der einzige Nachteil, den die Tiere haben: man sieht sie oft wochenlang nicht. Und meist ist das vollständige Ausräumen des Aquariums die einzige Möglichkeit, sie wieder einzufangen. Man sollte Dornaugen ein Flecken mit weichem Sandboden gönnen, in den sie sie eingraben können. Weiches und leicht saures Wasser mögen sie wohl am liebsten, aber aus praktischer Erfahrung weiß man auch, dass sie sogar in „steinhartem“ Wasser mit einem pH über 8 viele Jahre munter leben können. Gefressen wird alles, was ins Mäulchen passt. Wichtig ist aber, dass man den Tieren eine Mulmecke gönnt. Denn Mulm – das ist der braune Schlamm aus Kot, Futter- und Pflanzenresten, der sich in jedem Aquarium irgendwann bildet – ist nichts Böses. Er stellt in der Natur einen wichtigen Nahrungsbestandteil für viele Kleinfische dar. Ohne Mulm leidet die Darmflora solcher Fische und sie werden immer magerer, trotz ansonsten guter Futterversorgung. Die Wassertemperatur für Dornaugen kann zwischen 22 und 28°C liegen, zeitweilig etwas mehr oder weniger schadet auch nicht.
Für unsere Kunden: P. shelfordii hat Code 441074 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


