Zuchtformem bei Channa-Arten gibt es bisher kaum. Lediglich von Channa striata sind Albinos in der Teichwirtschaft erzüchtet worden, und – gleichfalls aus der Teichwirtschaft – von Channa argus eine silberweiße Zuchtform „Pearl White Lemon“ (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/channa_white_pearl_lemon_de/); diese Tiere sind 1936 als Channa argus kimurai beschrieben worden.

Channa asiatica ist eine variantenreiche Art oder, wie man es heute eher sieht, ein Artenkomplex von anatomisch nicht voneinander trennbarer Arten, die sich jedoch farblich recht deutlich unterscheiden. Weil von wissenschaftlicher Seite bisher von lediglich einer Art ausgegangen wird, kam es im Hobby bei der Nachzucht solcher Fische – Channa asiatica wird bis zu 40 cm lang, ist jedoch bei der Hälfte dieser Länge bereits geschlechtsreif – häufiger zu Vermischung verschiedener Fundortstämme.
In der westlichen Welt ist Channa asiatica unter Aquarianern für seine Unberechenbarkeit berüchtigt. Selbst Paare, die schon häufiger miteinander Jungtiere hatten (die Art baut kein Nest, die Eier werden an der Wasseroberfläche abgelegt und von beiden Eltern betreut) können sich nach Jahren harmonischen Zusammenlebens plötzlich zerstreiten und dann bis zum Tode bekämpfen. Darum findet man C. asiatica (im weitesten Sinne) nur sehr gelegentlich im Zierfischhandel, obwohl die Art sehr schön sein kann. Sie ist im Wesentlichen in China und auf Inseln in dessen Nähe verbreitet.
Auf Taiwan gibt es Züchtereien, die inzwischen verschiedene Farbselektionen von C. asiatica gezielt vermehren. Ob man die Tiere dort nur um ihrer selbst willen oder mit asiaitischem Pragmatismus gleichzeitig als Speise- und Aquarienfisch hält, entzieht sich unserer Kenntnis. Aus dieser Quelle haben wir jetzt erstmals eine „Platinum“-Variante von Channa asiatica importiert. Von der farblich ähnlichen, in der EU als potentiell invasiv eingestuften und darum verbotenen Channa argus „Pearl White Lemon“ kann man Channa asiatica sofort an den fehlenden Bauchflossen des letzteren unterscheiden.
Die Pflege von Channa asiatica ist sehr einfach; eine Heizung benötigen diese Tiere in Zimmeraquarien nicht. Das Aquarium muss der erwartbaren Größe angepasst sein. Bei Einzelhaltung erwirbt man ein Haustier, das zahm wird und viele Jahre den Besitzer erfreuen kann. Gefressen wird jegliches grobe Futter fleischlicher Herkunft, also Regenwürmer, Futterfische (auch gefrostet), Meeresfrüchte aller Art, Gammarus, Mehlwürmer, andere Insekten usw., aber meist nehmen diese Tiere auch Cichliden Sticks und grobe Granulate. Bei Zuchtversuchen sollte man darauf achten, dass die Wassertemperatur möglichst nicht viel über 22°C steigt, denn bei höheren Temperaturen kommt das Aggessionspotential dieser Fische voll zum tragen. Die Wasserwerte sind für Pflege und Zucht ohne Belang, jedes Trinkwasser eignet sich dafür.
Für unsere Kunden: C. asiatica „Platinum“ hat Code 409240 auf unserer Stockliste; aktuell sind die Tiere 12-15 cm lang. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


