Dicrossus warzeli Nachzucht

10. November 2023

Der seltenste aller Schachbrettcichliden im Aquarium ist Dicrossus warzeli, der vor seiner wissenschaftlichen Beschreibung als Dicrossus oder Crenicara sp. Tapajós bekannt war. 1992 wurde der sehr charakteristisch gezeichnete Zwergbuntbarsch in einem namenlosen Zufluss (Igarapé) des großen Rio Tapajós in Brasilien von den reisenden Aquarianer Frank Warzel entdeckt und nach Deutschland mitgebracht, was damals noch legal möglich war. Warzel konnte die Tiere auch erfolgreich zum Ablaichen bringen, jedoch misslang die Aufzucht.

Da Frank Warzel seine Erlebnisse mit schönen Fotos dokumentierte, war der „sp. Tapajós“ fortan der Sehnsuchtsfisch für viele Zwergbuntbarschfreunde. Der kommerzielle Import gelingt nur sehr, sehr selten. Wir hatten den Fisch bisher nur 6x im Bestand, 5x davon 1999-2005 und jetzt kürzlich wieder im November 2022. Von diesem letzten Import selektierten wir einige Pärchen für einen unserer Züchter, der uns nun die ersten, gerade geschlechtsreif gewordenen Tiere liefern konnte. 

Die Flankenzeichnung macht Dicrossus warzeli, der im Jahr 2010 zu Ehren des 2004 überaschend verstorbenen  Entdeckers wissenschaftlich benannt wurde, unverwechselbar. In aggressiver Stimmung verschwindet sie, ähnlich wie bei anderen Dicrossus-Arten, und macht einem Längsband Platz. Die Aufnahmen des Aggressionsverhaltens zeigen eines unserer Nachzuchtmännchen, das mit seinem Spiegelbild kämpft.

Zur Pflege, mehr noch zur Zucht dieser Zwergbungbarsche, bei denen die Männchen etwa 7, die Weibchen 3-4 cm Länge erreichen, sollte warmes, weiches und saures Wasser Verwendung finden. Sehr wichtig sind Huminstoffe (Erlenzäpfchen, Totlaub etc.) und feinsandiger Bodengrund. Im Gegensatz zu Apistogramma sind Dicrossus Offenlaicher. Die hauptsächliche Brutpflege fällt dem Weibchen zu, das sich manchmal sehr dominant zum Männchen verhalten kann.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 668823 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer