Pareutropius buffei ( = „P. debauwie“, Eutropiellus b.)

20. Februar 2026

Haiwelse (Pangasius spp.) sind riesige Speisefische, die sich zu einem großen Teil vegetarisch ernähren und wenig Ansprüche an die Wasserqualität stellen. Darum eignen sie sich außerordentlich gut für die Aquakultur in tropischen Regionen. Aus diesen Speisefischzuchten stammen die netten Babies, die immer noch regelmäßig auf dem Zierfischmarkt auftauchen. So lange sie klein sind, kann man sie natürlich gut im Aquarium pflegen, aber wohin mit ihnen, wenn sie einfach zu groß geworden sind? Dabei gibt es andere Arten von sehr ähnlichem Aussehen, die zeitlebens klein bleiben (6-8 cm) und genauso tagaktiv und ununterbrochen umherschwimmend sind, wie die Haiwelse: Schwälbchenwelse (Pareutropius) aus Afrika.

Es gibt vier Arten dieser Schwälbchenwelse, alle bleiben klein und sind in der Natur sehr häufig. Sie sehen einander so ähnlich, dass es eigentlich egal ist, welche Art man erwirbt, zumal sie sich in gemischten Schwärmen untereinander verhalten, als seien sie alle vom selben Stamm. Nur wenn man züchten möchte ist die Artfrage relevant. Dazu gilt die einfache Regel: Schwälbchenwelse aus Ostafrika (so gut wie nie im Handel) sind P. longifilis, solche aus dem Kongo (sehr selten im Handel) P. debauwi (am Ende nur mit „i“, nicht mit „ie“!) und die regelmäßig importierten aus dem Niger P. buffei. Die vierte Art, P. mandevillei, stammt ebenfalls aus dem Kongo; sollte sie schon jemals importiert worden sein, so hat sie niemand erkannt. Im Handel nennt man gewöhnlich alle Schwälbchenwelse „Eutropiella debauwie“ (beide Namen also falsch geschrieben, wenn schon, müsste es Eutropiellus debauwi heißen). Die meisten sind aber, wie gesagt, P. buffei. Die Unterschiede kann man den beigefügten Photos entnehmen, hauptsächlich ist es die Schwanzflossenfärbung, die es speziell interessierten Aquarianern ermöglicht, zwischen den Arten zu unterscheiden. Der häufig verwendete Name P. vandeweyeri ist ein Synonym zu P. buffei, Eutropiellus ein Synonym zu Pareutropius.

Vereinzelt enthalten die Schwärme von importierten P. buffei sehr helle Exemplare. Das ist keine eigene Art oder Variante, sondern die Folge einer Hornhauttrübung des Auges. Wir haben das nicht näher untersucht, es liegt aber die Vermutung nahe, dass es sich um ein Phänomen handelt, das dem der Goldsalmler aus Südamerika ähnlich ist. Die helle Färbung bewirkt, das die betroffenen Exemplare leichter zur Beute fischfressender Tiere werden. Wahrscheinlich wird die Hornhauttrübung, die wiederum zur Hellfärbung führt, durch einen Parasiten hervorgerufen, der einen Wirtswechsel durchläuft. Genau wie die Goldtetras sind die hellen Schwälbchenwelse im Aquarium uneingeschränkt lebensfähig und werden auch genau so alt wie ihre normalgefärbten Artgenossen, also mehrere Jahre.

Schwälbchenwelse sind tagaktive, sehr muntere und völlig friedliche Schwarmfische. Man sollte sie niemals in Gruppen von weniger als 6, besser 10-20 Exemplaren pflegen. Äußerlich erkennbare Geschlechtsunterschiede gibt es kaum, Weibchen werden etwas größer und sind fülliger. Wie so viele Welse reduzieren auch die Schwälbchenwelse während der Trockenzeiten zur Energieeinsparung ihre Gonaden (Hoden, Eierstöcke), da dies sehr fettreiches Gewebe ist. Im Aquarium mit seinen ganzjährig ähnlichen Temperaturen und der guten Futterversorgung ist für die Fische immer Trockenzeit, sie stellen darum alle Fortpflanzungsaktivitäten ein und reduzieren die Gonaden. Dieser Prozess lässt sich leicht durch die Imitation einer Regenzeit umkehren. Es genügt dabei, die Wasseroberfläche 6-8 Stunden täglich mit einem Filterrohr über ca. 50 Tage künstlich zu beregnen, um die Gonaden heranreifen zu lassen (Kirschbaum et al., 2008). Die Zucht gelang schon in den 1950er Jahren mit P. longifilis. Die Schwälbchenwelse sind Freilaicher ohne Brutpflege. Die Wasserwerte sind für die Pflege ohne Belang, jedes Trinkwasser ist geeignet. Die Wassertemperatur kann im Bereich zwischen 22 und 28°C liegen. Jedes handelsübliche Zierfischfutter (trocken, lebend, gefroren) passender Größe wird gerne angenommen. Pflanzen werden nicht beschädigt.

Für unsere Kunden: P. buffei hat Code 129000 (baby) bis 129005 (sh) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur: 

Kirschbaum, F., Leyendecker, U., Nyonge, B., Schulz, C., Weitkamp, H., Didhiou, S., Thomas, M. & C. Schugardt (2008): Environmental control of cyclical reproduction of tropical freshwater fish: Evidence from comparative experimental data. Cybium 2008, 32(2) suppl.: 294-296.

Text & Photos: Frank Schäfer