Zu den begehrtesten Kleinsalmlern zählte einst der Dreibandsalmler, Hyphessobrycon heterorhabdus. Als die Salmler groß in Mode waren – in den 1950er bis 1970er Jahren – wurde diese Art als „Problemfisch“ eingeordnet, denn ohne Tricks und Kniffe pflanzte er sich nicht fort. Die reine Haltung ohne Zuchtabsichten war jedoch auch bei dieser Art völlig problemlos. Heute kennen wir einen ganzen Komplex von Dreibandsalmler-Arten und ihre Bestimmung ist alles andere als einfach. Wahrscheinlich waren die damals gepflegten Tiere gar keine H. heterorhabdus. Nähere Informationen hierzu finden sich hier: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/hyphessobrycon-heterorhabdus/

Aber eine sehr eng verwandte Art dieses Dreibandsalmlers ist jedoch ziemlich leicht zu bestimmen: Hyphessobrycon amapaensis, der Amapa-Dreibandsalmler. Diese Art wurde während einer Zierfischexpedition von Bitter und Hessfeld in Brasilien gefangen und mitgebracht, was damals (1997) noch legal möglich war. Ein Jahr später erfolgte die wissenschaftliche Beschreibung als neue Art durch Zarske und Gery. Der Fundort war ein Savannenbach an der B156 im Bundesstaat Amapa. Das Wasser dort war klar, leicht bräunlich, leicht sauer (pH 5,8 bis 6,3), sehr weich (sowohl KH wie auch GH unter 1° dH, Leitwert 9-13 µS/cm) und rund 25-27°C warm. Der interessanteste Beifisch war Hyphessobrycon takasei (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/hyphessobrycon-takasei/).
Das Erkennungszeichen von Hyphessobrycon amapaensis liegt im schwarzen Anteil des Längsbandes. Das Längsband besteht bei allen Dreibandsalmlern im engeren Sinne aus drei unterschiedlich gefärbten, parallel verlaufenden Bändern, einem roten, einem hellen und einem schwarzen. Das schwarze Band von Hyphessobrycon amapaensis ist im Gegensatz zu allen anderen Dreibandsalmlern unmittelbar hinter dem Kiemendeckel bis Ende der Brustflossen stark verbreitert und verläuft außerdem bis in die Schwanzflosse hinein. Das oberste Band ist korallenrot und viel klarer als bei anderen Dreibandsalmlern. Zur sicheren Bestimmung muss man sich etwas Zeit lassen. In Abhängigkeit von der Stimmung kann jeder Fisch die Körperzellen, die das schwarze Pigment enthalten, stark zusammenziehen – dann wird der Fisch hell, die schwarze Zeichnung fast unsichtbar – oder ausdehnen. So wird der sehr rasche Farbwechsel, den so viele Fische zeigen, erst möglich. Bei erschreckten Hyphessobrycon amapaensis ist das schwarze Längsband oft nicht gut zu erkennen.
Hyphessobrycon amapaensis hat sich von allen Dreibandsalmlern als einzige Art einen festen Platz im Hobby erobert. Er steht fast ganzjährig in guter Qualität als Nachzucht in verschiedenen Größen zur Verfügung, obwohl seine Zucht auch heutzutage noch einen erfahrenen Salmlerzüchter erfordert. Wildfänge kommen nur sehr sporadisch auf den Markt. Die Bilder zeigen Nachzuchtexemplare der Größenklasse md-lg. Es handelt sich um einen idealen Fisch für gut gepflegte Gesellschaftsaquarien. Zur optimalen Ausfärbung ist weiches, leicht saures Wasser günstig, die Anpassungsfähigkeit der Fische ist jedoch hoch und praktisch jedes Leitungswasser zur Pflege geeignet. Die Art ist völlig friedlich gegen Artgenossen und artfremden Fischen, die Pflege sollte im Schwarm erfolgen. Die Maximallänge beträgt etwa 4 cm. Gefressen wird jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe.
Für unsere Kunden: die Tiere haben, je nach Größe und Ursprung, Code 259452 (Nachzucht sm-md), 259453 (Nachzucht md-lg), 259454 (Nachzucht lg), 259463 (wild lg) und 259464 (wild xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


