Zu den schönsten afrikanischen Labyrinthfischen gehört der bis zu etwa 15-20 cm lang werdende Leopardenbuschfisch, Ctenopoma acutirostre. Seine Heimat ist der Kongo und für die Aquaristik werden die Tiere üblicherweise im Stanley Pool gesammelt. Dort leben sie tagsüber unter den schwimmenden Wiesen der Wasserhyazinthen (Eichhornia crassipes). Gelegentlich erfolgen aber Importe auch aus dem zentralen Kongogebiet (Lac Mai Ndombe) oder aus Kamerun. Die Art ist offenbar im gesamten Einzug des Kongo verbreitet. In der Dämmerung ziehen sie auf Raub aus. Sie lassen sich wie tote Fische durch das Wasser treiben und imitieren dabei mit ihrem Fleckenmuster einen verwesenden Fischkadaver. Das lockt kleine Fische an, die sich als Aasfresser betätigen wollen und nun ihrerseits als Nahrung für den Leopardenbuschfisch dienen.

Bezüglich der Nachzucht hat sich der Leopardenbuschfisch in Privathand als unzugänglich erwiesen. Zwar sind die Tiere untereinander vollkommen friedlich, man kann auch leicht die Geschlechter unterscheiden (die geschlechtsreifen Männchen haben Dornenfelder hinter den Augen und auf den Flanken, die dazu dienen, das Weibchen während der Paarungsumschlingung festzuhalten). Dennoch kam es bislang immer nur zu Zufallsvermehrungen im Aquarium, gezielte Zuchtansätze scheiterten. Sicher ist dabei zu berücksichtigen, dass die Hauptaktivitätszeit dieser Tiere in der Nacht liegt, auch die Paarungen nachts stattfinden und der Eiersegen dann morgens meist schon als Zusatzleckerei Verwendung gefunden hat, aber das erklärt den bisherigen Misserfolg von Aquarianern bei der Zucht nur teilweise.
In Südostasien gelingt jedoch seit Jahren die planmäßige Zucht der wunderschönen Fische und so können wir regelmäßig entzückende Leopardenbabies anbieten. Wie ihre Eltern beherrschen sie schon die angeborene Jagdtechnik durch sich-totstellen. Zur Ernährung braucht man aber glücklicherweise keine Fische. Sowohl junge wie auch erwachsene Leopardbuschfische sind leicht an Frostfutter (Mückenlarven etc.) zu gewöhnen und fressen nach der Eingewöhnung auch gerne Granulate und andere Trockenfuttermittel.
Gegenüber Fischen, die etwa die halbe Körperlänge der Leopardbuschfische haben und somit als Futter nicht mehr in Frage kommen, sind C. acutirostre vollkommen friedlich, so dass sie auch gut in Gesellschaftsaquarien gepflegt werden können. Allerdings darf die Gesellschaft nicht aus hektischen Fischen bestehen, denn Leopardbuschfische mögen es ruhig und dämmerig.
Es gibt kaum zwei Leopardbuschfische mit dem exakt gleichen Muster. Die Nachzuchttiere haben allerdings alle das bekannte Leopardenmuster. Bei Wildfängen treten jedoch die absonderlichsten Farbvarianten auf, von völlig einfarbig braun bis hin zu senkrecht gestreift. Das führte in der Vergangennheit schon zu Verwechslungen mit dem ebenfalls aus dem Kongo stammenden Ctenopoma ocellatum. Ein weiteres Phänomen, das bislang nur bei Wildfängen beobachtet wurde, ist das Auftreten ungewöhnlicher Körpergrundfarben, wie orange oder (sehr selten) sogar violett. Diese Farben verschwinfen aber mit der Zeit im Aquarium und nach spätestens einigen Monaten sehen diese Fische aus, wie fast alle anderen C. acutirostre: beige Körpergrundfarbe mit schokoladenfarbenen Flecken. Leopardbuschfische sind langlebig, 10-15 Jahre im Aquarium sind völlig normal, anekdotenhaft hat man auch schon von doppelt so alten Tieren gehört.
Zur Pflege gibt es nicht viel zu sagen. Die Wasserwerte sind völlig unerheblich, jedes Trinkwasser eignet sich zur Pflege. Die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 30°C liegen. Zur Fütterung und Vergesellschaftung wurde schon alles gesagt, ebenso zur Beckeneinrichtung. Man bedenke lediglich, dass sich Labyrinthfische erkälten können, wenn sie zur Luftaufnahme an die Wasseroberfläche kommen. Also im Winter, wenn man lüftet, aufpassen, dass der Luftraum über dem Aquarium nicht zu stark auskühlt. Aber das gilt ja für alle Labyrinthfische.
Für unsere Kunden: die Nachzuchten haben, je nach Größe, Code 115011 (3 cm) bis 115015 (6-8 cm), die Wildfänge 115001 (3-4 cm) bis 115005 (14-16 cm). Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


