Der Blutsalmler (aktuell Megalamphodus eques, früher Hyphessobrycon eques, noch früher als H. callistus oder H. serpae bekannt) gehört zu den Standard-Fischen im Angebot des Zoofachhandels. Es sind ja auch wunderschöne Fische von kristallroter Farbe. Schon seit den 1930er Jahren gibt es große Verwirrung um die richtige Benennung der verschiedenen Varianten. Bereits wilde Blutsalmler sind ziemlich variabel innerhalb der gleichen Population. Nur realtiv wenige wilde Exemplare zeigen ständig die begehrte blutrote Färbung, viele sind normalerweise bräunlich oder grünlich und werden nur zur Balzzeit rot. Aber durch geschickte Zuchtwahl kann man beim Blutsalmler sehr schnell erbreine, farbstabile Formen erhalten. Diese wurden im Hobby unterschiedlich benannt. Den in Normafärbung bräunlich-grünlichen mit einem relativ kleinen, kommaförmigen Schulterfleck nannte man Hyphessobrycon serpae, den roten mit einem großen, kommaförmigen Schulterfleck H. callistus, eine transparent-rote Form mit kleinem, rundem Schulterfleck, der zudem der schwarze Saum in der Afterflosse fehlt, H. minor; moderne „minor-Stämme haben aber meist sehr wohl einen schwarzen Afterflossensaum. Zusätzlich gibt es seit spätestens den 1980er Jahren auch noch eine Form, die sich „Brillant“ nennt. Sie entspricht farblich dem alten „minor“, hat aber zusätzlich Glitzerschuppen, vor allem im Rückenbereich. Und natürlich gibt es auch noch Schleiertypen… Aus aktueller wissenschaftlicher Sicht ist alles die gleiche Spezies, nämlich M. eques.

Da man alle diese Tiere uneingeschränkt untereinander kreuzen kann, hat so ziemlich jede Züchterei ihren eigenen „Hausstamm“; Wildfänge kommen nur sehr sporadisch und in kleinen Stückzahlen auf den Markt. Auf deutsche Fischnamen gibt es keinen Markenschutz, jeder darf seine Blutsalmler nennen, wie er mag. Das macht es manchmal schwierig, manchmal auch unmöglich, eine spezielle Variante in Verkaufslisten zu finden.
Sämtliche Blutsalmler sind sehr attraktiv und pflegeleicht, aber sie haben auch eine unangenehme Eigenschaft: bei den ständigen Rivalenkämpfen (die allerdings sehr schön anzusehen sind) zerzauseln sie sich gerne mal die Flossen – Blutsalmler sind nun einmal kleine Verwandte der Piranhas. Es ist daher eher selten, wenn einmal alle Tiere im Aquarium unverletzte Flossen haben. Aber diese Flossenschäden sind harmlos und heilen schnell wieder ab. Blutsalmler sollten immer im möglichst großen Trupp (10 Exemplare oder mehr) gepflegt werden. Beachtet man diese Regel nicht, so fangen sie mit anderen Fischen Streit an und können sogar zu wahren Tyrannen im Aquarium werden.
Maximalgröße: ca. 4-4,5 cm; Temperatur: 18-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: Schwarmfisch mit sozialer Rangordnung.
Für unsere Kunden: der „callistus“-Blutsalmler hat Code 259792-259793, der „minor“-Blutsalmler hat Code 259801-259804, der „serpa“-Blutsalmler hat Code 261901-261905, der „Brillant“-Blutsalmler hat Code 261921-291924, Schleierformen haben Code 261952-261955 und der wilder M. eques hat Code 261932-261933 auf unsere Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


