Archiv für den Autor: Frank Schäfer

Pterobunocephalus dolichurus ( = „Pseudobunocephalus cf. bifidus“)

11. September 2026

Es ist lange her, dass wir diesen auffälligen, kleinbleibenden Bratpfannenwels aus Peru importieren konnten. Zuletzt erhielten wir diese Tiere 2010; damals identifizierten wir die Fische anhand der zur Verfügung stehenden Literatur als Pseudobunocephalus cf. bifidus. Das lässt sich nach aktuellem Kenntnisstand nicht mehr aufrecht erhalten. Ohne jeden Zweifel handelt es sich bei den weißen Zwergbratpfannenwelsen um eine Art der Gattung Pterobunocephalus, die sich von allen anderen Bunocephalus-artigen Bratpfannenwelsen durch die lange Afterflosse mit 10-20 Strahlen (5-10 in einer erheblich kürzeren Afterflosse bei den anderen) unterscheidet. Am besten sieht man das, wenn die Tiere schwimmen, was sie allerdings eher selten tun…

Die Gattung Pterobunocephalus enthält nur drei gültige Arten, ist also sehr überschaubar. Zudem wurde die jüngste Art – P. carvalhoi – erst im April 2026 beschrieben. P. carvalhoi kommt im oberen Amazonas-Einzug von Ecuador und Peru vor, die beiden anderen sind weit verbreitet, kommen aber u.a. ebenfalls in Peru vor. Wir konnten P. carvalhoi – wenn auch sehr selten – bereits lebend importieren. Diese Art ist völlig anders gefärbt und hat erheblich weniger Strahlen in der Afterflosse (10-11) als unsere Tiere. Wir gehen aktuell davon aus, dass „unser“ Pterobunocephalus „White“ der Art P. dolichurus angehört; Grant (2021) bezeichnet diese Tiere als P. aff. dolichurus. In der Originalbeschreibung wird P. dolichurus als mehr oder weniger einfarbig beschrieben, mit 16 Strahlen in der Afterflosse, genau wie unser Fisch. Die dritte Art, P. depressus, konnten wir übrigens auch schon importieren: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/pterobunocephalus_depressus_de/

Zu den Besonderheiten von P. dolichurus gehört es, bei Beunruhigung am Boden liegend ein Hohlkreuz zu machen. So etwas haben wir bei anderen Bratpfannenwelsen noch nie beobachtet. Alle Bratpfannenwelse sind sowohl untereinander wie auch gegenüber artfremden Fischen vollkommen friedlich. Feiner Sandboden, in den sie sich eingraben können, wird sehr geschätzt, ist aber nicht unbedingt notwendig. Bratpfannenwelse sind nachtaktive Tiere, weshalb man zumindest während der Eingewöhnung auch immer etwas nach dem Ausschalten des Lichtes füttern muss. Es gibt Hinweise darauf, das Pterobunocephalus Brutpflege betreibt und das Weibchen die Eier nach der Ablage an den Bauch geheftet mit sich herumträgt, bis die Jungtiere schlüpfen.

Maximalgröße: ca. 6-7 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht vermutlich weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: absolut friedlich.

Für unsere Kunden: der Fisch hat Code 212952 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Crispim, J. L., P. Argüello, G. S. C. Silva, C. Oliveira, K. R. Luckenbill & M. H. Sabaj Pérez (2026): After eight decades: a new species of Pterobunocephalus (Siluriformes: Aspredinidae) from the upper Putumayo, Napo and Pastaza rivers, Ecuador. Neotropical Ichthyology v. 24 (no. 1): e250162: 1-21

Grant, S. (2021): Banjos, Doradids and Auchenipteridae Catfishes. Neustadt am Rübenberge

Text & Photos: Frank Schäfer

Anostomus anostomus

11. September 2026

Den Prachtkopfsteher (Anostomus anostomus) haben wir erst kürzlich in Erinnerung gerufen und auch erwähnt, dass diese begehrte, aber kaum als Wildfang-Import zur Verfügung stehende Fischart jetzt auch als Nachzucht aus Indonesien bezogen werden kann (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/anostomus-anostomus-3/).

Nun haben wir auch erstmals große Nachzucht-Exemplare (8-12 cm) aus Indonesien erhalten. Das sind ganz wunderschöne Fische! Im Gegensatz zu den Wildfängen, die wir zuletzt aus Guyana bezogen haben, sind die Schwanzflossen bei den Nachzuchttieren ebenso rot wie die Rückenflossen. Leider wissen wir nicht, woher die ursprünglichen Zuchttiere der indonesischen Betriebe stammten. Insgesamt ist A. anostomus in der Natur sehr weit verbreitet, Wissenschaftliche Nachweise liegen vor aus Brasilien, Ecuador, Guyana, Peru, Kolumbien und Surinam. Rotschwänzige Prachtkopfsteher sind z.B. aus Surinam bekannt.

Maximalgröße: ca. 16 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser, pflanzliche Beikost wichtig; Sozialverhalten: Schwarmfisch mit sozialer Rangordnung.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 205514 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Mesonauta mirificus

11. September 2026

Die Flaggenbuntbarsche (Mesonauta) erfreuen seit 1911 die Aquarianer. Damals nannte man sie noch Cichlasoma festivum und dachte, es gäbe nur diese eine, weit verbreitete, variable Art. Nun, die „Varianten“ haben sich sich bei genauem Studium als eigenständige Arten herausgestellt. Heute unterscheidet man 7 wissenschaftlich akzeptierte Arten, der Status einiger weiterer bedarf noch der Klärung. Die Mesonauta-Art aus dem oberen Amazonas ist M. mirificus. Wir beziehen unsere Tiere aus Peru.

Mesonauta sind enge Verwandte der Skalare, mit denen sie in der Natur auch zusammenleben und denen sie im Verhalten sehr ähnlich sind. Genau wie Skalare sind Mesonauta friedliche, etwas scheue Buntbarsche, die nicht wühlen und Pflanzen normalerweise unbeschädigt lassen. Leider sind die Geschlechter – ähnlich wie bei Skalaren – nur schwer zu unterscheiden. Es scheint allerdings, als wären die Tiere mit den sehr langen Bauchflossen die Männchen und die mit kürzeren Bauchflossen die Weibchen. Alle Mesonauta setzen ihre Gelege gerne an Steinen oder auch in größeren Blumentöpfen (das gibt es natürlich nur im Aquarium) ab. Beide Eltern betreuen den Laich und die ausgeschlüpften Jungfische gemeinsam. 

Maximalgröße: ca. 15 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: friedlicher Buntbarsch mit sozialer Rangordnung.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 663382 (4-6 cm, wild), 683384 (5-7 cm, wild) und 683361 (4-6 cm, Nachzucht) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Moenkhausia cf. naponis

11. September 2026

Erstmals konnten wir aus Peru eine uns bislang völlig unbekannte Salmler-Art importieren. Angeboten wurde sie als „Moenkhausia naponis“. Diese Art gibt es und unser Neuimport hat auch eine gewisse Ähnlichkeit mit ihr; vor allem der deutlich ausgeprägte Längsstreifen, der unter der Rückenflosse beginnt in Kombination mit dem (manchmal, das ist stimmungsabhängig) doppelten Schulterfleck weisen in diese Richtung. Wir habe daher die Bezeichnung Moenkhausia cf. naponis auf unserer Stockliste gewählt, denn es gibt auch Unterschiede zur Beschreibung von M. naponis.

Bemerkenswert erscheint uns das Verhalten der maximal etwa 5 cm langen Tiere. Meist geht man ja bei Salmlern von friedfertigen Schwarmfischen aus. Das sind unsere Neuimporte allerdings überhaupt nicht. Ihr  Verhalten erinnert eher an das von Piranhas. Wenn sie sich in Gefahr wähnen, schließen sich die Tiere zwar zum Trupp zusammen, aber zumindest Kleingruppen (5 Tiere) funktionieren gar nicht. Das stärkste Tier wird über Nacht zum Tyrannen, der alle Artgenossen in einer Ecke zusammendrängt. Man sollte diese Fische darum in Gruppen nicht unter 10 Exemplaren in möglichst großen und strukturreichen Aquarien pflegen. 

Das Verhalten und das allgemeine Aussehen erinnern uns stark an den ebenfalls aus Peru stammenden Apricot-Tetra, Dectobrycon armeniacus. Möglicherweise handelt es sich bei unserem Neuimport daher um eine wissenschaftlich noch unbeschriebene Dectobrycon-Art.

Maximalgröße: ca. 5-6 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht vermutlich weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: aggressiver Schwarmfisch.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 268683 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Corydoras sp. „Llanos-Oran“ Var.2

11. September 2026

Aus Peru erhielten wir zwei neue Panzerwelse vom gleichen Fundort, sortiert in Variante1 und 2. Zu Variante1 siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/corydoras-sp-llanos-oran-var-1/. Dort sind auch alle Details zur Herkunft zu finden. Variante1 hat inzwischen die Nummer CW226 erhalten.

Die zweite Variante hat mehr dunkle Flächen auf der Flanke. Beide Formen gehören, wie bereits bei Var.1 gesagt, zum Artenkreis Corydoras fowleri-coriatae-semiaquilus. Alle diese Arten kommen aus Peru und angrenzenden Gebieten und unterscheiden sich ausschließlich durch die Färbung. Bei C. fowleri läuft eine breite schräge Binde vom Ansatz der Rückenflosse zum unteren Ansatz der Schwanzflosse. Oberhalb des Auges befindet sich ein dunkler, senkrechter Balken, der in das Auge hineinreicht. Zwischen dieser Augenbinde und dem Ansatz der Rückenflosse ist der Rücken bei C. fowleri hell. Bei C. coriatae ist alles sehr ähnlich, nur gabelt sich das Rückenband unterhalb der Rückenflosse in der Körpermitte und bildet eine weitere Binde, die Richtung Kiemendeckel nach vorn läuft. Bei typischen C. semiaquilus schließlich ist das Flankenband zu einem soliden schwarzen Keil geworden. Zusätzlich verläuft bei C. semiaquilus zwischen dem Ansatz der Rückenflosse und der Augenbinde ein weiterer dunkler Streifen. 

Offenbar sind diese drei Grundtypen aber sehr wandelbar und in jedem Bach scheint eine eigene Farbform vorzuherrschen. Dennoch lassen sich gewöhnlich alle diese Varianten nach den oben genannten Kriterien einer der drei wissenschaftlich beschriebenen Arten zuordnen. Das ist Bei C. sp. „Llanos-Oran“/CW226 nicht der Fall. Bei diesen Corydoras sieht es so aus, als wäre es darum gegangen, möglichst viele Merkmale der verschiedenen Arten der Corydoras-fowleri-Gruppe auf einem einzigen Fisch unterzubringen. Das sonst so sichere Bestimmungsmerkmal der dunklen Binde zwischen Augen- und Rückenstreifen hier z.B. untauglich. Es gibt Exemplare, die es haben, andere hingegen nicht.

Maximalgröße: ca. 7,5 cm; Temperatur: 22-25°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: friedlicher Schwarmfisch.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 229695 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Chaetostoma sacramento ( = L455, L456, L457)

4. September 2026

Seit 2007 wird sporadisch ein sehr hübscher Gebirgsharnischwels (Chaetostoma) aus Peru importiert. Die Art ist äußerst variabel gemustert, so dass sie sogar drei L-Nummern erhielt. Alleinstellungsmerkmal ist im wesentlichen die mit großen weißen Tupfen gemusterte Kopfpartie. Diese Färbung zeigen alle drei L-Nummern, während die Flankenzeichnung (oft mit breiten, senkrechten Streifen) und die Schwanzflossenfärbung (manchmal tiefrot) sehr unterschiedlich sein kann. Andere Handelsnamen für die Art waren Chaetostoma sp. „Tiger“, C. sp. „Zebra“, C. sp. „Cuzco“ und C. sp. „Pisqui“. Sie stammt aus Zuflüssen des Rio Ucayali. 

Chaetostoma sacramento ist ein guter Algenfresser für etwas kühlere Aquarien mit starker Strömung. Die Farbvariabilität ist zum Teil auch Ausdruck der Geschlechtszugehörigkeit. Die sehr farbigen Tiere sind Männchen, Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt. Chaetostoma-Arten sind sehr an das Leben in sauerstoffreichen, fließenden Gewässern angepasst und benötigen eine sehr gute Wasserqualität. Im Gegensatz zu den meisten anderen Harnischwelsen ist bei ihnen die Fähigkeit, atmosphärische Luft zur Hilfsatmung aufzunehmen, so gut wie gar nicht vorhanden. Die Tiere laichen in Höhlen, das Männchen bewacht das Gelege bis zum Schlupf.

Maximalgröße: ca. 8 cm; Temperatur: 18-24°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich, aber nicht sehr sauer; Ernährung: Aufwuchsfresser; Sozialverhalten: friedlicher Saugwels, bildet mit Artgenossen eine Rangordnung aus.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 26480-L 455-4 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Crenicara punctulata

4. September 2026

Der Schachbrettcichlide Crenicara punctulata ist relativ weit im Bereich des oberen Amazonas-Beckens verbreitet. Fundmeldungen gibt es aus Bolivien, Brasilien, Ecuador, Guyana, Kolumbien und Peru. Die Bilder zeigen Tiere aus Peru.

Crenicara punctulata wird im männlichen Geschlecht ca. 12 cm lang, ist also kein eigentlicher Zwergbuntbarsch mehr. Aber da diese Art sehr friedlich ist, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Crenicara punctulata gehört zu den ganz wenigen Arten unter den Süßwasserfischen, bei denen ein echter Geschlechtswechsel stattfinden kann. Soweit bekannt kommen alle C. punctulata als Weibchen zur Welt. Befindet sich kein Männchen im Becken, wandelt sich das kräftigste Weibchen zu von einem funktionsfähigen Weibchen zu einem funktionsfähigen Männchen um. Man nennt dieses Phänomen, das bei Korallenfischen sehr verbreitet ist, protogynen Hermaphrodismus.

Die Pflege von C. punctulata ist leicht. Es ist aber wichtig, den Fischen eine größerer Fläche mit feinem Sand anzubieten, der ständig nach Futter durchsucht wird. C. punctulata ist ein Offenbrüter mit Haremsbildung, ein Männchen verpaart sich also mit mehreren Weibchen und bewacht das Revier, während die Weibchen für die Eier und Jungfische zuständig sind.

Maximalgröße: Männchen ca. 12 cm, Weibchen deutlich kleiner, 6-8 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: friedlicher Buntbarsch, bildet soziale Rangordnung aus.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 669001 (3-4 cm) bis 669005 (8-12 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Labidochromis sp. „Hongi Red“

4. September 2026

Im Malawisee gibt es immer noch eine recht große Anzahl von wissenschaftlich nicht erfassten Arten, bei denen man sich mit provisorischen Handelsnamen behelfen muss. Zu diesen gehört Labidochromis sp. Hongi. Hongi ist eine kleine Felsen-Insel vor der tansanischen Küste des Malawisees. Die Art gibt es aber nicht ausschließlich dort. Man kennt 5 unterschiedlich gefärbte natürliche Populationen plus eine Zuchtform („Sweden“). Typisch für die Art ist, dass sie in eher seichtem Wasser um 10 m Tiefe vorkommt.

Viele Labidochromis-Arten gelten als besonders friedlich, da sie Plankton und dergleichen fressen und darum keine festen Reviere besetzen. Für L. sp. „Hongi“ gilt das aber nur eingeschränkt. Dominante Männchen dieser recht kleinen Art besetzen sehr wohl Reviere und verteidigen sie sehr aggressiv auch gegenüber deutlich größeren Fischen. Untergeordnete Männchen und Weibchen schwimmen hingegen in Trupps umher und haben kein festes Revier. Männchen erkennt man an den kräftigeren und klareren Farben.

Man pflegt diese Fische am besten im größeren Trupp in einem großen Aquarium. Ein Drittel des Aquariums richtet man als Felsbiotop ein, zwei Drittel lässt man frei als Schwimmraum und platziert hier nur ein paar vereinzelte Steine zur Strukturierung. So können untergeordnete Männchen und Weibchen dem dominanten Chef gut aus dem Weg gehen. Es handelt sich um mütterliche Maulbrüter ohne Paarbindung.

Maximalgröße: ca. 12 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege weitgehend unwesentlich (Trinkwasser), aber keinesfalls weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: Buntbarsch mit Rangordnung

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 256513 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hoplisoma trilineatum Albino ( = Corydoras julii Albino)

4. September 2026

Zu den beliebtesten aller Panzerwelse gehört Hoplisoma trilineatum. Allerdings wird die Art im Handel fast immer als Corydoras julii bezeichnet. Das ist nicht weiter schlimm, denn beide Arten werden gleich groß und haben die gleichen Ansprüche und sie sehen nahezu identisch aus. Speziell interessierte Aquarianer wissen aber, dass Hoplisoma julii in Details anders gefärbt ist (am Kopf Punkte bei julii, Linienmuster bei trilineatum). Wegen der großen Nachfrage gehört H. trilineatum zu den am häufigsten gezüchteten Panzerwelsen in Südostasien. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis Mutationen auftreten.

Die häufigste Farbmutation bei Tieren ist Albinismus. Er tritt bei allen bekannten Tierarten ab und zu auf. Dabei fehlt dem Körper die Fähigkeit, schwarze Farbpigmente zu bilden. Darum haben Albinos rote Augen und meist einen weißen Körper. In solchen Fällen ist das Albino-Gen nur auf einem einzigen Gen lokalisiert. Sehr selten kann es aber auch vorkommen, dass es für verschiedene Körperteile unterschiedliche Albino-Gene gibt. So hat z.B. der Schoko-Molly (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/poecilia-chocolate/) rote Augen und einen dunklen Körper. Beim Albino-Julii sind es aber sogar mindesten drei Gen-Loci, die den Grad des Albinismus bestimmen. Es gibt erstens wildfarbene Tiere mit roten Augen, zweitens goldene Tiere mit roten Augen, bei denen die Körperfärbung – wenn auch abgeschwächt – erhalten ist. Bei manchen dieser Fische ist der arttypische schwarze Rückenflossenfleck, wenn auch blass, so doch deutlich sichtbar vorhanden. Bei einer dritten Variante fehlt dieser Rückenflossenfleck, es sind jedoch noch Reste der Körperzeichnung – vor allem im Kopfbereich – vorhanden. Und schließlich gibt es nahezu komplett weiße Tiere. Alle genannten Varianten haben rote Augen. Unseres Wissens ist ein solcher Fall von multiplem Albinismus bislang noch nie bekannt geworden – das ist sehr interessant!

Maximalgröße: ca. 6 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: friedlicher Schwarmfisch.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 232518 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Labidochromis caeruleus Yellow

28. August 2026

Labidochromis caeruleus Yellow gehört zu den beliebtesten aller Malawisee-Buntbarsche. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst sind da natürlich die prachtvollen Farben in der Kombination strahlendes Gelb (das oft in einem Orangeton übergeht) und tiefes Schwarz. Dann die relativ geringe Größe. Die Art wird normalerweise nur ca. 8 cm lang, nur sehr alte Männchen in  sehr großen Aquarien können bis zu 13 cm Länge erreichen. Und schließlich ist L. caeruleus Yellow einer der friedlichsten Malawiseebuntbarsche überhaupt. Das liegt daran, dass diese Art in der Natur Planktonfresser ist. Im Gegensatz zu den Aufwuchsfressern müssen sie kein Nahrungsrevier verteidigen. 

Die Geschlechter kann man bei 4-5 cm langen Tieren am besten unterscheiden, da die Weibchen erst später als die Männchen schwarze Bauchflossen bekommen. Alte Weibchen nehmen aber mehr und mehr Männchenfärbung an. Weibchen bleiben generell kleiner und können etwas blasser in der Farbe sein ansonsten sehen erwachsene Männchen und Weibchen dieses Maulbrüters (das Weibchen übernimmt alleine die Maulbrutpflege) nahezu gleich aus. Auch darum lassen sich diese Buntbarsche gut in Gruppen pflegen, es gibt kaum Platzhirschgebaren der Männchen untereinander. 

Bei der Fütterung sei man eher sparsam, die Nahrung im See ist knapp. Überfütterte L. caeruleus werden fett und sind dann krankheitsanfällig. Es wird jede Art mundgerechten Zierfischfutters angenommen.

Maximalgröße: ca. 13 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege nicht so wichtig (Trinkwasser), nur nicht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: Gruppenfisch mit Rangordnung.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – ja nach Größe – Code 540100 bis 540105 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Corydoras fulleri ( = C115 & C116)

28. August 2026

Nach der großen Überarbeitung der Gattungsnamen sind nur noch die langschnäuzigen Arten in der „Stammgattung“ Corydoras verblieben. Eine sehr bemerkenswerte Art dieser „echten“ Corydoras ist C. fulleri, benannt zu Ehren des Panzerwels-Spezialisten Ian Fuller. Die offizielle Beschreibung erfolgte erst im Jahr 2022, aber im Hobby kennt man die Art schon viel länger, nämlich seit dem Jahr 2003. Damals erhielt die wissenschaftlich noch unbeschriebene Spezies die Nummern C115 und C116.

Die Herkunft dieses Panzerwelses ist Peru, wo sie im Gebiet des Madre de Dios im Grenzbereich zu Bolivien gefunden wird. Absolut einzigartig ist die ungeheure Farbvariabilität dieser Art. Man erkannte anfangs nicht, dass C115 und C116 zur gleichen Art gehören, so unterschiedlich sehen sie aus. Später bekam der Fisch noch weitere Namen von peruanischen Exporteuren: Corydoras sp. „Eder“ und Corydoras sp. „Manu“, letztere sogar noch unterteilt in Manu1, Manu4, Manu7 und Manu8 (die dazwischen liegenden Manu-Nummern waren andere Arten). Spätestens seit 2005 gelang dann die Zucht (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/corydoras_sp_c_115_116_de/) und spätestens seit dieser Zeit wissen wir auch, dass alle Zeichnungsmuster unter Geschwistertieren auftauchen können. Es handelt sich also tatsächlich bei allen um die gleiche Art.

Importe aus der Madre de Dios-Region sind selten und teuer, darum freuen wir uns, gerade einmal wieder schöne Nachzuchten von Corydoras fulleri anbieten zu können.

Maximalgröße: ca. 7-8 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: in einer Gruppe pflegen, gegen andere Fische friedlich.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 229952 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Fundulopanchax gardneri

28. August 2026

Killifische sind die buntesten Fische der Welt. Dass man sie dennoch nur relativ selten in Aquarien antrifft, liegt daran, dass sie als komplizierte, kurzlebige Fische für Spezialisten gelten. Für manche Arten trifft das auch zu, für andere aber überhaupt nicht. Sie sind nicht schwerer zu pflegen und auch genau so langlebig wie z.B. Platies. Zu diesen Arten gehört der Stahlbaue Prachtkärpfling Fundulopanchax gardneri.

Ursprünglich stammt die Art aus dem westlichen Afrika (Kamerun und Nigeria), wird jedoch bereits seit den späten 1950er Jahren kontinuierlich gezüchtet. Am meisten Freude hat man an ihnen in einem „Typenbecken“, in dem man verschiedene Arten von gesellschaftsfähigen Killifischen kombiniert. Gut passen zu F. gardneri z.B. Kap Lopez (Aphyosemion australe), Gestreifte Prachtkärpflinge (A. striatum), Chromaphyosemion-Arten und Querbandhechtlinge (Epiplatys dageti), um nur einige zu nennen. 

Das Aquarium sollte feinen Sand als Bodengrund haben. Dichte Bepflanzung und Schwimmpflanzen bieten den Fischen Deckung und kontrastieren herrlich mit den prächtigen Farben. Auf den Boden gibt man einige Handvoll totes Laub (Buche, Eiche, Seemandelbaum etc.). Die Filterung sollte nur schwach sein. Am besten füttert man mehrmals täglich kleine Mengen (z.B. über Futterautomaten). Gefressen wird von den genannten Arten jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe. Und energiesparend sind diese Fische auch noch, denn sie gedeihen am besten bei Raumtemperatur (18-22°C). Einen Heizer sollte man dennoch vorsehen, denn gelegentlich – etwa zur Zucht oder wenn man neue Fische bekommt – erhöht man die Temperatur gerne auf 24-26°C.

Maximalgröße: ca. 6 cm; Temperatur: 18-22°C, zur Zucht 24-26°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: Gruppenfisch, Männchen rivalisieren harmlos miteinander.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 308402 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Akysis prashadi

28. August 2026

Das Angebot an kleinbleibenden, friedlichen Welsen aus Asien ist deutlich kleiner als aus Südamerika, aber es gibt sie durchaus. Mottenwelse (Hara, Erethistes) für strömungsarme Aquarien und Wespenwelse (Akysis) für Becken mit mehr Strömung erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Akysis haben ihren Namen „Wespenwelse“ von der berühmtesten Art, Akysis vespa (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/akysis_vespa_de/), deren Stich mit den giftigen Brustflossenstacheln wirklich sehr weh tut. Aber auch die anderen Arten können fies stechen, darum ist beim Herausfangen Vorsicht geboten. Aktiv greifen die kleinen Welse aber nie an! Sie sind im Gegenteil sehr friedlich, sowohl untereinander wie auch gegen artfremde Fische.

Akysis prashadi stammt aus Burma, wo er endemisch (also nur dort vorkommend) in den Zuflüssen des Indawgyi-Sees lebt. Die Pflege ist problemlos, jedes gängige Fischfutter wird bereitwillig akzeptiert. Die Tiere graben sich, wenn die Möglichkeit besteht, gerne mal in feinen Sand ein. Akysis sind Eierleger, sie betreiben keine Brutpflege. Aufgrund der Herkunft kann man die Fische sehr gut bei Zimmertemperatur pflegen, die Temperatur sollte dauerhaft nicht über 25°C liegen.

Maximalgröße: ca. 6 cm; Temperatur: 16-25°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser); Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: friedlich, kann einzeln oder in Gruppen gepflegt werden.

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 362352 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Xiphophorus hellerii Lyra Wagtail

28. August 2026

Zuchtformen von Lebendgebärenden Zahnkarpfen sind wie Rosen: je edler, desto anspruchsvoller. Genau wie man bei Rosen erheblich höheren Pflegeaufwand hat, je weiter sich die Pflanze von der ursprünglichen Wildform entfernt, genauso erweisen sich die lyraflossigen Schwertträger als deutlich anspruchsvoller als ihre Feld-Wald-und-Wiesen-Vettern. Große Aquarien, optimale Wasserpflege und ausgewogenes, vitaminreiches Futter sind die Grundvoraussetzungen, um diese Zuchtformen nicht nur am Leben zu erhalten, sondern sich optimal entwickeln zu lassen.

Zur Zeit werden verstärkte rote Wagtail-Schwertträger (also rote Tiere mit schwarzen Flossen) in der Lyra-Form gezüchtet. Für alle, die es auch einmal zuhause mit der Zucht versuchen wollen: man benötigt dazu normalflossige Männchen der jeweiligen Zuchtform. Unter den Nachkommen befinden sich – statistisch gesprochen – 50% normalflossige und 50% lyraflossige Exemplare.

Maximalgröße: Männchen ca. 8 cm, Weibchen ca. 12 cm (jeweils ohne Schwert); Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser); Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: vorwiegend friedlicher Schwarmfisch, aber entweder nur 1 Männchen oder mehr als 3 Männchen pro Schwarm.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 420883 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Corydoras sp. „Llanos-Oran“ Var.1 CW226

21. August 2026

Aus Peru haben wir erstmals eine neue Art wunderschöner Panzerwelse erhalten, die laut Auskunft unseres Lieferanten von den Fängern als „Corydoras Llanos“ bezeichnet wird. Sie kommt ausschließlich in einem Nebenfluss des Amazonas vor, der Oran genannt wird. Wir nehmen an, dass es sich dabei um den Oran Creek handelt, nahe bei der Ortschaft Oran am Nordufer des Amazonas, etwa 70 bis 100 km flussabwärts von Iquitos aus gesehen. Oran ist ein beliebtes Ökotouristenziel und Ausgangspunkt für Naturbeobachtungen. Dieser Corydoras hat in der Zwischenzeit die CW-Nummer 226 erhalten.

Zweifellos gehören diese neuen Corydoras in den Artenkomplex coriatae-fowleri-semiaquilus; jedoch sind sie keiner dieser drei Arten zweifelsfrei zuzuordnen. Es sind sehr schöne Fische, die unser Lieferant in zwei Varianten aufgeteilt hat. Dieser Post zeigt Tiere der Variante1, die Exemplare der Variante2 fotografieren wir zeitnah und stellen sie an dieser Stelle vor. 

Da bereits 2007 ein Panzerwels als „Corydoras Llanos“ aus Peru importiert wurde (ein Langschnäuzer mit dem Farbmuster ähnlich zu H. metae, soweit wir wissen, ohne C- oder CW-Nummer) nehmen wir an, die Bezeichnung „Llanos“ bezieht sich auf die Kopfform. Um Verwechslungen zu vermeiden, haben wir für unsere Neuheiten die Listenbezeichnung Corydoras sp. „Llanos-Oran“ gewählt.

Maximalgröße: ca. 7,5 cm; Temperatur: 22-25°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: friedlicher Schwarmfisch.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 229686 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hemigrammus sp. Cenepa

21. August 2026

Seit einigen Jahren erleben die Salmler eine aquaristische Renaissance. Daher bemühen sich die Exporteure auch darum, neue, aquaristisch bislang nicht zur Verfügung stehende Arten anzubieten. Die Bestimmung solcher Neuheiten ist manchmal nicht möglich. Das kann daran liegen, dass es sich um eine (im wissenschaftlichen Sinne) alte, aber „vergessene“ Art handelt, aber auch daran, dass es doch deutlich mehr wissenschaftlich noch nicht erfasste Arten gibt, als so mancher sich träumen lässt.

Jedenfalls konnten wir vor kurzem einen „tetra Cenepa“, also einen aus dem Einzug des Rio Cenepa (ein Fluss im Norden Perus, der streckenweise die Grenze zwischen Ecuador und Peru bildet und dem Maranon ( = der Oberlauf des Amazonas) zufließt) stammenden Salmler importieren, der mit keiner der uns bekannten Arten identisch ist. Er hat (so weit man das von Photos beurteilen kann) eine kurze, unvollständige Seitenlinie und eine stark beschuppte Schwanzflosse, passt also in die Definition der Gattung Hemigrammus. 

Sehr ähnlich sind die ebenfalls aus Peru stammenden „Hasemania sp. Yurimaguas“ (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/hasemania-sp-yurimaguas-sp-orange/) und der aus Brasilien stammende Hyphessobrycon moniliger (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/hyphessobrycon-moniliger-3/). Hemigrammus sp. Cenepa ist eine Top-Rarität und wird das wohl auch bleiben. Salmlerfreunde sollten darum zuschlagen, wenn sie die Art angeboten bekommen.

Maximalgröße: ca. 4 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: friedlicher Schwarmfisch.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 256012 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Danio albolineatus

21. August 2026

Der Schillerbärbling (Danio albolineatus) gehört zum aquaristischen Urgestein. Ursprünglich stammt die Art aus Südostasien (Burma bis zur Malaiischen Halbinsel und weiter östlich), doch wird sie seit über 100 Jahren im Aquarium gezüchtet und Wildfänge sind kaum jemals im Handel. Dieser völlig friedliche Bärbling ist ein perfekter Fisch für Gesellschaftsaquarien. Weder an das Wasser noch an das Futter werden irgendwelche Ansprüche gestellt, die nicht auch ein Einsteiger in das Hobby Aquaristik erfüllen könnte. Man sollte sich und den Fischen lediglich den Gefallen tun, sie im Trupp (ab etwa 10 Exemplaren) zu pflegen. Die Geschlechterzusammensetzung (Weibchen sind fülliger) ist dabei unerheblich, nur sollte man versuchen, wenigstens zwei Männchen im Trupp zu haben. Dann kann man nämlich wunderbar das Balz- und Drohverhalten beobachten. Bei der Planung des Besatzes eines Gesellschaftsaquariums rechnet man Danio albolineatus für das obere Wasserdrittel ein, denn dort schwimmen sie bevorzugt.

Maximalgröße: ca. 5,5 cm; Temperatur: 18-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser); Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: friedlicher Schwarmfisch.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 407413 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Amatitlania nanolutea

21. August 2026

Wer einen Zwergbuntbarsch sucht, der nicht die relativ hohen Ansprüche an die Wasserbeschaffenheit bei der Zucht stellt, wie es viele Apistogramma, Dicrossus etc. tun, der ist mit Amatitlania nanolutea bestens beraten. Dieser Zwergbuntbarsch aus Mittelamerika (atlantische Seite von Panama) wird niemals größer als 8 cm und lebt und laicht in praktisch jedem üblichen Leitungswasser. Es sind sehr bunte Fische. Die Weibchen erkennt man an dem großen Fleck in der Rückenflosse. Beide Eltern pflegen den Laich und bewachen die Jungtiere gemeinsam. Es sind eben typische Cichlasoma-Verwandte, nur in klein.

Maximalgröße: ca. 8 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege und Zucht unwesentlich (Trinkwasser); Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: am besten paarweise, das Paar sollte sich aus einer Gruppe jugendlicher Tiere selbst finden können.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 631102 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Pseudomugil gertrudae Aru II xl

14. August 2026

Die niedlichen Blauaugen-Fische der Art Pseudomugil gertrudae haben wir eigentlich immer im Stock. Wir beziehen die Tiere gewöhnlich als Nachzucht aus Indonesien. Ursprünglich gibt es sie im nördlichen Australien  und dem südlichen Papua Neu-Guinea. Zur Zeit haben wir voll ausgewachsene, also rund 4 cm lange Tiere im Angebot, die wir von einem europäischen Züchter erhalten haben. Die Fundortpopulation Aru II zeichnet sich durch hohen Gelb-Anteil in der Färbung aus. Die Aru-Inseln liegen etwa 150 km in südlicher Richtung vor der Küste Neu-Guineas.

Die Männchen von P. gertrudae sind wunderschön, wenn sie mit weit gespreizten Flossen versuchen, die Aufmerksamkeit der – wohl nur in unseren Augen – unscheinbaren Weibchen auf sich zu lenken.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 446014 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Geophagus iporangensis Showgröße

14. August 2026

Wir haben prachtvolle Geophagus aus dem brasiliensis-Formenkreis erhalten. Die kleinsten Exemplare sind 15-20 cm lang, die größten deutlich über 25 cm. „Echte“ G. brasiliensis dieser Größe entwickeln einen großen Stirnbuckel. Davon ist auch bei den größten Männchen nur ansatzweise etwas zu sehen. Dies ist der Grund, dass wir sie der Art Geophagus iporangensis zuordnen. Aber wir wissen auch, dass die Systematik der Geophagus der brasiliensis-Gruppe nur schlecht untersucht ist. Die Bezeichnung „Geophagus brasiliensis“ wäre darum auch möglich. 

Maximalgröße: ca. 25-30 cm; Temperatur: 16-28°C; pH und Härte: unwesentlich (Trinkwasser); Ernährung: Allesfresser, kräftiges Futter (Frostfutter, Cichlid Sticks etc); Sozialverhalten: durchsetzungsfähiger Großbuntbarsch, starker Wühler, Offenbrüter mit Elternfamilie.

Besuchen Sie für mehr Informationen unsere Webseite: www.aquariumglaser.de

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Text & Photos: Frank Schäfer

Hemigrammus sp. aff. hyanuary

14. August 2026

Aus Kolumbien haben wir herrliche Salmler erhalten, die in neutraler Stimmung und als Jungtier sehr stark an den Neon Costello, Hemigrammus hyanuary, erinnern. Von dieser Art kann man sie aber sicher anhand der roten Iris unterscheiden; bei H. hyanuary ist die Iris (also der Augenrand um die Pupille herum) stets messingfarben, nie rot. Eingewöhnte Exemplare von Hemigrammus sp. aff. hyanuary erinnern an Schwarze Neons (Hyphessobrycon herbertaxelrodi) oder auch Meta-Salmler (Hyphessobrycon metae).

Maximalgröße: ca. 4 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: friedlicher Schwarmfisch.

Besuchen Sie für mehr Informationen unsere Webseite: www.aquariumglaser.de

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 256513 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Potamorrhaphis labiata

14. August 2026

Die schlanken Süßwasser-Nadelhechte Südamerikas sind bei Spezialisten gefragte Fische. Viele Jahre war nur eine einzige Art im Hobby bekannt, die man als Potamorrhaphis guianensis bezeichnete. Diese Art gibt es auch und sie ist weit in Südamerika verbreitet; es scheint jedoch, als seien die Nadelhechte, die wir in jüngerer Zeit aus Peru importieren können, Angehörige einer anderen Art. 

Gegenwärtig werden vier Potamorrhaphis-Arten unterschieden und nach eingehender Überprüfung der Literatur erscheint es uns am wahrscheinlichsten, dass unsere Peruaner zur Art P. labiata zu zählen sind. Der Hauptunterschied zu P. guianensis, die in der wissenschaftlichen Literatur genannt werden, sind am lebenden Fisch nur sehr schwer zu erkennen; es handelt sich dabei um die am unteren Ansatz des Maules befindliche Lippenmembran, die bei P. labiata groß und halbmondförmig ausgebildet ist. Diese Auslappung fehlt bei P. guianensis, bei dieser Art ist die Unterlippenmembran schmal und unauffällig. In der aktuellen Fotosession ist uns ein Schnappschuss gelungen, in der die halbmondförmige Unterlippenmembran gut zu erkennen ist. Wir haben sie auf dem Bild mit einem Pfeil markiert.

Potamorrhaphis labiata wird etwa 18 cm lang. Untereinander sind die Tiere sehr gut verträglich. Während der Eingewöhnung muss man etwas aufpassen, dass sich die Fische nicht erschrecken, sonst verletzen sie sich u. U. schwer die Maulspitze. Leichte Verletzungen dieser Art sind allerdings unvermeidlich und heilen gut ab.

Als reine Fischfresser müssen Potamorrhaphis anfangs mit lebenden Futterfischen versorgt werden, eingewöhnte Exemplare nehmen aber auch gefrostete Fische von der Pinzette. Die Wasserwerte sind für die Pflege unerheblich, jedes als Trinkwasser geeignete Wasser eignet sich. Die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen. Und müssen wir extra erwähnen, dass diese spezialisierten Oberflächenfische hervorragend springen können und das Becken daher absolut lückenlos abgedeckt sein muss? Müssen wir nicht…

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 281544 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur: 

Sant’Anna, V. B., M. L. S. Delapieve & R. E. Reis (2012): A new species of Potamorrhaphis (Beloniformes: Belonidae) from the Amazon basin. Copeia 2012 (no. 4): 663-669.

Text & Photos: Frank Schäfer

Pollimyrus adspersus

14. August 2026

Nilhechte (Mormyridae) sind unglaublich interessante Fische. Es gibt rund 230 Arten in 22 Gattungen, alle leben in Afrika. Leider sehen die meisten Arten sehr ähnlich zueinander aus und sind farblich nicht unbedingt attraktiv. Aber für Aquarianer mit Forscherdrang gibt es kaum spannendere Studienobjekte. Die Gattung Pollimyrus umfasst 23 Arten, von denen vier erst 2024 beschrieben wurden. Dabei sind es nicht unbedingt äußerliche Merkmale, die zur Entdeckung neuer Arten führt, sondern die Sprache dieser Fische. Sie haben ein Kommunikations-System entwickelt, das nicht auf akustischen Lauten, sondern auf elektrischen Entladungen beruht. Im Schwanzstiel haben alle Mormyriden ein schwach elektrisches Organ. an dem Entladungsmuster lassen sich die Arten gut erkennen. Mittels dieser EODs (electric organ discharges) kommunizieren die Tiere untereinander und es hat sich gezeigt, dass tatsächlich jede Art ihre eigene Sprache spricht.

Pollimyrus adspersus ist eine schon sehr lange bekannte Art, die aus vielen Teilen des westlichen Afrikas gemeldet wurde. Da ausgerechnet von dieser Art der Fundort der Tiere, auf denen die Beschreibung beruht (der Syntypen) unbekannt ist, ist P. adspersus aus wissenschaftlicher Sicht problematisch und man muss davon ausgehen, dass viele Meldungen von P. adspersus sich in Wirklichkeit auf andere, sehr ähnliche Arten beziehen.

In der (spärlichen) aquaristischen Literatur zu P. adspersus geht es darum auch eher etwas konfus zu. Immerhin ist bekannt, dass diese Art (unter den Bezeichnung Petrocephalus bovei) bereits 1969 zufällig nachgezüchtet wurde. Später züchtete die Arbeitsgruppe um Frank Kirschbaum gezielt mit diesen Fischen (unter der Bezeichnung Pollimyrus isidori) und erforschte die Entwicklung der Tiere. Mit zunehmendem Erkenntnisgewinn konnte schließlich der Unterschied zwischen P. isidori und P. adspersus herausgearbeitet werden und Kirschbaum et. al. stellten fest, dass es sich wohl bei allen bisher im Aquarium gezüchteten Pollimyrus um P. adspersus handelt.

P. adspersus ist eine vergleichsweise kleine Nilhecht-Art, die nur etwa 8-10 cm lang wird. Dabei ist sie jedoch durchsetzungsstark und verjagt selbst deutlich größere Fische aus dem Revier. P. adspersus betreibt Brutpflege und baut ein Nest. Kurz und gut: es sind sehr spannende Fische, über deren Verhalten man ganze Bücher schreiben könnte.

Wir haben nach langer Zeit wieder einmal P. adspersus aus Nigeria importieren können. Die Tiere sind anpassungsfähig in Bezug auf die Wasserzusammensetzung, zur Zucht muss man allerdings eine Regenzeit imitieren. Die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 26°C liegen. Am liebsten fressen die Tiere Rote Mückenlarven (gefrostet oder lebend), es wird jedoch auch anderes Futter akzeptiert. Untereinander sind die Tiere etwas zänkisch, man muss darum große und mit vielen Verstecken ausgestattete Aquarien verwenden. Es würde an dieser Stelle viel zu weit führen, die Aquarienbiologie dieser Fische ausführlich zu diskutieren, dazu verweisen wir auf die entsprechende Fachliteratur.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 161103 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Pethia setnai

7. August 2026

Pethia setnai ist das Pendant von Indischen Festland (Goa, Western Ghats) zu den Purpurkopfbarben (P. nigrofasciatus und P. bandula), die nur auf der Insel Sri Lanka vorkommen. Leider ist sie nur sehr selten im Handel. Es handelt sich um wunderschöne Fische, die, wenn sie vollständig eingewöhnt sind, ein eigenartiges Veilchenblau zeigt, wie es sonst unter den Barben nicht vorkommt. 

Maximalgröße: ca. 6 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: friedlicher Schwarmfisch.

Besuchen Sie für mehr Informationen unsere Webseite: www.aquariumglaser.de

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 371833 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Geophagus brasiliensis WILD

7. August 2026

Zu den allerersten Buntbarschen, die in der Aquaristik verfügbar wurden, gehört Geophagus brasiliensis. Die Ersteinfuhr nach Deutschland erfolgte bereits um das Jahr 1900. Diese aus dem südlichen Teil Südamerikas stammende Art ist unempfindlich gegenüber niedrigen Wassertemperaturen, wie sie in den ungeheizten Wohnräumen unserer aquaristischen Vorfahren aufgrund der störungsanfälligen Heizmethoden (unter das Aquarium gestellte Spiritusbrenner und dergleichen) im Winter auftreten konnten. Andererseits waren die damaligen Aquarien oft deutlich kleiner als heutzutage. Da G. brasiliensis zwar mit 6-8 cm fortpflanzungsfähig ist, aber immerhin unter günstigen Umständen über 20 cm lang werden kann, galt er bald als Fisch für Spezialisten.

Hinter dem Namen Geophagus brasiliensis verstecken sich nach allgemeiner Auffassung mehrere, einander sehr ähnliche Arten. Sie alle gehören auch nicht in die Gattung Geophagus im eigentlichen Sinne, die die Erdfresser aus der Verwandtschaft von G. altifrons umfasst. Darum wird der Gattungsname bei der brasiliensis-Gruppe oft in Anführungszeichen geschrieben. Eine umfassende Revision existiert allerdings nicht. Es sind offenbrütende Buntbarsche mit Elternfamilie.

Die Wildfänge, die wir zur Zeit anbieten können, stammen aus Brasilien, Bundesstaat Sao Paulo und wurden in der Umgebung der Stadt Botucatu gesammelt. Hydrologisch gehört das Gebiet zum Einzug des Rio Tiete. Es ist wichtig, dass man im Aquarium niemals Geophagus der brasiliensis-Gruppe von verschiedenen Fundorten vermischt. Aus Sao Paulo wurde z.B. 1911 die heutzutage meist als eigenständige Art geführte „Variante“ G. iporangensis beschrieben. Hybriden sind im Hobby unerwünscht.

Bezüglich der Wasserwerte sind G. brasiliensis völlig unempfindlich. In der Natur werden sie sogar gelegentlich im Brackwasser gefunden. Sie fressen jegliches Zierfischfutter passender Größe, es sollte allerdings recht kräftig und nahrhaft sein. Es wurde sogar schon beobachtet, dass diese Fische Turmdeckelschnecken (Melanoides) fressen, die sonst von nahezu allen schneckenfressenden Fisch verschmäht werden. Größere Buntbarsche sollten in größeren Aquarien untergebracht sein. Als Gesellschaft eignen sich robuste und schnelle Fischarten. Je kleiner das Aquarium, desto problematischer ist eine Vergesellschaftung. Zur Pflege reicht Zimmertemperatur, zur Zucht kann man auf 24-26°C erhöhen. Geophagus brasiliensis wühlen leidenschaftlich; das sollte man bei der Einrichtung berücksichtigen. Pflanzen setzt man am besten in Töpfe oder verzichtet ganz auf im Boden wurzelnde Gewächse. Schwimmpflanzen sind eine gute Alternative.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 676503 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Pseudotothyris obtusa

7. August 2026

Auf den ersten Blick könnte man meinen, einen „Oto negros“ (Otothyropsis piribebuy) vor sich zu haben, doch ein genaueres Betrachten zeigt: hier sagt ein ganz besonderer Zwergsaugwels „Hallo“: Pseudotothyris obtusa. Die Vertreter der Gattungen Hisonotus, Otothyris, Otothyropsis, Pseudotocinclus, Pseudotothyris und Schizolecis sehen äußerlich ganz ähnlich aus und haben auch ähnliche Absprüche an die Aquarienpflege. 

Pseudotothyris obtusa stammt aus Brasilien, Bundesstaat Sao Paulo. Hier bewohnt die Art offenbar sowohl Schwarzwasserbäche wie auch Fließgewässer mit Klarwasser. Der Bodengrund besteht meist aus feinem, weißen Sand. Unterwasserpflanzen fehlen gewöhnlich, die Welse sitzen in der ins Wasser hängenden Ufervegetation. Die Maximallänge der Tiere  beträgt etwa 3,5 cm. 

Diese Fische sind nie in größeren Stückzahlen im Handel anzutreffen. Das ist auch ganz gut so, denn es sind Fische für ausgesprochene Spezialisten unter den Aquarianern, die in der Lage und Willens sind, ihre besonderen Ansprüche zu erfüllen. Zunächst einmal ist es sehr wichtig, dass für eine möglichst keimarme Umgebung gesorgt wird. Die kleinen Algenfresser sind zudem anfangs nicht ganz einfach zu ernähren. Ideal ist es, wenn man Steine und Wurzeln einige Tage in einer wassergefüllten Wanne oder dergleichen dem Sonnenlicht aussetzt und anschließend in das Aquarium einbringt. Der natürliche Bewuchs aus Mikroalgen und anderen mikroskopisch kleinen Lebewesen sind das optimale Futter für die Welse. Sind die Welse gut eingewöhnt und aufgefüttert, ist das schlimmste geschafft. Nun gilt es noch zu bedenken, dass im südöstlichen Brasilien – jahreszeitlich bedingt – unterschiedliche, teils recht kühle Wassertemperaturen herrschen. Diese müssen zur erfolgreichen Pflege solcher anspruchsvollen Fische nachgeahmt werden. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 285572 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Abramites hypselonotus

7. August 2026

Der Brachsensalmler ist der vielleicht ungewöhnlichste aller Kopfsteher. Der schöne Fisch wird rund 15-20 cm lang und ist wegen seiner hohen Körperform kaum zu verwechseln. Es gibt nur eine zweite Abramites-Art, A. eques, die jedoch noch nie lebend  eingeführt wurde. Sie lebt exklusiv im Rio Magdalena in Kolumbien. Alle uns bekannten Lebend-Fotos, die A. eques zeigen sollen, sind in Wirklichkeit Farbvarianten von A. hypselonotus. Bei A. eques ist am Vorderkörper keine Binde, die erste Binde beginnt erst unter der Rückenflosse und läuft über die Körpermitte.

Beim extrem weit verbreiteten Abramites hypselonotus – es gibt ihn praktisch im gesamten Südamerika östlich der Anden, von Argentinien bis nach Venezuela – beginnt die Streifung hingegen direkt hinter dem Kopf. Dabei ist, zumindest bei Wildfängen, jedes Tier individuell an seinem Streifenmuster zu erkennen. Man muss bezweifeln, dass es sich bei den Brachsensalmlern in diesem riesigen Gebiet wirklich überall um die gleiche Art handelt, aber sie sehen sich sehr, sehr ähnlich. 

Meist haben wir Nachzuchten dieses Fisches aus Indonesien im Stock, doch erhalten wir gelegentlich auch Wildfänge. Die aktuell bei uns schwimmenden Fische stammen aus Peru, die fotografierten Tiere sind Wildfänge aus Peru und haben die mittlere Größenklasse 5-6 cm.

Abramites sind soziale Tiere, die ständig interagieren. Hat man zu wenige Tiere, kann das lästig werden, in größeren Trupps und großen Aquarien fällt das nicht so ins Gewicht. Leider sind diese schönen Fische extreme Pflanzenfresser.

Für unsere Kunden: die Tiere haben, je nach Größe, Code 200501 (3-4 cm) bis Code 200505 (9-12 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Apistogramma agassizii „Flamenco“

31. Juli 2026

Apistogramma agassizii ist, wir haben es schon mehrfach erwähnt, eine polychromatische Art. Das Wort „polychromatisch“ bedeutet, wörtlich übersetzt, „vielfarbig“. Gemeint ist damit, dass viele Färbungsmerkmale bei dieser Art sehr variabel und damit nicht diagnostisch zur Bestimmung der Spezies sind. In der Regel ist es so, dass innerhalb einer Population bereits mehrere Farbschläge auftreten. Wenn bei Importen ein anderer Eindruck entsteht, so deshalb, weil die Exporteure vor Ort bereits nach Farbmustern sortieren. So gibt es bei Tefé in Brasilien nicht nur den berühmten „Tefé-Agassizi“ mit seinem Zickzack-Muster auf den Flanken, sondern auch ganz normal gefärbte A. agassizii. In der Zucht hat sich gezeigt, dass manche Merkmale stabil gezüchtet werden können. Bei anderen gelingt das nur bedingt. Diese verschwinden dann meist relativ schnell wieder aus der Zucht, weil es sich kein Züchter leisten kann, nur einen kleinen Prozentsatz Tiere mit der erwünschten Farbkombination in einer Brut zu haben. Als kleine Jungtiere sehen ja alle gleich aus. Erst wenn man die Fische großgezogen hat, erkennt man die Farben zuverlässig.

Der „Flamenco-Agassizii“ kommt aus Peru. Bei früheren Importen sagten uns die Exporteure, dass nur ein kleiner Teil der bei ihnen angelieferten Tiere die begehrte „Flamenco“-Form mit der orangefarbenen Rückenflosse sind. Inzwischen hat sich herauskristallisiert, dass dieser Farbschlag scheinbar vor allem in der Grenz-Region zwischen Ecuador und Peru (Rio Tigre-Einzug, Rio Amaya etc.) vorkommt. Dort leben auch andere begehrte Apistogramma-Arten, so dass wir nun nach 15 Jahren wieder einmal diese sehr schöne Farbform anbieten können.

Bezüglich der Pflegeansprüche unterscheidet sich der „Flamenco“ nicht von den hinlänglich bekannten Apistogramma agassizii. Die wichtigsten Grundforderungen sind: teilweise feinsandiger Bodengrund, den die Tiere durchkauen können, möglichst keimarme Bedingungen, nicht zu warm halten (22-24°C). Gefressen wird jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe. Zur Zucht sollte der pH unter 6 liegen. Es sind Höhlenbrüter mit Mutterfamilie; das Weibchen sorgt für den Laich und die Jungtiere, das Männchen sichert das Revier. Wenn genug Raum vorhanden ist, kann man mehrere Weibchen pro Männchen im Aquarium pflegen.

Für unsere Kunden: „Flamenco“ hat Code 614182 (md) und 614183 (md-lg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Melanocharacidium dispilomma

31. Juli 2026

Die Gattung Melanocharacidium (der Name bedeutet in etwa „schwarzer Characidium“) wurde 1993 aufgestellt. Der Autor ordnete der neuen Gattung acht Arten zu, sechs davon beschrieb er als neu. Seither kam nur eine weitere Art hinzu, M. auroradiatum aus dem Rio Araguaia in Brasilien. Wir konnten seit längerer Zeit wieder einmal eine Melanocharacidium-Art aus Peru importieren. Aus diesem Land sind drei der neun Arten gemeldet: M. dispilomma, M. pectorale und M. rex. Von diesen drei Arten wiederum passen unsere Neuimporte sehr gut zu der Beschreibung von M. dispilomma.

Melanocharacidium dispilomma hat eine sehr weite Verbreitung in Südamerika. Meldungen liegen aus Bolivien, Brasilien, Französisch Guiana, Guyana, Kolumbien, Peru, Surinam und Venezuela vor, also praktisch allen größeren Gewässer-Systemen des nördlichen Teils des Subkontinents. In solchen Fällen ist es naheliegend, dass vermutlich eher ein Komplex einander sehr ähnlicher Arten involviert ist und nicht nur eine einzige Spezies. Aber wer weiß? Wir hatten bereits einmal eine sehr ähnliche Art aus Brasilien importieren können, die wir als „cf. dispilomma“ bezeichneten (siehe: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/melanocharacidium-cf-dispilomma/). Diese Tiere waren aber deutlich schlanker gebaut. Eine weitere Art aus Peru konnten wir gar nicht bestimmen: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/melanocharacidium-sp-peru/ : Hier tut sich also für Aquarianer mit Forscherdrang noch ein weites Feld auf.

Aber auch für alle anderen sind M. dispilomma eine echte Bereicherung. Das drollige Verhalten dieser Fische macht einfach nur Spaß! Nach unseren Beobachtungen schätzen diese Melanocharacidium etwas Deckung von oben. Zumindest im Fotobecken bevorzugten sie eindeutig solche Sitzpositionen, wo entweder eine Wurzel sie höhlenartig überwölbte oder eine Pflanze Deckung bot. Untereinander sind sie ständig damit beschäftigt, einander zu necken. Wir konnten aber noch keinerlei Beschädigungen an den Flossen oder dauerhaftes Mobbing beobachten. Artfremden Fischen gegenüber verhalten sich diese Bodensalmler völlig neutral. Gefressen wird jedes angebotene Zierfischfutter passender Größe. Die Art erreicht eine Gesamtlänge von ungefähr fünf Zentimetern.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 267662 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Colomesus asellus ( = Sphoeroides asellus)

31. Juli 2026

Die südamerikanischen Kugelfische Colomesus asellus (eine aktuelle Studie zeigt, dass die Gattung Colomesus aufgrund genetischer Untersuchungen als Synonym zu Sphoeroides zu sehen ist, die Art ist demnach richtig als Sphoeroides asellus zu bezeichnen) sind ideal für die Aquarienpflege geeignet. Sie bleiben klein (gewöhnlich um 6-8 cm, allerhöchstens um 12 cm, andere Größenangaben beruhen auf Verwechslungen), sind reine Süßwasserbewohner, fressen sehr gerne kleine Schnecken und sind absolut friedlich, sowohl gegen Artgenossen wie auch gegen andere Fischarten. Sie haben lediglich eine Eigenschaft, die negativ zu Buche schlägt: sie sind unglaublich bewegungslustig und sausen ununterbrochen durch das Aquarium. Mit Ruhe liebenden Fischarten darf man sie keinesfalls vergesellschaften und auch nervöse Aquarianer sollten die Finger von ihnen lassen.

Aufpassen muss man während der Eingewöhnung: Colomesus sind sehr empfänglich für Piscinoodinum und Ichthyophthirius (Samt- und Pünktchenkrankheit). Die Krankheiten lassen sich gut mit handelsüblichen Medikamenten bekämpfen, zusätzlich hilft Temperaturerhöhung auf 30°C und eine Strömungspumpe. Nach der Eingewöhnung sind die Fische aber robust und langlebig und bereiten durch ihr drolliges Wesen viel Freude.

Wir beziehen diese Tiere aus dem oberen Amazonas, meist aus Peru, manchmal aber auch aus Kolumbien oder Brasilien. Übrigens wurde 2013 eine Doppelgängerart aus dem Einzugebiet des Rio Tocantins in Brasilien beschrieben, die sich farblich praktisch nicht von S. asellus unterscheidet, jedoch in kleinen anatomischen Details und vor allem anhand der DNS: Sphoeroides tocantinensis. Auch diese Art ist ein reiner Süßwasserkugelfisch. Unseres Wissens wird er nicht exportiert und seine Pflege sollte sich auch nicht von S. asellus unterscheiden, aber es ist gut zu wissen, dass es ihn gibt.

Für unsere Kunden: Sphoeroides asellus hat, je nach Größe, Code 218301 (1 cm) bis 218306 (10-12 cm) auf unserer Stockliste. bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Araujo, G. S., Y. R. Kurtz, I. Sazima, P. H. Carvalho, S. R. Floeter, A. Vilasboa, M. M. Rotundo, C. E. L. Ferreira, J. P. Barreiros, D. E. Pitassy & A. Carvalho-Filho (2023): Evolutionary history, biogeography, and a new species of Sphoeroides (Tetraodontiformes: Tetraodontidae): how the major biogeographic barriers of the Atlantic Ocean shaped the evolution of a pufferfish genus. Zoological Journal of the Linnean Society v. 199 (no. 4): 978-993

Text & Photos: Frank Schäfer

Gymnogeophagus cf. lipokarenos

31. Juli 2026

Die Gattung Gymnogeophagus ist im Süden Südamerikas (Argentinien, südöstliches Brasilien, Paraguay und Uruguay) verbreitet. Dort besiedeln die aktuell 20 wissenschaftlich akzeptierten Arten die Fluss-Systeme von Rio Uruguay, Rio Parana und Rio Paraguay, sowie einige mehr oder weniger isolierte Küstenflüsse. Im Hobby ist nur eine Art wirklich etabliert, nämlich Gymnogeophagus balzanii, der Ballonkopf-Buntbarsch aus Paraguay (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/gymnogeophagus-balzanii/). Alle Arten sind wunderschön, aber anspruchsvoll: wer nicht in der Lage oder bereit ist, den Tieren einen jahreszeitlichen Rhythmus zu bieten, der auch unbedingt eine kühle Phase (14-16°C) über mehrere Wochen beinhalten muss, wird langfristig scheitern.

Innerhalb der Gattung gibt es eine engere Verwandtschaftsgruppe um G. gymnogenys, die sich zum Teil sehr ähnlich sehen, weshalb viele der Arten erst in jüngster Zeit beschrieben wurden. Zu ihnen zählt auch G. lipokarenos aus dem Einzug des oberen Rio Uruguay in Brasilien und der Provinz Misiones in Argentinien (unterer Rio Uruguay), bei dem die voll ausgewachsenen Männchen (ab ca. 10 cm Standardlänge, also ohne Schwanzflosse) einen gewaltigen Stirnbuckel entwickeln können, wie man ihn z.B. von Zitronenbuntbarschen (Amphilophus citrinellum) oder die Buckelkopfcichliden (Steatocranus) kennt. 

Wir konnten jetzt erstmals Gymnogeophagus importieren, die uns der Exporteur unter dem Namen G. lipokarenos anbot. Allerdings haben auch voll ausgewachsene Tiere dieser Art (10-12 cm) bei uns nur einen angedeuteten Stirnbuckel. Dies und die gewisse Unsicherheit bei der Bestimmung von Arten aus einer komplexen Verwandtschaftsgruppe, die bei Erstimporten immer besteht, hat uns veranlasst, die Art zunächst als Gymnogeophagus cf. lipokarenos (cf. steht für „vergleiche mit“) anzubieten. Die Farbmerkmale stimmen allerdings gut mit G. lipokarenos überein.

G. lipokarenos ist ein larvophiler Maulbrüter, d.h. die Tiere laichen als Offenbrüter aus Steinen etc. ab und erst die schlupfreifen Larven werden zur weiteren Bebrütung ins Maul genommen. Die Brutpflege wird vom Weibchen ausgeübt.

Bei uns erwiesen sich die Fische aller Altersstufen untereinander als ziemlich friedfertig. Jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe wird willig angenommen, die Wasserwerte spielen offenbar eine untergeordnete Rolle; wir haben in der Anlage weiches Wasser mit einem pH-Wert um 7. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 678031 (6-8 cm), 678032 (8-10 cm) uns 678033 (10-12 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur

Casciotta, J. R., A. E. Almirón, Š. Říčanová, K. Dragová, L. Piálek, F. Alonso & O. Říčan (2017): First record of Gymnogeophagus lipokarenos Malabarba, Malabarba & Reis, 2015 (Teleostei: Cichliformes) from Argentina. Ichthyological Contributions of PecesCriollos No. 54: 1-5.

Malabarba, L. R., M. C. Malabarba & R. E. Reis (2015): Descriptions of five new species of the neotropical cichlid genus Gymnogeophagus Miranda Ribeiro, 1918 (Teleostei: Cichliformes) from the rio Uruguay drainage. Neotropical Ichthyology v. 13 (no. 4): 637-662.

Text & Photos: Frank Schäfer

Xiphophorus variatus Hawaii

31. Juli 2026

Der Papageienplaty (Xiphophorus variatus) ist im Hobby erheblich seltener vertreten als der Gewöhnliche Platy (X. maculatus). Es gibt auch viel weniger Zuchtvarianten des Papageienplatys. Eine dieser Zuchtvarianten ist allerdings unter den farblich schönsten Lebendgebärenden überhaupt einzurdnen, nämlich der Hawaii-Platy. Er ist im Prinzip die „Tuxedo“-Form des X. variatus. Gute Hawaii-Platys haben eine tiefrote Schwanzflosse, ein breites, schwarzes „Tuxedo“-Band (der Tuxedo ist ein schwarzer Anzug, den man im deutschen Sprachraum als Smoking bezeichnet) und eine goldgelbe Körpergrundfarbe.

Die hohe Rückenflosse (englisch: Highfin) trat als Mutation erstmals bei Schwertträgern (Xiphophorus hellerii) auf; Thelma Simpson berichtete über ihre Tiere 1961 in dem amerikanischen Magazin TFH. Nach ihr heißt die hohe Rückenflosse auch Simpson-Flosse. Sie wurde über Kreuzung auf die beiden Platyarten (X. maculatus und X. variatus) übertragen. Interessanterweise scheinen weibliche Highfin-Platys von besonders hochflossigen Männchen sehr angetan zu sein, obwohl doch für dieses Merkmal in ihrem natürlichen Instinktrepertoire gar keine Verwendung besteht. Erfahrene Züchter kreuzen aber keine Hochflosser untereinander; das Ergebnis befriedigt nämlich oft nicht. Lieber kreuzt man ein normaflossiges Männchen mit einem Highfin-Weibchen. Dabei erhält man prozentual mehr hochflossige Tiere als bei der Verpaarung Highfin-Männchen mit normalflossigem Weibchen. 

In den Berufszüchtereien in Südostasien, von wo die meisten Zuchtformen der Lebendgebärenden im Handel stammen, geht man ziemlich pragmatisch vor. Die Zuchttiere sind zwar nach strengen Kriterien ausgewählt und sehr oft werden dafür sogar auf Genetik spezialisierte Biologen beschäftigt. Aber die Jungtiere werden meist in großen Teichen oder Tanks aufgezogen und erst bei Eintritt der Verkaufsreife sortiert. So entsteht beim Import der sortierten Fische der Eindruck, sie wären reinerbig, was sie aber sehr oft nicht sind, wie man selbst leicht feststellen kann, wenn man zuhause mit ihnen züchtet.

Für unsere Kunden: Hawaii-Platies haben – je nach Größe – Code 442851 (sm) bis 442855 (sh) und die Highfin Variante des Hawaii-Platies 442843 (md-lg) und 442844 (lg-xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hemiancistrus meizospilos

24. Juli 2026

Die Gattung Hemiancistrus ist – da sind sich eigentlich alle Experten einig – eine so genannte Sammelgattung. Das bedeutet, die in ihr zusammengefassten Arten sind nicht unbedingt nahe miteinander verwandt, sondern teilen lediglich einige äußere Merkmale. Bei Hemiancistrus kommt noch dazu, dass eine gute Defintion der Gattung nicht existiert. Gegenwärtig werden 15 Arten in Hemiancistrus gruppiert. 2015 stellten Armbruster et al. heraus, dass eigentlich nur die Typusart von Hemiancistrus, nämlich H. medians aus dem Einzug des Maroni in Französisch Guyana und Surinam ein „echter“ Hemiancistrus sei. Der ganze Rest sei in andere Gattungen zu stellen, die aber noch definiert und benannt werden müssen. Eine dieser neuen Gattungen soll dann die „Hemiancistrus chlorostictus-Gruppe“ umfassen, mit den Arten „H.“ cerrado (Tocantins-Einzug),„H.“ chlorostictus, ‘„H.“ fuliginosus, „H.“ megalopteryx, „H.“ meizospilos, „H.“ punctulatus und „H.“ votouro. Alle diese Arten kommen, mit Ausnahme von „H.“ cerrado, aus dem Süden Brasiliens und aus Uruguay. Und alle südlichen „Hemiancistrus“ wurden erst spät wissenschaftlich beschrieben, zwischen 1999 und 2008. Aquaristisch sind diese Arten nahezu unbekannt. Wir konnten jetzt erstmals „H.“ meizospilos aus dem Einzug des oberen Rio Uruguay importieren.

Nach Literaturangaben kann „H.“ meizospilos eine maximale Länge von etwa 20 cm erreichen, gehört also zu den mittelgroßen Harnischwelsen. Unsere Tiere sind aktuell zwischen 6 und 12 cm lang. Es gibt nicht zwei Exemplare unter den 30 Tieren unseres Importes, die eine identische Zeichnung haben. Das ist sehr ungewöhnlich. Die Körpergrundfärbung ist ein dunkles Braun, darauf befinden sich helle, gelbliche bis orangefarbene Punkte oder Flecken; die Flossen sind hübsch orangefarben gebändert oder gepunktet. Männchen entwickeln eine starke Beborstung auf dem Brustflossenstachel. Insgesamt ist die Art am ähnlichsten zu „H.“ chlorostictus, bei dem die Punkte aber sehr viel kleiner sind. Die Eingewöhnung bereitete uns keine nennenswerten Probleme. Wir pflegen die Welse in weichem Wasser bei einem pH-Wert um 7 und etwa 24°C. Der Blick ins Maul verrät, dass es sich um Aufwuchsfresser, wie Ancistrus oder Peckoltia handelt. Entsprechend werden die Tiere bei uns gefüttert. Untereinander sind sie gut verträglich.

„Hemiancistrus“ meizospilos könnte ein attraktiver Algenfresser für größere, kühle Südamerika-Aquarien werden, wenn er regelmäßig importiert werden kann oder die Nachzucht glückt. Wir sind gespannt!

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 255802 (6-9 cm) und 255803 (9-12 cm). Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Armbruster, J.W., Werneke, D.C. & Tan, M. (2015) Three new species of saddled loricariid catfishes, and a review of Hemiancistrus, Peckoltia, and allied genera (Siluriformes). ZooKeys, 480, 97–123. https://doi.org/10.3897/zookeys.480.6540 

Text & Photos: Frank Schäfer

Crenicichla tendybaguassu

24. Juli 2026

Der Rio Uruguay ist mit seinen rund 1.800 km Länge ein großer Strom. Er bildet über weite Strecken die Grenze zwischen den Staaten Brasilien, Argentinien und Uruguay. In seinem Unterlauf vereinigt er sich mit dem Rio Paraná zum Rio de la Plata. Das Einzugsgebiet des Rio Uruguay ist also gewaltig. Der Anteil endemischer, also nur dort vorkommender, Fischarten ist hoch. Speziell die Hechtcichliden haben im Rio Uruguay und seinen Zuflüssen eine hohe Artenvielfalt ausgebildet. Die Arten sind zum Teil sehr jung und können oft mit genetischen Methoden (DNS-Analyse) nicht unterschieden werden, sehen aber deutlich unterschiedlich aus. Man spricht in solchen Fällen von Artenschwärmen. Sie haben alle eine gemeinsame Urform, von der sie sich erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit abgespalten haben. Untereinander können sich viele solcher junger Arten noch fruchtbar kreuzen, zumindest in der ersten Generation. Aus solchen Kreuzungen können unter bestimmten Umständen neue Arten entstehen. Man spricht dann von hybridogenen Arten. Im Rio Uruguay stellt der so genannte Crenicichla missioneira-Artenkomplex einen solchen Artenschwarm dar. Er umfasst acht Arten, die jünger als etwa 2 Millionen Jahre sind. Eine davon ist Crenicichla tendybaguassu, die sofort wegen ihrer Wulstlippen ins Auge sticht. Die Arten des Crenicichla missioneira-Artenkomplexes stehen nach wie vor in der Gattung Crenicichla, allerdings in einer Untergattung: Lacustria.

Die seltsamen Wulstlippen von Crenicichla tendybaguassu werfen natürlich sofort die Frage auf, wozu sie denn gut sind. Das Phänomen der Wulstlippen tritt innerhalb der Buntbarsche (Cichlidae) verschiedentlich auf und zwar bei miteinander nicht näher verwandter Arten. Im Tanganjikasee lebt z.B. Lobochilotes labiatus, im Malawisee gibt es gleich mehrere Arten mit wulstigen Lippen, von denen Cheilochromis euchilus am bekanntesten ist. Im Viktoriasee ist es Haplochromis chilotes und im mittelamerikanischen Nicaragua-See Amphilophus labiatus, die derartige Wulstlippen entwickeln. Eine wirklich überzeugende Erklärung für das Phänomen gibt es nicht, lediglich Spekulationen. Man geht aber davon aus, dass es sich um Anpassungen an die Ernährung handelt. Magenuntersuchungen von Crenicichla tendybaguassu haben gezeigt, dass diese Art in der Natur vor allem Insektenlarven frisst. Im Aquarium wühlt die Art gerne im Boden nach Futter. Es gibt übrigens noch eine zweite Art von Wulstlippen-Hechtbuntbarsch: Crenicichla tuca aus dem Rio Iguazú.

Crenicichla tendybaguassu wird etwa 20 cm lang, gehört also zu den mittelgroßen Hechtbuntbarschen. Im Hobby ist er eine absolute Rarität. Die Geschlechter sind nur geringfügig unterschiedlich; Männchen besitzen eine stärkere Tüpfelung der weichen Teile der Rückenflosse und der Schwanzflosse, jedoch ist das bei den relativ jungen Tieren, die wir importieren konnten (12-14 cm lang) kaum zu erkennen. Bei den fotografierten Tieren erkennt man das Männchen an den Punkten unterhalb des Auges, die beim Weibchen fehlen. Untereinander sind C. tendybaguassu halbwegs verträglich, aber man muss sie gut im Auge behalten. Das Pärchen im Fotoaquarium schwamm zunächst ganz gut miteinander, doch das Männchen bekam immer wieder einmal „Wallungen“ und schob das Weibchen mit weit geöffnetem Maul durch das Becken. Es kam zwar zu keinen Beschädigungen, aber wir trauten uns nicht, die zwei über Nacht ohne Aufsicht zusammen zu lassen…

Für unsere Kunden: Die Art hat Code 673544 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. 

Text & Photos: Frank Schäfer

Scleromystax sp. C112 Baianinho II

24. Juli 2026

Die „Baianinho“-Panzerwelse stammen aus dem brasilianischen Bundesstaat Bahia. Frei übersetzt bedeutet „Baianinho“  „der Kleine aus Bahia“. Der erste der importierten Baianinho heißt heutzutage Scleromystax lacerdai, der zweite C113. Es gibt aber weitere Formen, die teils ebenfalls aus Bahia stammen, teils aber auch aus anderen Restgebieten des heutzutage nahezu vernichteten früheren brasilianischen Küstenwaldes. Einst bedeckte diese „Mata Atlantica“ als Regenwald von Bahia im Norden bis nach Paraná im Süden die Küstenregion. Die Gewässer dort waren bzw. sind relativ kühle Schwarzwasser führende  Fließgewässer. Man kann sich leicht vorstellen, dass die darin lebenden Fische verschwinden, wenn der Schatten spendende Wald abgeholzt wird. Das tiefbraune Wasser erwärmt sich unter der Sonne der Tropen rasch und das ertragen an kühles Wasser angepasste Fische nicht. Je südlicher, desto kühler kann es sein – das kann als Faustformel für die Wassertemperaturen in Südamerika dienen. 

C112 stammt aus dem Bundesstaat Sao Paulo. Leider kam es in der DATZ bei der Originalvorstellung von C112 und C113 (Heft 10/2003: 34-35) zu einer Verwechslung der Bildunterschriften, wodurch C112 als C113 bezeichnet wurde und umgekehrt. Auch blieb an dem eigentlich aus Sao Paulo stammenden C112 der Handelsname Baianinho II kleben, obwohl er ja gar nicht aus Bahia kommt.  

Wir konnten jetzt nach vielen Jahren wieder einmal Scleromystax importieren, von denen wir denken, dass sie C112 zuzuordnen sind. Diese Tiere stehen Scleromystax barbatus näher als S. lacerdai. Jüngere Exemplare sehen tatsächlich sehr ähnlich zu S. barbatus aus, die Unterschiede liegen in der Marmor-Zeichnung der Flanken. Eines unserer Exemplare, ein jüngeres Weibchen, hat einen markanten schwarzen Strich in der Rückenflosse. Da es sich aber um das einzige Exemplar mit dieser Markierung handelt und es sich ansonsten nicht von den anderen Tieren unterscheidet, halten wir das für eine individuelle Variation.

Die Geschlechter sind bei jüngeren Tieren bis etwa 6 cm Totallänge nicht leicht zu unterscheiden. Dann entwickeln männliche C112 höhere Rückenflossen als die Weibchen. Ein gut zu erkennendes Geschlechtsmerkmal (wenn auch nicht so deutlich wie bei S. barbatus) ist die helle Stirnblesse, die nur die Männchen haben. Wenn es sich wirklich um C112 handelt und nicht um eine weitere Art dieses komplexen Formenkreises, dann sollten die Männchen in Brutstimmung fast schwarz werden. Neben gerade geschlechtsreifen Tieren (ca. 4-6 cm Totallänge) haben wir auch einige wenige größere Tiere (um 7 cm Totallänge) erhalten. Die Pflege entspricht dem, was allgemein über S. barbatus bekannt ist (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/scleromystax-barbarus/)

Für unsere Kunden: C112 hat Code 224022 (Nachzucht), 224032 (wild, lg) und 224033 (wild, xlg-sh) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hasemania sp. Yurimaguas ( = sp. Orange)

24. Juli 2026

Dieser hübsche Salmler stammt aus Peru. Es ist bislang nicht gelungen, ihn einer der wissenschaftlich beschriebenen Arten zuzuordnen.  Es ist die Färbung der 2-3 cm lange Jungtiere, deren starker orangefarbener Glanz uns an den bekannten Kupfertetra (Hasemania nana) erinnerte, weshalb wir sie zunächst (unser Erstimport erfolgte im Jahr 2011) „Hasemania sp. Orange“ tauften, wohl wissend, dass es sich wahrscheinlich gar nicht um eine Hasemania-Art handelt. Vermutlich handelt es sich um eine unbeschriebene Hemigrammus-Art. Allerdings ist die Systematik der Kleinsalmler Südamerikas gerade derart im Umbruch begriffen, dass es wenig Sinn macht, über Gattungszugehörigkeiten zu spekulieren. Charakteristisch für die Art ist der rote Doppelfleck auf dem Schwanzstiel, in dessen Mitte sich ein weiterer, schwarzer Fleck befindet. Ein Schulterfleck oder eine Körperlängsbinde, wie sie die meisten Kleinsalmler-Arten zeigen, fehlt.

Größer als 3-4 cm haben wir diese Tiere nie gesehen. Inzwischen wurde bekannt, dass die Fische in der Umgebung der Stadt Yurimaguas am Rio Huallaga (Provinz Alto Amazonas in der Region Loreto, Peru) gefangen werden. Vielleicht nimmt sich ja ein auf Salmler spezialisierter Wissenschaftler der Tiere an und versucht sich in der Bestimmung.

Die Pflege ist völlig unproblematisch und entspricht der anderer Kleinsalmler. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist das Wasser im natürlichen Lebensraum der Tiere weich und sauer, jedoch ist die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Wasserzusammensetzungen im Aquarium hoch. Gefressen wird jedes maulgerechte Zierfischfutter. Untereinander und zu artfremden Fischen sind die Tiere völlig friedlich. In ungewohnten Situationen suchen diese Salmler die Gesellschaft von Artgenossen, sie sollten also grundsätzlich in Verbänden von 10 der mehr Exemplaren gepflegt werden. Die Weibchen sind plumper und etwas weniger farbig. Über eine gelungene Zucht ist uns nichts bekannt, es sind hier allerdings keine Überraschungen zu erwarten. Die Wassertemperatur kann im Bereich von 22-28°C liegen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 255452 (2-3 cm) und 255453 (3-4 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Leporinus amae

17. Juli 2026

Es gibt sie immer noch, die mythischen Fische. Das sind Arten, von denen nur ganz wenige Exemplare bekannt sind und über die man entsprechend wenig weiß. Zu diesen mythischen Fischen gehört zweifellos auch Leporinus amae. Die Art wurde 1980 anhand von acht Exemplaren beschrieben, die in Brasilien gefangen wurden. Das Typusexemplar stammt aus dem Rio Apuaê, einem Zufluss des Rio Pelotas, der wiederum zum Einzug des Rio Uruguay gehört. Weitere Exemplare stammen aus dem Rio Canoas und dem Rio Caveiras, die gleichfalls zum Einzug des Rio Uruguay gehören. In der gleichen Arbeit wurde vom gleichen Autor übrigens Hypostomus luteus beschrieben. Der Autor – Manuel Pereira de Godoy – untersuchte die Folgen von Staudammbau auf die Fischfauna.

Lange Zeit hörte man anschließend nichts mehr von Leporinus amae. Dann wurde die Art 2013 in der argentinischen Provinz Misiones (ebenfalls im Einzug des Rio Uruguay) wiederentdeckt und detailliert rückbeschrieben (Almirón et al.). Dieser Arbeit waren auch Farbfotos von lebenden Exemplaren dieser maximal 12-15 cm langen Art beigefügt, die das Herz jedes Fischfreundes höher schlagen ließen. 

Jetzt, weitere 13 Jahre später, gelang uns erstmals der Import von fünf Exemplaren dieser legendären Art. Zwischen dem Wunsch, eine Fischart lebend zu Gesicht zu bekommen und der Erfüllung dieses Wunsches liegt nun einmal viel, viel Arbeit. Manchmal klappt es trotzdem nie, manchmal dauert es, wie in diesem Fall, Jahre. Wir freuen uns jedenfalls sehr über die Fische. 

Über das Sozialverhalten können wir nichts sagen, wie halten diese Kostbarkeiten aus Sicherheitsgründen einzeln. Alle fünf Tiere haben ständig eine rote Kehle und ein rot umrandetes Maul, jedoch werden die roten Flecken am Bauch stimmungsabhängig in stark unterschiedlicher Intensität gezeigt – von fast unsichtbar bis zum tiefen Rot, das unser Fotomodel zeigt. Vier der Tiere sind 12-15 cm lang, eines 14-16 cm. Letzteres Exemplar stellt damit das größte bislang bekannt gewordene Individuum dieser Spezies dar. Wir wünschen uns natürlich, dass alle fünf zusammen bleiben und eventuell die Grundlage eines Zuchtstammes dieser spektakulär schönen Art bilden. Dem steht allerdings der leider sehr hohe Preis entgegen, der für diese Seltenheit gefordert wird.

Für unsere Kunden: die 12-15 cm langen Tiere haben Code 265873, das 14-16 cm lange Tier 265874 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Almirón, A. E., Casciotta, J. R., Bruno, M. C., Piálek, L., Doubnerová, K. & O. Říčan (2013): First record and supplementary description of Leporinus amae Godoy, 1980 (Characiformes: Anostomidae) from freshwaters in Argentina. Check List 9(4): 820–822.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hoplisoma ehrhardti

17. Juli 2026

Es ist sehr lange her, dass wir Hoplisoma ehrhardti, früher Corydoras ehrhardti, zuletzt importieren konnten. Darum steht aktuell immer wieder mal einer von uns mit nostalgischem Lächeln vor dem Aquarium mit den Tieren. Das ist ein bisschen wie das Treffen eines alten Schulkameraden. Die Gründe, warum Hoplisoma ehrhardti so selten im Handel ist, sind vielfältig. Zum einen kamen viele Jahre generell keine Importe mehr aus Südost-Brasilien mehr, weil zu Zeiten der Positiv-Exportlisten (es durften bis vor wenigen Jahren ausschließlich auf diesen Listen aufgeführte Arten exportiert werden) einige der wichtigsten Wirtschaftsfische der Region schlicht vergessen wurden. In Folge dessen mussten die Exporteure ihre Betriebe aufgeben. Die Zierfischfänger mussten sich andere Jobs suchen. Jetzt, wo mit Negativ-Exportlisten gearbeitet wird (es dürfen also nur solche Arten, deren Export ausdrücklich verboten ist, nicht in den Handel gelangen), muss die Infrastruktur erst mühselig wieder aufgebaut werden. Und auch erfahrene Zierfischfänger, die wissen, wie man schonend kleine Fische fängt und transportiert, wachsen nicht auf Bäumen. Zusätzlich sind viele Fundorte inzwischen in Vergessenheit geraten. Und schließlich gehören die schlichter gefärbten Arten der Region nicht in die oberste Prioritäten-Kategorie.

An und für sich ist Hoplisoma ehrhardti ein alter Bekannter, der bereits um 1970 in unsere Aquarien kam. Er blieb aber immer ein Fisch für Spezialisten. Für ein großes Publikum ist die Ähnlichkeit zu Hoplisoma paleatum, dem Marmorierten Panzerwels, zu hoch. Und jene Art ist ja immer und für deutlich niedrigere Preise im Handel verfügbar. Tatsächlich sind H. ehrhardti und H. paleatum wohl auch eng verwandt und aquaristisch sind sie absolut vergleichbar. Ganz grundsätzlich sollte man H. ehrhardti in Gruppen pflegen. Das Wasser sollte sauber sein und eine gute Strömung aufweisen. Die Art ist recht empfänglich für bakterielle Erkrankungen. Die Wassertemperatur kann sich im Bereich von 16-22°C bewegen. Gefressen wird jedes handelsübliche Zierfischfutter.

Hoplisoma ehrhardti wird etwa 6-7 cm lang und stammt aus Küstenflüssen, die hydrologisch zu dem Einzug des Iguaçu (Brasilien: Santa Catarina und Paraná; Argentinien) gehören. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit dem im gleichen Gebiet lebenden H. paleatum, der immer eine deutlich gestreifte Schwanz- und Rückenflosse hat (beide sind bei H. ehrhardti farblos oder höchstens ganz zart gestreift) hat. In Importen von wilden H. paleatum, die als Beifang gelegentlich H. ehrhardti enthalten, sind die H. paleatum gewöhnlich stark „gepfeffert“, haben also zahlreiche kleine Pünktchen. Die Flankenflecken sind bei H. paleatum keilförmig in Richtung Schwanzflosse ausgezogen, bei H. ehrhardti nicht in diesem Maße. Alles in allem ist H. ehrhardti zierlicher und schlanker als H. paleatum. Und schließlich gibt es noch eine dritte Verwechslungsart, H. sp. C114 aus der Umgebung von Curitiba  im Bundesstaat Paraná, bei dem die Schwanzflosse oft deutlich, die Rückenflosse aber immer nur undeutlich gestreift ist. Körperform entspricht der von H. paleatum. Es gibt auch C114 mit völlig farblosen Flossen, was die Bestimmung nicht immer einfach macht. Der besondere Reiz für spezialisierte Panzerwelsfreunde liegt nun darin, die Unterschiede in Verhalten und ökologischen Vorlieben dieser Arten vergleichend zu studieren. 

Für unsere Kunden: Hoplisoma ehrhardti haben Code 228002 (wild, md-lg), 228003 (wild, lg) und 228004 (wild, lg-xlg) und 228023 (Nachzucht, lg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Channa asiatica

17. Juli 2026

Channa asiatica ist eine variantenreiche Art oder, wie man es heute eher sieht, ein Artenkomplex von anatomisch nicht voneinander trennbarer Arten, die sich jedoch farblich manchmal recht deutlich unterscheiden. In der Vergangenheit wurden immerhin 12 Arten wissenschaftlich beschrieben, die gegenwärtig allesamt als Synonyme zu Channa asiatica gelten.

Weil von wissenschaftlicher Seite von lediglich einer Art ausgegangen wird, kam es bei der Nachzucht solcher Fische im Aquarium aber auch zu Speisezwecken häufiger zu Vermischung verschiedener Fundortstämme, was wiederum zu Selektionszuchten und Zuchtformen führt oder zumindest führen kann. Channa asiatica ist zwar eine relativ kleine Fischart, aber aufgrund ihrer Fähigkeit, Luft zu atmen, ein sehr zählebiger Speisefisch. Daher wurde dieser Schlangenkopffisch schon seit langer Zeit (wahrscheinlich Jahrhunderte lang) als Speise- und Besatzfisch über weite Regionen verbreitet. Das macht die Beurteilung von Lokalvarianten aus wissenschaftlicher Sicht besonders kompliziert.

Ursprünglich lebte Channa asiatica wohl in Vietnam und im südlichen China (mit vorgelagerten Inseln). Tatsache ist, dass in dem großen Verbreitungsgebiet sehr unterschiedlich aussehende Tiere auftreten. Das betrifft die Färbung, aber auch die Größe. Die Maximallänge von C. asiatica wird manchmal mit 40 cm angegeben, die wissenschaftliche Datenbank „FishBase“ gibt 23,5 cm Totallänge (also mit Schwanzflosse) als Maximalgröße und als Normalgröße zu Speisezwecken gefangener Tiere weniger als 10 cm an. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Man sollte allerdings grundsätzlich davon ausgehen, dass solche Fische im Aquarium, wo sie länger leben und besser versorgt sind als in der Natur, eher in die Richtung „größer“ als „kleiner“ wachsen.

In der westlichen Welt ist Channa asiatica unter Aquarianern für seine Unberechenbarkeit berüchtigt. Selbst Paare, die schon häufiger miteinander Jungtiere hatten (die Art baut kein Nest, die Eier werden an der Wasseroberfläche abgelegt und von beiden Eltern betreut) können sich nach Jahren harmonischen Zusammenlebens plötzlich zerstreiten und dann bis zum Tode bekämpfen. Darum findet man C. asiatica (im weitesten Sinne) nur sehr gelegentlich im Zierfischhandel, obwohl die Tiere sehr schön sein können. 

Die Channa asiatica, deren Bilder diesen Post illustrieren, kamen aus Taiwan zu uns. Es handelt sich um ein Paar von etwa 15 cm Totallänge, das hellere Exemplar ist das Weibchen.

Schlangenkopffische sind Individualisten, man muss, wenn man sich zu ihrer Pflege entschließt, immer mit Überraschungen rechnen. Die chemische Wasserzusammensetzung ist für Pflege und Zucht belanglos. Als subtropischen Fischen muss man C. asiatica ein dem Laufe der Jahreszeiten angepasstes Temperatur- und Lichtregime bieten: im Winter 10-15°C bei Kurztagsbeleuchtung (weniger als 10 Stunden Licht/Tag) und im Sommer 25-30°C bei Langzeitbeleuchtung (mindestens 14 Stunden Licht am Tag). Bei Temperaturen über 22°C sollte über eine Einzelhaltung nachgedacht werden, weil die Tiere dann besonders aggressiv sein können. Gefressen wird jedes kräftige Futter fleischlichen Ursprungs, es kann getrocknet sein (z.B. Cichlid Sticks), gefrostet oder lebend. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 409230 (2-3 cm) bis 409237 (25 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Harttia cf. longipinna

17. Juli 2026

Aus der artenreichen Gattung Harttia – aktuell werden 28 Arten unterschieden – kommt kaum jemals eine in unsere Aquarien. Die Fische sind relativ enge Verwandte der beliebten Störwelse (Sturisoma und Sturisomatichthys) und ähneln ihnen in vielen Verhaltensweisen, sind jedoch erheblich anspruchsvoller. Harttia benötigen zum Gedeihen sehr sauberes, sauerstoffreiches und manchmal warmes, manchmal kühles Wasser; letzteres ist offenbar artspezifisch. Zudem sollte feines Futter, wie es der natürlichen Nahrung der Fische (Aufwuchs, also Algen und die darin lebenden Kleinstorganismen) entspricht, den Hauptanteil in der Ernährung darstellen. Bereits geringfügige Pflegefehler sind für solche Fische fatal. Es liegt auf der Hand, dass bereits Fang und Transport besondere Herausforderungen mit sich bringen. Gesunde Tiere sind andererseits im Aquarium sogar schon zur Zucht gebracht worden.

Kürzlich konnten wir aus Südost-Brasilien einen größeren Import organisieren. Das gab es schon lange nicht mehr und ichthyologisch hat sich in den letzten Jahren viel getan in der Region – entsprechend schwierig gestaltete sich die Bestimmung mancher der Arten. Die aktuellste Arbeit über Harttia (Caldas et al., 2022) bietet dazu für die Harttia-Arten Südost-Brasiliens die aktuellste Bestimmungsorientierung. Man unterscheidet bei Harttia ganz allgemein drei Gruppen, die sich durch die Beschilderung der Bauchregion unterscheiden. Eine Gruppe hat eine völlig unbeschilderte Bauchseite (14 Arten), eine zweite Gruppe eine teilweise beschilderte Bauchseite (7 Arten) und eine dritte Gruppe eine vollständig beschilderte Bauchseite (7 Arten). Einige Spezies der letzten Gruppe wurde wegen dieser Bauchbeschilderung lange Zeit in der Gattung Cteniloricaria geführt. Von Cteniloricaria unterscheidet sich Harttia nach aktueller Auffassung u.a. dadurch, dass die seitlichen Platten am Schwanz keinen scharfen Kiel aufweisen.

Aufgrund der Bauchbeschilderung identifizierten wir unsere Fische als Harttia longipinna. Da uns jedoch der genaue Fundort unbekannt ist und sich etliche Harttia-Arten doch sehr ähneln, haben wir sicherheitshalber ein „cf.“ (latein, bedeutet, „vergleiche mit“) eingefügt, denn absolut sicher können wir uns bei dieser Bestimmung nicht sein. Wichtig erscheint uns allerdings der Hinweis bei Caldas et al., 2022, dass von den Harttia-Arten des südöstlichen Brasiliens die meisten in kühlen (für H. canastra z.B. 12,4-23°C Wassertemperatur), relativ schnellfließenden und relativ kleinen Fließgewässern vorkommen. Nur eine Art – H. longipinna – soll, wie die amazonischen Harttia-Arten in größeren und wärmeren Fließgewässern leben. Da unsere Importfische trotz der aktuell (Juni/Juli 2026) hohen Temperaturen keinerlei Unwohlsein erkennen lassen, spricht auch dies für die Richtigkeit unserer Bestimmung.

Auffällig und in der uns bekannten Literatur bislang nicht erwähnt ist, dass es bei uns dunklere und hellere Exemplare gibt. Die Bauchbeschilderung ist bei beiden gleich. 

Genau wie die Sturisoma und Sturisomatichthys sind Harttia keine Höhlen-, sondern Offenbrüter. Die Eier werden bevorzugt an stark überströmten Steinen abgelegt und vom Männchen bis zum Schlupf bewacht. Geschlechtsunterschiede scheinen sich bei Harttia oft darauf zu beschränken, dass die Männchen einen breiteren Kopf und einen breiteren, bestachelten ersten Brustflossenstrahl besitzen, aber es gibt auch Arten, bei denen die Männchen zumindest zeitweise eine kräftige Bestachelung seitlich am Schwanz entwickeln, so z.B. H. leiopleura. Für H. longipinna beschreiben die Autoren außerdem, dass die Männchen eine längere Afterflosse als die Weibchen haben. Die Aufzucht der Jungen entspricht in groben Zügen der der Störwelse.

Alles in allem sind Harttia Fische für wirklich erfahrene Aquarianer, die eine Herausforderung suchen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 255392 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Caldas, L., A. M. Cherobim & F. Langeani (2022): A new species of Harttia from the rio São Francisco basin (Siluriformes: Loricariidae). Neotropical Ichthyology v. 20 (no. 4): e220051: 1-19.

Langeani, F., O. T. Oyakawa & J. I. Montoya-Burgos (2001): New species of Harttia (Loricariidae, Loricariinae) from the Rio São Francisco basin. Copeia 2001 (no. 1): 136-142.

Seidel, I. (2010): Ingos Harnischwelszucht. Tetra Verlag, Berlin-Velten, 272 pp 

Text & Photos: Frank Schäfer

Xenotoca doadrioi

17. Juli 2026

Früher kannte man diesen besonders hübschen Banderolenkärpfling (Xenotoca doadrioi) unter der Bezeichnung „Xentotoca eiseni San Marcos“. Leider ist die Art, die erst im Jahr 2016 „offiziell“ als eigenständige Spezies beschrieben wurde, hochgradig vom Aussterben bedroht. Über 50% der ursprünglich bekannten Populationen sind bereits verschwunden, bei Rest zeigt sich ein steter Abwärtstrend. Die Ursachen sind immer die gleichen: Gewässerverschmutzung durch die Landwirtschaft und hoher Konkurrenzdruck durch gebietsfremde Fische (Pseudoxiphophorus bimaculatus und Tilapia), die mit den veränderten Umweltbedingungen zudem erhablich besser zurecht kommen als X. doadrioi. Der Fang zur Aquarienpflege hat keinerlei Einfluss auf die wildlebenden Bestände. Sämtliche im Hobby vertreten Exemplare sind außerdem Nachzuchten. 

Wir haben immer wieder einmal Xenotoca doadrioi im Stock, so dass sich jeder Aquarianer, der zuhause etwas Artenschutz betreiben will, betätigen kann. Es handelt sich um einen außerordentlich bunten Stamm, sogar die Weibchen haben etwas Rot im Schwanzstiel! Pflege und Zucht sind nicht schwierig. Man achte bei diesen Tieren auf möglich wenig belastetes Wasser bei guter Strömung, mittleren Härtegraden und einem stabilen pH Wert, am besten um 7,5-8. Großzügige (60-70% des Beckeninhalts) Wasserwechsel tun den Tieren sehr gut. Gefressen wird jegliches übliche Zierfischfutter, dabei sollte Grünfutter einen guten Anteil ausmachen. Man gibt das entweder in Form speziell pflanzlichen Flockenfutters oder auch in Form überbrühter Salatblätter, Löwenzahnblätter, Vogelmiere oder dergleichen. Die Fische sind lebendgebärend. Bei der Geburt haben die Jungtiere noch die merkwürdigen „Nährschnüre“ (Trophotaenien) am Bauch, die im Mutterleib – ähnlich wie die Nabelschnur bei Säugetieren – den Embryo mit Nährstoffen versorgen. Xenotoca sind sehr lebhafte Fische, die am besten in großen Aquarien gedeihen. Die Temperatur sollte im Jahresverlauf schwanken. Wichtig ist eine Art „Winterpause“ bei Wassertemperaturen von 17-20°C. Über 25°C sollte die Temperatur dauerhaft nicht steigen. Eine Freilandhaltung in den warmen Monaten, in denen ein Absinken der Temperatur unter 17°C nicht zu befürchten ist, tut der Gesundheit dieser Fische sehr gut. 

Wir haben einen kleinen Film eingestellt, der unsere Tiere zeigt: https://www.facebook.com/AquariumGlaser/videos/583392523143542

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 476511 (sm) und 476513 (md-lg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Scleromystax sp. C113

10. Juli 2026

Die Panzerwelse der Gattung Scleromystax sind speziell. Sie beeindrucken teils durch ihre Größe, manche durch ihre Farbigkeit, wieder andere durch die im männlichen Geschlecht stark vergrößerten Flossen. Gegenwärtig unterscheidet man im Hobby acht wissenschaftlich beschriebene Arten, zwei C-Nummern und sieben CW-Nummern. Alle Arten stammen aus küstennahen Fließgewässern des südöstlichen Brasiliens. Sie wollen es zumindest zeitweise deutlich kühler, als man das gemeinhin gewöhnt ist. Viele Jahre gab es keine Zierfischexporte aus dem Südosten Brasiliens. Seit einiger Zeit versuchen aber engagierte Exporteure, das zu ändern. Darüber freuen wir uns sehr! Aber noch sind viele der Arten, die wir von dort anbieten können, nur sehr unregelmäßig, in kleinen Stückzahlen und hohen Preisen verfügbar, so auch Scleromystax sp. C113, der etwa 200 km südlich von Salvador de Bahia stammt.

Die bekannteste Art der Gattung Scleromystax ist sicher S. barbatus (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/scleromystax-barbatus-4/) und das ist auch die einzige Art, die regelmäßig nachgezüchtet wird. Aber auch der hier vorgestellte C113 kam bereist früher ab und zu in die Aquarien der Liebhaber. Der Name „Baianinho“ bedeutet soviel wie „der Kleine aus Bahia“, dem brasilianischen Bundesstaat, aus dem diese Fische stammen. Die Färbung von S. lacerdai, der vor seiner wissenschaftlichen Benennung als „Baianinho I“ bezeichnet wurde, ist ähnlich zu der von C113, aber S. lacerdai bleibt mit maximal 5 cm Länge deutlich kleiner; C113 kann im männlichen Geschlecht bis zu 8 cm Länge erreichen. Zusätzlich bestehen Farbunterschiede. Das Aussehen von C113 ist ziemlich variabel. Sehr ähnlich ist CW38. Man sollte daher keine Exemplare aus unterschiedlichen Importen zur Zucht verwenden, sondern immer nur mit Tieren der gleichen Sendung züchten. Nur so kann halbwegs sicher gestellt werden, dass keine Aquarienstämme aus unerwünschten Hybriden entstehen.

Die Pflege und auch die Zucht dieser Panzerwelse gelingen recht gut, doch sind die Fische definitiv keine Einsteigertiere. Um sie langfristig in guter Kondition zu erhalten ist eine äußerst gute Wasserhygiene nötig. Die Wassertemperatur sollte zudem zumindest einige Monate im Jahr deutlich unter 18°C liegen. 

Die Männchen von C113 entwickeln sehr lang ausgezogene Brustflossen und eine deutlich höhere Rückenflosse als die Weibchen; sie werden auch größer. Es bestehen deutliche farbliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Auf den Fotos ist leider nur ansatzweise zu sehen, dass die helle Rückenpartie  der Tiere herrlich neongrün leuchtet. Das ist eine Frage der Beleuchtung und in geblitzten Fotos nur schwer darstellbar. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 293183 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Serrasalmus marginatus

10. Juli 2026

Ein Import aus Südost-Brasilien bescherte uns u.a. einige Exemplare eines aquaristisch bislang noch kaum in Erscheinung getretenen Piranhas, nämlich Serrasalmus marginatus. Es erscheint uns jedenfalls wahrscheinlich, dass es sich um diese Art handelt, die in den Fluss-Systemen des Parana-Paraguay und des Uruguay verbreitet ist. Sehr ähnlich sind u.a. S. irritans aus dem Orinoko (Kolumbien und Venezuela), siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/serrasalmus-irritans/ und der erst kürzlich beschriebene S. magallensi aus Bolivien. Auch der gerade erst beschriebene S. castellonae – wiederum aus Bolivien – sieht ähnlich aus. Wenn man bedenkt, dass die wissenschaftliche Arbeit, in der S. castellonae beschrieben wird, 19 Seiten umfasst, die Beschreibung von S. magallensi 24 Seiten, und das bei einer wissenschaftlichen Ausdrucksweise, kann man ermessen: viele Piranha-Arten sind einander wahnsinnig ähnlich und selbst für Wissenschaftler bedarf es extrem ausführlicher Ausführungen, um die Unterschiede halbwegs plausibel zu machen.

Für uns ist es die Kombination aus Herkunft, Körperform und Afterflossenfärbung, die uns zu dem Schluss bringt, dass es sich bei unseren aktuellen Importen um S. marginatus handelt. Bei der Beschreibung von S. castellonae zeigen die Bearbeiter einmal mehr auf, wie wichtig die Schwanzflossenfärbung ist, um Verwechslungen zwischen nahe verwandten Arten zu vermeiden. Ausgerechnet dieses Merkmal ist aber bei S. marginatus bislang nur unzureichend untersucht. Die Art wurde bereits 1837 wissenschaftlich benannt und es gibt auch eine sehr schöne, farbige Abbildung des vermutlichen Typusexemplares. Auch die drei Orginalexemplare aus dem Rio de la Plata in Argentinien, die von d´Orbignyi 1826-1833 gesammelt und zur Beschreibung von S. marginatus benutzt wurden, existieren noch im Pariser Museum. Aber das wichtige Detail, ob der hintere Schwanzflossenrand farblos oder schwarz ist, lässt sich daran nicht zweifelsfrei erkennen. Darum ist es durchaus möglich, dass die Tiere, die wir aktuell S. marginatus zuordnen, in Zukunft einmal anders bestimmt werden.

Ungeachtet dessen: unsere Exemplare sind gegenwärtig 12-15 cm lang. Wir halten sie einzeln, denn Piranhas dieser Verwandtschaftsgruppe gelten als Einzelgänger und Flossenfresser. Die Maximallänge für S. marginatus wird in der Literatur mit 30 cm angegeben.

Wir freuen uns, dass wir diesen so selten angebotenen Piranha in schönen Exemplaren importieren konnten. Es sind selbstverständlich Fische für Spezialisten, die niemals eine nennenswerte aquaristische Bedeutung erlangen werden. Aber trotzdem: sie stellen ein Puzzleteil dar, der helfen kann, das nach wie vor nur unbefriedigende Wissen um Piranhas zu erweitern.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 292305 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Gallo-Cardozo, F., M. Maldonado, M. Careaga & F. M. Carvajal-Vallejos (2024): A new species of Piranha (Serrasalmus, Serrasalmidae) from the upper Madeira River system, Amazon basin, Bolivia. Journal of Ichthyology v. 64 (no. 3): 386-409.

Gallo-Cardozo, F., M. Careaga & F. M. Carvajal-Vallejos (2025): A new cryptic species of Piranha Serrasalmus (Serrasalmidae) from the Bolivian Amazon, upper Madeira River system. Journal of Ichthyology v. 65 (no. 4): 574-592.

Text & Photos: Frank Schäfer

Pethia stoliczkana (früher Barbus stoliczkanus oder Puntius stoliczkanus)

10. Juli 2026

Lange Zeit glaubte man, die Sonnenfleckbarbe, Pethia stoliczkana, stamme nur aus Burma; inzwischen gilt sie aber als relativ weit in Südostasien verbreitet und wissenschaftliche Datenbanken führen sie als in den Einzugsgebieten der Flüsse Chindwin-Irrawaddy, Mae Klong, Chao Phraya und Mekong in den Staaten Indien, Burma ( = Myanmar), Thailand, Laos und China (Yunnan) vorkommend. Sie war bis in die 1960er Jahre ein beliebter Aquarienfisch, da die Tiere sehr temperaturtolerant sind und keine Heizung im Aquarium benötigen. Später wurde sie von bunteren Arten verdrängt und heute ist sie eine aquaristische Seltenheit. Früher wurde sie meist noch als Unterart der Zweipunktbarbe, Pethia ticto, angesehen und viele angebliche Fundortmeldungen von P. ticto außerhalb Indiens beziehen sich in Wirklichkeit auf P. stoliczkana.

Die Bilder in diesem Post zeigen Naturentnahmen aus Burma; Die Weibchen unterscheiden sich von den Männchen durch die farblosen Flossen. Aquaristisch entspricht die Sonnenfleckbarbe vollkommen der bekannten Odessabarbe, Pethia padamya (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/pethia-padamya-wild/), mit der sie offenbar auch gelegentlich gemeinsam vorkommt. Dabei ist aber nicht ganz klar, ob die beiden doch sehr eng verwandten Arten nur im gleichen Verbreitungsgebiet leben, aber sich ökologisch trennen, oder ob sie tatsächlich zusammen im gleichen Biotop angetroffen werden

Die Pflege und auch die Zucht dieser schönen Barbe sind völlig problemlos. Leider zeigen die Jungtiere aber nur silbrige Farbtöne, weshalb sie heutzutage nur schwer zu vermarkten sind. Die Wasserwerte sind belanglos, jedes als Trinkwasser geeignete Wasser eignet sich auch zur Pflege dieser Fische. Die Wassertemperatur kann zwischen 14 und 28°C liegen, etwas mehr oder weniger schaden auch nicht, wenn es nur nicht allzu lange andauert oder abrupt eintritt. Gefressen wird einfach alles, was für Zierfische in Frage kommt. Es besteht auch ein Bedürfnis, pflanzliche Kost zu sich zu nehmen. Dem kann man leicht durch geeignete Flockenfutter etc. entsprechen. Tut man dies allerdings nicht, so werden zarte Wasserpflanzen angeknabbert. Man sollte Barben allgemein nicht zu steril halten. Mulm, also das Gemenge aus abgestorbenen Pflanzenresten, Kot usw. ist ein wichtiger und essentieller Nahrungsbestandteil vieler Barben und zu ihrem gesunden Lebens (Darmbiom) sehr wichtig. Damit sich die Tiere optimal ausfärben und auch ihr ganzes Verhaltensspektrum zeigen, sollten sie niemals in Gruppen von weniger als 10-12 Exemplaren gepflegt werden. Die Größe von Pethia stoliczkanus beträgt ca. 5-6 cm. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 372304 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Panque suttonorum ( = P. suttoni)

10. Juli 2026

In den 1980er Jahren war der Blauaugen-Panaque einer der häufigsten Harnischwelse im Handel. Der korrekte Name lautet übrigens Panaque suttonorum. Aus unbekannten Gründen sind die Tiere heutzutage kaum noch erhältlich. Es gibt eine Menge Gerüchte, die besagen, eine Umweltkatastrophe sei schuld oder dass ein Verrückter den Fluss vergiftet hätte oder dass die kolumbianische Drogenmafia das Fanggebiet kontrolliert. Sei dem, wie es ist, ausgestorben kann die Art glücklicherweise nicht sein, denn wir bekommen gelegentlich einige wenige Exemplare aus Kolumbien. Zuletzt hatten wir übrigens ein sehr großes Tier, 35-40 cm lang, hier, das sehr schnell einen begeisterten Abnehmer fand…

Die unterschiedlichen Schreibweisen des Artnamens (suttoni/suttonorum) beruhen auf der lateinischen Grammatik. Der Beschreiber der Art, Leonard P. Schultz, benannte die Art 1944 zu Ehren von Dr. und Mrs. Frederick A. Sutton, denen Schultz für ihre Gastfreundschaft in der Zeit, in der er im Lager der Lago Petroleum Corporation am Maracibo-See in Venezuela lebte, sehr dankbar war. Die Art wurde also zu Ehren von zwei Personen beschrieben, ergo muss der Genetiv plural angewendet werden, der auf -orum endet, während die Endung -i den Genetiv singular darstellt.

Wie alle großen Panque brauchen auch dieser weiches Holz als Grundnahrungsmittel, dazu gibt es Gemüse aller Art. Frost-, Granulat- und Flockenfutter, auch Futtertabletten, werden gerne angenommen, sollten aber, um Verfettung der Organe zu verhindern, nur als Zusatzfutter, nicht als Hauptnahrung gegeben werden. Eine sehr (!) gute Filterung ist wichtig, die Holznahrung ist sehr nährstoffarm, es entstehen darum große Kotmengen. Erwachsene Panaque können untereinander unverträglich werden. Große Aquarien, in denen die Fische gemeinsam aufwachsen, verhindern gewöhnlich ernsthafte Auseinandersetzungen. Dennoch können laichbereite Männchen die schwächeren Weibchen unter Umständen extrem drangsalieren, was im Extremfall zum Tod des unterdrückten Tieres führen kann. Wer sich zur Pflege einer Gruppe dieser herrlichen Welse entschließt, sollte darum über Ausweichbecken verfügen, falls Unverträglichkeiten beobachtet werden.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe –  hat Code 275001 (6-8 cm) bis 275009 (35-40 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Saxatilia britskii

3. Juli 2026

Die Gattung Saxatilia wurde bis vor kurzer Zeit noch der großen Sammelgattung Crenicichla zugeordnet. Saxatilia umfasst die Arten, die im deutschsprachigen Raum als „Felsenkammbarsche“ bezeichnet werden und so bekannte Arten wie S. lepidota oder S. saxatilis  enthält. Die Gattung ist recht artenreich; 38 wissenschaftliche Namen werden mit ihr in Verbindung gebracht, davon werden aktuell aber nur 23 allgemein akzeptiert. Zu den Arten, die in jüngerer Zeit in die Synonymie verbannt wurden, gehören auch aquaristisch bekannte Formen, wie S. cardiostigma (gilt aktuell als Synonym zu S. alta) oder S. edithae (wird gegenwärtig als Synonym zu lepidota gesehen). Viele der Arten sehen sich außerordentlich ähnlich und sind selbst für Spezialisten kaum auseinander zu halten. So etwas steht einer weiten aquaristischen Verbreitung grundsätzlich immer im Wege, zumal Hechtcichliden wegen ihres teils recht ruppigen, immer aber etwas räuberischen Verhaltens ohnehin nur wenige Liebhaber haben.

So kommt es, dass einige der bereits länger beschriebenen Arten aquaristisch praktisch unbekannt geblieben sind. Unter ihnen befindet sich der 1982 aus einem kleineren Fließgewässer, das zum Einzug des Rio Tiete im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo gehört, beschriebene S. britskii. So weit wir das recherchieren konnten gibt es keinen einzigen Pflegebericht zu der Art in der aquaristischen Fachliteratur und auch kein Aquarienfoto von der Spezies. Wir haben nun aus dem Bundesstaat Sao Paulo Saxatilia importieren können, bei denen es sich nach der Aussage des Exporteurs um S. britskii handelt. Wir finden keine Hinweise, die dem widersprechen würden und bieten die Tiere entsprechend unter diesem Namen an.

Saxatilia britskii ist ein sehr typischer Vertreter seiner Gattung. Bezüglich der Färbung entspricht er dem, was man ganz allgemein gewohnt ist: ein großer Schulterfleck, ein Muster aus vertikal verlaufenden hellen Binden, ein dunkler Längsstreifen, ein Schwanzwurzelfleck. Unter dem Auge befindet sich ein kommaförmiger Strich, die Binde hinter dem Auge ist breit und deutlich ausgebildet und endet in einem vertikalen Strich entlang des Kiemendeckels. Kullander betont in der Erstbeschreibung, dass S. britskii sich in allererster Linie durch Farbunterschiede von S. lepidota aus Paraguay unterscheidet. 

Mit maximal 15 cm Länge gehört S. britskii zu den mittelgroßen Vertretern der Hechtcichliden; in der Natur bleiben sie gewöhnlich deutlich kleiner (um 10 cm). Zu Pflege und Zucht können wir nur vermuten, dass sich hier alles nach typischer Saxatilia-Manier abspielt. Die Tiere sind unempfindlich bezüglich der Wasserhärte und des pH-Wertes, jedes Trinkwasser eignet sich, nur allzu sauer (pH unter 6)  sollte es nicht sein. Die Wassertemperatur kann zwischen 18 und 26°C liegen und im jahreszeitlichen Verlauf nicht konstant sein. Saxatilia sind unkomplizierte Fresser, die mit grobem Frost- und Lebendfutter und auch Pellets und Cichlid-Sticks leicht zu ernähren sind. Auch kleine Fische werden als Futter angesehen. In ausreichend großen Aquarien (ab ca. 150 cm) hält sich das Aggressionspotential in Grenzen, darf aber nie unterschätzt werden, zumal es hier offenbar erhebliche individuelle Unterschiede gibt. Paare finden sich am besten aus einer Gruppe gemeinsam aufgezogener Jungtiere. Alle Saxatilia sind – soweit bekannt – Höhlenbrüter mit Elternfamilie.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 669082 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Tatia / Centromochlus orca ( = Ninja)

3. Juli 2026

Als vor einigen Jahren die ersten schwarz-weißen „Tatia“ im Zierfischhandel erschienen, wurden sie als Sensation gefeiert. Man identifiszierte diese aus Brasilien stammenden Fische als Tatia musaica. Im Jahr 2017 veröffentlichte ein Wissenschaftler-Team eine Studie über Centromochlus-Arten und beschrieb die bisher als Tatia musaica bekannte Art aus Brasilien (Einzug des Rio Nhamunda) als neue Art Centromochlus orca. Sie bestätigten allerdings Tatia musaica als gültige Art aus dem Rio Orinoko. Der „echte“ Tatia musaica unterscheidet sich farblich durch den höheren Schwarzanteil in der Färbung von C. orca (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/tatia-musaica-centromochlus-musaicus/). Verwunderung rief hervor, dass diese beiden einander so ähnlichen Arten in unterschiedlichen Gattungen untergebracht wurden. 

Leider hatte dieses Wissenschaftler-Team eine Arbeit von Steven Grant aus dem Jahr 2015 übersehen, in der Grant mehrere neue (Unter-)Gattungen aufstellte, darunter Sauronglanis für die damals als T. musaica  identifizierte Art. Jetzt gab es also schon drei Gattungsnamen für die kleinen (5-6 cm langen) schwarz-weißen Tatias!

Ein weiteres Wissenschaftler-Team veröffentlichte 2019 eine Studie über die verwandtschaftlichen Zuordnungen der Trugdornwelse, in der beide Arten (orca und musaica) wieder zu Tatia gestellt wurden, Sauronglanis wurde zum Synonym von Tatia erklärt.

Das blieb nicht unwiedersprochen; in einer 2020 veröffentlichten Studie wurden beide Arten wieder umgruppiert und diesmal in Centromochlus gestellt, sollten jetzt also C. orca und C. musaicus heißen. Und Grant ist noch nicht überzeugt, dass seine Gattung Sauronglanis wirklich ein Synonym ist, wie er in seinem 2021 erschienenen Buch über Bratpfannen-, Dorn- und Trugdornwelse schreibt.

Ungeachtet, wie man sie nun „vorneherum“ nennt: die schönen schwarz-weißen Trugdornwelse sind empfehlenswerte Aquarienfische. Sie mögen entsprechend ihrer Herkunft etwas höhere Temperaturen (26-30°C), das ist vor allem bei der Eingewöhnung wichtig. Kühler gepflegte Tiere neigen stärker zu Ichthyophthirius-Infektionen als wärmer gepflegte. Da Tatia/Centromochlus grundsätzlich nachtaktive Tiere sind, halten sie sich gerade am Anfang viel versteckt, so dass man eine Infektion oft erst bemerkt, wenn der Fisch schon wie Forelle Müllerin aussieht und stark geschwächt ist. 

Tatia/Centromochlus sind von Haus aus Insektenfresser, die in der Natur nachts auf das Wasser gefallene Landinsekten von der Wasseroberfläche holen; im Aquarium sind sie jedoch nicht sehr wählerisch und fressern Frost- und Lebendfutter und auch Granulate. Man sollte nur nicht zu fettreich füttern und Ballaststoffe sind wichtig. Alle Tatia/Centromochlus sind Höhlenbrüter mit innerer Befruchtung, d.h. die Weibchen legen ihre Eier in Abwesenheit des Männchens ab. Tatia/Centromochlus sind friedliche Fische, die sowohl mit Artgenossen wie auch mit artfremden Fischen grundsätzlich gut auskommen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 295851 (3-5 cm) und 295852 (6-8 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Literatur:

Calegari, B. B., Vari, R. P. & R. E. Reis (2019): Phylogenetic systematics of the driftwood catfishes (Siluriformes: Auchenipteridae): a combined morphological and molecular analysis. Zoological Journal of the Linnean Society v. 187 (no. 3): 661-773.

Grant, S. (2015): Four new subgenera of Centromochlus Kner, 1858 with comments on the boundaries of some related genera (Siluriformes: Auchenipteridae: Centromochlinae). Ichthyofile No. 3: 1-16.

Grant, S. (2021): Banjos, Dorads and Woodcats. Aspredinidae, Doradidae and Auchenipteridae Catfishes. ATS-Aquashop, Neustadt am Rübenberge: 1-300.

Sarmento-Soares, L. M., Lazzarotto, H., Rapp Py-Daniel, L. H. & R. P. Leitão (2017): A new Centromochlus Kner, 1858 (Siluriformes: Auchenipteridae: Centromochlinae) from the transition between Amazon floodplain and Guiana shield, Brazil. Neotropical Ichthyology v. 14 (no. 4): 1-11.

Sarmento-Soares, L. M. & R. F. Martins-Pinheiro (2020): A reappraisal of phylogenetic relationships among auchenipterid catfishes of the subfamily Centromochlinae and diagnosis of its genera (Teleostei: Siluriformes). Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia v. 167: 85-146.

Marosatherina ladigesi

3. Juli 2026

Der Celebes-Sonnenstrahlenfisch, Marosatherina ladigesi, ist manchem Leser vielleicht noch als Telmatherina ladigesi in Erinnerung. Die Art lebt endemisch (also – weltweit gesehen – ausschließlich dort) in kühlen Karstbächen der Gegend um  Bantimurung, Maros-Karst, Sulawesi Selatan; Sulawesi gehört politisch zu Indonesien, zoogeografisch aber zur Australischen Region. Früher war die große Insel als Celebes bekannt.

Marosatherina ladigesi wird etwa 5-6 (selten bis 8) cm lang und ist ein friedlicher, lebhafter Schwarmfisch, der in härterem, gut gepuffertem Wasser gepflegt werden sollte. Ideal ist eine kräftige Strömung. Die Männchen entwickeln lang ausgezogene Flossenstrahlen in Rücken- und Afterflosse. Jedes Tier – Männchen wie Weibchen – hat eine individuell unterschiedlich gefärbte erste Rückenflosse mit unterschiedlich hohem Schwarzanteil. Während der Balz werden die Männchen rauchig-schwarz. Gelaicht wird in feinfiedrigen Pflanzen, Brutpflege üben diese Fische nicht aus.

Ein Schwarm von 10-20 Exemplaren ist ein herrlicher Anblick, den man so schnell nicht mehr vergisst. Die Tiere sind etwas empfindlich gegen Umsetzen, ansonsten aber leicht zu pflegen. Sie akzeptieren jegliches übliche Fischfutter, fressen aber am liebsten von der Oberfläche. Pflanzen werden nicht beschädigt. 

Die diesen Tieren früher nachgesagte besondere Empfindlichkeit besteht heute nicht mehr; das hängt vielleicht mit den stark verbesserten Transportbedingungen zusammen. Wichtig ist vor allem, dass der pH-Wert nicht stark schwankt und der angestrebte Bereich pH 7,5 bis 8,5 möglichst nicht erheblich unterschritten wird.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 461204 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Brachyplatystoma rousseauxii

3. Juli 2026

Die Welse der Gattung Brachyplatystoma gehören zu den wichtigsten und begehrtesten Speisefischen des Amazonas- und Orinokobeckens sowie der Guyana-Länder. Sie erreichen Längen bis zu 360 cm und werden über 200 kg schwer. Viele tausend Tonnen dieser Welse werden jährlich als Speisefische gelandet, was lokal zu Bestandsrückgängen und der Forderung nach nachhaltigem Management führte. Details zur Biologie vieler der Arten sind nur sehr lückenhaft bekannt.

Erst vor wenigen Jahren wurde eine neue Art dieser Goliath-Welse beschrieben, die zwar schon sehr lange bekannt ist, jedoch immer mit anderen Arten verwechselt wurde: Brachyplatystoma capapretum. In dieser Arbeit werden insgesamt 7 Brachyplatystoma-Arten unterschieden. Für Aquarianer als Bestimmungsmerkmal wichtig: nur die Brachyplatystoma-Arten haben als Jungfische bis zu körperlange, aus einem einzigen Flossenstrahl gebildete Schwanzflossenfilamente. Unter anderem aus diesem Grunde steht heutzutage der Tigerspatelwels in der Gattung Brachyplatystoma (früher hieß er Merodontotus tigrinum, jetzt B. tigrinum) und auch der frühere Goslinea platynemum heißt jetzt Brachyplatystoma platynemum.

Brachyplatystoma

Brachyplatystoma

Brachyplatystoma

Zu den unter Raubwels-Fans begehrtesten Arten gehört Brachyplatystoma rousseauxii, auch wenn diese das oft nicht wissen. Denn nur schleppend setzt sich die Erkenntnis durch, das der über Jahrzehnte benutzte Name B. flavicans falsch ist (es handelt sich dabei um ein Synonym von Zungaro zungaro). Und diese B. flavicans/rousseauxii haben Eigenschaften, die Raubfischfans und natürlich auch das Publikum von Schauaquarien und Zoo, zu denen die meisten dieser Import-Fische gehen, sehr schätzen: sie werden wirklich riesig groß, haben einen echte  Raubtiertcharakter und eine Persönlichkeit!

In der Natur gehört Brachyplatystoma rousseauxii, der in Bolivien, Ecuador, Französisch Guyana, Peru, Kolumbien und Venezuela vorkommt, zu den Arten mit der längsten Laichwanderung überhaupt. Vom Larvenstadium zum laichreifen Fisch (ab ca. 65 cm Länge) und zurück zum Laichplatz legt die Art bis zu 11.600 km zurück! 

Wir haben jetzt wieder einmal einige Jungtiere dieser bis zu 2 m langen Riesenwelse aus Kolumbien importieren können, die sicher bald die Besitzer von Riesenaquarien begeistern werden.

Für unsere Kunden: wir führen die Tiere unter der Codenummer 211100 (4-6 cm) bis 211106 (20-25 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur: Lundberg, J. G. & A. Akama (2005): Brachyplatystoma capapretum: a New Species of Goliath Catfish from the Amazon Basin, with a Reclassification of Allied Catfishes (Siluriformes: Pimelodidae). Copeia 2005 (3): 492-516

Text: Frank Schäfer, Photos: Erwin Schraml & Frank Schäfer

Rhinogobius similis (R. giurinus)

3. Juli 2026

Die Bachgrundeln (Rhinogobius) sind als erwachsene Fische reine Süßwasserbewohner, die höchstens einmal im Brackwasser der Unterläufe von Fließgewässern gefunden werden; aber auch das ist die Ausnahme, nicht die Regel. Mit ca. 170 beschriebenen Arten, wovon 85 allgemein als gültig angesehen werden, tut sich für Aquarianer mit Forscherdrang hier noch ein weites Feld auf; aus verständlichen Gründen ist in vielen Fällen ist die Bestimmung importierter Tiere hochgradig unsicher. Alle Arten lassen sich gut im Aquarium pflegen. Bei der Zucht gilt: gibt es solche Rhinogobius, die winzige Larven haben, die im Meer heranwachsen und solche, die große Larven haben, die im Süßwasser heranwachsen. Alle Arten sind Höhlenlaicher, das Männchen bewacht das Gelege bis zum Schlupf der Larven. Mit dem Freischwimmen der Larven endet die Brutpflege.

Eine Bachgrundel aus Vietnam wurde lange Zeit als Rhinogobius giurinus angesprochen. R. giurinus wurde 1897 von der Südostküste Chinas beschrieben. Kürzlich (2024) wurde eine Revision der Bachgrundeln Vietnams veröffentlicht und darin bestätigt, was bereits 2015 gezeigt werden konnte, nämlich dass R. giurinus ein jüngeres und damit ungültiges Synonym zu der bereits 1859 aus Japan beschriebenen Typusart der Gattung Rhinogobius, R. similis, ist. In der genannten Revision werden isngesamt 5 Arten Rhinogobius aus Zentralvietnam unterschieden; diese Region ist ein wichtiges Sammelgebiet für Zierfischfänger. Die Rhinogobius aus Vietnam, die wir gerade wieder einmal importieren konnten, lassen sich zwanglos der in den 2024er Arbeit illustrierten Art R. similis zuordnen. Auf unserer Stockliste führt die Spezies wegen früherer Importe noch den Namen R. giurinus, das hat technische Gründe. R. similis kommt in Ostasien weit verbreitet vor: Japan, Russland (Region Primorje), Korea, Taiwan, China und Vietnam. Auf den Philippinen und in Singapur gilt sie als eingeschleppt. 

Wie man anhand des weiten Verbreitungsgebietes leicht erkennen kann, ist R. similis eine der Arten, deren Larven sich in Brack- und Meerwasser entwickeln, obwohl erwachsene Tiere ausschließlich in Süßwasser leben. Die Männchen von sollen maximal 10 cm lang werden, die Weibchen mit weniger als 7 cm erheblich kleiner bleiben. Unsere Tiere sind aktuell etwa 5 cm lang. Die Männchen sind leicht erkennbar an den Bändern in Rücken- und Afterflosse, die den Weibchen fehlen. 

Bezüglich der Pflege konnten wir keine spezielllen Besonderheiten feststellen. Die Wasserwerte sind von untergeordneter Bedeutung, empfehlenswert sind pH-Werte zwischen 6,5 und 8,5, die Härte spielt keine Rolle, die Wassertemperatur kann zwischen 15 und 25°C betragen. Gefressen wird bei uns jedes mundgerechte Frost- und Lebendfutter, Granulat wird nur ungern angenommen. Die Tiere sind grundeltypisch etwas zänkisch und verteidigen einen Individualraum um sich herum. Wer darin eindringt, wird verscheucht. Da dieser Individualraum aber nur weniger Zentimeter beträgt, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Zu Verletzungen, Flossenschäden etc. kommt es bei uns nicht.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 453467 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Maeda, K., H. Kobayashi, M. Iida & H. D. Tran (2024): Taxonomy of freshwater gobies of the genus Rhinogobius (Oxudercidae, Gobiiformes) from central Vietnam, with descriptions of two new species. Zootaxa 5493 (no. 5): 507-541.

Suzuki, T., K. Shibukawa, H. Senou & I-S. Chen (2015): Redescription of Rhinogobius similis Gill 1859 (Gobiidae: Gobionellinae), the type species of the genus Rhinogobius Gill 1859, with designation of the neotype. Ichthyological Research v. 63 (no. 2): 227-238 [1-12 bei der Online-Version].

Text & Photos: Frank Schäfer

Chilodus punctatus

26. Juni 2026

Es gibt vier Arten der kleinen Kopfsteher der Gattung Chilodus. Eigentlich sollte man sie relativ leicht auseinander halten könnten, denn zwei dieser Arten (Chilodus fritillus aus Peru und C. zunevei aus Französisch Guyana, Surinam und dem an Französisch Guyana angrenzenden Gebiet von Brasilien) haben niemals ein Längsband, die zwei anderen (C. gracilis aus Brasilien und Kolumbien und C. punctatus aus weiten Teilen Südamerikas) zeigen ein solches Längsband. Aber es ist in der Praxis, wie so oft, nicht ganz so einfach. Denn Chilodus punctatus kann dieses Längsband, je nach Stimmung, ein- oder ausblenden. Außerdem sieht C. punctatus, so wie er im Moment definiert ist, je nach Herkunft etwas unterschiedlich aus – was wohl niemanden verwundern dürfte. Wahrscheinlich ist es so, dass sich hinter dem Namen „Chilodus punctatus“ in Wirklichkeit nicht eine einzige Art mit nahezu flächendeckender Verbreitung im tropischen Südamerika ist – er ist gemeldet aus Brasilien, Bolivien, Ecuador, Guyana, Kolumbien, Peru and Surinam – sondern dass es sich hier um einen ganzen Artenkomplex sehr ähnlicher Spezies handelt.

Dem Namen nach ist Chilodus punctatus, der Punktierte Kopfsteher, die häufigste Art im Hobby. Tatsächlich sah man ihn jedoch zumindest früher nur recht selten. Viel häufiger war hingegen Chilodus gracilis im Handel zu finden, und obwohl die Art erst 1988 formell wissenschaftlich beschrieben wurde, zeigen viele Abbildungen in aquaristischen Fachpublikationen vor 1950 diese Art. Chilodus gracilis unterscheidet sich von C. punctatus durch das immer vorhandene schwarze Längsband – er kann es nicht ausblenden. Dieses Längsband ist zudem relativ breit.

Aus den meisten Teilen Südamerikas erfolgen zur Zeit keine Importe von Chilodus, statt dessen sind fast alle Tiere im Handel Nachzuchten aus Indonesien. Da diese Fische ein Längsband haben und es zumindest zeitweise ausblenden können, werden sie als Chilodus punctatus bezeichnet. Wir zeigen in diesem Post auch ein paar Wildfänge aus früheren Jahren, um zu zeigen, wie unterschiedlich Chilodus stimmungsbedingt aussehen können.

Alle Chilodus-Arten werden 8-10 cm groß und sollten im Schwarm ab ca. 10-15 Exemplaren gehalten werden, sonst sind sie oft zänkisch. Pflanzen werden in der Regel angefressen. Man kann dem etwas vorbeugen, indem man nur sehr harte Gewächse (wie Anubias etc.) verwendet und viel Grünzeug füttert. Dazu eignen sich überbrühte Landpflanzen wie Löwenzahn am besten. Das Überbrühen macht die Blätter zarter. Man kann sie auch vor dem Verfüttern einfrieren, das hat einen ähnlichen Effekt. Außerdem sollte man Flockenfutter auf pflanzlicher Basis verwenden und gerne auch für L-Welse hergestellte Chips. Das Maul von Chilodus ist zum Knabbern geschaffen, solche Chips beschäftigen die Tiere und sorgen mit dafür, dass sie nicht auf dumme Gedanken kommen und ihren Trieb zum Knabbern an den Flossen von Mitbewohnern ausleben.

Die chemische Wasserzusammensetzung ist für die Pflege von Chilodus innerhalb der für Zierfische normalen Parameter unwesentlich, in der Natur ist das Wasser in den Lebensräumen weich und sauer. Die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen. Chilodus sind Freilaicher ohne Brutpflege. Männchen sind kleiner und schlanker, sonstige Geschlechtsunterschiede sind nicht bekannt.

Für unsere Kunden: Die Nachzucht-Chilodus haben Code 217611 (2-3 cm) bis 217614 (5-7 cm), wilde haben Code 217601 bis 217605 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Tateurndina ocellicauda

26. Juni 2026

Neu-Guinea gehört immer noch zu den relativ wenig erforschten Regionen der Erde. Die Süßwasserfische von dort fanden erst spät den Weg in die Aquarien. Unter ihnen ist die Pastell- oder Schwanzfleckschläfergrundel, Tateurndina ocellicauda. Entdeckt wurde die kleine Art, die niemals größer als 5-6 cm wird, erst 1953. Anlässlich der vierten Archbold-Expedition sammelte Hobart M. Van Deusen die ersten Exemplare im Peria Creek, Kwagira River, etwa 10 Meilen von der Küste entfernt, in tümpelartigen Abschnitten. 1955 be­schrieb John T. Nichols vom American Mu­seum of Natural History die Grundel in einer neuen, eigens für sie aufgestellten Gattung, nämlich Tateurndina, als T. ocelli­cauda. Bis heute ist sie die einzige Art dieser Gattung geblieben. 

Für eine Süßwassergrundel ist die Pastell­grundel ganz außergewöhnlich bunt. Und sie hat eine absolut ungewöhnliche Lebens­weise. Meist sind Grundeln nämlich Boden­fische, die Pastellgrundel aber schwimmt frei im Wasser. Von ihrer Farbigkeit ahnte Nichols nicht das geringste, als er die neue Art be­schrieb. Seine in Alkohol konservierten Exemplare waren nämlich nur bräunlich, heller am Bauch. Das einzige, auffallende Farbmerkmal, das sie aufwiesen, war der große, teilweise hell eingefasste Schwanz­wurzelfleck, der dann auch als Inspiration für den Artnamen diente: „ocellicauda“ be­deutet „mit Augenfleck am Schwanz“. Dieser Augenfleck ist beim lebenden Tier aber gar nicht so augenfällig. Dagegen sind die herrlich roten, senkrechten Steifen auf blauem Grund auf den Körperseiten und die rot getupften, leuchtend gelb eingefassten Flossen echte Hingucker und machen die Pastellgrundel zu einem der schönsten Aquarienfische von Papua. Der Kopf ist der Hammer! Die Geschlechter sind bei der Pastellgrundel schon recht früh zu unterscheiden: Männchen haben einen flacheren Bauch als die Weibchen. Mit zunehmendem Alter entwickeln die Männchen einen immer höheren Kopf, bis sie im Alter schließlich fast etwas grotesk aussehen. Der Kopf erinnert zum Schluss etwas an den der Goldmakrelen oder Dolphins (Coryphaena). Es ist kein besonderer Zweck für diese Kopfform bekannt. Es gibt Buckelköpfe aber auch bei allerlei anderen Fischarten, vor allem Buntbarschen, aber auch Labyrinthfischen. Es sind vermutlich reine Luxusbildungen, ähnlich der prachtvollen Schwanzschleppe des Pfaus und dient in erster Linie dazu, die Frauen anzumachen und die anderen Männer einzuschüchtern.

Aquaristisch wurde die Pastellgrundel erst spät, in den 1980er Jahren, bekannt. Sie eroberte aber die Herzen der Liebhaber im Sturm, denn sie vereint viele positive Eigenschaften in sich: sie ist stets sichtbar und sehr farbig; sie ist völlig anspruchslos in Bezug auf die Wasserzusammensetzung und die Fütterung; sie ist (zumindest meistens) friedlich; und sie ist leicht zu züchten. Und letzteres macht sie wiederum zu einer ungewöhnlichen Grundel. Die allermeisten Grundelarten kommen sehr unterentwickelt zur Welt. Wenn sie schlüpfen, sind es kaum entwickelte Larven, die sich mit den Meeresströmungen treiben lassen und im Plankton heranwachsen. Das tun sogar die meisten Süßwassserarten. Sie laichen zwar im Süßwasser ab, die Larven werden aber mit der Strömung der Bäche und Flüsse ins Meer gespült. Bei Tateurndina ist das anders: Die Larven schlüpfen nach ca. 10 Tagen aus den vergleichsweise riesigen Eiern und obwohl sie frei im Wasser schwimmen und nur wie Glassplitter aussehen, können sie bereits gut genug schwimmen, um in der Nähe des Geburtsortes zu bleiben, wo sie auch heranwachsen.Das Männchen bewacht alleine das Gelege, das Weibchen hat nichts mit der Brutpflege zu tun. Man entfernt das Weibchen darum nach der Eiablage.

Die Pastellgrundel eignet sich grundsätzlich hervorragend für Gesellschaftsbecken. Es ist dabei gleichgültig, wie viele Exemplare wel­chen Geschlechts im Becken schwimmen, untereinander sind sie immer friedlich. Nur gegenüber manchen Fremdfischen mit lang ausgezogenen Flossen können sie oft nicht widerstehen und knabbern die Flossen an. Gerade der geografisch und bezüglich der Größe so gut passende Iriatherina werneri (Fili­gran- oder Prachtregenbogenfisch) sollte darum nicht mit Pastellgrundeln gemeinsam gepflegt werden. Gut geeignete Gesell­schafter sind hingegen Regenbogenfische der Gattung Melanotaenia, Barben, Salmler, Leuchtaugenfische, Welse, Zwergbunt­barsche oder Schmerlen. Man kann Tate­urndina mit Trockenfutter, Frostfutter und Lebendfutter füttern, sie lässt sich alles schmecken, nur für Pflanzen als Nahrung inter­essiert sie sich nicht. Aber dagegen hat schließlich kein Aquarianer etwas ein­zuwenden….

Für unsere Kunden: die Tiere haben, ja nach Größe, Code 461001 (sm) bis 461004 (lg-xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Spatuloricaria tuira

26. Juni 2026

Die Gattung Spatuloricaria besteht aus 13 wissenschaftlich beschriebenen Arten. Die Gattung hat ein extrem weites Verbreitungsgebiet vom Süden Südamerikas (Argentinien, Paraguay, Uruguay, südliches Brasilien) bis nach Panama im Norden. Es gibt sie zudem auf beiden Abdachungen der Anden. 11 der 13 Arten wurden bis 1945 beschrieben, erst 70 Jahre später kamen zwei neue Arten hinzu: S. tuira aus den Flüssen Xingu und Tapajós in Brasilien (2014) und S. terracanticum aus dem Einzug des Orinoko (2018). Leider sind diese beiden jüngsten Arbeiten, in denen die neu zu beschreibenden Arten notwendigerweise gegen die bestehenden Arten abgegrenzt werden müssen, teils etwas widersprüchlich. Außerdem ist mindestens eine sehr charakteristisch gefärbte Art aus Peru offenbar noch nicht wissenschaftlich erfasst, wird aber ab und zu importiert (siehe:https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/spatuloricaria-sp-black-white-peru/). 

Die Art Spatuloricaria tuira aus Brasilien (Xingu- und Tapajós-Einzug) ist die kleinste Art der Gattung. Geschlechtsreife Männchen haben in der Natur eine Standardlänge (also ohne Schwanzflosse) zwischen etwa 9 und 15 cm. Hinzu kommt bei allen Spatuloricaria noch das sehr lange Filament an der Oberkante der Schwanzflosse. Im Aquarium werden sie wahrscheinlich etwas größer, bleiben aber trotzdem handlich. Die Art S. tuira ist gut zu bestimmen, denn sie hat eine völlig nackten Bauch. Dieses Merkmal hat innerhalb der Gattung sonst nur S. nudiventris (Einzüge der Flüsse La Plata und Sao Francisco in Argentinien und Brasilien), bei allen anderen Spatuloricaria befinden sich am Bauch Knochenplättchen. Von S. nudiventris unterscheidet sich S. tuira leicht durch die Anzahl der Querbinden am Rücken: fünf bei S. tuira gegenüber vier S. nudiventris. 

Männchen von Spatuloricaria entwickeln zur Brutzeit einen enormen „Backenbart“, der sich nach der Brutperiode wieder zurückbildet. Spatuloricaria sind Höhlenbrüter, die gerne an der Unterseite von flachen Steinplatten laichen. Zuchtberichte finden sich in der Zeitschrift Amazonas, Heft 12 (7/8, 2007) auf den Seiten 47-55.

Spatuloricaria sind Gemischtköstler mit einem Schwerpunkt auf tierischen Futtermitteln. Daneben kann aber gelegentlich auch z.B. Flockenfutter auf Basis pflanzlicher Stoffe gereicht werden. Die langen, gekrümmten Fangzähne im Oberkiefer deuten darauf hin, dass diese Art in der Natur vor allem Schnecken frisst, denn solche Zähne machen nur in diesem Zusammenhang Sinn: zum Herausziehen des Weichkörpers der Schnecke aus dem Gehäuse. Aquarienbeobachtungen zu dem Thema stehen noch aus.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 293794 (8-14 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Fichberg, I., O. T. Oyakawa & M. C. C. de Pinna (2014): The end of an almost 70-year wait: a new species of Spatuloricaria (Siluriformes: Loricariidae) from the Rio Xingu and Rio Tapajós basins. Copeia 2014 (no. 2): 317-324.

Londoño-Burbano, A., A. Urbano-Bonilla, Y. Rojas-Molina, H. Ramírez-Gil & S. Prada-Pedreros (2018): A new species of Spatuloricaria Schultz, 1944 (Siluriformes: Loricariidae), from the Orinoco River basin, Colombia. Copeia v. 106 (no. 4): 611-621.

Text & Photos: Frank Schäfer

Moenkhausia agnesae

26. Juni 2026

Aus Peru erhalten wir immer wieder einmal die fantastische Moenkhausia agnesae. Es handelt sich um eine größere Salmlerart, die aufgrund ihrer Robustheit gut mit Buntbarschen und Welsen gepflegt werden kann. Die erreichbare Maximallänge wird mit etwa 8 cm angegeben.

  

Früher wurde diese Salmlerart häufig mit Moenkhausia simulata (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/moenkhausia-simulata/) verwechselt. Bei M. simulata sind die waagrerechten Streifen am Körper jedoch alle schwärzlich, während sie bei M. agnesae im Rückenbereich rötlich sind. Sehr ähnlich ist auch Hyphessobrycon hexastichos (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/hyphessobrycon-hexastichos/)

Für unsere Kunden: die Fische haben, je nach Größe, Code 268572 (2-3 cm) bis 268575 (5-8 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Guppy Endler Super Red Yellow Top

19. Juni 2026

Eine ganz bezaubernde neue Zuchtvariante haben wir aus Thailand erhalten: Super Red Yellow Top. Es handelt sich um einen Endler-Typ (Poecilia wingei), also klein und zierlich. Alle Männchen sehen ziemlich einheitlich gefärbt aus, die Varianz ist nur sehr gering und beschränkt sich im Wesentlichen auf den hellen Schulterstreifen. Woher allerdings die im Namen gewählte Zusatzbezeichnung „Yellow Top“ (also gelbe Oberseite) kommt, entzieht sich unserer Kenntnis.

Der Rücken der Männchen ist wildgrau und dunkelt – das ist typisch für Endler – bei der Balz in ihrer intensivsten Phase nach. Auch die Rückenflosse kann dann schwarz werden. Sehr auffällig ist die Schwanzflossenfärbung. Die Oberkante ist weiß, im transparenten Teil sind orangefarbene Punkte, von denen der unmittelbar am Schwanzflossenansatz gelegene besonders groß und sehr auffällig ist. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 419027 auf unserer Stockliste. Wir erhalten Männchen und Weibchen dieser Variante, die bei uns im Haus getrennt untergebracht sind. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Astronotus cf. crassipinnis „Bumble Bee“

19. Juni 2026

Bei kaum anderen Gattung südamerikanischer Großbuntbarsche herrscht bezüglich der Artabgrenzung derartige Verwirrung, wie bei den Oskars (Astronotus). Lange Zeit wurden nur zwei Arten allgemein anerkannt, nämlich A. ocellatus und A. crassipinnis. Es gibt aber augenscheinlich erheblich mehr Arten; gegenwärtig (2026) sind A. crassipinnis, A. mikoljii und A. ocellatus allgemein akzeptiert, A. rubroocellatus und A. zebra nur mit Fragezeichen. Genetisch kann man mindestens 6 verschiedene Arten unterscheiden, aber es bleibt unklar, wie sie benannt werden müssen.

Die Unterscheidung der Oskar-Arten ist also ausgesprochen kniffelig und gelingt mit Sicherheit nur mit molekularbiologischen Methoden (DNS-Analyse). Allerdings ist die Jungfischfärbung von drei der als gültig angesehenen Arten sehr verschieden. Den „gewöhnlichen“ Oskar, A. ocellatus, kennt man ja hinlänglich aus dem Zoofachhandel, A. rubroocellatus sieht als Baby genauso aus (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/astronotus-rubroocellatus-rio-negro/). A. crassipinnis-Jungtiere sind sehr auffällig gelb-schwarz-gefärbt („Bumble-Bee-Oskars“) – sie zeigen wir in diesem Beitrag – und A. mikoljii-Kinder sind sehr bunt (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/astronotus-mikoljii-3/)

Ab und zu importieren wir sehr hübsche, junge Oskars aus Brasilien, die unter dem Namen „Astronotus crassipinnis“ angeboten werden. Die Art A. crassipinnis gibt es in Brasilien, aber es gibt keine Möglichkeit, zu überprüfen, ob die Artzuordnung stimmt. Wir vermuten, es handelt sich bei den Tieren um Nachzuchten, höchstwahrscheinlich aus der Aquakultuur für Speisefische. Wegen der oben geschilderten Unsicherheiten bezeichnen wir diese Tiere als Astronotus cf. crassipinnis „Bumble Bee“.

Die bildschönen Fische zeigen das typische Verhalten aller Astronotus-Kinder: sie haben ein starkes Bedürfnis, mit Artgenossen zusammen zu sein. Die auffällige Färbung aller jungen Oskars ist in Wirklichkeit eine Tarnfärbung. Die Tiere schließen sich nämlich in größeren Verbänden zusammen und schwimmen so eng beieinander, dass sie für einen potentiellen Angreifer wie ein einziger, großer Fisch aussehen. 

Der Verlust der Kinderzeichnung deutet sich dadurch an, dass die Tiere ihren typischen Augenfleck auf der Schwanzwurzel entwickeln. Von da an fangen die jungen Oskars an, eher einzeln (bzw. in Kleinverbänden) zu leben. Der Augenfleck dient wiederum dazu, Angreifer (die sich beim Beutemachen nach dem Auge des Opfers orientieren) in die Irre zu führen. Oskars fressen ab dieser Größe selbst am liebsten kleine Fische, nehmen aber im Aquarium auch jede andere Sorte kräftigen Futters fleischlicher Natur.

Wie diese Bumble Bee Oskars aus Brasilien als voll erwachsene Fische aussehen, wissen wir nicht. Man kann aber mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass auch diese Astronotus-Art etwa 25-30 cm lang wird. Allerdings können wir gelegentlich größere Wildfang-Oskars (15-18 cm) aus Paraguay importieren, die wir für A. crassipinnis halten und die ebenfalls eine sehr markante und von den allgemein bekannten Oskars abweichende Zeichnung haben, die aus einer senkrechten Gelb-Schwarz-Färbung besteht.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 632302 (4-6 cm) bis 632307 (15-18 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Farlowella amazonum Nachzucht

19. Juni 2026

Der Nadelwels Farlowella amazonum wird deutlich seltener als einige seiner Gattungsgenossen importiert. Wildfänge der Art stellen wir hier vor: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/farlowella-amazonum/, allgemeine Pflegehinweise finden Sie hier: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/farlowella_platorhynchus_de/

Die Nachzucht von Farlowella ist an sich nicht schwieriger als die anderer offenbrütender Harnischwelse wie z.B. Sturisoma und Co. Sie wird aber selten praktiziert, weil der allgemeine Bedarf durch Wildfänge gut gedeckt ist. Aber bei selteneren Arten sieht das etwas anders aus, so z.B. bei F. amazonum. Dabei soll „selten“ nicht heißen, sie seien in der Natur selten. Das sind sie nicht. Aber sie werden von den Fängern in Brasilien nur selten mitgebracht. Darum freuen wir uns, nun erstmals Nachzuchten dieser schönen Art anbieten und damit die Bedarfslücke decken zu können.

Für unsere Kunden: die Nachzuchtexemplare von F. amazonum haben Code 253644 (12-15 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hoplisoma sp. CW162 Rena

19. Juni 2026

Als „Kindchenschema“ bezeichnet man in der Verhaltenskunde eine Kombination von körperlichen Merkmalen, die beim Betrachter instinktive Reaktionen hervorrufen, die eigentlich nur durch Junge der eigenen Art ausgelöst werden können: Beschützerinstinkte. Außerdem findet man Babys allgemein niedlich und steht ihnen positiv gegenüber. Zum Kindchenschema gehören u.a. ein pummeliger Körperbau, große Augen und ein verkürzter Gesichtsschädel. Bei Fischen findet man eher selten Arten, die dem Kindchenschema entsprechen. Am häufigsten tritt das Phänomen bei bestimmten Zuchtformen des Goldfisches auf. Aber der rare und neue Panzerwels CW162, den wir Ihnen hier vorstellen, hat auch etwas davon.

CW162 ist zweifellos ein Vertreter der Gattung Hoplisoma. Am ähnlichsten ist er H. eversi und H. multimaculatum, es gibt aber farbliche Unterschiede; zudem ist das Vorkommensgebiet von CW162 weitab von denen der beiden genannten Arten. Genaueres ist noch nicht bekannt, jedoch wird CW162 im oberen Einzug des Rio Tapajós in Brasilien gefunden. Die ersten Tiere wurden von den Exporteuren als „Corydoras Rena“ angeboten; was dieser Name bedeuten soll, wissen wir nicht. Was uns besonders auffällt ist die gedrungene Gestalt dieser Art. Es sind richtig nette Pummelchen! Das ist keine Artefakt, das auf zu üppige Nahrung zurückzuführen ist. Obwohl unsere Tiere deutsche Nachzuchten sind: bereits die Wildfänge hatten diese charakteristische Körperform.

Für unsere Kunden: CW162 hat Code 248802 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Balantiocheilos melanopterus

19. Juni 2026

Zu den beliebtesten Zierfischen Asiens gehört die Haibarbe, Balantiocheilos melanopterus. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet umfasst die großen Sundainseln Sumatra und Borneo, sowie die Malaiische Halbinsel. Die Typuslokalität der bereits 1850 als Barbus melanopterus beschriebenen Art ist Bandjarmasin auf Borneo. Aquaristisch bekannt wurde sie allerdings erst über 100 Jahre später. Erste Importe nach Deutschland erfolgten 1959 aus Thailand. Man war so begeistert von den Fischen, dass die DDR-Zeitschrift Aquarien-Terrarien sogar ein Farbfoto spendierte. 

Bis vor relativ kurzer Zeit (2007) glaubte man, es gäbe nur eine Art der Haibarben, nämlich Balantiocheilos melanopterus (oft wird der Gattungsname falsch mit -us am Ende geschrieben). Dann beschrieben die Wissenschaftler Ng und Kottelat eine zweite Art, nämlich B. ambusticauda. Die beiden Arten unterscheiden sich als Jungfische nicht voneinander, nur bei erwachsenen Exemplaren (B. ambusticauda wird 20, B. melanopterus 35 cm lang) gibt es einen deutlichen Unterschied in der Kopfform (speziell Interessierte seien auf die Originalbeschreibung von B. ambusticauda verwiesen: Ng, H.H. & M. Kottelat (2007): Balantiocheilos ambusticauda, a new and possibly extinct species of cyprinid fish from Indochina (Cypriniformes: Cyprinidae). Zootaxa 1463: 13-20, http://www.mapress.com/j/zt/article/view/zootaxa.1463.1.2). In dieser Beschreibung genannte Farbunterschiede zwischen B. ambusticauda und B. melanopterus bezüglich der After- und Bauchflossenfärbung treffen jedoch nur bedingt zu, denn historische Fotos von B. ambusticauda wie das oben zitierte Farbfoto aus der Aquarien-Terrarien lassen sie nicht erkennen.

B. ambusticauda stammte aus der Umgebung des Bung Borapet in Thailand. Man muss das in der Vergangenheitsform schreiben, denn die Art gilt derzeit als ausgestorben. In Thailand werden Haibarben zwar seit den 1980er Jahren gezüchtet, aber der Zuchtstamm geht auf aus Indonesien importierte Exemplare zurück, es handelt sich also um „echte“ B. melanopterus. Auch in Indonesien gilt die Haibarbe als gefährdete Art. Da seit Dekaden keine Wildfänge mehr als Zierfisch gehandelt werden, kann der Fang für diese Zwecke als Gefährdungsursache ausgeschlossen werden.

Haibarben sind verhältnismäßig große Fische. Das Rekordmaß von etwa 35 cm wird natürlich nur alle Jubeljahre mal erreicht, aber auf 15-20 cm wachsen normal gepflegte Tiere regelmäßig heran. Ein großes Aquarium ist also Voraussetzung für die Pflege; es sollte immer ca. 10x so lang wie das größte Tier im Trupp sein, denn Haibarben sind Schwarmfische und sollten stets in Gruppen ab 5 Exemplaren aufwärts gepflegt werden. Dann sind sie wegen ihrer stets straff offen getragenen Flossen herrliche Blickfänge im Aquarium. Es sind friedliche Tiere, die mit jedem Leitungswasser zufrieden sind. Die Temperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen, etwas mehr oder weniger schadet auch nicht, wenn es nicht dauerhaft so ist. Haibarben sind gierige Allesfresser, die auch zarte Pflanzenteile beknabbern. Man sollte ballaststoffreich und proteinarm füttern. Unmäßig dicke Haibarben sieht man leider viel zu oft. Das ist häßlich, ungesund und verkürzt die Lebensdauer erheblich, die im Aquarium bis zu 13 Jahren betragen kann.

Für unsere Kunden: Haibarben haben Code 368601 (3-4 cm) bis 368607 (12-15 cm) für importierte Nachzuchtexemplare und 368612 für EU-Nachzuchten (4-5 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Minigurami „Vietnam“

12. Juni 2026

Eine buchstäblich kleine Sensation erreichte uns aus Vietnam: ein neuer Miniaturgurami, der zu keiner bislang beschriebenen Gattung oder Art gehört. Und die Zwerge, sie werden nur 1-2 cm lang, sind auch noch außerordentlich hübsch!

Entdeckt wurden die Tierchen von vietnamesischen Naturfreunden, die sie zuerst im September 2025 fanden. Das Vorkommensgebiet liegt in Zentralvietnam, unweit der bekannten Kaiserstadt Hue. Das Biotop ist in der englischen Liebhaberzeitschrift „Labyrinth“, dem Organ der Anabantoid Association of Great Britain (AAGB) abgebildet (Heft 216, Frühjahr 2026: 7-8). Es handelt sich um einen recht offenen Lebensraum am Fuß von einem Gebirgszug. Die chemische Wasserzusammensetzung: 22-26°C, TDS 40 (das sind etwa 2° dGH), pH 5,5.

Die neue Art ist sicherlich am engsten verwandt mit Parosphromenus (Prachtzwergguramis). Wie diese und deren enge Cousins, die Spitzschwanzmakropoden (Pseudosphromenus und Malpulutta) sind die neuen Minis Höhlenbrüter – denn die Zucht ist bereits gelungen! Leider können wir noch nichts sicheres über Geschlechtsunterschiede sagen. In neutraler Färbung haben die neuen Minis zwei Längsbänder auf beigefarbenem Grund. Wenn sie in Stimmung kommen verschwindet das dunkle Rückenband und wird durch ein ziegelrotes Band ersetzt. Entlang des mittleren Längsbandes haben die vermutlichen Männchen blaue Glitzerschuppen, während der Brutpflege wird der Bauch blitzeblau. Aber wir haben noch kein Merkmal gefunden, das es erlauben würde, die Geschlechter sicher zu unterscheiden, vor allem nicht, wenn man sie fangen will, denn dann verlieren sie schlagartig jede Farbe.

Wir schätzen den neuen Zwerg, für den der treffende, aber wissenschaftlich nicht gültige Name „Microsphromenus sp. Vietnam“ (oder auch „M. sp. XD 11“ oder „Pho Xua Gourami“) im Umlauf ist, als Spezialistenfisch ein. Diese Mini-Tiere sind aquaristisch wahrscheinlich am ehesten mit dem gleichfalls winzigen Parosphromenus ornaticauda zu vergleichen. Die Jungfischanzahl pro Gelege ist gering, auf einem Foto konnten wir 12 Larven auszählen. Die gute Nachricht: höchstwahrscheinlich werden die neuen Zwerge dafür ziemlich alt, mehrere Jahre sind zu erwarten, wenn sie ökologisch analog zu den Paros aufgestellt sind.

Als Nahrung bieten sich – wiederum analog zu den Paros – Artemia-Nauplien als Futterbasis an. 

Von allem anderen abgesehen: dass so ein Zwerglabyrinther dieses Verwandtschaftskreises, über 1.200 Kilometer weiter östlich vom nächsten Paro-Fundort in Thailand, in einem ichthyologisch doch recht gut untersuchten Gebiet entdeckt wird, ist schlicht und ergreifend sensationell. Bleibt zu hoffen, dass die wenigen Exemplare, die jetzt auf dem Zierfischmarkt verfügbar sind, zu guten Züchtern gelangen, die einen Aquarienstamm des neuen Minigurami aufbauen können.

Für unsere Kunden: die Tierchen haben Code 430203 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Minh Thu, Wentian Shi, Le Duy Thinh & Bui Manh (2026): A new micro-osphromenoid from Vietnam. AAGB Labyrinth #216: 7-8.

Text & Photos: Frank Schäfer

Limia vittata

12. Juni 2026

Einen ganz entzückenden Lebengebärenden erhalten wir von einem Züchter aus Thailand: Limia vittata. Aquaristisch ist diese Art, die ursprünglich aus Kuba stammt, zwar schon sehr lange bekannt: als Erstimportdatum wird 1913 genannt. Im Hobby sind die Tiere aber nur sporadisch erhältlich.

Das ist kaum zu verstehen, denn jedes Tier hat ein individuell unterschiedliches Tupfenmuster, wodurch sich ein Schwarm sehr ansprechend präsentiert. Mit bis zu 10 cm Länge gehören die Weibchen zu den größten Arten der Lebendgebärenden Zahnkarpfen überhaupt, wenn diese Angabe denn stimmt. Manchmal kann man sich nur schwer des Eindrucks erwehren, dass auch früher schon manchmal den Autoren „die Gäule durchgingen“ und sie etwas Anglerlatein poduzierten… aber auf jeden Fall sollte man den Tieren möglichst große Aquarien zur Verfügung stellen, damit sie auswachsen können.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 424892 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Ptychochromis insolitus

12. Juni 2026

Zu den seltensten Tieren der Welt zählt dieser Madagaskar-Cichlide, der erst 2006 wissenschaftlich beschrieben wurde und schon 2013 musste man befürchten, dass er ausgestorben sei. Es gab ihn nur in einem einzigen Fluss auf Madagskar, dem Mangarahara, nach dem der Barsch auch Mangarahara-Buntbarsch genannt wird. Ein Staudammprojekt und übermäßige Wasserentnahme für die Landwirtschaft ließ den Fluss austrocknen. Mit dem Fluss starben alle Fische, die in ihm lebten. Es grenzt an ein Wunder, dass man im Amboaboa-Becken in einem Restwasseergebiet noch einige wenige lebende Exemplare von Ptychochromis insolitus entdeckte und mit ihnen die Zucht gelang. Engagierte Naturschützer, darunter auch viele private Aquarianer, versuchen heute, diesen letzten Rückzugsort auf Madagaskar zu schützen. Gleichzeitig baut man ein Erhaltungszuchtprogramm für die Fischart auf. 

Beide Aktionen sind erfolgreich. Auch wir können gelegentlich einige Nachzuchtexemplare dieses Offenbrüters mit Mutterfamilie anbieten. Wir wünschen uns sehr, dass die Tiere Teil des Erhaltungszuchtprogrammes werden und dass sich die künftigen Besitzer im Citizen Conservation-Projekt beteiligen (https://citizen-conservation.org/arten/mangarahara-buntbarsch/?cookie=ok). Denn die Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt zwar einerseits, dass es gut gelingt, ohne Inzuchtschäden Fischarten über Jahrzehnte, ja sogar über ein Jahrhundert hinweg gesund im Aquarium zu züchten, aber bei Arten, wie dem Mangarahara-Buntbarsch, der  nicht unbedingt dem Idealbild eines „Zierfisches“ entspricht, bedarf es doch besonderer Anstrengungen.

Ptychochromis insolitus wird etwa 15 cm lang. Man pflegt ihn am besten in einer Gruppe in relativ großen Aquarien (500l), da diese Art – typisch Buntbarsch – auch mal etwas robust gegen Artgenossen sein kann. Dann ist es gut, wenn sich die Prügel auf mehrere Tiere verteilt und diese auch Platz haben, auszuweichen. Aus dem Trupp findet sich auch am leichtesten ein Paar, das gut miteinander harmoniert und schließlich dafür sorgt, dass der Mangarahara-Buntbarsch nicht endgültig von unserem Planeten verschwindet.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 574152 (4-6 cm), 574153 (6-8 cm) und 574154 (8-10cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text: Frank Schäfer, Photos: Frank Schäfer und H. Zell

Hoplisoma rikbaktsa (CW154)

12. Juni 2026

Wir können diesen ungewöhnlichen, erst im Jahr 2020 entdeckten Panzerwels aus Brasilien als deutsche Nachzucht anbieten. Hoplisoma rikbaktsa ist nur aus einem kleinen Verbreitungsgebiet aus dem oberen Einzug des Rio Tapajós bekannt. Benannt wurde die Art nach dem dort ursprünglich einmal lebenden Volk der Rikbaktsa (auch als Rikbakta oder Erikbaktsa bezeichnet), das während der 1960er Jahre durch eingeschleppte Krankheiten nahezu ausgelöscht wurde.

Die dunkle Gesichtsmaske ist ein optisch sehr auffallendes Merkmal der Art. In der wissenschaftlichen Erstbeschreibung wird die Art darum vor allem mit den Arten atropersonatus, griseus und sychri vergleichen, die ebenfalls eine solch prominente Gesichtsmaske aufweisen. Ein erfahrener Aquarianer wird H. rikbaktsa aber kaum mit diesen Arten verwechseln, dazu sehen sie einfach zu unterschiedlich aus.

Erwähnenswert ist, dass H. rikbaktsa einen Geschlechtsunterschied aufweist, den man sonst eher von Langschnäuzern (also „echten“ Corydoras) und der Gattung Scleromystax kennt: die Männchen haben mit ca. 3 – 3,5 cm Standardlänge Odontoden (also Hautdornen, vereinfacht ausgedrückt: einen Bart) auf den Wangen, am Schultergürtel und entlang der Brustflossenstacheln. Die Färbung der Tiere ist etwas variabler, als man anhand der Erstbeschreibung annehmen könnte. Entlang der Körpermitte kann ein dünnes Längsband verlaufen, das aber auch in einzelne Flecken aufgelöst sein kann. Die maximal erreichbare Größe liegt wahrscheinlich bei ca. 5 cm. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 243022 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur: 

Lima, F. C. T. & M. R. Britto (2020): A new Corydoras (Ostariophysi: Siluriformes: Callichthyidae) with an unusual sexual dimorphism from the rio Juruena basin, Brazil. Zootaxa 4742 (no. 3): 518-530.

Text & Photos: Frank Schäfer

Nothobranchius rubripinnis

5. Juni 2026

Nothobranchius rubripinnis ist eine der wunderschönen Arten der Prachtgrundkärpflinge. Sie wurde 1983 von reisenden Aquarianern (Wischmann und Seegers) im Küstenbereich von Tanzania, ca. 40 km südlich von Dar es Salaam, Einzugsgebiet des Mbezi River, entdeckt und auch lebend mit nach Deutschland gebracht. Dieser Stamm ist unter Killifisch-Spezialisten als „TZ 83/5“ bekannt. Einer der beiden Sammler, Lothar Seegers, beschäftigte sich auch wissenschaftlich mit diesen Fischen. Auf einer zweiten aquaristischen Forschungsreise 1985 (Roth, Wildekamp und Seegers) konnte eine weitere Population dieser noch unbeschriebenen Art  am Rand eines Reisfeldes gefunden werden. Hydrologisch gehört das Gebiet des zweiten Fundortes – er wird als „KTZ 85/28“ bezeichnet – zum Einzugsgebiet des Mbemkuru River. Eine dritte Aufsammlung aus dem Jahr 1994 (TZ 94/1), wie die erste aus dem Einzug des Mbezi River, erbrachte eine etwas bulligere Form, die auch farblich etwas abweicht. Bei TZ94/1 ist der Kopf intensiver rot gefärbt, der Körper weniger genetzt und im hinteren Teil des Körpers  erscheinen zwischen Rücken- und Afterflosse senkrechte Streifen. Im Jahr 1986 beschrieb Lothar Seegers die Art wissenschaftlich als Nothobranchius rubripinnis auf Basis der beiden bis dahin bekannten Aufsammlungen.

In der Natur leben diese Fische wohl nie länger als ein etwa halbes Jahr, auch wenn sie im Gewässern vorkommen können, die deutlich länger Wasser führen. Die Lebens- und Laichzeit scheint sich auf die Monate Dezember (Schlupf) bis Anfang Juli (Tod) zu beschränken. Glücklicherweise gilt gerade diese Killifisch-Schönheit als sehr produktiv und die gelegentlich in den Handel gelangenden Nachzuchttiere lassen sich auch heute noch den oben genannten Fundorttypen zuordnen. Die Bilder dieses Posts zeigen jüngere Exemplare von KTZ 85/28, die wir im Jahr 2008 anbieten konnten, und Tiere von TZ 94/1, die wir aktuell im Stock haben. Obwohl wir die Fische vom Züchter ohne Fundortinformation bekommen haben, zeigt sich doch, dass die typischen Merkmale über Jahrzehnte der Aquarienzucht stabil bleiben.

Einen Nachteil von Nothobranchius rubripinnis wollen wir nicht verschweigen, zumal er wahrscheinlich der Grund ist, weshalb diese schöne Art nur so selten im „normalen“ Zierfischhandel auftaucht. Die Männchen sind nämlich nicht nur feurige Liebhaber, sie raufen auch gern miteinander. Darum haben die allermeisten Tiere leichte Defekte an den Flossen, vor allem an der Schwanzflosse. Das ist zwar harmlos und heilt auch problemlos ab, ist aber optisch eine Beeinträchtigung. Glücklicherweise lassen sich echte Aquarianer aber von so etwas nicht abschrecken. Und so kann man hoffen, dass uns Nothobranchius rubripinnis auch weitere 40 Jahre im Aquarium aus Nachzuchten erhalten bleibt, denn Wildfänge aus Tanzania gibt es nicht im Handel.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 338203 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Apricaphanius saourensis

5. Juni 2026

Aquarien werden mehr und mehr zur letzten Überlebensbastion für kleine Fischarten. Leider nimmt der Verlust an Artenvielfalt ( = Biodiversität) durch Umweltveränderung ja immer dramatischere Ausmaße an und viele Arten müssen bereits auf die Stufe „vom Aussterben bedroht“ oder gar „in der Natur ausgestorben“ kategorisiert werden, kaum, dass man ihre Existenz entdeckt hat.

Der kleine Killifisch Apricaphanius saourensis ist ein gutes Beispiel dafür. Die drei Vertreter der Gattung Apricaphanius kommen am westlichen Mittelmeer vor. Lange Zeit galt A. iberus – der Spanienkärpfling – als einer der wenigen europäischen Vertreter der Killifische. Eine Form des Spanienkärpflings von der atlantischen Seite des Landes, die man zwar schon länger kannte, aber für eine Farbvariante von A. iberus hielt, wurde 2002 mit modernsten Methoden als eigenständige Art erkannt und als A. baeticus beschrieben. Eine weitere „Variante“ von A. iberus, die man nur aus einer einzigen Oase (Igli) in Nordwest-Algerien kannte, wurde 2006 als A. saourensis beschrieben. Über ihre Entdeckung wurde 1982  erstmals berichtet (Villwock & Scholl), wann genau diese Tiere ins Hobby kamen, ist nicht genau bekannt. Im Aqualog Old World Killis II von Lothar Seegers aus dem Jahr 1997 ist sie jedenfalls abgebildet.

Alle drei Apricaphanius gelten durch massive Umweltveränderungen als hochgradig bedroht, an dem einzigen bislang bekannten Fundort von Apricaphanius saourensis wurden schon seit Jahren keine mehr nachgewiesen, man stufte die Art als „in der Natur ausgestorben“ ein. Erst im Juni 2024 fand man in einem sehr isolierten Wadi wieder Apricaphanius, die A. saourensis sehr ähnlich sehen, etwa 150 km vom Originalfundort entfernt. Genetische Untersuchungen haben kürzlich gezeigt, dass es sich dabei tatsächlich um die gleiche Art handelt (Derouiche et al, 2026). Die Aquarienstämme von A. sarouensis gehen aber allesamt auf Aufsammlungen aus der Oase Igli zurück.

Apricaphanius sind keine Fische für Allerweltsaquarien. Sie stellen gewisse Ansprüche, die am besten in Artenbecken zu verwirklichen sind. Dazu gehört, dass sie schwankende Temperaturen brauchen (der Bereich geht von etwa 2°C bis ca. 30°C) und für ihr Wohlbefinden ist Salzzusatz zum Wasser wichtig (1-3g/l). Der pH-Wert sollte im leicht alkalischen Bereich liegen (7,5 -9), was sich in mittelhartem bis hartem Wasser am leichtesten realisieren lässt. 

Mit ihren 3-4,5 cm Gesamtlänge sind Apricaphanius kleine Fische, ausgewachsene Männchen in Balzstimmung sind hübsch, Männchen in Normalfärbung und die Weibchen sind es weniger. Es sind also echte Spezialistenfische, die wohl nie eine größere Anhängerschaft finden werden. Trotzdem ist die erfreuliche Botschaft: es ist nun schon mindestens 30 Jahre lang (eher länger)  gelungen, diese kleine Fischart durch die Zucht im Aquarium vor dem Aussterben zu bewahren. Das ist nur möglich, weil es keine staatlichen/bürokratischen Auflagen für die Pflege und Zucht gibt. Der Fall von Apricaphanius saourensis ist ein Paradebeispiel dafür, dass so genannte „Positiv-Listen“ (nach denen nur noch wenige Tierarten zur Pflege und Zucht erlaubt wären) vor allem eines bewirken würden: das Artensterben auf diesem Planeten würde sich gewaltig beschleunigen.

Für unsere Kunden: die Tierchen haben Code 300862 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur

Blanco, J. L., T. Hrbek & I. Doadrio (2006): A new species of the genus Aphanius (Nardo, 1832) (Actinopterygii, Cyprinodontidae) from Algeria. Zootaxa No. 1158: 39-53.

Derouiche, L., Tahri, R. & C. R. Fernandes (2026): Genetic evidence for the rediscovery in the wild of the critically endangered Sahara killifish Apricaphanius saourensis (Cyprinodontiformes: Aphaniidae). The Science of Nature 113: 21 (9pp).

Seegers, L. (1997): Aqualog: Old World Killis II. Mörfelden-Walldorf.

Villwock, W. & A. Scholl (1982): Ergänzende Mitteilungen über Aphanius aus der Oase Azraq/ Jordanien sowie Betrachtungen zum taxonomischen Status eines neuen A. iberus (Cyprinodontidae: Pisces) aus dem Oued Zousfana, Igli/Nordwest Algerien. Mitteilungen aus dem hamburgischen Zoologischen Museum und Institut, 79, 267–271.

Text & Photos: Frank Schäfer

Characidium cf. ortegai

5. Juni 2026

Wir haben es schon gelegentlich erwähnt: die Bestimmung von Characidium-Arten ist eine unerfreuliche Angelegenheit. Insgesamt werden gegenwärtig (2026) 88 Arten allgemein anerkannt, von denen rund 30 in den letzten 10 Jahren beschrieben wurden. Vor allem mit der Kenntnis der „alten“ Arten ist es nicht weit her. So weiß man bei einem Neuimport nie so recht einzuschätzen, ob es sich bei den Tieren um eine bereits beschriebene oder um eine wissenschaftlich unbekannte Art handelt. Ganz konkret haben wir einen niedlichen neuen Bodensalmler aus Peru importieren können. Über den Fundort ist nichts näheres bekannt. Insgesamt sind aus Peru erstaunlich wenige Characidium-Arten bekannt, nämlich nur 12: Characidium etheostoma, C. geryi, C. jivaro, C. ortegai, C. pellucidum, C. pteroides, C. pumarinri, C. purpuratum, C. roesseli, C. steindachneri, C. sterbai und C. zebra.

Unser Neuimport passt farblich sehr gut zu der erst vor wenigen Wochen publizierten neuen Art Characidium ortegai. Diese kleine Spezies wurde aus dem Ucayali-Einzug in Peru beschrieben; das größte bislang bekannte Exemplar hat eine Totallänge von 43,8 mm (Standardlänge ohne Schwanzflosse 34,8 mm). Doch leider gibt es einen Haken: Arttypisch für C. ortegai ist das Fehlen der Fettflosse, ein innerhalb der Gattung seltenes Merkmal. Bei unseren Tieren ist die Fettflosse dagegen gut ausgeprägt vorhanden. Nun bleiben drei Möglichkeiten: 1. Es handelt sich bei unseren Tieren um eine Population von C. ortegai mit Fettflosse (so etwas ist von anderen Salmlern durchaus bekannt). 2. Es handelt sich um eine andere der oben aufgezählen 12 Characidium-Arten (wobei die meisten nicht in Frage kommen, weil sie eine Zeichnung aus senkrechten Binden am Körper haben) und 3. Es handelt sich bei unseren Tieren um Angehörige einer wissenschaftlich noch nicht erfassten, neuen Art. Wir haben uns für Möglichkeit 1 entschieden, auf die Gefahr hin, uns später einmal korrigieren zu müssen – aber diese Gefahr besteht schließlich bei allen drei genannten Optionen gleichermaßen. Um unsere Unsicherheit auszudrücken, haben wir noch das Kürzel „cf.“ zwischen Art- und Gattungsnamen platziert. Es bedeutet „confer“, also „vergleiche mit“.

Ganz im Gegensatz zu der schwierigen Bestimmung ist die Pflege der neuen kleinen Bodensalmler sehr leicht. Unsere größten Exemplare – vermutlich Weibchen – sind etwa 3 cm lang (Totallänge). Auf den ersten Blick scheint die Zeichnung lediglich aus einem dunklen Längsband auf hellem Grund zu bestehen, am Ansatz der Schwanzflosse befindet sich der gattungstypische schwarze Punkt, alle Flossen sind transparent farblos. Doch schaut man genauer hin, so erkennt man, dass sich innerhalb des Längsbandes Flecken befinden und manchmal in der hinteren Körperhälfte auch dünne senkrechte Streifen. 

Untereinander und gegen artfremde Fische sind C. cf. ortegai völlig friedlich. Sie akzeptieren jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe. Pflanzen werden nicht beschädigt. Besondere Ansprüche an die Wasserzusammensetzung konnten wir nicht feststellen. Wir pflegen sie bei Temperaturen zwischen 22 und 26°C, wobei sie sich offensichtlich wohl fühlen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 215561 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Oliveira-Silva, L., R. Britzke, V. Meza-Vargas, M. H. Hidalgo, D. Faustino-Fuster, C. Oliveira & A. M. Zanata (2025): Morphological and molecular evidence reveals a new species of Characidium from the Ucayali-Urubamba Piedmont, Peru, and novel molecular clades are proposed within the genus. Journal of Fish Biology v. 108 (no. 2): 584-595.

Text & Photos. Frank Schäfer

Apistogramma ortegai

5. Juni 2026

Als um die Jahrtausendwende herum die ersten Papageien-Apistogramma aus Peru importiert wurden, stießen sie auf begeisterte Aquarianer. Es handelt sich wahrhaftig um herrlich bunte Fische. In den Folgejahren kamen diese und ähnlich Formen unter den verschiedensten Namen in den Handel: Apistogramma sp. Nanay, A. sp. Algodon1, A. sp. Algodon2, A. sp. Pebas, A. sp. Ampyacu, A. sp. Dolly, A. sp. Larinus, A. sp. Morado, A. sp. Noronha usw. und die Bezeichnung „Papagei“ wurde zusätzlich in den Schreibweisen „Papagey“ und „Papagai“ verwendet.

Oft handelte es sich bei den Importen augenscheinlich um Mix-Sendungen, darunter waren auch häufig A. cruzi und A. eunotus, aber es gab auch blitzeblaue Tiere (diese wurden später meist als „Pebas“ bezeichnet). Dieses Situation verleidete den Liebhabern etwas die Freude, denn die Weibchen sahen sich verflixt ähnlich. Wie sollte man mit so etwas züchten, ohne einen Aquarienhybriden zu schaffen?

Des Rätsels Lösung lautet: es handelte sich tatsächlich bei allen Tieren aus dem Rio Ampyacu um die gleiche, extrem polychromatische Art (die A. cruzi und A. eunotus stammten höchstwahrscheinlich aus anderen Sammelgebieten und wurden erst nachträglich den Ampyacu-Fisch beigemischt). Polychromatisch bedeutet „vielfarbig“ und bezeichnet eine Situation, in der die Färbung von Tieren der gleichen Art und Population individuell unterschiedlich ist. Die Fische kamen (und kommen) nicht aus dem Rio Nanay-Einzug (von dort stammten wahrscheinlich die A. cruzi und A. eunotus), sondern aus dem Rio Ampyacu-Einzug in Peru (Department Loreto, Distrikt Pebas). Bereits 2014 wurden sie als A. ortegai wissenschaftlich beschrieben und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass „Pebas“ (die blauen) und „Papagei“ (die bunten) zur gleichen Spezies gehören.

Einen konstanten Unterschied gibt es aber doch zwischen den blauen und den Papagei-Formen: in bestimmten Stimmungen, wenn die schwarzen Zeichnungselemente besonders gut sichtbar sind, erkennt man, dass die blauen Tiere einen einfachen, eher waagerechten Schwanzwurzelfleck besitzen und die Papageien-Formen einen hochovalen Doppelfleck auf der Schwanzwurzel. Dieses Merkmal betrifft beide Geschlechter. Leider lässt sich aber die Färbung, in der das gut zu erkennen ist, nicht provozieren. Somit ist es im Handel nicht möglich, die beiden Farbformen blau und Papagei sauber zu sortieren. Zumindest die Weibchen kommen daher bei Wildfängen fast immer gemischt in den Handel.

Die aquaristische Herausforderung besteht nun darin, diese Formvielfalt auch unter Nachzuchttieren zu erhalten, denn es hat sich bei polychromatischen Apistogramma schon oft gezeigt, dass diese Tiere durch selektive Zuchtwahl in den Aquarienstämmen ziemlich schnell ein einheitliches Aussehen bekommen. Meist wird dabei seitens der Züchter besonderer Wert auf bunte Farben gelegt – am liebsten Rot! Folgerichtig werden vorwiegend Papageien-Varianten als Nachzucht angeboten. Übrigens: die auf manchen Bildern sehr prominenten Unterbauchstreifen können stimmungsbedingt jederzeit vollständig ausgeblendet werden.

Für unsere Kunden: wir listen diesen Zwergbuntbarsch nach der in der jeweiligen Lieferung vorherrschenden Männchen-Färbung: Blau hat 618404 als Wildfang und 618412 als Nachzucht, Papagei hat 618304 als Wildfang, 618312 (Nachzucht, md) und 618313 (Nachzucht, md-lg). Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Britzke, R., C. Oliveira & S. O. Kullander (2014): Apistogramma ortegai (Teleostei: Cichlidae), a new species of cichlid fish from the Ampyiacu River in the Peruvian Amazon basin. Zootaxa 3869 (no. 4): 409-419

Text & Photos: Frank Schäfer

Pao palembangensis (früher Tetraodon palembangensis)

5. Juni 2026

Wir können immer wieder einmal in kleiner Stückzahl diesen unglaublichen Süßwasserkugelfisch importieren. Es handelt sich um eine sehr spezialisierte Art, die in der Natur nur auf Sumatra und Borneo vorkommt, wo sie sehr weiches, saures Wasser besiedelt. Dieser Kugelfisch ist eine reine Süßwasserart, die niemals das Brack- oder Meerwasser aufsucht.

Der merkwürdig gefärbte Bauch dient dem Nahrungserwerb. Pao palembangensis ist ein Raubfisch, der sich zum Jagen totstellt. Er hängt dann in den unmöglichsten Körperstellungen herum, sein marmorierter Bauch sieht aus wie Aas. Kommt ein kleiner Fisch oder eine Garnele, um vom Aas zu fressen, wird das Tier selbst zur Beute.

Unbestätigten Gerüchten zufolge sind die Weibchen weniger bucklig als die Männchen, auf jeden Fall bleiben die Männchen etwas kleiner. Deutliche äußere Geschlechtsunterschiede fehlen. Die Zucht ist bereits gelungen, der etwa 12-15 (selten bis 20) cm lange Fisch ist ein Höhlenbrüter.

In der Literatur wurde Pao palembangensis (früher: Tetraodon palembangensis) unbegreiflicherweise mit dem „Figur-8-Kugelfisch“, Dichotomyctere ocellatus (früher: Tetraodon biocellatus) verwechselt, einem etwa 8 cm lang werdenden Brackwasserkugelfisch, der auch heute noch als „Palembang-Kugelfisch“ bezeichnet wird (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/dichotomyctere-ocellatus-frueher-tetraodon-biocellatus/). Für Pao palembangensis bürgert sich darum mehr und mehr die umgangssprachliche Bezeichnung „Drachen-Kugelfisch“ ein.

Für unsere Kunden: Pao palembangensis hat – je nach Größe – Code 462551 (2-3 cm) bis 462556 (15-20 cm) auf unserer Stockliste, Dichotomyctere ocellatus hat Code 462500 (2 cm) bis 462507 (7-8 cm). Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Telmatherina bonti

29. Mai 2026

Aus dem Malili-See-System auf Sulawesi (früher Celebes) kommen vor allem spektakuläre Garnelen, Schnecken und Muscheln zu uns. Fünf Seen, drei große und zwei kleiner, bilden dieses System: Matano, Towuti, Mahalona, Lontoa und Masapi. Jetzt gelang uns wieder einmal der Import einer der dort endemisch lebenden Ährenfischarten, nämlich (höchstwahrscheinlich) Telmatherina bonti. Die Bestimmung von Telmatherina-Arten ist eine hochkomplexe Angelegenheit, weshalb wir nicht so völlig sicher sein können. Aber sehr viel spricht doch dafür, dass wir T. bonti importiert haben. Wie viele Ährenfische der Maliliseen ist auch diese Art polychromatisch, das heißt, Männchen wie Weibchen kommen in verschiedenen Farbspielarten vor. Bei T. bonti gibt es gelbe, weiße und gelb-weiße Individuen. In der Natur kommen sie bunt durcheinander vor und paaren sich auch untereinander. Es handelt sich also auf keinen Fall um Rassen oder Unterarten. Der Sinn dieses Polychromatismus ist unbekannt. Unser aktueller Import enthält nur gelbe Tiere.

Im Aquarium sind T. bonti, die etwa 8 cm lang werden können, sehr friedliche und lebhafte Fische. Die Pflege gelingt leicht, wenn man berücksichtigt, dass das Wasser in den Malili-Seen immer relativ warm (ca. 28°C) ist und sein pH Wert immer über 8 liegt. Beides sollte im Aquarium nachgeahmt werden. Gefressen wird jegliches Trocken- und Frostfutter. Abgelaicht wird in feinfiedrigen Pflanzen. Die Fische sind Dauerlaicher. Telmatherina bonti begeistert durch sein lebhaftes Wesen und die ständige Balz. Es wird nie langweilig, einen Schwarm dieser Fische zu beobachten – und ein Schwarm sollte es bei dieser Fischart immer sein!

Lexikon: Telmatherina: altgriechisch „telma“ bedeutet „Sumpf“, Atherina ist eine andere Ährenfischgattung. bonti: nach der einheimischen Bezeichnung der Art „bonti-bonti“ am Towuti-See.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 461235 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Helostoma temminckii

29. Mai 2026

Der Küssende Gurami (Helostoma temminckii) in seiner rosafarbenen Zuchtform ist einer der bekanntesten Labyrinthfische. Gezüchtet wird er eigentlich nicht als Zierfisch, sondern als Speisefisch. Die Art wird unter geeigneten (Mast-)Bedingungen bis zu 30 cm lang und gilt als delikat. In den nähstoffreichen, trüben Zuchtteichen sind die rosafarbigen Tiere  viel besser zu sehen als die grün-graue Wildform (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/helostoma-temmickii-green/), was die Kontrolle, Pflege und das Abfischen sehr erleichtern.

Im Aquarium erreicht der Fisch gewöhnlich nur 15-20 cm Länge und ist ein ziemlich friedlicher, auf jeden Fall aber interessanter Zierfisch für größere Aquarien. Das eigenartige Maul ist mit zahlreichen Zähnchen besetzt, die zum Abweiden von Aufwuchs (Algen und den darin enthaltenen Kleintieren) dienen. Das berühmte „Küssen“ dieser Fische hat nichts mit Zuneigungsbekundungen zu tun, sondern ist eine Form des im Fischreich weit verbreiteten Maulzerrens, einer ritualisierten Kampfhandlung.

Die Geschlechter sind beim Küssenden Gurami kaum zu unterscheiden. Die Männchen sind etwas weniger hochrückig. Im Gegensatz zu sehr vielen anderen Labyrinthfischen betreiben Küssende Guramis keinerlei Brutpflege, sondern geben den Laich (viele tausend Eier bei größeren Fischen) während einer Labyrinthfisch-typischen Umschlingung einfach frei ins Wasser ab. Die Eier haben kleine Öltröpfchen und schwimmen darum an der Wasseroberfläche. Hierzulande wird die Zucht so gut wie nicht betrieben, es ist viel einfacher und ökologisch auch sinnvoller, sie aus Südostasien zu importieren, wo die Zucht von Helostoma schon seit Jahrhunderten betrieben wird.

Die Pflege von Küssenden Guramis ist nicht schwer, jedes Wasser wird akzeptiert, jedes übliche Futter gefressen, es darf nur nicht zu grob sein. Die Wassertemperatur kann zwischen 20 und 30°C liegen. Man sollte stets mehrere Exemplare pflegen, auch wenn Helostoma temminckii keine Artgenossen zum Wohlbefinden benötigt. Aber es ist schon interessant, das „Küssen“ dieser Tiere zu beobachten und zum Küssen muss man nunmal mindestens zu zweit sein…

Für unsere Kunden: die Tiere haben – ja nach Größe – Code 421301 (3-4 cm) bis 421307 (12-15 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Gasteropelecus sternicla

29. Mai 2026

Der so genannte Gemeine Beilbauchsalmler Gasteropelecus sternicla kommt praktisch im gesamten Gebiet der Tropen Südamerikas vor. In diesem riesigen Areal haben sich vermutlich unterschiedliche genetische Linien entwickelt. Es ist jedenfalls extrem unwahrscheinlich, dass dem nicht so ist. Trotzdem sehen sie sich überall äußerst ähnlich: es sind schlicht und ergreifend Erfolgsmodelle der Evolution! Die Maximallänge dieser Art liegt bei etwa 6-7 cm.

Die Bilder zu diesem Post zeigen Tiere aus Kolumbien. Wir haben Gasteropelecus sternicla praktisch immer im Stock, manchmal auch als Nachzucht aus Indonesien. Die kolumbianischen Exemplare sind deshalb interessant, weil diese Tiere aus dem Rio Magdalena stammen. Dieser Fluss, der etwa die Größe des Rheins hat, ist von anderen Fluss-Systemen Südamerikas ziemlich isoliert und darum kommen viele seiner Fischarten ausschließlich dort vor; der Fachausdruck lautet: sie sind dort endemisch. 

Tatsächlich wurde aus dem Rio Magdalena auch 1912 eine Beilbauchfischart wissenschaftlich beschrieben, nämlich Thoracocharax magdalenae. Sie gilt heute als Synonym zu Gasteropelecus maculatus. Wir waren nun natürlich gespannt, ob die G. sternicla aus dem Rio Magdalena anders aussehen würden, als ihre Vettern aus anderen Gegenden. Fehlanzeige! Trotzdem ist es interessant, sie einmal gesehen zu haben…

Die Pflege von Gasteropelecus sternicla ist einfach, wenn man ein paar Grundregeln beachtet. Die Wasserwerte sind nebensächlich. Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 28°C betragen. Das Aquarium muss lückenlos abgedeckt sein, denn Gasteropelecus zählen zu den fliegenden Fischen. In der Natur ernähren sie sich von kleinen Insekten, nach denen sie springen. Eine kleine Mücke, die durch die gute Stube fliegt, kann dazu führen, dass der ganze Beilbauch-Schwarm auf dem Teppich landet! Außerdem muss man bei der Fütterung beachten, dass Beilbauchfische nur Futter von der Wasseroberfläche oder während des Absinkens nehmen. Da diese Fische einen kleinen Magen haben, sollte man mehrmals täglich in kleinen Portionen füttern (so viel, wie binnen 5 Minuten restlos aufgefressen wird). Beim Futter sind die Beilbäuche nicht sehr wählerisch. Insekten (z.B. Drosophila) sind ihr absolutes Lieblingsfutter, aber Trockenfutter oder gefriergetrocknetes Futter wird ebenfalls problemlos akzeptiert. Man sollte Beilbauchfische im Schwarm pflegen. Die Weibchen sind etwas größer und plumper als die Männchen. Die Geschlechterzusammenstellung spielt für die Pflege keine Rolle. Gasteropelecus sternicla sind gegen Artgenossen und artfremde Fische völlig friedlich.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – als Wildfang Code 254401 (sm) bis 254407 (xlg) und als Nachzucht 254412 (sm-md)  auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Gastrodermus hastatus (früher: Corydoras hastatus)

29. Mai 2026

Zwei Panzerwels-Arten werden umgangssprachlich als Zwergpanzerwelse bezeichnet. Die  nördliche Art ist Gastrodermus pygmaeus (oberer Amazonas in Peru, Ecuador, Brasilien und Kolumbien) siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/corydoras_pygmaeus_de/. Die südliche ist Gastrodermus hastatus; sie wird in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gefunden. Beide Arten wurden bis vor kurzem noch in der großen Sammelgattung Corydoras geführt, beide werden nur 2-3 cm groß. 

Den südlichen Zwergpanzerwels G. hastatus beziehen wir meist aus Paraguay. Im Gegensatz zu den meisten anderen Panzerwelsen sind die Zwergpanzerwelse weniger bodengebunden. Sie schwimmen genau so gerne im freien Wasser. Oft sind die Schwärme von G. hastatus gemischt mit mehreren Salmlerarten, die exakt die gleiche Färbung haben. Wozu das gut ist, können Sie hier nachlesen: https://www.aqualog.de/blog/die-paraguay-connection/

Man pflegt Zwergpanzerwelse in möglichst großen Schwärmen. Weniger als 6 Tiere sollten es nie sein. Die chemische Wasserzusammensetzung ist nebensächlich, jedes Trinkwasser ist geeignet. Gefressen wird jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe, allerdings nehmen die Tiere nur ungern Futter von der Wasseroberfläche, es sollte also absinken. Die Wassertemperatur kann und sollte bei der südlichen Art im Verlauf der Jahreszeit unterschiedlich sein. Es sollte eine kühle Periode mit Wassertemperaturen zwischen 16 und 22°C geben und eine warme mit 24-28°C warmem Wasser. Jede Periode kann etwa ein halbes Jahr andauern, wobei man sich bei der Eingewöhnung der Tiere an der jeweilige Jahreszeit im Ursprungsland orientieren sollte. In Paraguay mit seinem subtropischen Klima gibt es zwei zwei Hauptjahreszeiten: einen heißen Sommer (Oktober–März, bis über 40°C) und einem milden bis kühlen Winter (Mai–August). Sind G. hastatus einmal eingewöhnt, kann man den jahreszeitlichen Temperatur-Rhythmus den in unseren Breiten üblichen Temperatur-Perioden anpassen

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 232001 (sm) bis 232005 (lg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Crenuchus spilurus „Peru Super Orange“

18. Mai 2026

Der Prachtsalmler, Crenuchus spilurus, ist die einzige formell beschriebene Art der Gattung Crenuchus. Es gibt freilich noch mindestens eine weitere in Venezuela (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/eine_neue_crenuchus_art__de/). Ursprünglich wurde C. spilurus aus dem Essequibo River in Guyana beschrieben. Aus Peru haben wir extrem farbenprächtige Exemplare importieren können, die besonders durch die kräftigen Orangetöne und das intensive Rot der Flossen auffallen.

Im Gegensatz zu fast allen anderen Salmlern ist Crenuchus spilurus ein Höhlenbrüter, der zudem Brutpflege betreibt. Leider gelingt die Zucht nur selten. Die Geschlechter unterscheiden sich sehr leicht durch die segelförmig ausgezogene Rücken- und Afterflosse der Männchen. Bei den Weibchen sind diese Flosse normal ausgeprägt. Ungeachtet ihres großen Maules sind Crenuchus friedliche Tiere. Sehr kleine Fische werden zwar als Futter angesehen, aber das gilt ja für fast alle Fischarten.

Prachtsalmler sind ruhige Gesellen, die bodennah leben. Ihr Aquarium sollte nicht allzu stark beleuchtet sein und starke Strömung sollte man ebenfalls vermeiden. Gut bepflanzte, leicht schummrige Becken mit dunklem Bodengrund bringen die Farben von Crenuchus am besten zur Geltung. Ihren Namen „Prachtsalmler“ verdienen die Männchen voll und ganz, wenn sie untereinander mit weit gespreizten Flossen imponieren. Das tun sie aber nicht auf Bestellung – leider!

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 250245 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Clithon sowerbianum „Pink Lady“ und „Marble“

18. Mai 2026

Die als Mini-Rennschnecke bekannte Clithon sowerbianum ist, wie die meisten Rennschnecken, extrem variabel gefärbt. Schon im 19ten Jahrhundert wurden daher etliche Varianten wissenschaftlich benannt, denen man aber aktuell keine systematische Bedeutung mehr zumisst. Allerdings ist, das muss ganz klar gesagt werden, die Bestimmung der nach der internationalen wissenschaftlichen Datenbank WoRMS (World Register of Marine Spezies) 57 akzeptierten Clithon-Arten eine Angelegenheit für ausgesprochene Spezialisten.

Letztlich ist die exate Artbestimmung bei Clithon aber aus aquaristischer Sicht eher unerheblich, da alle Arten klein bleiben (um 2 cm), in Süß- und Brackwasser leben, gute Algenfresser sind und sich ohne spezielle Zuchtaquarien mit Meerwasser nicht vermehren. Sie gleichen einander also in ihren Pflegeansprüchen.

In jüngerer Zeit hat man in Südostasien, der Heimat dieser Schnecken, begonnen, sie nach Farben zu sortieren. Eine besonders begehrte Farbsortierung von Clithon sowerbianum ist dabei „Pink Lady“, in der eine tiefrosa Grundfärbung das Auswahlkriterium ist. Allerdings ist die Gehäusefärbung von C. sowerbianum so variabel, dass man tatsächlich nahezu jedes Individuum daran erkennen kann. Es scheint sich dabei zu verhalten wie bei den Fingerabdrücken von uns Menschen. Faszinierend, nicht wahr? Die übrigen C. sowerbianum werden ebenfalls mit einer adjektivischen Zusatzbezeichnung versehen, weil sie sich so einfach besser von den „Pink Lady“ auf den Preislisten unterscheiden lassen. Man nennt sie darum „Marble“ (zu deutsch: marmoriert).

Für unsere Kunden: „Pink Lady“ hat Code 485490, „Marble“ hat 485489 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Poecilia sphenops Black Orange Tail

18. Mai 2026

Wir haben es schon verschiedentlich erwähnt: ob die kurzflossigen Molly-Zuchtformen tatsächlich der Art Poecilia sphenops zuzuordnen sind, ist von wissenschaftlicher Seite noch nie untersucht worden. Im Hobby sind mindestens vier verschiedene Arten (P. butleri, P. mexicana, P. salvatoris und P. sphenops) mehr oder weniger regelmäßig vertreten, die sich mit normalen aquaristischen Methoden kaum unterscheiden lassen. Alle vier Arten wurden zeitweise – auch von wissenschaftlicher Seite – in der einen Art P. sphenops zusammengezogen. Aus dieser Zeit stammt die Klassifizierung, nach der die kurzflossigen Molly-Zuchtformen gewöhnlich als P. sphenops bezeichnet werden. In den über 100 Jahren, die diese Fische nun schon im Aquarium gezüchtet werden, kam es – bewusst oder unbewusst – immer wieder zu Kreuzungen. Viele dieser Kreuzungen führten zu abweichend aussehenden Exemplaren, deren Eigenschaften von den Züchtern durch geeignete Maßnahmen stabilisiert wurden. So kam es zu den vielen bunten Molly-Zuchtformen, die wir heute kennen.

Der neueste Stern am Molly-Himmel ist die sehr, sehr hübsche kurzflossige Molly-Zuchtform „Black Orange Tail“. Einen breiten orangefarbenen Schwanzflossensaum zeigen bereits viele wilde Molly-Arten und -Populationen, allerdings sind es hier im Wesentlichen ranghohe einzelne Männchen. In Südostasien ist es nun gelungen, dieses Merkmal stabil zu erzüchten, es wird unabhängig von der Rangordnung dauerhaft gezeigt. Allerdings wird man in den Becken mit diesen attraktiven Tieren vergeblich nach Weibchen Ausschau halten. Es sind ausschließlich Männchen. Wer mit diesen Tieren züchten möchte, muss also auf „normale“ Black-Molly-Weibchen zurückgreifen. Mollies der Form Black Orange Tail haben übrigens winzige, blaugrün schimmernde Glanzpunkte am Körper; das ist völlig normal und gehört so. Unsere Pfleger macht das allerdings nervös, denn auf den ersten Blick sehen diese Glanzpunkte einem Ichthyophthirius nicht unähnlich.

Pflege und Zucht von Mollies sind nicht ganz unproblematisch. Die Fische sind empfindlich gegen chemische und organische Belastungen des Wassers. Etwas Salzzugabe (1 kleiner Löffel auf 10 Liter Wasser) kann oft helfen, aber grundsätzlich sollte man auf hartes Wasser, stabilen pH-Wert über 7,5 und keimarme Bedingungen achten, um dauerhaft Freude an den Fischen zu haben. Sehr wichtig ist auch die richtige Fütterung. Mollies fressen in der Natur sehr viel pflanzliches Material in Form von Algen. Zu stark protein- und fetthaltiges Futter führt darum zu Darmerkrankungen. Das alles klingt komplizierter, als es ist. Nicht grundlos erfreuen seit dem Jahr 1909 Mollies die Aquarianer auf der ganzen Welt.

Für unsere Kunden: Poecilia sphenops Black Orange Tail hat Code 432173 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Brachyplatystoma juruense

18. Mai 2026

Der Rio Jurua ist ein rund 3.300 km langer Nebenfluss des Amazonas; er entspringt in Peru (Region Ucayali) und mündet in Brasilien, wo den Bundesstaat Amazonas durchläuft, in den Amazonas. Der Fluss ist Namenspate eines der unter Raubwelsfans begehrtesten Großwelses, nämlich Brachyplatystoma juruense. Die Art ist allerdings noch viel weiter verbreitet. Man kennt sie aus praktisch dem gesamten Einzug von Amazonas und Orinoko und den Ländern Bolivien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Peru und Venezuela. Mit gut 60 cm Endlänge ist er auch als Speisefisch sehr begehrt, zumal das Fleisch dieser Großwelse ausgezeichnet schmecken soll.

Brachyplatystoma juruense

Brachyplatystoma juruense

Der erwachsene Fisch ist ausgesprochen attraktiv gezeichnet und zeigt dunkle Streifen auf weißem oder gelblichem Grund. Die Jungtiere sind am Körper hingegen sehr variabel gefärbt, es gibt gepunktete, gestreifte oder auch einfarbige Exemplare, letztere können völlig schwarz oder auch nahezu weiß sein. Allen gemeinsam ist die zumindest in der oberen Hälfte weiße Schwanzflosse, an deren oberen Lappen sich ein körperlanges Filament befindet. Bereits die Jungtiere sind Fischjäger. Häufig stellen Sie sich schräg mit dem Kopf nach oben in die Strömung. In dieser Haltung dient das Schwanzflossenfilament der Stabilisierung der Schwimmhaltung, so wie es der Schwanz eines Drachen tut. Eine weitere, arttypische Körperhaltung ist, dass die Tiere auf ihre Bauchflossen gestützt am Boden sitzen und nach oben schauen. Möglicherweise dient das Schwanzflossenfilament in dieser Körperhaltung als „Angelköder“, der unvorsichtige Kleinfische anlockt. Bei erwachsenen Tieren sind die Schwanzflossenfilamente deutlich kürzer. 

Die Pflege solcher „Monsterfische“ ist etwas für Spezialisten, wir gehen an dieser Stelle darum nicht weiter darauf ein. Jungtiere importieren wir meist aus Peru, große Fische eher aus Brasilien.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 211200 (5-8 cm) bis 211208 (35-40 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Aspidoras kiriri

18. Mai 2026

Es tut sich was in der Gattung Aspidoras. Gegenwärtig gibt es18 anerkannte Arten. Einige altbekannte Namen wurde in die Synonymie geschickt (A. eurycephalus = albater, A. mariane = poecilus, A. menezesi = raimundi, A. microgaleatus = poecilus, A. spilotus = raimundi, A. taurus = albater), zwei Arten aus der Gattung geworfen (A. pauciradiatus steht jetzt in Gastrodermus, A. virgulatus in Scleromystax) und eine ganze Reihe von neuen Arten beschrieben. Zu letzteren gehört A. kiriri, dessen wissenschaftliche Beschreibung aus dem Jahr 2017 datiert.

Dieser Schmerlenpanzerwels, dessen Artname die indigenen Kiriri ehrt, die ursprünglich im östlichen Brasilien lebten, ist bislang nur aus zwei kleinen Flüssen im Oberlauf des Rio da Dona (Bundesstaat Bahia, Brasilien) bekannt. Dorthin verirrt sich üblicherweise kein Zierfischfänger und darum kommt die Art auch praktisch nicht in den Handel. Wir konnten im Frühjahr 2025 eine kleine Anzahl Tiere importieren, die direkt an einen unserer Züchter gingen. Die Nachzuchten dieser Exemplare können wir jetzt anbieten. 

Dieser hübsche, lebhafte und friedliche Fisch wird etwa 4 cm lang und kommt aus kühlem Wasser (um 21°C) mit saurem pH-Wert (4,6). Derart sauer muss das Wasser zur Pflege allerdings nicht sein, doch sollte man Aspidoras kiriri nicht zu warm halten. Das wäre unnatürlich und würde aller Erfahrung nach die Lebenserwartung der Fische stark verkürzen. Ansonsten gelten alle Grundregeln der Panzerwels-Pflege, die wir hier nicht wiederholen müssen.

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 208424 (wild, aktuell nicht lieferbar) und 208428 (Nachzucht, aktuell lieferbar) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hyphessobrycon robustulus

11. Mai 2026

Seit wir mit unserer Homepage vor über 20 Jahren online gingen, sind so manche Neuentdeckungen hier vorgestellt worden. Einige davon konnten sich als Zierfische etablieren, andere verschwanden wieder. Zur ersteren Kategorie gehört Hyphessobrycon robustulus, der zunächst als „Junior-Tetra“ aus Peru exportiert wurde; inzwischen wird er auch regelmäßig kommerziell gezüchtet. Unser Erstimport erfolgte im Jahr 2002. Der etwas ungewöhnliche Name kommt daher, dass der peruanische Exporteur – Jorge Panduro sen. – zu der Zeit der Entdeckung dieses schönen Salmlers die Geschäfte in die Hände seines Sohnes – Jorge Panduro jun. – übergab. Er fand es eine schöne Idee, das der Kundschaft in Form einer interessanten Neuheit mitzuteilen. Ein weiterer Populärname dieser Art ist „Panduro-Salmler“ oder „Pandurini-Salmler“, der nach dem bisher Gesagten keiner Erklärung mehr bedarf.

Hyphessobrycon robustulus wurde bereits 1870 von Cope unter der Bezeichnung Hemigrammus robustulus beschrieben. Anatomische Merkmale führten zu seiner Überführung in die Gattung Hyphessobrycon. Typusfundort war Pebas in Peru, das damals zu Ecuador gehörte. Die „offizielle“ Zuordnung des Junior-Tetras zur Art Hyphessobrycon robustulus erfolgte unseres Wissens nach durch Zarske im Jahr 2007. Vorher wurde unter diesem Namen eine andere, blassere Art geführt (z.B. Aquarien-Atlas, Band 1, 1990), die später als Hyphessobrycon frankei wissenschaftlich beschrieben wurde. 

Ganz allgemein hat sich die Bezeichnung Hyphessobrycon robustulus für den Junior-Tetra durchgesetzt. Im Februar 2024 wurde eine wissenschaftliche Checkliste aller Salmlerarten veröffentlicht. Hier wird Hyphessobrycon robustulus als eine derzeit wissenschaftlich nicht einordenbare Art („species inquirendae“) geführt, die ausschließlich nach den Typen von 1870 bekannt sei. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass wir irgendwann noch umlernen müssen. Das Fanggebiet für den Junior-Tetra ist übrigens in der Umgebung von Tamishiyacu im Distrikt Fernando Lores in Peru, etwa 50 km flussaufwärts von Iquitos.  

Der Junior-Tetra ist ein idealer Aquarienfisch, ein Salmler wie aus dem Bilderbuch. Er ist klein (3,5 – 4 cm), friedlich, bunt und lebhaft. Die Art stellt keine besonderen Ansprüche an die Wasserzusammensetzung, die Temperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen. Hyphessobrycon robustulus weist einen für Salmler außergewöhnlich starken Sexualdichromatismus auf. Alle Flossenteile, die beim Männchen rot sind, sind beim Weibchen gelb. Besonders schön sieht man das in dem Video der Art, das wir bei YouTube eingestellt haben: https://www.youtube.com/watch?v=JzonUg3cd-s

Die Bilder für diesen Post zeigen Wildfänge, die wir gerade wieder einmal anbieten können.

Für unsere Kunden: Wildfänge haben Code 261432, Nachzuchten Code 261423 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur: 

Riehl, R. & Baensch, H. A. (1990): Aquarien Atlas Band 1. 8. Auflage. Mergus Verlag, Melle. Zitatseite: 290

Toledo-Piza, M., E. G. Baena, F. C. P. Dagosta, N. A. Menezes, M. Ândrade, R. C. Benine, V. A. Bertaco, J. L. Birindelli, G. Boden, P. A. Buckup, P. Camelier, F. R. Carvalho, R. M. C. Castro, J. Chuctaya, E. Decru, E. Derijst et al. (2024): Checklist of the species of the Order Characiformes (Teleostei: Ostariophysi). Neotropical Ichthyology v. 22 (no. 1): e230086: 1-548.

Zarske, A. & J. Géry (1997): Hyphessobrycon frankei sp.n. Die Aquarien- und Terrarienzeitschrift DATZ 50 (5) 1997: 308-312 

Zarske, A. (2007): Hyphessobrycon robustulus (Cope, 1870). Aqaristik Fachmagazin, 198: 26-28

Ilyodon furcidens

11. Mai 2026

Zu den größeren Arten der Hochlandkärpflinge (Goodeiden) zählen die Vertreter der Gattung Ilyodon. In Ausnahmefällen können einzelne Exemplare eine Länge von 15 cm erreichen. Daher sind Ilyodon sogar manchmal auf dem Speisezettel des Menschen zu finden. Über die Artenzahl innerhalb der Gattung Ilyodon wurde (und wird teilweise heute noch) debattiert. So unterschied man lange Zeit den breitmäuligen I. xanthusi vom schmalmäuligen I. furcidens, bis experimentell bewiesen wurde, dass beide in einem einzigen Wurf eines Weibchens (Ilyodon sind, wie alle Goodeiden, lebendgebärend) vorkommen können. Da I. furcidens der ältere Name ist, hat er Gültigkeit.

Noch gilt Ilyodon furcidens allgemein als „nicht gefährdet“, doch gibt es viele Warnhinweise, dass ausgesetzte Angelfische (vor allem Micropterus) und Lebendgebärende (Poeciliopsis gracilis) zumindest bestimmte Populationen von I. furcidens in arge Bedrängnis bringen. Das Gesamtareal der Art in den Bundesstaaten Jalisco und Colima in Mexiko ist jedoch groß und es gibt keine Hinweise darauf, dass die verschiedenen Populationen äußerlich oder genetisch voneinander nennenswert abweichen.

Dieser Hochlandkärpfling ist ein Flussbewohner und stellt somit etwas höhere Ansprüche an die Wasserqualität. Wöchentliche sehr großzügige Wasserwechsel (gerne bis 80%) und gute Sauerstoffversorgung (nicht unter 8mg/l) sollte daher den Regelfall darstellen. Diese Art frisst in der Natur vorwiegend Algen und Aufwuchs. Vor zu fett- und eiweißreicher Diät sei daher gewarnt. Wie bei fast allen Goodeiden sind Wassertemperaturen unter 26°C im Sommer und um 17°C im Winter anzustreben. Eine zeitweilige Freilandhaltung bekommt  den Fischen ausgesprochen gut. Die Jungtiere werden gewöhnlich nicht verfolgt und so erhält man meist rasch eine prosperierende Kolonie. Deshalb – und auch wegen der möglichen Endgröße – sind möglichst große Aquarien für die dauerhafte Haltung dieser friedlichen Fische anzustreben.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 264681 (s) bis 264684 (xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Brachygobius aggregatus – einer der kleinsten Fische der Welt

11. Mai 2026

Die Goldringelgrundeln (Brachygobius) sind allesamt kleine und kleinste Fische. Die Debatte, welches die kleinste Fischart und damit auch gleichzeitig die kleinste Wirbeltierart auf der Erde ist, wird stetig geführt, doch stellt sich bei lebenden Organismen immer etwas die Frage, inwieweit Messdaten im Zehntelmillimeterbereich überhaupt von Relevanz sind. Das braucht hier auch gar nicht weiter vertieft zu werden, viel wichtiger ist uns, Ihnen voll Stolz einen der kleinsten Fische der Welt zu präsentieren, den wir kürzlich einmal wieder aus Vietnam importieren konnten: Brachygobius aggregatus.

Allerdings – so ganz sicher können wir bei dieser Bestimmung nicht sein. B. aggregatus wurde von den Philippinen beschrieben, unsere stammen, wie gesagt, aus Viernam. Mit der ähnlich winzigen Art B. mekongensis (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/brachygobius-mekongensis/) sind unsere Fische aber nicht identisch, dazu bestehen erhebliche Farbunterschiede. Möglicherweise sind diese Zwerge also Repräsentanten einer wissenschaftlich noch nicht erfassten Art. 

Die Männchen dieser winzigen Goldringelgrundel sind als Wildfänge mit etwa 10 mm, die Weibchen mit etwa 15 mm voll sexuell differenziert und damit geschlechtsreif. Unter den im Vergleich zur Natur ja immer sehr üppigen Bedingungen eines Aquariums mögen sie vielleicht noch etwas wachsen, aber das spielt keine Rolle.

Brachygobius aggregatus ist ein Süßwasserfisch und ausgesprochen pflegeleicht. An die Wasserzusammensetzung werden keine besonderen Ansprüche gestellt, ideal ist mittelhartes Wasser mit in etwa neutralem pH-Wert. Die Temperatur kann zwischen 18 und 28°C liegen. So kleine Fische füttert man am besten mit lebenden Artemia-Nauplien. Grundsätzlich nehmen die winzigen Fischchen zwar auch sonstiges Lebend- und Frostfutter an, doch ist Lebendfutter oft schwer zu beschaffen und Frostfutter schwer zu dosieren. Mit den leicht zu erbrütenden Artemia-Nauplien kann man B. aggregatus problemlos zeitlebens versorgen.

Für unsere Kunden: die Tierchen haben Code 407101 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Carnegiella strigata „vesca“

11. Mai 2026

Der Marmor-Beilbauch (Carnegiella strigata) ist der ideale Aquarienfisch. Er bleibt klein (4 cm), ist friedlich und hat eine interessante Färbung. Die Art ist weit in Südamerika verbreitet (Brasilien, Ekuador, Bolivien, Kolumbien, Guyana, Peru und Surinam) und häufig. Darum ist sie fast immer im Angebot des Zierfischhandels zu finden. 

Die besondere Form der Tiere und die Variabilität ihrer Zeichnung führte in der Vergangenheit zu mehreren, einander teils widersprechenden Revisionen. Außerdem gab es bereits früh Verwechslungenn und Mehrfachbeschreibungen. Sicher ist: in den unterschiedlichen Verbreitungsgebieten sieht der Marmor-Beilbauch unterschiedlich aus. In der Vergangenheit wurden darum etliche Unterarten beschrieben, so fasciata aus Brasilien (Tabatinga), marowini und surinamensis aus Surinam und vesca aus Guyana. Gegenwärtig werden diese Unterarten aber wissenschaftlich nicht anerkannt. 

Die vielleicht schönste, weil kontrastreichste Variante kommt aus dem oberen Amazonas (Peru und Kolumbien)  zu uns und wird im Handel als „vesca“ bezeichnet. Der Unterschied zwischen diesen Handels-vesca und „normalen“ strigata, die zeitweise sogar als eigenständige Arten geführt wurden, liegt in der Zeichnung. Bei strigata, wie sie im Handel bezeichnet wird, gabelt sich die breiteste Körperbinde weit unterhalb einer gedachten waagerechten Linie über den Bauch zum Ansatz der Afterflosse, bei der Handels-vesca erst weit oberhalb dieser fiktiven Linie. Dadurch ist beim „Handels-vesca“ diese breiteste aller Körperbinden sehr massiv und das Tier erscheint optisch sehr viel dunkler als die strigata-Form. 

Blöd ist nur, dass die Namen im Handel genau falsch herum benutzt werden. Der dunkle Fisch ist, legt man die sorgfältigen Forschungsergebnisse von Weitzman  zugrunde, der „echte“ Carnegiella strigata, während der „echte“ vesca die hellere Form ist, bei der sich die breiteste Körperbinde schon nahe der Bauchkante gabelt. Ungeachtet aller Konfusion: hier finden Sie Bilder der „Handels-Strigata“: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/carnegiella-strigata-lg-xlg/, alle Bilder dieses Posts zeigen „Handels-Vesca“.

Beilbauchfische sind während der Eingewöhnung etwas schreckhaft und dürfen nie mit ruppigen Arten zusammen gepflegt werden. Ideal ist eine Kombination mit Bodenfischen wie Panzerwelsen. Bei der Ernährung ist darauf zu achten, dass die Tiere Futter nur von der Oberfläche nehmen. Trockenfutter ist eine gute Ernährungsbasis, zur Zucht muss man sich aber etwas mehr Mühe geben und kleine Insekten wie Fruchtfliegen füttern. Wichtig ist es, möglichst mehrmals täglich in kleinen Mengen zu füttern. Die Geschlechter sind äußerlich nicht leicht unterscheidbar, Weibchen werden allerdings etwas größer und sind zur Laichzeit fülliger um die Mitte herum.

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 214304 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Anostomus anostomus

4. Mai 2026

Der Prachtkopfsteher ist einer der schönsten Salmler Südamerikas. Er sieht aus wie der große Bruder des Dreibinden-Ziersalmlers, Nannostomus trifasciatus. Anostomus anostomus erreicht eine Länge von 15-18 cm. Leider erfolgen von Guyana derzeit kaum noch Exporte von Zierfischen, weshalb der Prachtkopfsteher zu einem seltenen Gast im Aquarium geworden ist. 

Nun können wir endlich Nachzuchten dieser herrlichen Fische anbieten. Mit einer Länge von ca. 3-4 cm sind sie zwar noch nicht ganz so schön wie die Erwachsenen, aber das kommt schon noch. Die letzten Wildfänge, die wir 2018 importieren konnten, waren jung erwachsen und 9-12 cm lang; wir fügen die Bilder dieser Tiere zum Vergleich diesem Post bei. 

Wie heißt es so schön im ersten Band des Aquarien-Atlas: Wer diesen Fisch noch nicht gepflegt hat, ist kein rechter Aquarianer! Dem ist nichts hinzuzufügen….

Für unsere Kunden: die Tiere haben als Wildfang (zur Zeit nicht lieferbar!) Code 205501 (3-4 cm) bis 205507 (10-12 cm) und als Nachzucht (3-4 cm) Code 205521 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Inpaichthys luizae jetzt auch als deutsche Nachzucht

4. Mai 2026

Zu den neuesten Sternen am Salmlerhimmel gehört der bildhübsche Inapichthys luizae (für weitere Informationen siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/inpaichthys-luizae/). Bisher bezogen wir die Tiere aus Zuchtbetrieben in Ostasien, jetzt sind sie auch als heimische Nachzuchten verfügbar.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 264792 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photo: Frank Schäfer

Gastrodermus sp. „San Juan“

4. Mai 2026

Die Panzerwelse des Artenkreises um Gastrodermus elegans sind ungeheuer variabel in der Färbung. Außerdem haben sie eine besondere Jugendfärbung. Ferner sehen Männchen und Weibchen unterschiedlich aus. Kurz: es ist wirklich schwierig, sie beschriebenen Arten zuzuordnen. Aber es sind wunderschöne Fische! 

Eine der schönsten Formen dieses Komplexes überhaupt ist Gastrodermus sp. „San Juan“. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um eine Farbvariante der Art Gastrodermus napoensis. Die Männchen dieser Art werden etwa 4 cm lang, die Weibchen geringfügig größer. Importiert werden sie aus Peru.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 244302 (sm-md),  244303 (md), 244304 (md-lg) und 244305 (lg-xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Alestopetersius smykalai

4. Mai 2026

Alestopetersius smykalai ist die einzige Art der Kongosalmler im engeren Sinne, die nicht aus dem Einzug des Kongos, sondern aus dem Niger stammt. Sie wird nur etwa 5-6 cm lang, weshalb sie sich auch optimal für die Besitzer kleinerer Aquarien eignet. Aufgrund des herrlich blau leuchtenden Rückens der Männchen, die sich von den Weibchen ansonsten durch die lang ausgezogene Rückenflosse und die völlig anders geformte und weiß gesäumte Afterflosse unterscheiden, hat das Tier sehr zu Recht den Namen „Blue Diamond“ erhalten. 

Die Pflege dieser Tiere gestaltet sich einfach. Jedes als Trinkwasser geeignete Leitungswasser eignet sich, der pH-Wert sollte in etwa im neutralen Bereich liegen. Wassermessungen vor Ort ergeben oft erstaunlich kühles Wasser von 21-23°C. Im Aquarium kann die Temperatur auch etwas höher liegen, aber übertreiben sollte man es nicht. A. smykalai ist etwas schreckhaft und sollte darum nur mit ruhigen und friedlichen Arten vergesellschaftet werden; ihrerseits sind A. smykalai völlig friedlich. Gut bepfanzte, aber nicht zu grell beleuchtete Aquarien mit dunklem Boden lassen die Farben dieser Fische besonders gut hervortreten. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter passender Größe, aber mit Fruchtfliegen (Drosophila) macht man allen Kongosalmlern eine besondere Freude. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 100181 (sm) bis 100184 (lg – xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. 

Text & Photos: Frank Schäfer

Symphysodon tarzoo Diskus wild Grün Tefé 9 -12 cm

4. Mai 2026

Das klassische Fanggebiet für Grüne Diskus sind der Rio Tefé und seine im Mündungsgebiet zum Amazonas zu einem See erweiterte Region, der Lago Tefé; an den Ufern des Lago Tefé liegt die Stadt Tefé. Die gesamte Region Tefé liegt in Brasilien, im Bundesstaat Amazonas und umfasst rund 23.700 km²; sie wird von etwa 73.700 Menschen bewohnt, die sich selbst Tefeenser nennen. Der Rio Tefé ist ein Schwarzwasserfluss; nahe bei der Stadt Tefé mündet der Rio Japurá in den Amazonas. Die Entfernung von Tefé zu Manaus beträgt etwa 525 km (Luftlinie), auf dem Fluss sind es etwa 595 km.

Farblich unterscheiden sich Fluss- und See-Fische nicht wirklich, bei beiden kommen viele Royals vor (als Royal bezeichnet man Fische, bei denen die horizontalen grün-blauen Körperstreifen sich über den gesamten Körper ziehen) und auch Exemplare mit vielen oder wenigen roten Punkten auf den Flanken. Je nach Farbigkeit werden die Fische noch am Fundort sortiert und in verschiedene Preisklassen eingeordnet; das muss man wissen: Royals, gepunktete und ungepunktete Diskus sind keine besonderen Fundortformen, sondern leben in der Natur zusammen. Die farblichen Unterschiede innerhalb der Diskuspopulation bezeichnet man als Polychromatismus. Der wichtigste Unterschied zwischen See- und Flussfischen ist die Form. Die Diskus aus dem Lago Tefé sind insgesamt meist hochrückiger als ihre Artgenossen aus dem Fluss. 

Bei den Jungtieren sind solche Unterschiede und auch manche Farbunterschiede noch nicht sonderlich deutlich ausgeprägt. So kann man preiswert so manches Schmuckstück erwerben, für das im Erwachsenenstadium deutlich tiefer in die Tasche gelangt werden müsste. Je größer die Fische, desto teurer sind sie, denn einen Löwenanteil am Preis haben bekanntlich die Frachtkosten. Je größer der Fisch, desto weniger Exemplare kann man pro Box packen, desto höher wird der Frachtanteil am Preis des einzelnen Tieres. Die Größe 9 -12 cm – wir zeigen hier eine Auswahl solcher Tiere – ist der perfekte Kompromiss zwischen bereits weitgehend ausgeprägter Färbung und Kaufpreis. In dieser Größe werden Diskusbuntbarsche gerade geschlechtsreif. Denken Sie dran: Diskus sind, im Gegensatz zu den meisten anderen Buntbarschen, außerhalb der Brutzeit Schwarmfische. Viele Probleme, die bei der Haltung zu weniger Tiere auftreten (Stress- und damit Krankheitsanfälligkeit, schlechte Futteraufnahme, Scheu und damit verbunden mäßige Farbenpracht usw.) treten nicht oder kaum auf, wenn man die Tiere im Schwarm von 10 oder mehr Exemplaren pflegt.

Für unsere Kunden: die Grünen Diskus Tefé 9 – 12 cm haben Code 733064 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Parotocinclus maculicauda

29. April 2026

Zu den Zwergsaugwelsen, die früher regelmäßig in großen Stückzahlen in den Handel kamen, gehört Parotocinclus maculicauda aus dem Südosten Brasiliens (Bundesstaaten Rio de Janeiro, Santa Catarina, Sao Paulo und Espirito Santo). Von den „normalen“ Zwergsaugwelsen (Otocinclus) unterscheiden sich die Arten der Gattung Parotocinclus durch den Besitz einer Fettflosse, die bei Otocinclus typischerweise fehlt. Typusart der Gattung Parotocinclus ist der bereits 1877 beschriebene P. maculicauda. Etwa 100 Jahre später – in den 1970er Jahren – erwachte das wissenschaftliche Interesse an diesen Zwergen erneut und 1977 erschien eine erste große Studie in Form einer Revision, in der 11 Arten als gültig gesehen wurden. Von da an ging es deutlich schneller voran und aktuell (2026) gibt es 26 akzeptierte Arten.

Es waren politische Ursachen, weshalb aus dem südlichen Brasilien für längere Zeit keine Zierfischexporte mehr erfolgten. Wir  freuen uns sehr, dass sich das scheinbar wieder ändert und somit viele schöne, sehr gut für die Aquaristik geeignete Arten zumindest gelegentlich angeboten werden können. Parotocinclus maculicauda gilt als nicht gefährdet und ist weiträumig verbreitet, es gibt also keinerlei Vorbehalte gegen Wildfang. 

Parotocinclus maculicauda erreicht eine Maximallänge von 5,5 cm. Allerdings sollen Exemplare aus dem Bundesstaat Sao Paulo deutlich kleiner bleiben (um 3,5 cm, Mergus Welsatlas Band 1: 370). Der Exporteur, von dem wir unsere P. maculicauda beziehen, hat seine Basis in Sao Paulo. Wir kennen zwar das exakte Sammelgebiet unserer Tiere nicht, aber die größten Exemplare sind um die 5 cm lang (Totallänge, also inklusive Schwanzflosse). 

P. maculicauda ist ein Fisch, der kühle Gewässer bewohnt. Raumtemperatur (18-22°C) ohne Zusatzheizung ist ideal für diese Art. Als Bachbewohner stellt P. maculicauda hohe Ansprüche an die Wasserqualität. Das Wasser muss unbedingt keimarm und organisch möglichst unbelastet sein, sonst hat man nicht lange Freude an die Tieren. Die Fische schätzen zudem gute Strömung und einen hohen Sauerstoffgehalt. Totes Laub (Rotbuche, Eiche, Catappa etc.) sollte in einem Parotocinclus-Aquarium nie fehlen, es bildet einen wichtigen Nahrungsbestandteil; ansonsten sind es Allesfresser mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Aufwuchs (also Algenbelag auf Steinen, Wurzeln und Pflanzen mit den darin lebenden Mikroorganismen). P. maculicauda sind friedliche, gesellige Tiere, die man möglichst in einer Gruppe pflegen sollte. Die Zucht ist durchaus möglich, wird aber selten praktiziert. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 276602 (md) bis 276604 (lg-xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Ataeniobius toweri Lago de Creda

29. April 2026

Die Hochlandkärpflinge (Goodeidae) sind eine relativ artenarme Gruppe von vorwiegend lebendgebärenden Kleinfischen. Die lebendgebärenden Arten sind in der Unterfamilie Goodeinae zusammengefasst, die nach gegenwärtigem Wissensstand 16 Gattungen mit 42 Arten enthält. Alle lebendgebärenden Arten stammen aus Mexiko. Viele von ihnen gibt es nur in winzigen Verbreitungsgebieten. Wassernutzung für die Landwirtschaft, Wasserverschmutzung, Einbringung gebietsfremder Arten und andere menschliche Aktivitäten haben viele Arten an den Rand der Ausrottung gebracht, manche gibt es bereits nur noch in menschlicher Obhut.

Zu letzteren gehört teilweise Ataeniobius toweri. Die Art kommt ausschließlich im Quellbereichen von thermalen Bächen vor. Ihre Heimat ist der Bundesstaat San Luis Potosí, das hydrologische System ist das des Rio Verde. Es gibt nur die eine Ataeniobius-Art; in den Zuchtprogrammen der „Goodeid Working Group“, die sich der Erhaltungszucht der Hochlandkärpflinge widmet (siehe https://goodeidworkinggroup.com) werden derzeit 5 Standortformen erbrein gezüchtet, eine davon ist Lago de Creda (das Züchterkürzel für diese Population lautet Atato1-VER-LCred), die wir jetzt in kleiner Stückzahl anbieten können. Es ist unter dem Aspekt des Artenschutzes wichtig, diese genetisch besonderen Populationen getrennt voneinander zu pflegen und zu züchten, sie sollten daher, wenn irgend möglich, stets mit Populationsbezeichnung weitergegeben werden. Äußerlich unterscheiden sich die 5 in der Zucht befindlichen Standortformen nicht.

Ataeniobius toweri unterscheidet sich von allen anderen Goodeinae dadurch, dass die bei der Geburt bereits recht großen Jungtiere keine Nährschnüre (Trophotaenien) am Bauch haben. Alle andere Goodeinen haben das. Die Trophotaenien dienen der Ernährung der Jungfische im Mutterleib während der Trächtigkeit. Anders als die Lebendgebärenden Zahnkarpfen (z.B. Guppy, Platy, Molly etc.) sind nämlich die Goodeinae „richtig lebendgebärend“, d.h., die Jungtiere schlüpfen im Mutterleib aus den Eiern und werden vom Muttertier bis zur Geburt mit Nährstoffen versorgt. Bei den Zahnkarpfen entwickeln sich hingegen die Eier bis zum Ablaichen im Mutterbauch so weit, dass die Jungtiere im Moment des Ablaichens schlüpfen. Man spricht darum von „eilebendgebärenden Fischen“.

Die meisten Goodeinen gedeihen am besten, wenn sie in der warmen Jahreszeit (in Mitteleuropa ca. Mai bis Oktober) im Freiland bei wetterbedingt schwankenden Bedingungen gepflegt werden. Das gilt auch für Ataeniobius toweri. Aber gerade diese Art scheint durch das Leben in thermalen Quellen etwas weniger problematisch in der längerfristigen Zimmerhaltung zu sein.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich bei A. toweri, die übrigens etwa 8 cm Standardlänge (also ohne Schwanzflosse) erreichen können, nur wenig. Balzaktive Männchen bekommen eine bläuliche Schwanzflosse, in der Hochbalz zieht sich der blaue Glanz über den ganzen Körper und überdeckt die ansonsten so typischen zwei Längsstreifen. Ansonsten ist man auf die unterschiedlich geformte Afterflosse zur Geschlechtsunterscheidung angewiesen (funktioniert bei allen Goodeinen). Zusätzlich haben männliche A. toweri insgesamt etwas größere Flossen. In der Natur frisst A. toweri wohl hauptsächlich Algen, im Aquarium werden sehr gerne Flockenfutter und Artemia-Nauplien gefressen. Das Wasser sollte eher hart, der pH neutral bis schwach alkalisch sein. Das Temperaturminimum für mehrere Monate liegt bei ca. 18°C, sehr günstig sind 23-24°C zur Zucht. Bei ca. 28°C stellen die Tiere das Fortpflanzungsverhalten ein. Man kann und sollte A. toweri auch bei Zimmerhaltung alljährlich einige Wochen Ruhepause bei ca. 18°C gönnen. Das macht die Fische vital und robust.

Für unsere Kunden: A. toweri Lago de Creda hat Code 360703 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Pimelodella cf. hartwelli

29. April 2026

Zu den allerersten exotischen Zierfischen überhaupt gehört eine Art, die 1895 unter dem Namen Pimelodus gracilis zu Paul Matte nach Berlin gelangte. Dieser schlanke „Fadenwels“ wurde zwar durchaus positiv besprochen, blieb aber trotzdem auf die Aquarien einiger weniger Liebhaber beschränkt. Ob die damalige Bestimmung korrekt war, sei einmal dahingestellt. Aus heutiger Sicht war es auf jeden Fall ein Vertreter der Gattung Pimelodella. Diese Gattung wurde früher zu den „Antennenwelsen“ (Pimelodidae, nicht zu verwechseln mit den ebenfalls oft als Antennenwelsen bezeichneten Saugwelsen der Gattung Ancistrus) zugerechnet. Heute zählt man sie zu den Heptapteridae, für die es keinen gebräuchlichen deutschen Namen gibt.

Mit aktuell etwa 84 akzeptierten Arten ist Pimelodella eine sehr artenreiche Gattung, die überall in Südamerika vertreten ist. Die letzte Gesamtübersicht stammt aus dem Jahr 1917; dort unterschied Carl Eigenmann 34 Arten, also 50 weniger als heute. Das macht eine Bestimmung der Art innerhalb der Gattung zu einem hochkomplexen Unterfangen, zumal man ja nie sicher sein kann, ob man nicht eventuell eine unbeschriebene Art vorliegen hat. 

Im Prinzip sind alle Pimelodella-Arten gut für das Hobby geeignet. Es gibt sehr kleine Arten (um 6-7 cm), aber auch größere. Die größte bekannte wird um die 30 cm lang. Da alle sehr ähnlich aussehen: schlanker Körper, in aller Regel ein dunkler Streifen entlang der Flanke, relativ große, tief eingeschnittene Schwanzflosse, große Fettflosse, das alles auf einem gelblich-ocker-bronzefarbenen Untergrund, der je nach Lichteinfall bläulich, grünlich oder golden reflektieren kann, hat man sich bislang kaum die Mühe gemacht, die selten und meist nur als Beifang importierten Tiere näher zu betrachten. Nun hat aber eine von uns aus Peru importierte Art unsere Neugier und unseren Ehrgeiz geweckt!

Vor ziemlich genau einem Jahr importierten wir 20 junge Exemplare einer Pimelodella-Art aus Peru; aufgrund der Tatsache, dass dieser Import eine für uns neue Art der Algensalmler (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/parodon-sp-cf-pongoensis/) enthielt, die nur in einem bestimmten Gebiet von Peru vorkommt, hielten wir es für wahrscheinlich, dass diese uns zuvor ebenfalls noch nicht angebotene Pimelodella-Art ebenfalls von dort stammte. Und siehe da, in der gleichen Arbeit, in der Parodon pongoensis beschrieben ist, findet sich auch die Erstbeschreibung einer Pimelodella-Art, nämlich P. montana. Die Abbildung in der Beschreibung zeigt ein Tier, das unseren sehr ähnlich sah; darum benannten wir die Art zunächst P. cf. montana. 

Die meisten Exemplare verkauften wir unter diesem Namen und bekamen keinen Protest seitens unserer Kunden. Inzwischen sind die vier verbliebenen Tiere aber herangewachsen und geschlechtsreif. Sie messen nun rund 12 cm Totallänge. Ein Männchen hat eine vergrößerte, segelförmige  Rückenflosse entwickelt, ein Weibchen kräftigen Laichansatz. Unsere Bilder zu diesem Post zeigen diese beiden Fische. Bisher sind uns keine Meldungen zu einem derartigen Geschlechtsunterschied bei irgendeiner Pimelodella-Art bekannt geworden. Publiziert ist lediglich, dass einzelne Arten fadenartige Verlängerungen in der Rückenflosse der Männchen aufweisen. Den krassen Geschlechtsdimorphismus unserer Spezies fand man u.W. bisher nur bei Brachyrhamdia-Arten.

Aus Peru sind zur Zeit 16 Arten der Gattung Pimelodella gemeldet; 10 davon können wir ausschließen, da sie farblich und/oder anatomisch deutlich von unseren Fischen abweichen, jedoch können wir einige der verbliebenen sechs Arten überhaupt nicht beurteilen, weil es keine Abbildungen dazu gibt und die verbalen Beschreibungen nicht aussagekräftig sind. Sehr ähnlich ist auf jeden Fall Pimelodella hartwelli, aber auch P. ophthalmica ist ein heißer Kandidat. P. montana schließen wir inzwischen aus, da bei dieser Art der dunkle Längsstreifen bereits auf der Schnauze beginnt, bei unseren Tieren erst hinter dem Kiemendeckel.

Auch wenn wir  also keine genaue Bestimmung liefern können: Pimelodella-Arten sind es ganz offensichtlich wert, aquaristisch mehr beachtet zu werden. Sie sind friedlich, werden nicht allzu groß und sind somit auf jeden Fall eine Bereicherung für Gesellschaftsaquarien mit etwas größeren Fischen. Und wer weiß? Vielleicht lassen sie sich sogar unter Aquarienbedingungen züchten. Bisher gibt es u.W. keine Zuchtberichte.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 279513 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Epalzeorhynchos bicolor ( = Labeo b.)

29. April 2026

Der Feuerschwanz, Epalzeorhynchos bicolor, ist seit Jahrzehnten einer der beliebtesten Aquarienfische. Seine Farbkombination von pechschwarzem Körper mit feuerroter Schwanzflosse machen ihn für viele Aquarianer unwiderstehlich. Unter erfahrenen Aquarianern sagt man auch gerne: „auf diesen Fisch muss jeder mal hereingefallen sein.“ Das klingt ja recht negativ. Warum das?

Nun, der bis zu maximal 12-13 cm lange Fisch gehört zwar aus systematischer Hinsicht zu den Karpfenfischen, ist jedoch bezüglich des Verhaltens ein Buntbarsch. Genauer gesagt: ein Tropheus-Buntbarsch aus dem Tanganjikasee. Die Haltungsanforderungen des früher einmal in Thailand heimischen Feuerschwanzes (er gilt in der Natur aufgrund von Staudammbauten, die die Laichwanderung verhindern, als ausgestorben) entsprechen tatsächlich denen von Tropheus. Es sind Aufwuchsfresser, die viel Platz brauchen und untereinander eine strenge Hierarchie ausmachen. Pflegt man einen einzelnen Feuerschwanz in einem normalgroßen Aquarium, so erlebt man sehr oft, dass dieses Tier sich zum Tyrannen über den gesamten Besatz aufschwingt. Aber der Fehler liegt in diesem Fall beim Aquarianer, nicht beim Fisch. Der folgt nur seinen Instinkten. Das Schlimme ist: ziemlich oft geht diese Haltungsform sogar gut! Das liegt wohl daran, dass der Feuerschwanz seit mindestens 40 Jahren nur noch als Nachzucht zur Verfügung steht. Die Nachzuchtfische sind viel friedlicher als ihre wilden Vettern, weil über die Zeit immer nur die verträglichsten Tiere zur Weiterzucht verwendet werden. Ohne die stete Nachfrage für die Aquaristik wäre der Feuerschwanz bereits auf der Liste der ausgestorbenen Tierarten zu finden.

Dennoch: die richtige Pflege von Epalzeorhynchos bicolor sollte in Aquarien ab 150 cm Kantenlänge erfolgen. Dort pflegt man sie in Gruppen von mindestens 15, besser mehr Exemplaren. Zarte, stressempfindliche Fischarten sind als Gesellschaft für Feuerschwänze ungeeignet. Wie bei Tropheus-Buntbarschen kann es trotz richtiger Pflege passieren, dass Exemplare unterdrückt werden. Greift der Pfleger dann nicht ein, kann das für den gemobbten Fisch tödlich enden.

Die Wasserwerte sind für die Pflege von Feuerschwänzen unerheblich. Jedes Trinkwasser eignet sich. Der pH kann zwischen 6 und etwas über 8 liegen. Wassertemperaturen zwischen 22 und 28°C sind am günstigsten. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter, jedoch eignen sich Flockenfutter, Futtertabletten und feines Frostfutter (Cyclops, Bosmiden etc.) am besten. Sehr wichtig sit es, die Tiere in einem durch Steinaufbauten, Wurzelholz, Pflanzen etc. sehr gut strukturierten Aquarium zu pflegen. Voll ausgewachsene Tiere lassen die Geschlechter gut erkennen. Weibchen sind deutlich voller in der Bauchpartie, zudem haben die Männchen eine ausgezipfelte Rückenflosse. Es sind Freilaicher ohne Brutpflege. Richtig gepflegte Feuerschwänze sind prachtvolle Tiere, die auch verwöhnte Augen immer wieder begeistern.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 422301 (2-3 cm) bis Code 422306 (8-10 cm) für asiatische Nachzuchten, Code 422331 (2-3 cm) bis Code 422334 (6-7 cm) für europäische Nachzuchten, 422400 (2-3 cm) bis 422404 (6-7 cm) für Albino-Nachzuchten aus Asien und 422412 (4-5 cm) für Albino-Nachzuchten aus Europa auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. 

Text & Photos: Frank Schäfer

Chromaphyosemion bitaeniatum IJEBU ODE

24. April 2026

Endlich haben wir wieder einmal diesen traumhaft schönen Killi als deutsche Nachzucht im Stock. Die Art wird 4-5 cm lang. 

Dieser herrliche Prachtkärpfling wird leider nur sehr selten angeboten. Wir haben zur Zeit einige solcher Nachzuchttiere von der Fundortform Ijebu Ode (Nigeria, Bundesstaat Ogun) im Stock, voll ausgefärbt und sehr farbig. Diese Art eignet sich gut für Gesellschaftsaquarien mit friedlichen kleinen Fischen (Salmler, Barben, Welse etc.).

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 305312 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. Nur in begrenzter Stückzahl lieferbar!

Text & Photos: Frank Schäfer

Pelvicachromis pulcher

24. April 2026

Ein echter Klassiker ist der Purpur-Prachtbarsch oder, wie er auch genannt wird, der Königscichlide Pelvicachromis pulcher. Das komplizierteste an ihm ist die Namensgeschichte. Ganz früher kannte man ihn als P. kribensis, im englischen Sprachgebrauch ist er bis heute „the krib“. Dann erkannte man, dass es sich um P. pulcher handelt, aber es gab ziemliches Kuddelmuddel um die korrekte Benennung diverser Farbformen und Fundortvarianten. Aktuell unterscheidet man zwischen P. pulcher und P. sacrimontis (der früher „Form B“ von P. pulcher genannt wurde). Beide stammen ursprünglich aus dem Niger in Nigeria und von beiden gibt es unterschiedliche Farbschläge. Zu P. sacrimontis siehe hier https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/pelvicachromis-sacrimontis-p-pulcher-red-wild/ zu einer Wildform von P. pulcher hier: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/pelvicachromis-pulcher-wild-gelb-2/

Pelvicachromis ist ein Zwergbuntbarsch, wird also im maximal 10 cm lang und auch das nur im männlichen Geschlecht; Weibchen bleiben immer deutlich kleiner. Wir erhalten manchmal Nachzuchttiere von P. pulcher, die ganz wunderschön in der Rückenflosse gepunktet sind. Leider sind das individuelle Schönheiten. In jeder Brut, in der solche Tiere auftauchen, sind auch erheblich schlichter gefärbte Exemplare enthalten, die nur wenige oder gar keine Punkte in der Rückenflosse besitzen.

Pflege und Zucht dieses Buntbarsches galten früher als schwierig. Die Fische mögen weiches, leicht saures Wasser. Auch hielt man sie oft zu warm. Pelvicachromis stammen aus beschatteten Bächen, die nur 22-24°C aufweisen, nach Regen auch deutlich kühler. Aber heutzutage hat die jahrzehntelange Zucht robuste und anpassungsfähige Fische hervorgebracht, die praktisch alle Wasserwerte akzeptieren und sogar in mittelhartem, leicht alkalischem Wasser ihre Brut aufziehen. Pflanzen und Beifische werden fast immer in Ruhe gelassen, wenn die Beckengröße ausreichend ist, trifft das sogar zur Brutzeit zu. Es sind Höhlenlaicher mit Elternfamilie. Gefressen wird jegliches handelsübliche Fischfutter passender Größe.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 559901 (2-3 cm) bis 559904 (5-7 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Moenkhausia oligolepis

24. April 2026

Traditionell unterscheidet man zwei Arten der Rotaugen-Moenkhausia, die sich äußerlich kaum unterscheiden. Es sind dies M. oligolepis aus dem Amazonas-Gebiet und den Guyana-Ländern und M. sanctaefilomenae aus der südlich daran angrenzenden Zone, dem Rio Paraguay und Parnahyba. Es gibt farbliche Details zur Artunterscheidung, die jedoch oft unzuverlässig sind. So nennt man M. oligolepis auch „Schwanzspiegel-Salmler“, weil der prominente schwarze Fleck auf der Schwanzwurzel, den alle Arten dieser Gruppe haben, vorn und hinten von einer breiten weißen Zone begleitet wird. Ähnlich sieht das aber bei manchen M. sanctaefilomenae auch aus. Als sicheres Unterscheidungsmerkmal gilt darum, dass M. oligolepis mehr und damit kleinere Schuppen als M. sanctaefilomenae hat. In der Längsreihe sind es bei M. oligolepis 29-32 Schuppen, bei M. sanctaefilomenae 22-26. 

Doch es wäre ja zu einfach, wenn es nur diese zwei Optionen gäbe. Tatsächlich sind in jüngerer Zeit zwei weitere „Rotaugen-Moenkhausia“-Arten beschrieben worden, nämlich M. forestii (2009) und M. pyrophthalma (1994). M. forestii stammt – genau wie M. sanctaefilomenae – aus dem Einzug des Rio Paraguay und unterscheidet sich von M. sanctaefilomenae nur wenig. Wir zitieren: „Moenkhausia forestii unterscheidet sich von M. sanctaefilomenae durch die Anzahl der quer verlaufenden Schuppenreihen oberhalb der Seitenlinie (5 entgegen 4 Schuppen) sowie durch die Anzahl der quer verlaufenden Schuppenreihen unterhalb der Seitenlinie (4 entgegen 3 Schuppen).“ Alle drei Rotaugen-Moenkhausia werden aktuell der Gattung Bario zugeordnet. Im Hobby ist M. forestii wohl noch nicht aufgetaucht, bzw. es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie als eine andere Art als M. sanctaefilomenae erkannt wird. Die vierte Art, M. pyrophthalma (der Artname bedeutet „Feuerauge“), wird gegenwärtig Ramirezella zugeordnet; dieser Fisch ist viel schlanker als die bisher genannten und hat eine ganz andere Schwanzwurzelzeichnung, ist also kaum zu verwechseln.

Die alleraktuellste Forschung zeigt, dass es sogar drei Arten von Rotaugen-Moenkhausia im Einzug des Rio Paraguay gibt: B. forestii und B. sanctaefilomenae (beide mit unvollständiger Seitenlinie) und B. australis (mit kompletter Seitenlinie). Letztere wurde bereits 1908 beschrieben, doch glaubte man später, das Merkmal der Seitenlinie sei variabel und nicht zur Artuntscheidung geeignet.

Wir können ab und zu wilde Rotaugen-Moenkhausia importieren, manchmal M. sanctaefilomenae aus Paraguay (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/moenkhausia_sanctaefilomenae_wild_de/) und manchmal M. oligolepis aus Peru. 

Pflege und Zucht beider Arten sind einfach (wahrscheinlich auch die von B. forestii und B. australis, wenn man sie denn bekäme), die Wasserwerte spielen nur eine absolut untergeordnete Rolle. PH-Werte zwischen 6 und 8, weiches bis mittelhartes Wasser, nach Eingewöhnung ruhig auch hartes Wasser, eine Wassertemperatur zwischen 22 und 26° C als Richtschnur (zeitweise darf es auch etwas weniger oder mehr sein) und Rotaugen-Moenkhausia sind glücklich. Gefressen wird jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe. Man sollte Rotaugen-Moenkhausia immer im möglichst großen Schwarm halten. Mit maximal 12 cm Länge (Totallänge inkl. Schwanzflosse) wird M. oligolepis deutlich größer als M. sanctaefilomenae (ca. 7 cm) und eignet sich darum besser als jene als Beifisch zu größeren Buntbarschen etc.

Für unsere Kunden. M. oligolepis hat – je nach Größe – Code 268902 (md), 268903 (md-lg) und 268904 (xlg) – auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Mirande, J.M., Körber, S., Terán, G.E. & G. Aguílera (2024): Welche Spezies mit roten Augen ist es? Die Moenkhausia oligolepis Gruppe in Argentinien (Characiformes: Characidae). AKFS-aktuell (49): 23-30

Text & Photos: Frank Schäfer

Rhoadsia altipinna

24. April 2026

Im Südwesten von Ekuador, auf der pazifischen Seite der Anden, lebt der merkwürdige Salmler Rhoadsia altipinna. Farblich wirkt die Art, die man auch als Regenbogentetra bezeichnet, wie eine xxl-Ausgabe des Brillantsalmlers, Moenkhausia pittieri. Aber wenn es zum Verhalten kommt, so drängt sich der Gedanke auf, dass dieser Salmler ursprünglich plante, ein Buntbarsch zu werden. Die Männchen von R. altipinna, die man an dem roten Saum in der Afterflosse erkennt und die zudem im Alter viel großflächigere Flossen haben, besetzen Laichreviere und verteidigen sie energisch. Sogar direkte Brutpflege (in diesem Fall das säubern des Laichs von Schmutzpartikeln) üben die Männchen aus.

Leider ist die Art in den Aquarien selten geworden, da zur Zeit keine Exporte aus Ekuador erfolgen. Die letzten Importe liegen schon so lange zurück, dass wir ziemlich tief in der Diakiste unseres Archives wühlen mussten, um noch ein paar Bilder größerer Tiere zu finden, die den roten Afterflossensaum des Männchens zeigen; er entwickelt sich leider erst ziemlich spät..

Wir können ab und zu einige 4-6 cm lange Nachzuchten dieses ebenso interessanten wie prachtvollen Tieres anbieten. Die erreichbare Endgröße liegt bei stolzen 17 cm bei Männchen. Weibchen bleiben immer erheblich kleiner, in der Literatur werden 9 cm angegeben. Bezüglich der Wasserwerte (Gesamthärte bis ca. 15°dH, pH 6,3-7,5, 22-25°C) sind Pflege und Zucht als einfach einzustufen, wichtig sind vor allem geräumige Aquarien und kräftiges Futter. Es wird zwar grundsätzlich jede Art üblichen Zierfischfutters akzeptiert, grobes Frost- und Lebendfutter (vor allem Insekten) sollte aber auf dem Speiseplan nicht fehlen, vor allem, wenn Laichansatz beim Weibchen gewünscht wird

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 287602 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Mimagoniates microlepis

17. April 2026

Es gibt nur wenige Salmlerarten, die so oft unter falschem Namen in der Literatur abgebildet wurden, wie die Vertreter der Gattung Mimagoniates. Die hübschen Tiere werden ab und zu aus dem südlichen Brasilien als Zierfisch exportiert. Da sie eine innere Befruchtung haben, das Weibchen also einige Zeit nach erfolgter Befruchtung in Abwesenheit von Männchen befruchtete und entwicklungsfähige Eier legen kann, weckten sie schon früh das Interesse der biologisch interessierten Aquarianer. Vor allem der Befruchtungsvorgang machte und macht neugierig. 

Aber die Verwechslungen! Wir wollen es hier nicht zu kompliziert machen, wer tiefer in die Materie eintauchen will, möge bitte die Revision dieser Gruppe aus dem Jahr 2009 durch Menezes und Weitzman studieren. Jedenfalls wurden die ursprünglich 1877 als Paragoniates microlepis von Steindachner beschriebenen Tiere in der Literatur schon als Coelurichthys iporangae (Gattungsname ursprünglich falsch „Coalurichthys“ geschrieben), C. microlepis, C. tenuis, C. lateralis, Mimagoniates microlepis, M. tenuis, M. inequalis, M. barberi und M. lateralis bezeichnet. Manche dieser Art gibt es wirklich, sie sehen ähnlich aus, sind aber halt andere Arten, andere sind Synonyme. Die Gefahr, dass man beim Literaturstudium und erst recht beim Googlen oder der Nutzung von KI in eine falsche Richtung gelenkt wird, ist also sehr groß. Für uns Aquarianer ist die Kombination aus gut erkennbarem Schulterfleck mit der sehr breiten Körperbinde das beste Bestimmungskriterium.

Mimagoniates microlepis wird im Aquarium etwa 6-7 cm lang (Gesamtlänge, inklusive Schwanzflosse), wilde Exemplare bleiben etwa einen Zentimeter kleiner. Es sind sehr lebhafte Schwarmfische, die in der Natur in bevorzugt in Bächen leben, sich aber als anpassungsfähig erwiesen haben. Meist sind es kühle, beschattete Klarwasserbäche, die als Lebensraum dienen, doch gibt es die Fische auch in Schwarzwasserbächen und sie können sich sogar an stark gestörte Lebensräume anpassen, wo der Mensch die ursprüngliche Flora „Mata Atlântica“ vernichtet hat. Sogar in stehenden Gewässern wurde Mimagoniates microlepis schon nachgewiesen. Die Art ist weit verbreitet: entlang der Küste vom Süden Bahias bis zum Norden von Rio Grande do Sul sowie im Oberlauf der Flüsse Iguaçu und Tibagi und im Einzugsgebiet des Oberlaufs des Paraná in Brasilien

Im Hobby kennt man solche „Schwanzdrüsensalmler“ seit 1907. Die Männchen besitzen auf der Basis der Schwanzflosse einen komplizierten, aus Schuppen konstruierten Drüsenapparat, mit dem offenbar spezifische Sexuallockstoffe (Pheromone) produziert werden. Die Balz ist eine unvergleichliches Schauspiel, bei dem die Männchen aufwändige Schwimm-Manöver („Paarungstänze“) vor den Damen vorführen. Bei der eigentlichen Paarung legt sich das Männchen wie ein Ring um das Weiben. Dabei wird ein Samenpaket ausgestoßen, das das Weibchen aufnimmt. Die Eiablage erfolgt oft erst Tage, angeblich sogar manchmal erst Wochen oder Monate später. Das Weibchen heftet den Laich am liebsten an die Unterseite von Wasserpflanzenblättern.

Mimagoniates microlepis ist ein friedliches Tier, das alle üblichen Futtersorten akzeptiert. Wichtig erscheint, dass die Wassertemperatur nicht dauerhaft zu hoch ist. Werte zwischen 16 und 24°C sind angemessen, wobei die meiste Zeit des Jahres 18-20°C anzustreben sind. Wahrscheinlich würde dieser Art eine zeitweilige Freilandhaltung gut tun, aber unter solchen Bedingungen ist die Beobachtung der Pfleglinge leider nur schwer möglich.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 268563 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Menezes, N. A. & S. H. Weitzman (2009): Systematics of the neotropical fish subfamily Glandulocaudinae (Teleostei: Characiformes: Characidae). Neotropical Ichthyology v. 7 (no. 3): 295-370

Text & Photos. Frank Schäfer

Channa asiatica „Platinum“

17. April 2026

Zuchtformem bei Channa-Arten gibt es bisher kaum. Lediglich von Channa striata sind Albinos in der Teichwirtschaft erzüchtet worden, und – gleichfalls aus der Teichwirtschaft – von Channa argus eine silberweiße Zuchtform „Pearl White Lemon“ (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/channa_white_pearl_lemon_de/); diese Tiere sind 1936 als Channa argus kimurai beschrieben worden.

Channa asiatica ist eine variantenreiche Art oder, wie man es heute eher sieht, ein Artenkomplex von anatomisch nicht voneinander trennbarer Arten, die sich jedoch farblich recht deutlich unterscheiden. Weil von wissenschaftlicher Seite bisher von lediglich einer Art ausgegangen wird, kam es im Hobby bei der Nachzucht solcher Fische – Channa asiatica wird bis zu 40 cm lang, ist jedoch bei der Hälfte dieser Länge bereits geschlechtsreif – häufiger zu Vermischung verschiedener Fundortstämme. 

In der westlichen Welt ist Channa asiatica unter Aquarianern für seine Unberechenbarkeit berüchtigt. Selbst Paare, die schon häufiger miteinander Jungtiere hatten (die Art baut kein Nest, die Eier werden an der Wasseroberfläche abgelegt und von beiden Eltern betreut) können sich nach Jahren harmonischen Zusammenlebens plötzlich zerstreiten und dann bis zum Tode bekämpfen. Darum findet man C. asiatica (im weitesten Sinne) nur sehr gelegentlich im Zierfischhandel, obwohl die Art sehr schön sein kann. Sie ist im Wesentlichen in China und auf Inseln in dessen Nähe verbreitet.

Auf Taiwan gibt es Züchtereien, die inzwischen verschiedene Farbselektionen von C. asiatica gezielt vermehren. Ob man die Tiere dort nur um ihrer selbst willen oder mit asiaitischem Pragmatismus gleichzeitig als Speise- und Aquarienfisch hält, entzieht sich unserer Kenntnis. Aus dieser Quelle haben wir jetzt erstmals eine „Platinum“-Variante von Channa asiatica importiert. Von der farblich ähnlichen, in der EU als potentiell invasiv eingestuften und darum verbotenen Channa argus „Pearl White Lemon“ kann man Channa asiatica sofort an den fehlenden Bauchflossen des letzteren unterscheiden.

Die Pflege von Channa asiatica ist sehr einfach; eine Heizung benötigen diese Tiere in Zimmeraquarien nicht. Das Aquarium muss der erwartbaren Größe angepasst sein. Bei Einzelhaltung erwirbt man ein Haustier, das zahm wird und viele Jahre den Besitzer erfreuen kann. Gefressen wird jegliches grobe Futter fleischlicher Herkunft, also Regenwürmer, Futterfische (auch gefrostet), Meeresfrüchte aller Art, Gammarus, Mehlwürmer, andere Insekten usw., aber meist nehmen diese Tiere auch Cichliden Sticks und grobe Granulate. Bei Zuchtversuchen sollte man darauf achten, dass die Wassertemperatur möglichst nicht viel über 22°C steigt, denn bei höheren Temperaturen kommt das Aggessionspotential dieser Fische voll zum tragen. Die Wasserwerte sind für Pflege und Zucht ohne Belang, jedes Trinkwasser eignet sich dafür.

Für unsere Kunden: C. asiatica „Platinum“ hat Code 409240 auf unserer Stockliste; aktuell sind die Tiere 12-15 cm lang. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Acestrorhynchus isalinae

17. April 2026

Die Barrakuda-Salmler der Gattung Acestrorhynchus eignen sich sehr gut für die Pflege im Aquarium, obwohl sie ausgesprochene Raubfische sind und sich in der Natur vorzugsweise von kleinen Fischen ernähren. Etliche Arten werden mittelgroß, ca. 20-30 cm, doch gibt es auch Zwergarten, darunter A. isalinae, der nur rund 7,5 cm Standardlänge (also ca. 10 cm Totallänge, man rechnet bei Fischen ja gewöhnlich die Schwanzflosse nicht mit) erreicht; in Importen finden sich manchmal Riesen von ca. 12 cm Totallänge, also mit Schwanzflosse. Diese Art ist zugleich der hübscheste Acestrorhynchus in Bezug auf die Körperzeichnung: Sie besitzt nämlich zwei schwarze Längsbänder und einen teilweise roten oder gelben Schwanzwurzelfleck; insgesamt ist der Schwanzwurzelfleck dreigeteilt. Ganz oben ist er rot oder gelb, in der Mitte schwarz und ganz unten weiß.

Acestrorhynchus isalinae wurde wissenschaftlich erst 1983 aus dem Einzug des Rio Madeira beschrieben. Von dort erfolgen keine Exporte der Art, jedoch gibt es ein wunderschönes Buch über die Fische des Rio Madeira; der dort abgebildete A. isalinae entspricht in allen Farbmerkmalen den von uns regelmäßig aus Peru importierten Tieren. Bereits 1909 beschrieb Eigenmann aus Britsh Guyana eine extrem ähnliche Art, nämlich Acestrorhynchus nasutus. Es wird gelegetlich spekuliert, dass A. nasutus und A. isalinae die gleiche Art seien, bzw. dass alle als A. isalinae importierten Fische in Wirklichkeit A. nasutus darstellen würden.

Wie man auf der Fotografie des Typusexemplares von A. nasutus aus dem Jahr 1903 jedoch deutlich sehen kann, ist bei dieser Art jedoch der schwarze Schwanzwurzelfleck nicht punktförmig wie bei A. isalinae, sondern in Form einer Raute ausgeprägt, die bis ans Ende der Schwanzflosse verläuft; zudem endet bei A. nasutus die Bauchbinde oberhalb der Afterflosse, bei A. isalinae verläuft sie über die gesamte Bauchlänge. Offenbar ist A. nasutus noch nie für die Aquaristik importiert worden. Auch A. nasutus wird nur ca. 7,5 cm lang. Sehr ähnlich gefärbt ist ferner der wiederum kleinbleibende (8 cm ohne Schwanzflosse) A. maculipinna aus dem Amazonasgebiet in Brasilien, der jedoch an der Basis der Rückenflosse einen großen schwarzen Fleck hat.

Untereinander und gegenüber anderen Fischen, die als Nahrung nicht in Frage kommen, sind Acestrorhynchus gewöhnlich relativ friedlich. Das muss alletdings insofern eingeschränkt werden, als dass es nicht ratsam ist. bei A. isalinae Exemplare unterschiedlicher Größe geinsam zu pflegen. Die größeren Exemplare werden in diesem Fall die kleineren mobben, sogar dann, wenn der Größenunterschied nur 1-2 cm beträgt. Das Mobbiung kann im Extremfall sogar tödlich enden, also Vorsicht!

Die chemische Wasserzusammensetzung ist für A. isalinae relativ unerheblich, pH zwischen 6 und 8, Härte von weich bis mittelhart, Temperatur zwischen 22 und 26°C sind günstige Werte. Schwierig ist die Futterfrage. Lebende Futterfische sollte man möglichst nicht geben, da sie stets Krankheitserreger in sich tragen können. Gerne werden von kleineren A. isalinae z.B. lebende Weiße Mückenlarven gefressen. Mit etwas Geduld kann man die Tiere fast immer an grobes Frostfutter gewöhnen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 202100 (4-5 cm) bis Code 202104 (9-12 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Eigenmann, C. H. (1912): The freshwater fishes of British Guiana, including a study of the ecological grouping of species, and the relation of the fauna of the plateau to that of the lowlands. Memoirs of the Carnegie Museum v. 5 (no. 1): i-xxii + 1-578, Pls. 1-103.

Menezes, N. A. & J. Géry (1983): Seven new acestrorhynchin characid species (Osteichthyes, Ostariophysi, Characiformes) with comments on the systematics of the group. Revue Suisse de Zoologie v. 90 (no. 3): 563-592.

de Queiroz, L. J., Torrente-Vilara, G., Ohara, W. M., da Silva Pires, T. H., Zuanon, J & C. R. da Costa Doria (2013): Peixes do Rio Madeira, Vol 1-3, Sao Paulo

Text & Photos: Frank Schäfer

Hoplisoma nattereri

13. April 2026

Zu den bereits früh in der Aquarienkunde bekannt gewordenen Panzerwels-Arten gehört Hoplisoma nattereri. Zuerst wurde diese Art ca. 1920 aus der Umgebung von Rio de Janeiro in Brasilien nach Europa eingeführt. Es gibt sie in den Küstenregionen des gesamten Bundesstaates Rio de Janeiro sowie im Bundesstaat Sao Paulo. Arttypische Merkmale sind: farblose Flossen, ein dunkler Fleck an der Basis der Rückenflosse und ein in der Körpermitte verlaufendes Längsband, das am Kiemendeckel beginnt und bis zum Ansatz der Schwanzflosse verläuft. Der Rücken ist etwas dunkler als die Gesamtfärbung. Die Maximallänge dieser Art beträgt 6-7 cm, wobei die Weibchen größer als die Männchen werden.

Es gibt zwei bis drei Verwechslungsarten zu H. nattereri. Da wäre zum einen der gemeinsam mit dieser vorkommende Langschnäuzer Scleromystax prionotos (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/scleromystax-prionotos/). Dann gibt es eine fast identisch gefärbte Art in den Bundesstaaten Espirito Santo und Bahia. Er hat die CW-Nummer CW165 erhalten. CW165 unterscheidet sich von H. nattereri durch eine wolkige Zeichnung des Rückens und dunkle Flecken unterhalb des Längsbandes. Und dann gibt es noch Hoplisoma baderi, der praktisch identisch zu H. nattereri aussieht, bei dem jedoch der schwarze Flecke an der Basis der Rückenflosse fehlt. H. baderi kommt in Brasilien im Bundesstaat Para (Rio Paru do Oreste) und in den Guyana-Staaten Suriname und Französisch Guyana (Einzug des Maroni-Flusses) vor.

Die Pflege und Zucht von Hoplisoma nattereri entsprechen vollständig dem bekanntesten Aquarien-Panzerwelses überhaupt, nämlich Hoplisoma paleatum (Marmorierter Panzerwels). Temperaturen zwischen 16 und 26°C (jahreszeitlich unterschiedlich), zumindest stellenweise sollte der Bodengrund aus weichem Sand bestehen, gefressen wird jegliches übliche Zierfischfutter passender Größe, jedes Trinkwasser ist zur Pflege geeignet. Die völlig friedlichen Fischen sollten idealerweise im Trupp von ihresgleichen (ab 6 Exemplaren) gepflegt werden.

Für unsere Kunden: Hoplisoma nattereri hat – je nach Größe – Code 237501 (sm) bis 237505 (xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Scleromystax prionotos

13. April 2026

Es erstaunt ein wenig, wenn man bedenkt, wie lange sich die Wissenschaft schwer damit getan hat, zwei farblich ähnliche, aber aus heutiger Sicht doch deutlich unterschiedliche Panzerwels-Arten zu unterscheiden. Die Rede ist von Hoplisoma nattereri und Scleromystax prionotos, die beide bis vor relativ kurzer Zeit noch in der gemeinsamen Gattung Corydoras untergebracht waren.

Während Hoplisoma nattereri schon sehr früh, nämlich 1876, aus Küstenflüssen des östlichen Brasiliens (Bundesstaat Rio de Janeiro, dort im Einzug des Rio Paraiba do Sul und Sao Paulo, dort vor allem im Einzug des Rio Juquia) beschrieben wurde, dauerte es bis zur Erstbeschreibung des in dem gleichen Gebiet und oft gemeinsam mit H. nattereri lebenden Scleromystax prionotos über 100 Jahre länger. Selbst dann tat man sich schwer, die beiden Arten zu trennen. Als einziges sicheres Merkmal galt, dass die Innenseite des Brustflossenstachels von S. prionotos sehr stark und grob gezähnelt ist. Die Innseite des Brustflossenstachels bei H. nattereri ist hingegen nur ganz fein gezähnelt. Dieser Unterschied war zwar bereits frühen Bearbeitern (ab 1913) aufgefallen, aber man sah darin eher eine Form von innerartlicher Variation als einen Artunterschied.

Heutzutage sieht jeder Panzerwels-Aquarianer mit geschultem Blick, dass Scleromystax prionotos eine langschnäuzige Art ist, H. nattereri aber eine rundschnäuzige (weiteres zu H. nattereri siehe hier: https://www.aquariumglaser.de/xxxxxx). Dieser am lebenden Tier so augenfällige Unterschied ist allerdings mit traditionellen Messmethoden an konservierten Exemplaren nur schwer darstellbar. Die unterschiedliche Kopfform ermöglicht es, zwei (oder ggf. auch mehreren) Panzerwels-Arten sich den gleichen Lebensraum zu teilen, ohne in direkte Konkurrenz zueinander zu treten, da sie unterschiedliche Methoden des Nahrungserwerbs haben. Die farbliche Ähnlichkeit zwischen S. prionotos und H. nattereri deutet nicht auf eine nähere Verwandtschaft der beiden Arten zueinander hin. Dabei handelt es sich um Mimikry, die an anderer Stelle schon erläutert wurde (z.B. https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/otocinclus-mimulus/). Hingegen verhindert die unterschiedliche Zähnelung des Innenseite des Brustflossenstachels zumindest in der Natur, dass die beiden Arten sich kreuzen. Zur Paarung klemmen bekanntlich männliche Panzerwelse die Barteln des Weibchens in einer so genannten T-Stellung ein. Die Zähnelung des Brustflossenstachels wirkt dabei wie der Bart eines Schlüssels. Der falsche Schlüssel passt nicht ins Schloss…

Scleromystax prionotos ist eine gut zu pflegende und auch ganz gut züchtbare Art. Insgesamt gilt sie als relativ anspruchslos und anpassungsfähig. Am günstigsten sind wohl Temperaturen zwischen 18 und 22°C, ein neutraler pH-Wert und eine Gesamthärte um 6° dH. Gefressen wird jegliches übliche Zierfischfutter, der Bodengrund sollte zumindest stellenweise aus feinem Sand bestehen. Pflanzen und tierische Mitbewohner bleiben gewöhnlich unbeachtet. Mit gut und gerne 6,5 cm Totallänge (also inklusive Schwanzflosse) gehört S. prionotos im weiblichen Geschlecht zu den etwas größeren Panzerwels-Arten. Männchen bleiben immer kleiner.

Für unsere Kunden: diese Panzerwelse haben – je nach Größe – Code 241503 (lg) bis 241505 (sh) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Xiphophorus hellerii „Alpha“

10. April 2026

Der Alpha-Schwertträger ist eine gar nicht so neue Zuchtform des Xiphophorus hellerii, es gab sie zumindest ansatzweise bereits in den 1960er Jahren. Sie wird aber in jüngerer Zeit (den letzten 10 Jahren) sehr gehypt und es werden geradezu aufsehenerregende Preise dafür gefordert, die die Preise für andere Schwertträger-Zuchtformen gut 10x und mehr übertreffen.

 

Dabei meinen viele, alle Alpha-Schwertträger müssten samtschwarze Tiere mit roter Grundfarbe sein. Das ist aber falsch. Tatsächlich können Alpha-Schwertträger in allen bekannten Schwertträger-Farben und -Flossenformen gezüchtet werden. Aber die meisten dieser anderen Zuchtformen sehen nicht so spektakulär aus. Was ist also ein Alpha-Schwertträger? Der Name wurde in der ehemaligen DDR für Tiere geprägt, die bei der Kreuzung von Hamburger Schwertträgern (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/xiphophorus-hellerii-schwarz-black/) mit anderen Helleris anfielen. Als „Vater der modernen Alpha-Schwertträger“ gilt der verstorbene Xipho-Züchter Günther Schramm, der Anfang der 1980er Jahre damit experimentierte. Bei allen Alphas ist der Anteil der grünglänzenden „Spiegel“-Schuppen des Hamburgers stark reduziert oder fehlt ganz. Alpha-Kreuzungstiere auf grüner Grundfarbe haben einen auffälligen Blauschimmer. Der hohe Preis erklärt sich aus der Spalterbigkeit der Alphas. In jeder Zuchtlinie fällt nur ein relativ kleiner Teil der Jungtiere in der gewünschten Färbung (jedenfalls berichten das die Züchter, wir selbst züchten die Tiere ja nicht). In manchen Bruten fallen auch nur Weibchen der gewünschten Farbkombination samtschwarz auf roter Grundfarbe, die Männchen sehen dann meist wie Wiener ( = rote Albinos) aus (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/xiphophorus_hellerii_wien_lyra_de/).

Für unsere Kunden: Alpha-Schwertträger haben Code 420833 auf unserer Stockliste. Wir bieten derzeit ausschließlich rot-schwarze Tiere an, die Flossenform ist gemischt (Lyra und normalflossig). Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer