Parailia pellucida

30. Januar 2026

Der Afrikanische Glaswels, Parailia pellucida, ist ein herrlicher Aquarienfisch, aber seltsamerweise im breiten Hobby nahezu unbekannt. Dabei ist diese Art fast immer erhältlich. Wir importieren sie regelmäßig aus Nigeria. 

Der Afrikanische Glaswels ist nicht näher mit den asiatischen Glaswelsen (am häufigsten im Aquarium: Kryptopterus vitreolus, siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/kryptopterus-vitreolus/) verwandt. Dieser gehört zu den Echten Welsen (Siluridae), ist also ein Vetter des einheimischen Wallers, während die Afrikanischen Glaswelse zu der Familie Schilbeidae gehören. Das ähnliche Aussehen und Verhalten beider Gruppen von Glaswelsen beruhen also nicht auf Verwandtschaft, sondern auf ähnlichen Lebensbedingungen, genau wie bei Fledermäusen und Vögeln, die ja auch nicht  näher miteinander verwandt sind, nur weil sie beide Flügel haben.

Äußerlich unterscheidet sich P. pellucida von Kryptopterus durch den Besitz einer Fettflosse und durch die acht langen Barteln (zwei bei Kryptopterus). Die Maximallänge des Afrikanischen Glaswelses wird nur rund 15 cm angegeben, doch sind Exemplare über 8 cm Länge außerordentlich selten. Die Gattung Parailia umfasst übrigens fünf Arten, jedoch sind nur P. pellucida regelmäßig und gelegentlich P. congica (aus dem Kongo, sonst sehr ähnlich zu P. pellucida) im Handel. P. pellucida ist in der Natur außerordentlich häufig. Die Art stellt ein wichtiges Glied in der Nahrungskette für größere Fischarten dar, wird wegen ihres oft massenhaften Auftretens aber auch (in Form von Suppe oder Soße) direkt verwertet. Die großen Schulen umfassen meist Tiere sehr unterschiedlicher Größe, oft auch gemischt mit anderen Arten (z.B. Pareutropius buffei). Auch bei uns sind oft kleine P. buffei als Beifang in den Importen enthaltem

Afrikanische Glaswelse sind absolut friedliche Planktonfresser, die immer im Trupp gemeinsam mit ihresgleichen gepflegt werden sollten. Die Fische lieben gut bepflanzte, deckungsreiche Aquarien mit nicht zu greller Beleuchtung und lassen sich leicht mit allen üblichen Futtermitteln ernähren. Afrikanische Glaswelse sind völlig anspruchslos bezüglich Wasserhärte und pH-Wert, jedes Trinkwasser eignet sich auch zur Pflege dieser Welse. Im Gegensatz zu ihren besser bekannten asiatischen Vettern sind die Afrikanischen Glaswelse tagsüber stets gut sichtbar im Aquarium unterwegs, jedenfalls wenn das Aquarium nicht allzu grell beleuchtet wird. Die Asiaten stehen dagegen lieber in Deckung und warten auf die Dämmerung.

Gezielt gezüchtet wurden die Tiere wohl noch nie; die Männchen färben sich während der Balz oft sehr dunkel ein und balzen im Aquarium regelmäßig. Es gibt einen Bericht aus dem Jahr 1977, wonach ohne besonders Zutun plötzlich acht Jungtiere im Aquarium auftauchten, die sich zunächst im Wurzelbereich von Javafarn (Micropterus) aufhielten. Es wäre also bei Bedarf wohl kein ernsthaftes Problem, diese Fische für die Aquaristik nachzuzüchten. Allerdings besteht dafür derzeit keine Notwendigkeit und aus ökologischen Gründen ist der nachhaltige Wildfang (wie er hier absolut gegeben ist) vorzuziehen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 155904 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer