Dimidiochromis compressiceps

23. Januar 2026

Der Messerbuntbarsch Dimidiochromis compressiceps (früher: Haplochromis c.) gehört zu den ungewöhnlichsten Buntbarscharten des Malawisees. Es handelt sich um einen Raubfisch, bei dem die Männchen bis zu 25 cm, die Weibchen bis zu 20 cm Länge erreichen können. Irrtümlich wurde die Art 1966 als spezialisierter Augenfresser angesehen. Dieses Verhalten konnte jedoch im See niemals nachgewiesen werden. Dort ernähren sich diese Fische ab einer Länge von etwa 4 cm vorwiegend von kleineren Fischen, die am Stück verschlungen werden. Der außerordentlich stark seitlich zusammengedrückte Körper macht den Räuber, wenn er – den Kopf leicht nach unten geneigt – zwischen Vallisnerien steht, nahezu unsichtbar. Im Gegensatz zu den meisten anderen Raubfischen kann Dimidiochromis compressiceps aufgrund seines schmalen Kopfprofils den Beutefisch mit beiden Augen gleichzeitig anpeilen.

Dimidiochromis compressiceps hat eine nahezu seeweite Verbreitung und kommt zudem im Abfluss des Malawisees, dem Shire River und dessen seeartiger Erweiterung, dem Malombesee, vor. Die Tiere sehen überall gleich aus, nur bei der Insel Chizumulu im Malawisee gibt es Tiere, die statt der silbernen Grundfärbung eine gelbliche Grundfärbung haben.

Raubfische sind gewöhnlich wenig territorial und gegenüber Artgenossen und anderen Fischen, die als Nahrung nicht in Frage kommen, relativ friedlich. Da bildet D. compressiceps keine Ausnahme. Gewöhnlich wird sich nur ein Männchen in einer Gruppe dieser Buntbarsche blau ausfärben und eine Brutrevier gründen. Ein solches Brutrevier besteht aus einer Sandgrube, die am liebsten im Vorzugslebensraum, also Vallisnerien-Beständen, angelegt wird. Vallisnerien sind – das nur zur Erinnerung – Unterwasserpflanzen mit langen und schmalen, bandförmigen Blättern, die überall auf der Welt in geeigneten Lebensräumen große Unterwasserwiesen bilden. In dieses Nest kommen laichbereite Weibchen der Umgebung. Nach dem Ablaichen überlassen die Männchen, wie bei Haplochromis-Verwandten üblich, dem Weibchen allein die weitere Maulbrutpflege. Nicht brütende Männchen sehen farblich wie Weibchen aus und werden von brütenden Männchen auch so behandelt. Geschlechtsreif wird die Art in Längen um 8 cm (Männchen) und 6 cm (Weibchen). Ab Eintritt der Geschlechtsreife kann man die Geschlechter recht zuverlässig an der Form der Afterflosse unterscheiden, die bei Männchen deutlich größer ist und zudem auch Eiflecken aufweist. Männchen wachsen schneller als Weibchen, in einer Gruppe gleichalter Tiere sind daher die größeren gewöhnlich die Männchen.

Im Aquarium sind Pflege und Zucht problemlos. Das Aquarium sollte freilich angesichts der möglichen Endgröße nicht zu klein sein. Zur Gesellschaft wählt man keine hektischen Felsenbuntbarsche (Mbunas), sondern andere ruhige Haplochromis-Verwandte, wie Nimbochromis, Cyrtocara und dergleichen. Der pH-Wert sollte dauerhaft nicht unter 7,5 fallen, was am leichten in härterem Wasser zu realisieren ist. Die Wassertemperatur kann zwischen 24 und 28°C liegen. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter, auch Flockenfutter, aber nahrhafte Bissen (z.B. Cichlid Sticks, kräftiges Frostfutter etc.) sollten die Hauptnahrung bilden. Zur Einrichtung pflanzt man eine Vallisnerien-Wiese, der Bodengrund sollte zumindest teilweise eine Sandfläche sein. Steine oder Wurzeln sollte man nur sehr sparsam einsetzen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 520230 (3 cm) bis 320235 (11-12 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer