Wir erhalten gelegentlich den prächtigen Satanoperca daemon, meist aus Kolumbien. Die Art ist gesamten Rio-Negro-Gebiet weit verbreitet und häufig, aber sensibel und daher nur von den erfahrendsten Lieferanten lieferbar. Der „Dreifleck-Daemon“ gehört zu den schönsten Buntbarschen Südamerikas und zu den friedlichsten dazu. Bei den bis zu 30 cm langen Erdfressern gehören Bissverletzungen – sonst bei großen Buntbarschen fast an der Tagesordnung – zu den absoluten Ausnahmeerscheinungen. Man könnte die Tiere geradezu als schüchtern bezeichnen.

Satanoperca daemon ist grundsätzlich in großen Aquarien mit Sandboden zu pflegen. Lange Zeit galt das Dogma, dass auf sehr weiches Wasser und einen sauren pH-Wert zu achten ist (pH um 6), da die Fische in alkalischem Wasser zur Lochkrankheit neigen würden und auch farblich unschön werden. Das kann aber als überholt gelten. Die gefürchtete Lochkrankheit ist wohl zu einen guten Teil psychosomatisch begründet, auch wenn ihre Ursache oder Ursachen nach wie vor nicht wirklich verstanden sind. Jedenfalls können Pflege und Zucht auch in mittelhartem, leicht alkalischem Wasser gelingen. Entscheidend ist wohl eher sehr gute Wasserpflege (also möglichst geringer Stickstoff- und Phosphatgehalt und niedrige Keimzahl), Pflege in einer Gruppe von Artgenossen zur freien Partnerfindung und scheinbar auch die übrige Gesellschaft. Der Grundstein für eine erfolgreiche Pflege und Zucht ist, wie bei allen Fischen, weniger in irgendwelchem wasserchemischen Voodoo zu suchen, als in einer optimalen Aufzucht. Abwechslungsreiches und vor allem frisches Futter, in dem noch alle Vitamine, Spurenelemente und die so überaus wichtigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (HUFA) enthalten sind, sind absolut unabdingbar.
Die Zucht ist schon gelungen, allerdings sehr selten. Anders als viele andere Geophagus-Verwandte sind Satanoperca daemon Grubenbrüter, keine Maulbrüter. Man benötigt relativ große Aquarien, da allein die Laichgrube schon gut 50 cm Durchmesser haben kann. Während für die Alltagspflege feiner Sand (Korngröße 0,2- 1mm) wichtig ist (die Tiere durchkauen ihn ständig) entwickelt sich der Laich in diesem feinen Substrat nicht oder nur schlecht. Das Gelege wird zudem von den Elterntieren mit feinem Kies abgedeckt. Fehlt dieses Substrat im Aquarien, wird die Reaktionskette der zum Fortpflanzungsverhalten gehörenden Instinkthandlungen unterbrochen, die Brutpflege gewöhnlich abgebrochen und der Laich gefressen. Als gute Korngröße für das Nest hat sich feiner Kies von 3-6 mm Korngröße erwiesen.
Die Wassertemperatur muss – ähnlich wie beim Diskus – im Bereich über 28°C gehalten werden. Der Effekt ist ein doppelter: viele Parasiten und Krankhetserreger mögen diese hohen Temperaturen nicht und entwickeln sich darum nur schlecht. Und die Immunabwehr der Fische funktioniert in diesem Temperaturbereich besonders gut. Satanoperca daemon ist also ein herrlicher Fisch, der jedoch Ansprüche stellt.
Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – als Wildfänge Code 677500 (2-3 cm) bis 677509 (18-22 cm) und als Nachzuchten 677512 (4-6 cm) bis 677513 (6-9 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


