Die Gattung Saxatilia wurde bis vor kurzer Zeit noch der großen Sammelgattung Crenicichla zugeordnet. Saxatilia umfasst die Arten, die im deutschsprachigen Raum als „Felsenkammbarsche“ bezeichnet werden und so bekannte Arten wie S. lepidota oder S. saxatilis enthält. Die Gattung ist recht artenreich; 38 wissenschaftliche Namen werden mit ihr in Verbindung gebracht, davon werden aktuell aber nur 23 allgemein akzeptiert. Zu den Arten, die in jüngerer Zeit in die Synonymie verbannt wurden, gehören auch aquaristisch bekannte Formen, wie S. cardiostigma (gilt aktuell als Synonym zu S. alta) oder S. edithae (wird gegenwärtig als Synonym zu lepidota gesehen). Viele der Arten sehen sich außerordentlich ähnlich und sind selbst für Spezialisten kaum auseinander zu halten. So etwas steht einer weiten aquaristischen Verbreitung grundsätzlich immer im Wege, zumal Hechtcichliden wegen ihres teils recht ruppigen, immer aber etwas räuberischen Verhaltens ohnehin nur wenige Liebhaber haben.

So kommt es, dass einige der bereits länger beschriebenen Arten aquaristisch praktisch unbekannt geblieben sind. Unter ihnen befindet sich der 1982 aus einem kleineren Fließgewässer, das zum Einzug des Rio Tiete im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo gehört, beschriebene S. britskii. So weit wir das recherchieren konnten gibt es keinen einzigen Pflegebericht zu der Art in der aquaristischen Fachliteratur und auch kein Aquarienfoto von der Spezies. Wir haben nun aus dem Bundesstaat Sao Paulo Saxatilia importieren können, bei denen es sich nach der Aussage des Exporteurs um S. britskii handelt. Wir finden keine Hinweise, die dem widersprechen würden und bieten die Tiere entsprechend unter diesem Namen an.
Saxatilia britskii ist ein sehr typischer Vertreter seiner Gattung. Bezüglich der Färbung entspricht er dem, was man ganz allgemein gewohnt ist: ein großer Schulterfleck, ein Muster aus vertikal verlaufenden hellen Binden, ein dunkler Längsstreifen, ein Schwanzwurzelfleck. Unter dem Auge befindet sich ein kommaförmiger Strich, die Binde hinter dem Auge ist breit und deutlich ausgebildet und endet in einem vertikalen Strich entlang des Kiemendeckels. Kullander betont in der Erstbeschreibung, dass S. britskii sich in allererster Linie durch Farbunterschiede von S. lepidota aus Paraguay unterscheidet.
Mit maximal 15 cm Länge gehört S. britskii zu den mittelgroßen Vertretern der Hechtcichliden; in der Natur bleiben sie gewöhnlich deutlich kleiner (um 10 cm). Zu Pflege und Zucht können wir nur vermuten, dass sich hier alles nach typischer Saxatilia-Manier abspielt. Die Tiere sind unempfindlich bezüglich der Wasserhärte und des pH-Wertes, jedes Trinkwasser eignet sich, nur allzu sauer (pH unter 6) sollte es nicht sein. Die Wassertemperatur kann zwischen 18 und 26°C liegen und im jahreszeitlichen Verlauf nicht konstant sein. Saxatilia sind unkomplizierte Fresser, die mit grobem Frost- und Lebendfutter und auch Pellets und Cichlid-Sticks leicht zu ernähren sind. Auch kleine Fische werden als Futter angesehen. In ausreichend großen Aquarien (ab ca. 150 cm) hält sich das Aggressionspotential in Grenzen, darf aber nie unterschätzt werden, zumal es hier offenbar erhebliche individuelle Unterschiede gibt. Paare finden sich am besten aus einer Gruppe gemeinsam aufgezogener Jungtiere. Alle Saxatilia sind – soweit bekannt – Höhlenbrüter mit Elternfamilie.
Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 669082 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


