Archiv für den Autor: Frank Schäfer

Hyphessobrycon robustulus

11. Mai 2026

Seit wir mit unserer Homepage vor über 20 Jahren online gingen, sind so manche Neuentdeckungen hier vorgestellt worden. Einige davon konnten sich als Zierfische etablieren, andere verschwanden wieder. Zur ersteren Kategorie gehört Hyphessobrycon robustulus, der zunächst als „Junior-Tetra“ aus Peru exportiert wurde; inzwischen wird er auch regelmäßig kommerziell gezüchtet. Unser Erstimport erfolgte im Jahr 2002. Der etwas ungewöhnliche Name kommt daher, dass der peruanische Exporteur – Jorge Panduro sen. – zu der Zeit der Entdeckung dieses schönen Salmlers die Geschäfte in die Hände seines Sohnes – Jorge Panduro jun. – übergab. Er fand es eine schöne Idee, das der Kundschaft in Form einer interessanten Neuheit mitzuteilen. Ein weiterer Populärname dieser Art ist „Panduro-Salmler“ oder „Pandurini-Salmler“, der nach dem bisher Gesagten keiner Erklärung mehr bedarf.

Hyphessobrycon robustulus wurde bereits 1870 von Cope unter der Bezeichnung Hemigrammus robustulus beschrieben. Anatomische Merkmale führten zu seiner Überführung in die Gattung Hyphessobrycon. Typusfundort war Pebas in Peru, das damals zu Ecuador gehörte. Die „offizielle“ Zuordnung des Junior-Tetras zur Art Hyphessobrycon robustulus erfolgte unseres Wissens nach durch Zarske im Jahr 2007. Vorher wurde unter diesem Namen eine andere, blassere Art geführt (z.B. Aquarien-Atlas, Band 1, 1990), die später als Hyphessobrycon frankei wissenschaftlich beschrieben wurde. 

Ganz allgemein hat sich die Bezeichnung Hyphessobrycon robustulus für den Junior-Tetra durchgesetzt. Im Februar 2024 wurde eine wissenschaftliche Checkliste aller Salmlerarten veröffentlicht. Hier wird Hyphessobrycon robustulus als eine derzeit wissenschaftlich nicht einordenbare Art („species inquirendae“) geführt, die ausschließlich nach den Typen von 1870 bekannt sei. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass wir irgendwann noch umlernen müssen. Das Fanggebiet für den Junior-Tetra ist übrigens in der Umgebung von Tamishiyacu im Distrikt Fernando Lores in Peru, etwa 50 km flussaufwärts von Iquitos.  

Der Junior-Tetra ist ein idealer Aquarienfisch, ein Salmler wie aus dem Bilderbuch. Er ist klein (3,5 – 4 cm), friedlich, bunt und lebhaft. Die Art stellt keine besonderen Ansprüche an die Wasserzusammensetzung, die Temperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen. Hyphessobrycon robustulus weist einen für Salmler außergewöhnlich starken Sexualdichromatismus auf. Alle Flossenteile, die beim Männchen rot sind, sind beim Weibchen gelb. Besonders schön sieht man das in dem Video der Art, das wir bei YouTube eingestellt haben: https://www.youtube.com/watch?v=JzonUg3cd-s

Die Bilder für diesen Post zeigen Wildfänge, die wir gerade wieder einmal anbieten können.

Für unsere Kunden: Wildfänge haben Code 261432, Nachzuchten Code 261423 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur: 

Riehl, R. & Baensch, H. A. (1990): Aquarien Atlas Band 1. 8. Auflage. Mergus Verlag, Melle. Zitatseite: 290

Toledo-Piza, M., E. G. Baena, F. C. P. Dagosta, N. A. Menezes, M. Ândrade, R. C. Benine, V. A. Bertaco, J. L. Birindelli, G. Boden, P. A. Buckup, P. Camelier, F. R. Carvalho, R. M. C. Castro, J. Chuctaya, E. Decru, E. Derijst et al. (2024): Checklist of the species of the Order Characiformes (Teleostei: Ostariophysi). Neotropical Ichthyology v. 22 (no. 1): e230086: 1-548.

Zarske, A. & J. Géry (1997): Hyphessobrycon frankei sp.n. Die Aquarien- und Terrarienzeitschrift DATZ 50 (5) 1997: 308-312 

Zarske, A. (2007): Hyphessobrycon robustulus (Cope, 1870). Aqaristik Fachmagazin, 198: 26-28

Ilyodon furcidens

11. Mai 2026

Zu den größeren Arten der Hochlandkärpflinge (Goodeiden) zählen die Vertreter der Gattung Ilyodon. In Ausnahmefällen können einzelne Exemplare eine Länge von 15 cm erreichen. Daher sind Ilyodon sogar manchmal auf dem Speisezettel des Menschen zu finden. Über die Artenzahl innerhalb der Gattung Ilyodon wurde (und wird teilweise heute noch) debattiert. So unterschied man lange Zeit den breitmäuligen I. xanthusi vom schmalmäuligen I. furcidens, bis experimentell bewiesen wurde, dass beide in einem einzigen Wurf eines Weibchens (Ilyodon sind, wie alle Goodeiden, lebendgebärend) vorkommen können. Da I. furcidens der ältere Name ist, hat er Gültigkeit.

Noch gilt Ilyodon furcidens allgemein als „nicht gefährdet“, doch gibt es viele Warnhinweise, dass ausgesetzte Angelfische (vor allem Micropterus) und Lebendgebärende (Poeciliopsis gracilis) zumindest bestimmte Populationen von I. furcidens in arge Bedrängnis bringen. Das Gesamtareal der Art in den Bundesstaaten Jalisco und Colima in Mexiko ist jedoch groß und es gibt keine Hinweise darauf, dass die verschiedenen Populationen äußerlich oder genetisch voneinander nennenswert abweichen.

Dieser Hochlandkärpfling ist ein Flussbewohner und stellt somit etwas höhere Ansprüche an die Wasserqualität. Wöchentliche sehr großzügige Wasserwechsel (gerne bis 80%) und gute Sauerstoffversorgung (nicht unter 8mg/l) sollte daher den Regelfall darstellen. Diese Art frisst in der Natur vorwiegend Algen und Aufwuchs. Vor zu fett- und eiweißreicher Diät sei daher gewarnt. Wie bei fast allen Goodeiden sind Wassertemperaturen unter 26°C im Sommer und um 17°C im Winter anzustreben. Eine zeitweilige Freilandhaltung bekommt  den Fischen ausgesprochen gut. Die Jungtiere werden gewöhnlich nicht verfolgt und so erhält man meist rasch eine prosperierende Kolonie. Deshalb – und auch wegen der möglichen Endgröße – sind möglichst große Aquarien für die dauerhafte Haltung dieser friedlichen Fische anzustreben.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 264681 (s) bis 264684 (xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Brachygobius aggregatus – einer der kleinsten Fische der Welt

11. Mai 2026

Die Goldringelgrundeln (Brachygobius) sind allesamt kleine und kleinste Fische. Die Debatte, welches die kleinste Fischart und damit auch gleichzeitig die kleinste Wirbeltierart auf der Erde ist, wird stetig geführt, doch stellt sich bei lebenden Organismen immer etwas die Frage, inwieweit Messdaten im Zehntelmillimeterbereich überhaupt von Relevanz sind. Das braucht hier auch gar nicht weiter vertieft zu werden, viel wichtiger ist uns, Ihnen voll Stolz einen der kleinsten Fische der Welt zu präsentieren, den wir kürzlich einmal wieder aus Vietnam importieren konnten: Brachygobius aggregatus.

Allerdings – so ganz sicher können wir bei dieser Bestimmung nicht sein. B. aggregatus wurde von den Philippinen beschrieben, unsere stammen, wie gesagt, aus Viernam. Mit der ähnlich winzigen Art B. mekongensis (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/brachygobius-mekongensis/) sind unsere Fische aber nicht identisch, dazu bestehen erhebliche Farbunterschiede. Möglicherweise sind diese Zwerge also Repräsentanten einer wissenschaftlich noch nicht erfassten Art. 

Die Männchen dieser winzigen Goldringelgrundel sind als Wildfänge mit etwa 10 mm, die Weibchen mit etwa 15 mm voll sexuell differenziert und damit geschlechtsreif. Unter den im Vergleich zur Natur ja immer sehr üppigen Bedingungen eines Aquariums mögen sie vielleicht noch etwas wachsen, aber das spielt keine Rolle.

Brachygobius aggregatus ist ein Süßwasserfisch und ausgesprochen pflegeleicht. An die Wasserzusammensetzung werden keine besonderen Ansprüche gestellt, ideal ist mittelhartes Wasser mit in etwa neutralem pH-Wert. Die Temperatur kann zwischen 18 und 28°C liegen. So kleine Fische füttert man am besten mit lebenden Artemia-Nauplien. Grundsätzlich nehmen die winzigen Fischchen zwar auch sonstiges Lebend- und Frostfutter an, doch ist Lebendfutter oft schwer zu beschaffen und Frostfutter schwer zu dosieren. Mit den leicht zu erbrütenden Artemia-Nauplien kann man B. aggregatus problemlos zeitlebens versorgen.

Für unsere Kunden: die Tierchen haben Code 407101 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Carnegiella strigata „vesca“

11. Mai 2026

Der Marmor-Beilbauch (Carnegiella strigata) ist der ideale Aquarienfisch. Er bleibt klein (4 cm), ist friedlich und hat eine interessante Färbung. Die Art ist weit in Südamerika verbreitet (Brasilien, Ekuador, Bolivien, Kolumbien, Guyana, Peru und Surinam) und häufig. Darum ist sie fast immer im Angebot des Zierfischhandels zu finden. 

Die besondere Form der Tiere und die Variabilität ihrer Zeichnung führte in der Vergangenheit zu mehreren, einander teils widersprechenden Revisionen. Außerdem gab es bereits früh Verwechslungenn und Mehrfachbeschreibungen. Sicher ist: in den unterschiedlichen Verbreitungsgebieten sieht der Marmor-Beilbauch unterschiedlich aus. In der Vergangenheit wurden darum etliche Unterarten beschrieben, so fasciata aus Brasilien (Tabatinga), marowini und surinamensis aus Surinam und vesca aus Guyana. Gegenwärtig werden diese Unterarten aber wissenschaftlich nicht anerkannt. 

Die vielleicht schönste, weil kontrastreichste Variante kommt aus dem oberen Amazonas (Peru und Kolumbien)  zu uns und wird im Handel als „vesca“ bezeichnet. Der Unterschied zwischen diesen Handels-vesca und „normalen“ strigata, die zeitweise sogar als eigenständige Arten geführt wurden, liegt in der Zeichnung. Bei strigata, wie sie im Handel bezeichnet wird, gabelt sich die breiteste Körperbinde weit unterhalb einer gedachten waagerechten Linie über den Bauch zum Ansatz der Afterflosse, bei der Handels-vesca erst weit oberhalb dieser fiktiven Linie. Dadurch ist beim „Handels-vesca“ diese breiteste aller Körperbinden sehr massiv und das Tier erscheint optisch sehr viel dunkler als die strigata-Form. 

Blöd ist nur, dass die Namen im Handel genau falsch herum benutzt werden. Der dunkle Fisch ist, legt man die sorgfältigen Forschungsergebnisse von Weitzman  zugrunde, der „echte“ Carnegiella strigata, während der „echte“ vesca die hellere Form ist, bei der sich die breiteste Körperbinde schon nahe der Bauchkante gabelt. Ungeachtet aller Konfusion: hier finden Sie Bilder der „Handels-Strigata“: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/carnegiella-strigata-lg-xlg/, alle Bilder dieses Posts zeigen „Handels-Vesca“.

Beilbauchfische sind während der Eingewöhnung etwas schreckhaft und dürfen nie mit ruppigen Arten zusammen gepflegt werden. Ideal ist eine Kombination mit Bodenfischen wie Panzerwelsen. Bei der Ernährung ist darauf zu achten, dass die Tiere Futter nur von der Oberfläche nehmen. Trockenfutter ist eine gute Ernährungsbasis, zur Zucht muss man sich aber etwas mehr Mühe geben und kleine Insekten wie Fruchtfliegen füttern. Wichtig ist es, möglichst mehrmals täglich in kleinen Mengen zu füttern. Die Geschlechter sind äußerlich nicht leicht unterscheidbar, Weibchen werden allerdings etwas größer und sind zur Laichzeit fülliger um die Mitte herum.

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 214304 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Anostomus anostomus

4. Mai 2026

Der Prachtkopfsteher ist einer der schönsten Salmler Südamerikas. Er sieht aus wie der große Bruder des Dreibinden-Ziersalmlers, Nannostomus trifasciatus. Anostomus anostomus erreicht eine Länge von 15-18 cm. Leider erfolgen von Guyana derzeit kaum noch Exporte von Zierfischen, weshalb der Prachtkopfsteher zu einem seltenen Gast im Aquarium geworden ist. 

Nun können wir endlich Nachzuchten dieser herrlichen Fische anbieten. Mit einer Länge von ca. 3-4 cm sind sie zwar noch nicht ganz so schön wie die Erwachsenen, aber das kommt schon noch. Die letzten Wildfänge, die wir 2018 importieren konnten, waren jung erwachsen und 9-12 cm lang; wir fügen die Bilder dieser Tiere zum Vergleich diesem Post bei. 

Wie heißt es so schön im ersten Band des Aquarien-Atlas: Wer diesen Fisch noch nicht gepflegt hat, ist kein rechter Aquarianer! Dem ist nichts hinzuzufügen….

Für unsere Kunden: die Tiere haben als Wildfang (zur Zeit nicht lieferbar!) Code 205501 (3-4 cm) bis 205507 (10-12 cm) und als Nachzucht (3-4 cm) Code 205521 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Inpaichthys luizae jetzt auch als deutsche Nachzucht

4. Mai 2026

Zu den neuesten Sternen am Salmlerhimmel gehört der bildhübsche Inapichthys luizae (für weitere Informationen siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/inpaichthys-luizae/). Bisher bezogen wir die Tiere aus Zuchtbetrieben in Ostasien, jetzt sind sie auch als heimische Nachzuchten verfügbar.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 264792 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photo: Frank Schäfer

Gastrodermus sp. „San Juan“

4. Mai 2026

Die Panzerwelse des Artenkreises um Gastrodermus elegans sind ungeheuer variabel in der Färbung. Außerdem haben sie eine besondere Jugendfärbung. Ferner sehen Männchen und Weibchen unterschiedlich aus. Kurz: es ist wirklich schwierig, sie beschriebenen Arten zuzuordnen. Aber es sind wunderschöne Fische! 

Eine der schönsten Formen dieses Komplexes überhaupt ist Gastrodermus sp. „San Juan“. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um eine Farbvariante der Art Gastrodermus napoensis. Die Männchen dieser Art werden etwa 4 cm lang, die Weibchen geringfügig größer. Importiert werden sie aus Peru.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 244302 (sm-md),  244303 (md), 244304 (md-lg) und 244305 (lg-xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Alestopetersius smykalai

4. Mai 2026

Alestopetersius smykalai ist die einzige Art der Kongosalmler im engeren Sinne, die nicht aus dem Einzug des Kongos, sondern aus dem Niger stammt. Sie wird nur etwa 5-6 cm lang, weshalb sie sich auch optimal für die Besitzer kleinerer Aquarien eignet. Aufgrund des herrlich blau leuchtenden Rückens der Männchen, die sich von den Weibchen ansonsten durch die lang ausgezogene Rückenflosse und die völlig anders geformte und weiß gesäumte Afterflosse unterscheiden, hat das Tier sehr zu Recht den Namen „Blue Diamond“ erhalten. 

Die Pflege dieser Tiere gestaltet sich einfach. Jedes als Trinkwasser geeignete Leitungswasser eignet sich, der pH-Wert sollte in etwa im neutralen Bereich liegen. Wassermessungen vor Ort ergeben oft erstaunlich kühles Wasser von 21-23°C. Im Aquarium kann die Temperatur auch etwas höher liegen, aber übertreiben sollte man es nicht. A. smykalai ist etwas schreckhaft und sollte darum nur mit ruhigen und friedlichen Arten vergesellschaftet werden; ihrerseits sind A. smykalai völlig friedlich. Gut bepfanzte, aber nicht zu grell beleuchtete Aquarien mit dunklem Boden lassen die Farben dieser Fische besonders gut hervortreten. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter passender Größe, aber mit Fruchtfliegen (Drosophila) macht man allen Kongosalmlern eine besondere Freude. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 100181 (sm) bis 100184 (lg – xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. 

Text & Photos: Frank Schäfer

Symphysodon tarzoo Diskus wild Grün Tefé 9 -12 cm

4. Mai 2026

Das klassische Fanggebiet für Grüne Diskus sind der Rio Tefé und seine im Mündungsgebiet zum Amazonas zu einem See erweiterte Region, der Lago Tefé; an den Ufern des Lago Tefé liegt die Stadt Tefé. Die gesamte Region Tefé liegt in Brasilien, im Bundesstaat Amazonas und umfasst rund 23.700 km²; sie wird von etwa 73.700 Menschen bewohnt, die sich selbst Tefeenser nennen. Der Rio Tefé ist ein Schwarzwasserfluss; nahe bei der Stadt Tefé mündet der Rio Japurá in den Amazonas. Die Entfernung von Tefé zu Manaus beträgt etwa 525 km (Luftlinie), auf dem Fluss sind es etwa 595 km.

Farblich unterscheiden sich Fluss- und See-Fische nicht wirklich, bei beiden kommen viele Royals vor (als Royal bezeichnet man Fische, bei denen die horizontalen grün-blauen Körperstreifen sich über den gesamten Körper ziehen) und auch Exemplare mit vielen oder wenigen roten Punkten auf den Flanken. Je nach Farbigkeit werden die Fische noch am Fundort sortiert und in verschiedene Preisklassen eingeordnet; das muss man wissen: Royals, gepunktete und ungepunktete Diskus sind keine besonderen Fundortformen, sondern leben in der Natur zusammen. Die farblichen Unterschiede innerhalb der Diskuspopulation bezeichnet man als Polychromatismus. Der wichtigste Unterschied zwischen See- und Flussfischen ist die Form. Die Diskus aus dem Lago Tefé sind insgesamt meist hochrückiger als ihre Artgenossen aus dem Fluss. 

Bei den Jungtieren sind solche Unterschiede und auch manche Farbunterschiede noch nicht sonderlich deutlich ausgeprägt. So kann man preiswert so manches Schmuckstück erwerben, für das im Erwachsenenstadium deutlich tiefer in die Tasche gelangt werden müsste. Je größer die Fische, desto teurer sind sie, denn einen Löwenanteil am Preis haben bekanntlich die Frachtkosten. Je größer der Fisch, desto weniger Exemplare kann man pro Box packen, desto höher wird der Frachtanteil am Preis des einzelnen Tieres. Die Größe 9 -12 cm – wir zeigen hier eine Auswahl solcher Tiere – ist der perfekte Kompromiss zwischen bereits weitgehend ausgeprägter Färbung und Kaufpreis. In dieser Größe werden Diskusbuntbarsche gerade geschlechtsreif. Denken Sie dran: Diskus sind, im Gegensatz zu den meisten anderen Buntbarschen, außerhalb der Brutzeit Schwarmfische. Viele Probleme, die bei der Haltung zu weniger Tiere auftreten (Stress- und damit Krankheitsanfälligkeit, schlechte Futteraufnahme, Scheu und damit verbunden mäßige Farbenpracht usw.) treten nicht oder kaum auf, wenn man die Tiere im Schwarm von 10 oder mehr Exemplaren pflegt.

Für unsere Kunden: die Grünen Diskus Tefé 9 – 12 cm haben Code 733064 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Parotocinclus maculicauda

29. April 2026

Zu den Zwergsaugwelsen, die früher regelmäßig in großen Stückzahlen in den Handel kamen, gehört Parotocinclus maculicauda aus dem Südosten Brasiliens (Bundesstaaten Rio de Janeiro, Santa Catarina, Sao Paulo und Espirito Santo). Von den „normalen“ Zwergsaugwelsen (Otocinclus) unterscheiden sich die Arten der Gattung Parotocinclus durch den Besitz einer Fettflosse, die bei Otocinclus typischerweise fehlt. Typusart der Gattung Parotocinclus ist der bereits 1877 beschriebene P. maculicauda. Etwa 100 Jahre später – in den 1970er Jahren – erwachte das wissenschaftliche Interesse an diesen Zwergen erneut und 1977 erschien eine erste große Studie in Form einer Revision, in der 11 Arten als gültig gesehen wurden. Von da an ging es deutlich schneller voran und aktuell (2026) gibt es 26 akzeptierte Arten.

Es waren politische Ursachen, weshalb aus dem südlichen Brasilien für längere Zeit keine Zierfischexporte mehr erfolgten. Wir  freuen uns sehr, dass sich das scheinbar wieder ändert und somit viele schöne, sehr gut für die Aquaristik geeignete Arten zumindest gelegentlich angeboten werden können. Parotocinclus maculicauda gilt als nicht gefährdet und ist weiträumig verbreitet, es gibt also keinerlei Vorbehalte gegen Wildfang. 

Parotocinclus maculicauda erreicht eine Maximallänge von 5,5 cm. Allerdings sollen Exemplare aus dem Bundesstaat Sao Paulo deutlich kleiner bleiben (um 3,5 cm, Mergus Welsatlas Band 1: 370). Der Exporteur, von dem wir unsere P. maculicauda beziehen, hat seine Basis in Sao Paulo. Wir kennen zwar das exakte Sammelgebiet unserer Tiere nicht, aber die größten Exemplare sind um die 5 cm lang (Totallänge, also inklusive Schwanzflosse). 

P. maculicauda ist ein Fisch, der kühle Gewässer bewohnt. Raumtemperatur (18-22°C) ohne Zusatzheizung ist ideal für diese Art. Als Bachbewohner stellt P. maculicauda hohe Ansprüche an die Wasserqualität. Das Wasser muss unbedingt keimarm und organisch möglichst unbelastet sein, sonst hat man nicht lange Freude an die Tieren. Die Fische schätzen zudem gute Strömung und einen hohen Sauerstoffgehalt. Totes Laub (Rotbuche, Eiche, Catappa etc.) sollte in einem Parotocinclus-Aquarium nie fehlen, es bildet einen wichtigen Nahrungsbestandteil; ansonsten sind es Allesfresser mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Aufwuchs (also Algenbelag auf Steinen, Wurzeln und Pflanzen mit den darin lebenden Mikroorganismen). P. maculicauda sind friedliche, gesellige Tiere, die man möglichst in einer Gruppe pflegen sollte. Die Zucht ist durchaus möglich, wird aber selten praktiziert. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 276602 (md) bis 276604 (lg-xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Ataeniobius toweri Lago de Creda

29. April 2026

Die Hochlandkärpflinge (Goodeidae) sind eine relativ artenarme Gruppe von vorwiegend lebendgebärenden Kleinfischen. Die lebendgebärenden Arten sind in der Unterfamilie Goodeinae zusammengefasst, die nach gegenwärtigem Wissensstand 16 Gattungen mit 42 Arten enthält. Alle lebendgebärenden Arten stammen aus Mexiko. Viele von ihnen gibt es nur in winzigen Verbreitungsgebieten. Wassernutzung für die Landwirtschaft, Wasserverschmutzung, Einbringung gebietsfremder Arten und andere menschliche Aktivitäten haben viele Arten an den Rand der Ausrottung gebracht, manche gibt es bereits nur noch in menschlicher Obhut.

Zu letzteren gehört teilweise Ataeniobius toweri. Die Art kommt ausschließlich im Quellbereichen von thermalen Bächen vor. Ihre Heimat ist der Bundesstaat San Luis Potosí, das hydrologische System ist das des Rio Verde. Es gibt nur die eine Ataeniobius-Art; in den Zuchtprogrammen der „Goodeid Working Group“, die sich der Erhaltungszucht der Hochlandkärpflinge widmet (siehe https://goodeidworkinggroup.com) werden derzeit 5 Standortformen erbrein gezüchtet, eine davon ist Lago de Creda (das Züchterkürzel für diese Population lautet Atato1-VER-LCred), die wir jetzt in kleiner Stückzahl anbieten können. Es ist unter dem Aspekt des Artenschutzes wichtig, diese genetisch besonderen Populationen getrennt voneinander zu pflegen und zu züchten, sie sollten daher, wenn irgend möglich, stets mit Populationsbezeichnung weitergegeben werden. Äußerlich unterscheiden sich die 5 in der Zucht befindlichen Standortformen nicht.

Ataeniobius toweri unterscheidet sich von allen anderen Goodeinae dadurch, dass die bei der Geburt bereits recht großen Jungtiere keine Nährschnüre (Trophotaenien) am Bauch haben. Alle andere Goodeinen haben das. Die Trophotaenien dienen der Ernährung der Jungfische im Mutterleib während der Trächtigkeit. Anders als die Lebendgebärenden Zahnkarpfen (z.B. Guppy, Platy, Molly etc.) sind nämlich die Goodeinae „richtig lebendgebärend“, d.h., die Jungtiere schlüpfen im Mutterleib aus den Eiern und werden vom Muttertier bis zur Geburt mit Nährstoffen versorgt. Bei den Zahnkarpfen entwickeln sich hingegen die Eier bis zum Ablaichen im Mutterbauch so weit, dass die Jungtiere im Moment des Ablaichens schlüpfen. Man spricht darum von „eilebendgebärenden Fischen“.

Die meisten Goodeinen gedeihen am besten, wenn sie in der warmen Jahreszeit (in Mitteleuropa ca. Mai bis Oktober) im Freiland bei wetterbedingt schwankenden Bedingungen gepflegt werden. Das gilt auch für Ataeniobius toweri. Aber gerade diese Art scheint durch das Leben in thermalen Quellen etwas weniger problematisch in der längerfristigen Zimmerhaltung zu sein.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich bei A. toweri, die übrigens etwa 8 cm Standardlänge (also ohne Schwanzflosse) erreichen können, nur wenig. Balzaktive Männchen bekommen eine bläuliche Schwanzflosse, in der Hochbalz zieht sich der blaue Glanz über den ganzen Körper und überdeckt die ansonsten so typischen zwei Längsstreifen. Ansonsten ist man auf die unterschiedlich geformte Afterflosse zur Geschlechtsunterscheidung angewiesen (funktioniert bei allen Goodeinen). Zusätzlich haben männliche A. toweri insgesamt etwas größere Flossen. In der Natur frisst A. toweri wohl hauptsächlich Algen, im Aquarium werden sehr gerne Flockenfutter und Artemia-Nauplien gefressen. Das Wasser sollte eher hart, der pH neutral bis schwach alkalisch sein. Das Temperaturminimum für mehrere Monate liegt bei ca. 18°C, sehr günstig sind 23-24°C zur Zucht. Bei ca. 28°C stellen die Tiere das Fortpflanzungsverhalten ein. Man kann und sollte A. toweri auch bei Zimmerhaltung alljährlich einige Wochen Ruhepause bei ca. 18°C gönnen. Das macht die Fische vital und robust.

Für unsere Kunden: A. toweri Lago de Creda hat Code 360703 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Pimelodella cf. hartwelli

29. April 2026

Zu den allerersten exotischen Zierfischen überhaupt gehört eine Art, die 1895 unter dem Namen Pimelodus gracilis zu Paul Matte nach Berlin gelangte. Dieser schlanke „Fadenwels“ wurde zwar durchaus positiv besprochen, blieb aber trotzdem auf die Aquarien einiger weniger Liebhaber beschränkt. Ob die damalige Bestimmung korrekt war, sei einmal dahingestellt. Aus heutiger Sicht war es auf jeden Fall ein Vertreter der Gattung Pimelodella. Diese Gattung wurde früher zu den „Antennenwelsen“ (Pimelodidae, nicht zu verwechseln mit den ebenfalls oft als Antennenwelsen bezeichneten Saugwelsen der Gattung Ancistrus) zugerechnet. Heute zählt man sie zu den Heptapteridae, für die es keinen gebräuchlichen deutschen Namen gibt.

Mit aktuell etwa 84 akzeptierten Arten ist Pimelodella eine sehr artenreiche Gattung, die überall in Südamerika vertreten ist. Die letzte Gesamtübersicht stammt aus dem Jahr 1917; dort unterschied Carl Eigenmann 34 Arten, also 50 weniger als heute. Das macht eine Bestimmung der Art innerhalb der Gattung zu einem hochkomplexen Unterfangen, zumal man ja nie sicher sein kann, ob man nicht eventuell eine unbeschriebene Art vorliegen hat. 

Im Prinzip sind alle Pimelodella-Arten gut für das Hobby geeignet. Es gibt sehr kleine Arten (um 6-7 cm), aber auch größere. Die größte bekannte wird um die 30 cm lang. Da alle sehr ähnlich aussehen: schlanker Körper, in aller Regel ein dunkler Streifen entlang der Flanke, relativ große, tief eingeschnittene Schwanzflosse, große Fettflosse, das alles auf einem gelblich-ocker-bronzefarbenen Untergrund, der je nach Lichteinfall bläulich, grünlich oder golden reflektieren kann, hat man sich bislang kaum die Mühe gemacht, die selten und meist nur als Beifang importierten Tiere näher zu betrachten. Nun hat aber eine von uns aus Peru importierte Art unsere Neugier und unseren Ehrgeiz geweckt!

Vor ziemlich genau einem Jahr importierten wir 20 junge Exemplare einer Pimelodella-Art aus Peru; aufgrund der Tatsache, dass dieser Import eine für uns neue Art der Algensalmler (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/parodon-sp-cf-pongoensis/) enthielt, die nur in einem bestimmten Gebiet von Peru vorkommt, hielten wir es für wahrscheinlich, dass diese uns zuvor ebenfalls noch nicht angebotene Pimelodella-Art ebenfalls von dort stammte. Und siehe da, in der gleichen Arbeit, in der Parodon pongoensis beschrieben ist, findet sich auch die Erstbeschreibung einer Pimelodella-Art, nämlich P. montana. Die Abbildung in der Beschreibung zeigt ein Tier, das unseren sehr ähnlich sah; darum benannten wir die Art zunächst P. cf. montana. 

Die meisten Exemplare verkauften wir unter diesem Namen und bekamen keinen Protest seitens unserer Kunden. Inzwischen sind die vier verbliebenen Tiere aber herangewachsen und geschlechtsreif. Sie messen nun rund 12 cm Totallänge. Ein Männchen hat eine vergrößerte, segelförmige  Rückenflosse entwickelt, ein Weibchen kräftigen Laichansatz. Unsere Bilder zu diesem Post zeigen diese beiden Fische. Bisher sind uns keine Meldungen zu einem derartigen Geschlechtsunterschied bei irgendeiner Pimelodella-Art bekannt geworden. Publiziert ist lediglich, dass einzelne Arten fadenartige Verlängerungen in der Rückenflosse der Männchen aufweisen. Den krassen Geschlechtsdimorphismus unserer Spezies fand man u.W. bisher nur bei Brachyrhamdia-Arten.

Aus Peru sind zur Zeit 16 Arten der Gattung Pimelodella gemeldet; 10 davon können wir ausschließen, da sie farblich und/oder anatomisch deutlich von unseren Fischen abweichen, jedoch können wir einige der verbliebenen sechs Arten überhaupt nicht beurteilen, weil es keine Abbildungen dazu gibt und die verbalen Beschreibungen nicht aussagekräftig sind. Sehr ähnlich ist auf jeden Fall Pimelodella hartwelli, aber auch P. ophthalmica ist ein heißer Kandidat. P. montana schließen wir inzwischen aus, da bei dieser Art der dunkle Längsstreifen bereits auf der Schnauze beginnt, bei unseren Tieren erst hinter dem Kiemendeckel.

Auch wenn wir  also keine genaue Bestimmung liefern können: Pimelodella-Arten sind es ganz offensichtlich wert, aquaristisch mehr beachtet zu werden. Sie sind friedlich, werden nicht allzu groß und sind somit auf jeden Fall eine Bereicherung für Gesellschaftsaquarien mit etwas größeren Fischen. Und wer weiß? Vielleicht lassen sie sich sogar unter Aquarienbedingungen züchten. Bisher gibt es u.W. keine Zuchtberichte.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 279513 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Epalzeorhynchos bicolor ( = Labeo b.)

29. April 2026

Der Feuerschwanz, Epalzeorhynchos bicolor, ist seit Jahrzehnten einer der beliebtesten Aquarienfische. Seine Farbkombination von pechschwarzem Körper mit feuerroter Schwanzflosse machen ihn für viele Aquarianer unwiderstehlich. Unter erfahrenen Aquarianern sagt man auch gerne: „auf diesen Fisch muss jeder mal hereingefallen sein.“ Das klingt ja recht negativ. Warum das?

Nun, der bis zu maximal 12-13 cm lange Fisch gehört zwar aus systematischer Hinsicht zu den Karpfenfischen, ist jedoch bezüglich des Verhaltens ein Buntbarsch. Genauer gesagt: ein Tropheus-Buntbarsch aus dem Tanganjikasee. Die Haltungsanforderungen des früher einmal in Thailand heimischen Feuerschwanzes (er gilt in der Natur aufgrund von Staudammbauten, die die Laichwanderung verhindern, als ausgestorben) entsprechen tatsächlich denen von Tropheus. Es sind Aufwuchsfresser, die viel Platz brauchen und untereinander eine strenge Hierarchie ausmachen. Pflegt man einen einzelnen Feuerschwanz in einem normalgroßen Aquarium, so erlebt man sehr oft, dass dieses Tier sich zum Tyrannen über den gesamten Besatz aufschwingt. Aber der Fehler liegt in diesem Fall beim Aquarianer, nicht beim Fisch. Der folgt nur seinen Instinkten. Das Schlimme ist: ziemlich oft geht diese Haltungsform sogar gut! Das liegt wohl daran, dass der Feuerschwanz seit mindestens 40 Jahren nur noch als Nachzucht zur Verfügung steht. Die Nachzuchtfische sind viel friedlicher als ihre wilden Vettern, weil über die Zeit immer nur die verträglichsten Tiere zur Weiterzucht verwendet werden. Ohne die stete Nachfrage für die Aquaristik wäre der Feuerschwanz bereits auf der Liste der ausgestorbenen Tierarten zu finden.

Dennoch: die richtige Pflege von Epalzeorhynchos bicolor sollte in Aquarien ab 150 cm Kantenlänge erfolgen. Dort pflegt man sie in Gruppen von mindestens 15, besser mehr Exemplaren. Zarte, stressempfindliche Fischarten sind als Gesellschaft für Feuerschwänze ungeeignet. Wie bei Tropheus-Buntbarschen kann es trotz richtiger Pflege passieren, dass Exemplare unterdrückt werden. Greift der Pfleger dann nicht ein, kann das für den gemobbten Fisch tödlich enden.

Die Wasserwerte sind für die Pflege von Feuerschwänzen unerheblich. Jedes Trinkwasser eignet sich. Der pH kann zwischen 6 und etwas über 8 liegen. Wassertemperaturen zwischen 22 und 28°C sind am günstigsten. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter, jedoch eignen sich Flockenfutter, Futtertabletten und feines Frostfutter (Cyclops, Bosmiden etc.) am besten. Sehr wichtig sit es, die Tiere in einem durch Steinaufbauten, Wurzelholz, Pflanzen etc. sehr gut strukturierten Aquarium zu pflegen. Voll ausgewachsene Tiere lassen die Geschlechter gut erkennen. Weibchen sind deutlich voller in der Bauchpartie, zudem haben die Männchen eine ausgezipfelte Rückenflosse. Es sind Freilaicher ohne Brutpflege. Richtig gepflegte Feuerschwänze sind prachtvolle Tiere, die auch verwöhnte Augen immer wieder begeistern.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 422301 (2-3 cm) bis Code 422306 (8-10 cm) für asiatische Nachzuchten, Code 422331 (2-3 cm) bis Code 422334 (6-7 cm) für europäische Nachzuchten, 422400 (2-3 cm) bis 422404 (6-7 cm) für Albino-Nachzuchten aus Asien und 422412 (4-5 cm) für Albino-Nachzuchten aus Europa auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. 

Text & Photos: Frank Schäfer

Chromaphyosemion bitaeniatum IJEBU ODE

24. April 2026

Endlich haben wir wieder einmal diesen traumhaft schönen Killi als deutsche Nachzucht im Stock. Die Art wird 4-5 cm lang. 

Dieser herrliche Prachtkärpfling wird leider nur sehr selten angeboten. Wir haben zur Zeit einige solcher Nachzuchttiere von der Fundortform Ijebu Ode (Nigeria, Bundesstaat Ogun) im Stock, voll ausgefärbt und sehr farbig. Diese Art eignet sich gut für Gesellschaftsaquarien mit friedlichen kleinen Fischen (Salmler, Barben, Welse etc.).

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 305312 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. Nur in begrenzter Stückzahl lieferbar!

Text & Photos: Frank Schäfer

Pelvicachromis pulcher

24. April 2026

Ein echter Klassiker ist der Purpur-Prachtbarsch oder, wie er auch genannt wird, der Königscichlide Pelvicachromis pulcher. Das komplizierteste an ihm ist die Namensgeschichte. Ganz früher kannte man ihn als P. kribensis, im englischen Sprachgebrauch ist er bis heute „the krib“. Dann erkannte man, dass es sich um P. pulcher handelt, aber es gab ziemliches Kuddelmuddel um die korrekte Benennung diverser Farbformen und Fundortvarianten. Aktuell unterscheidet man zwischen P. pulcher und P. sacrimontis (der früher „Form B“ von P. pulcher genannt wurde). Beide stammen ursprünglich aus dem Niger in Nigeria und von beiden gibt es unterschiedliche Farbschläge. Zu P. sacrimontis siehe hier https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/pelvicachromis-sacrimontis-p-pulcher-red-wild/ zu einer Wildform von P. pulcher hier: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/pelvicachromis-pulcher-wild-gelb-2/

Pelvicachromis ist ein Zwergbuntbarsch, wird also im maximal 10 cm lang und auch das nur im männlichen Geschlecht; Weibchen bleiben immer deutlich kleiner. Wir erhalten manchmal Nachzuchttiere von P. pulcher, die ganz wunderschön in der Rückenflosse gepunktet sind. Leider sind das individuelle Schönheiten. In jeder Brut, in der solche Tiere auftauchen, sind auch erheblich schlichter gefärbte Exemplare enthalten, die nur wenige oder gar keine Punkte in der Rückenflosse besitzen.

Pflege und Zucht dieses Buntbarsches galten früher als schwierig. Die Fische mögen weiches, leicht saures Wasser. Auch hielt man sie oft zu warm. Pelvicachromis stammen aus beschatteten Bächen, die nur 22-24°C aufweisen, nach Regen auch deutlich kühler. Aber heutzutage hat die jahrzehntelange Zucht robuste und anpassungsfähige Fische hervorgebracht, die praktisch alle Wasserwerte akzeptieren und sogar in mittelhartem, leicht alkalischem Wasser ihre Brut aufziehen. Pflanzen und Beifische werden fast immer in Ruhe gelassen, wenn die Beckengröße ausreichend ist, trifft das sogar zur Brutzeit zu. Es sind Höhlenlaicher mit Elternfamilie. Gefressen wird jegliches handelsübliche Fischfutter passender Größe.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 559901 (2-3 cm) bis 559904 (5-7 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Moenkhausia oligolepis

24. April 2026

Traditionell unterscheidet man zwei Arten der Rotaugen-Moenkhausia, die sich äußerlich kaum unterscheiden. Es sind dies M. oligolepis aus dem Amazonas-Gebiet und den Guyana-Ländern und M. sanctaefilomenae aus der südlich daran angrenzenden Zone, dem Rio Paraguay und Parnahyba. Es gibt farbliche Details zur Artunterscheidung, die jedoch oft unzuverlässig sind. So nennt man M. oligolepis auch „Schwanzspiegel-Salmler“, weil der prominente schwarze Fleck auf der Schwanzwurzel, den alle Arten dieser Gruppe haben, vorn und hinten von einer breiten weißen Zone begleitet wird. Ähnlich sieht das aber bei manchen M. sanctaefilomenae auch aus. Als sicheres Unterscheidungsmerkmal gilt darum, dass M. oligolepis mehr und damit kleinere Schuppen als M. sanctaefilomenae hat. In der Längsreihe sind es bei M. oligolepis 29-32 Schuppen, bei M. sanctaefilomenae 22-26. 

Doch es wäre ja zu einfach, wenn es nur diese zwei Optionen gäbe. Tatsächlich sind in jüngerer Zeit zwei weitere „Rotaugen-Moenkhausia“-Arten beschrieben worden, nämlich M. forestii (2009) und M. pyrophthalma (1994). M. forestii stammt – genau wie M. sanctaefilomenae – aus dem Einzug des Rio Paraguay und unterscheidet sich von M. sanctaefilomenae nur wenig. Wir zitieren: „Moenkhausia forestii unterscheidet sich von M. sanctaefilomenae durch die Anzahl der quer verlaufenden Schuppenreihen oberhalb der Seitenlinie (5 entgegen 4 Schuppen) sowie durch die Anzahl der quer verlaufenden Schuppenreihen unterhalb der Seitenlinie (4 entgegen 3 Schuppen).“ Alle drei Rotaugen-Moenkhausia werden aktuell der Gattung Bario zugeordnet. Im Hobby ist M. forestii wohl noch nicht aufgetaucht, bzw. es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie als eine andere Art als M. sanctaefilomenae erkannt wird. Die vierte Art, M. pyrophthalma (der Artname bedeutet „Feuerauge“), wird gegenwärtig Ramirezella zugeordnet; dieser Fisch ist viel schlanker als die bisher genannten und hat eine ganz andere Schwanzwurzelzeichnung, ist also kaum zu verwechseln.

Die alleraktuellste Forschung zeigt, dass es sogar drei Arten von Rotaugen-Moenkhausia im Einzug des Rio Paraguay gibt: B. forestii und B. sanctaefilomenae (beide mit unvollständiger Seitenlinie) und B. australis (mit kompletter Seitenlinie). Letztere wurde bereits 1908 beschrieben, doch glaubte man später, das Merkmal der Seitenlinie sei variabel und nicht zur Artuntscheidung geeignet.

Wir können ab und zu wilde Rotaugen-Moenkhausia importieren, manchmal M. sanctaefilomenae aus Paraguay (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/moenkhausia_sanctaefilomenae_wild_de/) und manchmal M. oligolepis aus Peru. 

Pflege und Zucht beider Arten sind einfach (wahrscheinlich auch die von B. forestii und B. australis, wenn man sie denn bekäme), die Wasserwerte spielen nur eine absolut untergeordnete Rolle. PH-Werte zwischen 6 und 8, weiches bis mittelhartes Wasser, nach Eingewöhnung ruhig auch hartes Wasser, eine Wassertemperatur zwischen 22 und 26° C als Richtschnur (zeitweise darf es auch etwas weniger oder mehr sein) und Rotaugen-Moenkhausia sind glücklich. Gefressen wird jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe. Man sollte Rotaugen-Moenkhausia immer im möglichst großen Schwarm halten. Mit maximal 12 cm Länge (Totallänge inkl. Schwanzflosse) wird M. oligolepis deutlich größer als M. sanctaefilomenae (ca. 7 cm) und eignet sich darum besser als jene als Beifisch zu größeren Buntbarschen etc.

Für unsere Kunden. M. oligolepis hat – je nach Größe – Code 268902 (md), 268903 (md-lg) und 268904 (xlg) – auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Mirande, J.M., Körber, S., Terán, G.E. & G. Aguílera (2024): Welche Spezies mit roten Augen ist es? Die Moenkhausia oligolepis Gruppe in Argentinien (Characiformes: Characidae). AKFS-aktuell (49): 23-30

Text & Photos: Frank Schäfer

Rhoadsia altipinna

24. April 2026

Im Südwesten von Ekuador, auf der pazifischen Seite der Anden, lebt der merkwürdige Salmler Rhoadsia altipinna. Farblich wirkt die Art, die man auch als Regenbogentetra bezeichnet, wie eine xxl-Ausgabe des Brillantsalmlers, Moenkhausia pittieri. Aber wenn es zum Verhalten kommt, so drängt sich der Gedanke auf, dass dieser Salmler ursprünglich plante, ein Buntbarsch zu werden. Die Männchen von R. altipinna, die man an dem roten Saum in der Afterflosse erkennt und die zudem im Alter viel großflächigere Flossen haben, besetzen Laichreviere und verteidigen sie energisch. Sogar direkte Brutpflege (in diesem Fall das säubern des Laichs von Schmutzpartikeln) üben die Männchen aus.

Leider ist die Art in den Aquarien selten geworden, da zur Zeit keine Exporte aus Ekuador erfolgen. Die letzten Importe liegen schon so lange zurück, dass wir ziemlich tief in der Diakiste unseres Archives wühlen mussten, um noch ein paar Bilder größerer Tiere zu finden, die den roten Afterflossensaum des Männchens zeigen; er entwickelt sich leider erst ziemlich spät..

Wir können ab und zu einige 4-6 cm lange Nachzuchten dieses ebenso interessanten wie prachtvollen Tieres anbieten. Die erreichbare Endgröße liegt bei stolzen 17 cm bei Männchen. Weibchen bleiben immer erheblich kleiner, in der Literatur werden 9 cm angegeben. Bezüglich der Wasserwerte (Gesamthärte bis ca. 15°dH, pH 6,3-7,5, 22-25°C) sind Pflege und Zucht als einfach einzustufen, wichtig sind vor allem geräumige Aquarien und kräftiges Futter. Es wird zwar grundsätzlich jede Art üblichen Zierfischfutters akzeptiert, grobes Frost- und Lebendfutter (vor allem Insekten) sollte aber auf dem Speiseplan nicht fehlen, vor allem, wenn Laichansatz beim Weibchen gewünscht wird

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 287602 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Mimagoniates microlepis

17. April 2026

Es gibt nur wenige Salmlerarten, die so oft unter falschem Namen in der Literatur abgebildet wurden, wie die Vertreter der Gattung Mimagoniates. Die hübschen Tiere werden ab und zu aus dem südlichen Brasilien als Zierfisch exportiert. Da sie eine innere Befruchtung haben, das Weibchen also einige Zeit nach erfolgter Befruchtung in Abwesenheit von Männchen befruchtete und entwicklungsfähige Eier legen kann, weckten sie schon früh das Interesse der biologisch interessierten Aquarianer. Vor allem der Befruchtungsvorgang machte und macht neugierig. 

Aber die Verwechslungen! Wir wollen es hier nicht zu kompliziert machen, wer tiefer in die Materie eintauchen will, möge bitte die Revision dieser Gruppe aus dem Jahr 2009 durch Menezes und Weitzman studieren. Jedenfalls wurden die ursprünglich 1877 als Paragoniates microlepis von Steindachner beschriebenen Tiere in der Literatur schon als Coelurichthys iporangae (Gattungsname ursprünglich falsch „Coalurichthys“ geschrieben), C. microlepis, C. tenuis, C. lateralis, Mimagoniates microlepis, M. tenuis, M. inequalis, M. barberi und M. lateralis bezeichnet. Manche dieser Art gibt es wirklich, sie sehen ähnlich aus, sind aber halt andere Arten, andere sind Synonyme. Die Gefahr, dass man beim Literaturstudium und erst recht beim Googlen oder der Nutzung von KI in eine falsche Richtung gelenkt wird, ist also sehr groß. Für uns Aquarianer ist die Kombination aus gut erkennbarem Schulterfleck mit der sehr breiten Körperbinde das beste Bestimmungskriterium.

Mimagoniates microlepis wird im Aquarium etwa 6-7 cm lang (Gesamtlänge, inklusive Schwanzflosse), wilde Exemplare bleiben etwa einen Zentimeter kleiner. Es sind sehr lebhafte Schwarmfische, die in der Natur in bevorzugt in Bächen leben, sich aber als anpassungsfähig erwiesen haben. Meist sind es kühle, beschattete Klarwasserbäche, die als Lebensraum dienen, doch gibt es die Fische auch in Schwarzwasserbächen und sie können sich sogar an stark gestörte Lebensräume anpassen, wo der Mensch die ursprüngliche Flora „Mata Atlântica“ vernichtet hat. Sogar in stehenden Gewässern wurde Mimagoniates microlepis schon nachgewiesen. Die Art ist weit verbreitet: entlang der Küste vom Süden Bahias bis zum Norden von Rio Grande do Sul sowie im Oberlauf der Flüsse Iguaçu und Tibagi und im Einzugsgebiet des Oberlaufs des Paraná in Brasilien

Im Hobby kennt man solche „Schwanzdrüsensalmler“ seit 1907. Die Männchen besitzen auf der Basis der Schwanzflosse einen komplizierten, aus Schuppen konstruierten Drüsenapparat, mit dem offenbar spezifische Sexuallockstoffe (Pheromone) produziert werden. Die Balz ist eine unvergleichliches Schauspiel, bei dem die Männchen aufwändige Schwimm-Manöver („Paarungstänze“) vor den Damen vorführen. Bei der eigentlichen Paarung legt sich das Männchen wie ein Ring um das Weiben. Dabei wird ein Samenpaket ausgestoßen, das das Weibchen aufnimmt. Die Eiablage erfolgt oft erst Tage, angeblich sogar manchmal erst Wochen oder Monate später. Das Weibchen heftet den Laich am liebsten an die Unterseite von Wasserpflanzenblättern.

Mimagoniates microlepis ist ein friedliches Tier, das alle üblichen Futtersorten akzeptiert. Wichtig erscheint, dass die Wassertemperatur nicht dauerhaft zu hoch ist. Werte zwischen 16 und 24°C sind angemessen, wobei die meiste Zeit des Jahres 18-20°C anzustreben sind. Wahrscheinlich würde dieser Art eine zeitweilige Freilandhaltung gut tun, aber unter solchen Bedingungen ist die Beobachtung der Pfleglinge leider nur schwer möglich.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 268563 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Menezes, N. A. & S. H. Weitzman (2009): Systematics of the neotropical fish subfamily Glandulocaudinae (Teleostei: Characiformes: Characidae). Neotropical Ichthyology v. 7 (no. 3): 295-370

Text & Photos. Frank Schäfer

Channa asiatica „Platinum“

17. April 2026

Zuchtformem bei Channa-Arten gibt es bisher kaum. Lediglich von Channa striata sind Albinos in der Teichwirtschaft erzüchtet worden, und – gleichfalls aus der Teichwirtschaft – von Channa argus eine silberweiße Zuchtform „Pearl White Lemon“ (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/channa_white_pearl_lemon_de/); diese Tiere sind 1936 als Channa argus kimurai beschrieben worden.

Channa asiatica ist eine variantenreiche Art oder, wie man es heute eher sieht, ein Artenkomplex von anatomisch nicht voneinander trennbarer Arten, die sich jedoch farblich recht deutlich unterscheiden. Weil von wissenschaftlicher Seite bisher von lediglich einer Art ausgegangen wird, kam es im Hobby bei der Nachzucht solcher Fische – Channa asiatica wird bis zu 40 cm lang, ist jedoch bei der Hälfte dieser Länge bereits geschlechtsreif – häufiger zu Vermischung verschiedener Fundortstämme. 

In der westlichen Welt ist Channa asiatica unter Aquarianern für seine Unberechenbarkeit berüchtigt. Selbst Paare, die schon häufiger miteinander Jungtiere hatten (die Art baut kein Nest, die Eier werden an der Wasseroberfläche abgelegt und von beiden Eltern betreut) können sich nach Jahren harmonischen Zusammenlebens plötzlich zerstreiten und dann bis zum Tode bekämpfen. Darum findet man C. asiatica (im weitesten Sinne) nur sehr gelegentlich im Zierfischhandel, obwohl die Art sehr schön sein kann. Sie ist im Wesentlichen in China und auf Inseln in dessen Nähe verbreitet.

Auf Taiwan gibt es Züchtereien, die inzwischen verschiedene Farbselektionen von C. asiatica gezielt vermehren. Ob man die Tiere dort nur um ihrer selbst willen oder mit asiaitischem Pragmatismus gleichzeitig als Speise- und Aquarienfisch hält, entzieht sich unserer Kenntnis. Aus dieser Quelle haben wir jetzt erstmals eine „Platinum“-Variante von Channa asiatica importiert. Von der farblich ähnlichen, in der EU als potentiell invasiv eingestuften und darum verbotenen Channa argus „Pearl White Lemon“ kann man Channa asiatica sofort an den fehlenden Bauchflossen des letzteren unterscheiden.

Die Pflege von Channa asiatica ist sehr einfach; eine Heizung benötigen diese Tiere in Zimmeraquarien nicht. Das Aquarium muss der erwartbaren Größe angepasst sein. Bei Einzelhaltung erwirbt man ein Haustier, das zahm wird und viele Jahre den Besitzer erfreuen kann. Gefressen wird jegliches grobe Futter fleischlicher Herkunft, also Regenwürmer, Futterfische (auch gefrostet), Meeresfrüchte aller Art, Gammarus, Mehlwürmer, andere Insekten usw., aber meist nehmen diese Tiere auch Cichliden Sticks und grobe Granulate. Bei Zuchtversuchen sollte man darauf achten, dass die Wassertemperatur möglichst nicht viel über 22°C steigt, denn bei höheren Temperaturen kommt das Aggessionspotential dieser Fische voll zum tragen. Die Wasserwerte sind für Pflege und Zucht ohne Belang, jedes Trinkwasser eignet sich dafür.

Für unsere Kunden: C. asiatica „Platinum“ hat Code 409240 auf unserer Stockliste; aktuell sind die Tiere 12-15 cm lang. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Acestrorhynchus isalinae

17. April 2026

Die Barrakuda-Salmler der Gattung Acestrorhynchus eignen sich sehr gut für die Pflege im Aquarium, obwohl sie ausgesprochene Raubfische sind und sich in der Natur vorzugsweise von kleinen Fischen ernähren. Etliche Arten werden mittelgroß, ca. 20-30 cm, doch gibt es auch Zwergarten, darunter A. isalinae, der nur rund 7,5 cm Standardlänge (also ca. 10 cm Totallänge, man rechnet bei Fischen ja gewöhnlich die Schwanzflosse nicht mit) erreicht; in Importen finden sich manchmal Riesen von ca. 12 cm Totallänge, also mit Schwanzflosse. Diese Art ist zugleich der hübscheste Acestrorhynchus in Bezug auf die Körperzeichnung: Sie besitzt nämlich zwei schwarze Längsbänder und einen teilweise roten oder gelben Schwanzwurzelfleck; insgesamt ist der Schwanzwurzelfleck dreigeteilt. Ganz oben ist er rot oder gelb, in der Mitte schwarz und ganz unten weiß.

Acestrorhynchus isalinae wurde wissenschaftlich erst 1983 aus dem Einzug des Rio Madeira beschrieben. Von dort erfolgen keine Exporte der Art, jedoch gibt es ein wunderschönes Buch über die Fische des Rio Madeira; der dort abgebildete A. isalinae entspricht in allen Farbmerkmalen den von uns regelmäßig aus Peru importierten Tieren. Bereits 1909 beschrieb Eigenmann aus Britsh Guyana eine extrem ähnliche Art, nämlich Acestrorhynchus nasutus. Es wird gelegetlich spekuliert, dass A. nasutus und A. isalinae die gleiche Art seien, bzw. dass alle als A. isalinae importierten Fische in Wirklichkeit A. nasutus darstellen würden.

Wie man auf der Fotografie des Typusexemplares von A. nasutus aus dem Jahr 1903 jedoch deutlich sehen kann, ist bei dieser Art jedoch der schwarze Schwanzwurzelfleck nicht punktförmig wie bei A. isalinae, sondern in Form einer Raute ausgeprägt, die bis ans Ende der Schwanzflosse verläuft; zudem endet bei A. nasutus die Bauchbinde oberhalb der Afterflosse, bei A. isalinae verläuft sie über die gesamte Bauchlänge. Offenbar ist A. nasutus noch nie für die Aquaristik importiert worden. Auch A. nasutus wird nur ca. 7,5 cm lang. Sehr ähnlich gefärbt ist ferner der wiederum kleinbleibende (8 cm ohne Schwanzflosse) A. maculipinna aus dem Amazonasgebiet in Brasilien, der jedoch an der Basis der Rückenflosse einen großen schwarzen Fleck hat.

Untereinander und gegenüber anderen Fischen, die als Nahrung nicht in Frage kommen, sind Acestrorhynchus gewöhnlich relativ friedlich. Das muss alletdings insofern eingeschränkt werden, als dass es nicht ratsam ist. bei A. isalinae Exemplare unterschiedlicher Größe geinsam zu pflegen. Die größeren Exemplare werden in diesem Fall die kleineren mobben, sogar dann, wenn der Größenunterschied nur 1-2 cm beträgt. Das Mobbiung kann im Extremfall sogar tödlich enden, also Vorsicht!

Die chemische Wasserzusammensetzung ist für A. isalinae relativ unerheblich, pH zwischen 6 und 8, Härte von weich bis mittelhart, Temperatur zwischen 22 und 26°C sind günstige Werte. Schwierig ist die Futterfrage. Lebende Futterfische sollte man möglichst nicht geben, da sie stets Krankheitserreger in sich tragen können. Gerne werden von kleineren A. isalinae z.B. lebende Weiße Mückenlarven gefressen. Mit etwas Geduld kann man die Tiere fast immer an grobes Frostfutter gewöhnen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 202100 (4-5 cm) bis Code 202104 (9-12 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Eigenmann, C. H. (1912): The freshwater fishes of British Guiana, including a study of the ecological grouping of species, and the relation of the fauna of the plateau to that of the lowlands. Memoirs of the Carnegie Museum v. 5 (no. 1): i-xxii + 1-578, Pls. 1-103.

Menezes, N. A. & J. Géry (1983): Seven new acestrorhynchin characid species (Osteichthyes, Ostariophysi, Characiformes) with comments on the systematics of the group. Revue Suisse de Zoologie v. 90 (no. 3): 563-592.

de Queiroz, L. J., Torrente-Vilara, G., Ohara, W. M., da Silva Pires, T. H., Zuanon, J & C. R. da Costa Doria (2013): Peixes do Rio Madeira, Vol 1-3, Sao Paulo

Text & Photos: Frank Schäfer

Hoplisoma nattereri

13. April 2026

Zu den bereits früh in der Aquarienkunde bekannt gewordenen Panzerwels-Arten gehört Hoplisoma nattereri. Zuerst wurde diese Art ca. 1920 aus der Umgebung von Rio de Janeiro in Brasilien nach Europa eingeführt. Es gibt sie in den Küstenregionen des gesamten Bundesstaates Rio de Janeiro sowie im Bundesstaat Sao Paulo. Arttypische Merkmale sind: farblose Flossen, ein dunkler Fleck an der Basis der Rückenflosse und ein in der Körpermitte verlaufendes Längsband, das am Kiemendeckel beginnt und bis zum Ansatz der Schwanzflosse verläuft. Der Rücken ist etwas dunkler als die Gesamtfärbung. Die Maximallänge dieser Art beträgt 6-7 cm, wobei die Weibchen größer als die Männchen werden.

Es gibt zwei bis drei Verwechslungsarten zu H. nattereri. Da wäre zum einen der gemeinsam mit dieser vorkommende Langschnäuzer Scleromystax prionotos (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/scleromystax-prionotos/). Dann gibt es eine fast identisch gefärbte Art in den Bundesstaaten Espirito Santo und Bahia. Er hat die CW-Nummer CW165 erhalten. CW165 unterscheidet sich von H. nattereri durch eine wolkige Zeichnung des Rückens und dunkle Flecken unterhalb des Längsbandes. Und dann gibt es noch Hoplisoma baderi, der praktisch identisch zu H. nattereri aussieht, bei dem jedoch der schwarze Flecke an der Basis der Rückenflosse fehlt. H. baderi kommt in Brasilien im Bundesstaat Para (Rio Paru do Oreste) und in den Guyana-Staaten Suriname und Französisch Guyana (Einzug des Maroni-Flusses) vor.

Die Pflege und Zucht von Hoplisoma nattereri entsprechen vollständig dem bekanntesten Aquarien-Panzerwelses überhaupt, nämlich Hoplisoma paleatum (Marmorierter Panzerwels). Temperaturen zwischen 16 und 26°C (jahreszeitlich unterschiedlich), zumindest stellenweise sollte der Bodengrund aus weichem Sand bestehen, gefressen wird jegliches übliche Zierfischfutter passender Größe, jedes Trinkwasser ist zur Pflege geeignet. Die völlig friedlichen Fischen sollten idealerweise im Trupp von ihresgleichen (ab 6 Exemplaren) gepflegt werden.

Für unsere Kunden: Hoplisoma nattereri hat – je nach Größe – Code 237501 (sm) bis 237505 (xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Scleromystax prionotos

13. April 2026

Es erstaunt ein wenig, wenn man bedenkt, wie lange sich die Wissenschaft schwer damit getan hat, zwei farblich ähnliche, aber aus heutiger Sicht doch deutlich unterschiedliche Panzerwels-Arten zu unterscheiden. Die Rede ist von Hoplisoma nattereri und Scleromystax prionotos, die beide bis vor relativ kurzer Zeit noch in der gemeinsamen Gattung Corydoras untergebracht waren.

Während Hoplisoma nattereri schon sehr früh, nämlich 1876, aus Küstenflüssen des östlichen Brasiliens (Bundesstaat Rio de Janeiro, dort im Einzug des Rio Paraiba do Sul und Sao Paulo, dort vor allem im Einzug des Rio Juquia) beschrieben wurde, dauerte es bis zur Erstbeschreibung des in dem gleichen Gebiet und oft gemeinsam mit H. nattereri lebenden Scleromystax prionotos über 100 Jahre länger. Selbst dann tat man sich schwer, die beiden Arten zu trennen. Als einziges sicheres Merkmal galt, dass die Innenseite des Brustflossenstachels von S. prionotos sehr stark und grob gezähnelt ist. Die Innseite des Brustflossenstachels bei H. nattereri ist hingegen nur ganz fein gezähnelt. Dieser Unterschied war zwar bereits frühen Bearbeitern (ab 1913) aufgefallen, aber man sah darin eher eine Form von innerartlicher Variation als einen Artunterschied.

Heutzutage sieht jeder Panzerwels-Aquarianer mit geschultem Blick, dass Scleromystax prionotos eine langschnäuzige Art ist, H. nattereri aber eine rundschnäuzige (weiteres zu H. nattereri siehe hier: https://www.aquariumglaser.de/xxxxxx). Dieser am lebenden Tier so augenfällige Unterschied ist allerdings mit traditionellen Messmethoden an konservierten Exemplaren nur schwer darstellbar. Die unterschiedliche Kopfform ermöglicht es, zwei (oder ggf. auch mehreren) Panzerwels-Arten sich den gleichen Lebensraum zu teilen, ohne in direkte Konkurrenz zueinander zu treten, da sie unterschiedliche Methoden des Nahrungserwerbs haben. Die farbliche Ähnlichkeit zwischen S. prionotos und H. nattereri deutet nicht auf eine nähere Verwandtschaft der beiden Arten zueinander hin. Dabei handelt es sich um Mimikry, die an anderer Stelle schon erläutert wurde (z.B. https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/otocinclus-mimulus/). Hingegen verhindert die unterschiedliche Zähnelung des Innenseite des Brustflossenstachels zumindest in der Natur, dass die beiden Arten sich kreuzen. Zur Paarung klemmen bekanntlich männliche Panzerwelse die Barteln des Weibchens in einer so genannten T-Stellung ein. Die Zähnelung des Brustflossenstachels wirkt dabei wie der Bart eines Schlüssels. Der falsche Schlüssel passt nicht ins Schloss…

Scleromystax prionotos ist eine gut zu pflegende und auch ganz gut züchtbare Art. Insgesamt gilt sie als relativ anspruchslos und anpassungsfähig. Am günstigsten sind wohl Temperaturen zwischen 18 und 22°C, ein neutraler pH-Wert und eine Gesamthärte um 6° dH. Gefressen wird jegliches übliche Zierfischfutter, der Bodengrund sollte zumindest stellenweise aus feinem Sand bestehen. Pflanzen und tierische Mitbewohner bleiben gewöhnlich unbeachtet. Mit gut und gerne 6,5 cm Totallänge (also inklusive Schwanzflosse) gehört S. prionotos im weiblichen Geschlecht zu den etwas größeren Panzerwels-Arten. Männchen bleiben immer kleiner.

Für unsere Kunden: diese Panzerwelse haben – je nach Größe – Code 241503 (lg) bis 241505 (sh) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Xiphophorus hellerii „Alpha“

10. April 2026

Der Alpha-Schwertträger ist eine gar nicht so neue Zuchtform des Xiphophorus hellerii, es gab sie zumindest ansatzweise bereits in den 1960er Jahren. Sie wird aber in jüngerer Zeit (den letzten 10 Jahren) sehr gehypt und es werden geradezu aufsehenerregende Preise dafür gefordert, die die Preise für andere Schwertträger-Zuchtformen gut 10x und mehr übertreffen.

 

Dabei meinen viele, alle Alpha-Schwertträger müssten samtschwarze Tiere mit roter Grundfarbe sein. Das ist aber falsch. Tatsächlich können Alpha-Schwertträger in allen bekannten Schwertträger-Farben und -Flossenformen gezüchtet werden. Aber die meisten dieser anderen Zuchtformen sehen nicht so spektakulär aus. Was ist also ein Alpha-Schwertträger? Der Name wurde in der ehemaligen DDR für Tiere geprägt, die bei der Kreuzung von Hamburger Schwertträgern (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/xiphophorus-hellerii-schwarz-black/) mit anderen Helleris anfielen. Als „Vater der modernen Alpha-Schwertträger“ gilt der verstorbene Xipho-Züchter Günther Schramm, der Anfang der 1980er Jahre damit experimentierte. Bei allen Alphas ist der Anteil der grünglänzenden „Spiegel“-Schuppen des Hamburgers stark reduziert oder fehlt ganz. Alpha-Kreuzungstiere auf grüner Grundfarbe haben einen auffälligen Blauschimmer. Der hohe Preis erklärt sich aus der Spalterbigkeit der Alphas. In jeder Zuchtlinie fällt nur ein relativ kleiner Teil der Jungtiere in der gewünschten Färbung (jedenfalls berichten das die Züchter, wir selbst züchten die Tiere ja nicht). In manchen Bruten fallen auch nur Weibchen der gewünschten Farbkombination samtschwarz auf roter Grundfarbe, die Männchen sehen dann meist wie Wiener ( = rote Albinos) aus (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/xiphophorus_hellerii_wien_lyra_de/).

Für unsere Kunden: Alpha-Schwertträger haben Code 420833 auf unserer Stockliste. Wir bieten derzeit ausschließlich rot-schwarze Tiere an, die Flossenform ist gemischt (Lyra und normalflossig). Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Potamotrygon sp. „Mantilla“

10. April 2026

Unter den Süßwasser-Stechrochen Südamerikas gibt es immer noch einige Arten, die sich Bestimmungsversuchen entziehen. Ob es sich dabei um wissenschaftlich noch unbekannte Arten oder Morphen breits wissenschaftlich erfasster Spezies handelt, ist nicht entscheidbar. Einer dieser nicht identifizierten, im Hobby etwa seit den 1990er Jahren bekannte Art ist der Potamotrygon sp. „Mantilla“ aus Brasilien, der früher, als noch Süßwasser-Stechrochen aus Brasilien exportiert werden durften, auch unter der Bezeichnung „Marble Ray“ angeboten wurde. Die Fische wurden über Recife exportiert, stammten also aus dem Nordosten des Landes (Bundesstaat Pernambuco). Von den wissenschaftlich akzeptierten Arten ähnelt sie am meisten dem südlicher vorkommenden P. histrix (nicht zu verwechseln mit dem früher als „P. hystrix“ bezeichnete P. wallacei aus dem Rio Negro, siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/potamotrygon-wallacei/). Potamotrygon sp. „Mantilla“ hat zudem mehrere P-Nummern (das ist ein System analog zu L- und C-Nummern) erhalten (P19-21 und P23-24), am gebräuchlichsten ist P21.

Süßwasser-Stechrochen aus Brasilien fallen unter internationale Handelsbeschränkungen (CITES). Sie werden darum seit einigen Jahren nicht mehr importiert. Statt dessen wird der (zugegebenermaßen sehr kleine Markt) für Süßwasser-Stechrochen durch Nachzuchten gedeckt. In größeren Stückzahlen werden diese Tiere in Südostasien gezüchtet, der etwas spezielleren Arten haben sich Züchter in Europa angenommen. Zu letzteren zählt Potamotrygon sp. „Mantilla“, von dem wir derzeit mehrere Exemplare anbieten können. Das Besondere daran ist, dass wir nicht nur wildfarbene Exemplare erhalten haben, sondern auch Albinos. In der Natur haben derart auffällige Tiere, wie es Albinos nun mal sind, kaum eine Überlebenschance, im Aquarium aber natürlich schon. 

Die Pflege und Zucht von Süßwasser-Stechrochen aller Arten ist ein Spezialgebiet der Aquarienkunde, auf das wir hier nicht näher eingehen. Wer sich dafür interessiert muss zwingend die Spezialliteratur studieren. 

Für unsere Kunden: Potamotrygon sp. „Mantilla“ hat Codes 282512 (10-12 cm ø), 282513 (12-15 cm ø), 282522 (Albino, 10-12 cm ø) und 282523 (Albino, 12-15 cm ø) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Xiphophorus nezahualcoyotl

10. April 2026

Wir haben gelegentlich sehr attraktive Nachzuchttiere des „Nördlichen Bergschwertträgers“ im Stock. Die Fische sind, wenn wir sie erhalten, meist jung erwachsen, d.h. das Schwert der Männchen ist noch relativ kurz oder auch noch gar nicht zu sehen. Zum Vergleich zeigen wir hier auch ein voll erwachsenes Männchen.

Früher galt X. nezahualcoyotl als Lokal-Variante von X. montezumae. Der Artname bezieht sich auf Nezahualcoyotl (1402-1472), den Dichter-Philosophen-Kaiser von Tezcoco (Texcoco). Er regierte als gleichberechtigter Partner von Montezuma, dem Herrscher der Azteken im aztekischen Dreibund. Der Name wurde gewählt, weil die Art als Schwestertaxon von X. montezumae aufzufassen ist. 

X. nezahualcoyotl kommt nur in den Quellgebieten einiger Flüsse im Bundesstaat San Lous Potosi in Mexiko vor. Das Wasser dort ist klar, der Boden steinig, die Temperaturen mäßig (22-24°C). Die Pflege dieses kleinbleibenden Schwertträgers – die Körperlänge überschreitet nur selten 4 cm (das größte gemessenes Wildfang-Männchen hatte 48 mm Standardlänge), hinzu kommen die Flossen – ist nicht sehr schwierig, doch muss auf gute Wasserhygiene geachtet werden. Wichtig ist: der pH sollte dauerhaft nicht unter 7 liegen, besser um 8, entsprechend sollte das Wasser mindestens mittelhart sein. Gefressen wird jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe.

Die Art kann übrigens mit oder ohne schwarze Sprenkelung auftreten. Die schwarze Sprenkelung, wie sie die Tiere auf den Bildern zeigen, ist an das Y-Chromosom gebunden, wird also vom Vater vererbt. Wer X. nezahualcoyotl ohne schwarze Sprenkelung züchten möchte, muss folglich als Zuchttier ein ungeflecktes Männchen wählen. Die Wurfintervalle liegen bei X. nezahualcoyotl bei 4-6 Wochen, je Wurf werden gewöhnlich zwischen 10 und 40 Jungtiere abgesetzt.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 476562 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Malapterurus beninensis – Friedlicher Zitterwels

10. April 2026

Lange Zeit glaubte man, dass es nur zwei Arten Zitterwelse gäbe, nämlich den weit verbreiteten Malapterurus electricus und den kongolesischen M. microstoma. Dann erschienen praktisch zeitgleich zwei unabhängige Revisionen der Gattung, eine von Roberts (2000) und eine von Norris (2002), die die Artenzahl drastisch erhöhten, allerdings war es lange Zeit kniffelig zu klären, welche der doppelt beschriebenen Arten genau gemeint waren. Aktuell gelten 16 Arten als wahrscheinlich gültig, bei zwei weiteren herrscht Unsicherheit; die Artunterscheidung ist ohne Röntgenaufnahmen und konservierte Exemplare allerdings kaum möglich, denn die Artunterschiede liegen in allererster Linie in der Anzahl der Wirbel und der Anordnung der Zähne. Somit bleibt stets ein gewisses Risiko, eine andere als die gewünschte Art zu erhalten. Die Herkunft ist allerdings ein guter Anhaltspunkt. In den küstennahen Tiefländern von Nigeria, von wo praktisch alle exportierten Zierfische dieses Staates kommen, gibt es nur M. beninensis. Zwei weitere, großwüchsige Arten (um 60 cm und größer) gibt es in Nigeria, nämlich M. electricus und M. minjiriya. Sie scheinen aber mehr in Inland-Gewässern vorzukommen und werden, so weit wir das beurteilen können, nie als Zierfische exportiert. Rein optisch gibt es keine nennenswerten Unterschiede zwischen den drei Arten, so weit man das aufgrund der wirren Literaturlage und der Tatsache, dass die meisten Informationen auf konservierten Exemplaren beruhen, überhaupt sagen kann. Es ist allerdings zu erwarten, dass die beiden großwüchsigen Arten bereits als Jungtiere durch extreme Unverträglichkeit gegen Artgenossen auffallen würden, wie sie seit Beginn der modernen Aquarienkunde (ab ca. 1890) immer wieder berichtet wurde; damals kamen relativ viele Zier- und Zoofische aus dem Nil in Ägypten, wo M. electricus die einzige Zitterwels-Art ist.

Die regelmäßig importierte Zitterwels-Art aus Nigeria wird im Handel immer noch meist als M. electricus bezeichnet, auch bei uns. In Wirklichkeit handelt es sich aber um M. beninensis, eine Art, die bereits 1855 von Murray aus dem Old Calabar River in Nigeria beschrieben wurde. Der Grund für die beständige Weiterverwendung des falschen Namens liegt in der internationalen Handelsbürokratie, die Namensänderungen oder -korrekturen nur unter hohem Aufwand möglich macht; für Arten mit nur unbedeutendem Marktanteil, wie den Zitterwelsen, lohnt solch ein Aufwand nicht. Für Zitterwels-Verhältnisse bleibt M. beninensis mit etwa 25 cm maximaler Endgröße (meist deutlich kleiner) verhältnismäßig klein und hat zudem den Vorteil, auch innerartlich nicht so unverträglich zu sein, wie man das von anderen Zitterwelsen leider immer wieder feststellen muss. Im Gegenteil: die Tiere suchen aktiv die Gesellschaft von Artgenossen. In einem bevorzugten Tagesversteck oder Liegeplatz sind immer mehrere Tiere eng aneinandergekuschelt anzutreffen. Untereinander setzen diese Zitterwelse ihr elektrisches Organ übrigens nicht ein. Farblich ist die Art sehr variabel, besonders, was das Fleckenmuster angeht. Manche Exemplare sind sehr stark gefleckt, andere kaum. Zudem gibt es zwei Körpergrundfärbungen, eine mehr rosa, eine etwas gelblich. Im Verhalten und sonstigem Aussehen sind aber alle Farbvarianten gleich.

In der Literatur wird grundsätzlich zur Einzelhaltung von Zitterwelsen geraten. Ausreichend Platz, gute Fütterung und reichlich Versteckplätze machen das bei M. beninensis aber nicht nötig – im Gegenteil! Und so könnte M. beninensis ein geeigneter Kandidat sein, um das nach wie vor völlig unbekannte Fortpflanzungsverhalten von Zitterwelsen zu erforschen. Kurz vor seinem Tod war der exzellente Aquarianer und bedeutende Ichthyologe Joachim Knaack offenbar kurz davor, es zu schaffen, jedenfalls stellte er in einem Telefonat in Bälde einen Zuchtbericht in Aussicht. Es kam dann anders, doch sollte dies für andere als Ansporn dienen, es zu versuchen. 

Die Pflege von M. beninensis ist einfach, jedes Frost- und Lebendfutter passender Größe wird willig angenommen, die meisten Exemplare fressen früher oder später auch Granulate. An die Wasserzusammensetzung stellen die Welse keine besonderen Anforderungen. Gegen artfremde Fische, die als Futter nicht in Frage kommen, verhalten sich M. beninensis in aller Regel indifferent. Man hüte sich davor, diese Fische anzufassen. Sogar die elektrischen Schläge, die lediglich 4-5 cm lange Exemplare austeilen, sind sehr schmerzhaft, wenn auch für gesunde Menschen ungefährlich. Man sagt, dass die Stromstöße von Zitterwelsen 350-450 Volt erreichen können.

Für unsere Kunden: die Zitterwelse haben – je nach Größe – Code 146000 (3-5 cm) bis 146006 (18-20 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Knodus sp. „Red Adipose Fin“

2. April 2026

Neue Importe stellen bezüglich ihrer Identifikation häufig ein mächtiges Problem dar. Ein gutes Beispiel hierfür ist der hübsche Salmler aus Peru, den wir gerade nach genau 25 Jahren wieder einmal importieren konnten, dessen Identität aber noch äußerst fragwürdig ist. Damals identifizierten wir die Tiere aufgrund der zur Verfügung stehenden Daten als Acrobrycon ipanquianus, eine Idee, die sich aufgrund neuerer Forschungsergebnisse zu A. ipanquianus nicht aufrecht erhalten lässt.

Auf den ersten Blick erinnert der kleine (ca. 3 cm) Fisch stark an den Blauen Perusalmler, Knodus borki. Auf den zweiten unterscheidet er sich deutlich von jener Art durch die kirschrote Fettflosse. Das Merkmal der roten Fettflosse ist bei Salmlern ganz allgemein äußerst ungewöhnlich und wird im Fall der Neuimporte von allen Exemplaren in jeder Stimmungslage gezeigt, ist für lebende Tiere also arttypisch. Leider verschwinden rote und gelbe Farben bei konservierten Fisch sehr schnell. In wissenschaftlichen Artbeschreibungen wird ein solches Merkmal also nur dann erwähnt werden, wenn die Lebendfärbung bekannt ist. Das ist jedoch nur sehr selten der Fall.

Die Gattung Knodus bildet zusammen mit ihrer unmittelbaren Schwestergattung Bryconamericus einen großen Artenkomplex. Der Gattung Bryconamericus werden nach fishbase (Abgerufen am 18. März 2026) aktuell 81 Arten zugeordnet, Knodus 29 Arten. Dabei gibt es eine gewisse Überlappung. Der einzige Unterschied zwischen Bryconamericus und Knodus liegt darin, dass bei Knodus Teile der Schwanzflosse beschuppt sind und bei Bryconamericus nicht. Es gibt aber Bryconamericus-Arten, die wenige große Schuppen am Übergang zwischen Rumpf und Schwanzflosse haben. Es gibt darum Ichthyologen, die in Knodus nur ein Synonym zu Bryconamericus sehen. Das macht die Auswertung der Literatur schwierig. Lebendfotos gibt es von kaum einer der 110 Arten. Unser Neuimport hat – auf manchen unserer Fotos sehr gut erkennbar – eine recht dichte Beschuppung am proximalen Teil des unteren Schwanzflossenlappens. Es handelt sich also höchstwahrscheinlich um einen Knodus, aber es gibt derzeit keine Möglichkeit einer sicheren Bestimmung unserer Neuimporte.

Im Moment deutet alles darauf hin, dass es sich bei Knodus sp. „Red Adipose Fin“ entweder um eine unbeschriebene Art oder aber um das Mitglied einer weiteren Salmlergattung handelt, die wir derzeit nicht auf dem Schirm haben. Auch wenn es angesichts der vielen Arbeit, die wir bereits in den Versuch einer Bestimmung gesteckt haben, etwas unbefriedigend ist, sollte man es darum vorerst bei der provisorischen Bezeichnung Knodus sp. „Red Adipose Fin“ belassen.

Die Beobachtung dieses lebhaften und schönen Fische macht viel Spaß. Er verfügt über ein ausgeprägtes Farbwechselvermögen. Ein Humeralfleck fehlt völlig. Statt dessen gibt es ein schwarzes Längsband, das entlang der Körpermitte läuft und am Kiemendeckelrand beginnt und am Ende der Schwanzflosse endet. Die Farbzellen, die das dunkle Pigment enthalten und das Längsband bilden, können vom lebenden Fisch so stark zusammengezogen werden, dass er von einem Moment zum nächsten völlig transparent erscheint. Farblich fällt der herrlich blau irisierende Rücken und die rote Fettflosse auf. Zusätzlich kann die Afterflosse rot werden und ab und zu erscheint ein roter Fleck an der Basis der Schwanzflosse. Bezüglich der Pflege stellten sich die neuen Knodus sp. „Red Adipose Fin“ als völlig problemlos heraus, sie fressen alles übliche Futter und zeigen in weichem wie mittelhartem Wasser bei 22-26°C offensichtliches Wohlbefinden.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 264748 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Brachyrhaphis roseni

2. April 2026

Wildformen lebendgebärender Zahnkarpfen sind generell nicht sehr weit in der Aquaristik verbreitet. Spezialisten für diese Fische sind allerdings meist so von ihnen fasziniert, dass sie nicht mehr davon loskommen. Zu den schönsten Arten gehört Brachyrhaphis roseni, der ursprünglich aus Waldbächen in Panama und Costa Rica stammt. Während die Haltung erwachsener Fische – Weibchen werden bis zu 6 cm lang, Männchen bleiben immer erheblich kleiner – keinerlei nennenswerte Schwierigkeiten macht, ist die effektive Zucht ganz hohe Schule der Aquaristik, denn diese Tiere sind extrem kannibalisch. Versuche, die Weibchen in Ablaichkästen zu halten, schlagen fehl, da die Tiere dazu viel zu nervös sind. Einer unserer Züchter hat die Art jetzt allerdings geknackt, so dass wir jetzt wieder einmal einige halbwüchsige B. roseni anbieten können.

Die Pflege von B. roseni sollte im Schwarm erfolgen, die Fische sind stark oberflächenorientiert. Als Gesellschaft eignen sich kleinere Buntbarsche, flinke Salmler, Welse etc.. Andere Lebendgebärende pflegt man besser nicht mit B. roseni, da diese ähnlichen Fischen gegenüber recht ruppig werden können.

Halbwüchsige Weibchen sehen den Männchen übrigens farblich sehr ähnlich und sind viel bunter als voll erwachsene Tiere. Einen „Trächtigkeitsfleck“ haben beide

Geschlechter.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 408123 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Serrasalmus cf. hollandi

2. April 2026

Wer sich je mit Piranhas und deren Artbestimmung befasste, weiß: das ist schwierig! Piranhas ändern im Laufe ihres Lebens stark ihre Färbung und diese ist auch noch in vielen Fällen individuell variabel. Auch die Körperform unterliegt ontogenetischen Veränderungen (Ontogenese: die individuelle Entwicklung, im Gegensatz zur Phylogenese, der stammesgeschichtlichen, genetisch festgelegten Entwicklung). Darum ist die Forschungsgeschichte zu den Piranhas voller Irrtümer. Das gilt sowohl für die wissenschaftliche Forschung wie auch in noch höherem Maße für die aquaristische. Jede neue Publikation bringt neue Erkenntnisse. Und es scheint, als hätte die Beschreibung einer neuen Piranha-Art (Serrasalmus magallanesi) aus dem oberen Rio-Madeira-System in Bolivien die Aufklärung eines alten Irrtums im Schlepptau.

Serrasalmus hollandi ist eine altbekannte Art, die bereits 1915 aus dem Rio Guaporé nahe der Stadt Maciél in Brasilien beschrieben wurde. Der Rio Guaporé ist bekanntlich den Grenzfluss zwischen Brasilien und Bolivien (dort heißt er Rio Iténez) und so mussten die Erstbeschreiber auch S. hollandi re-definieren, um ihre neue Art gegen die altbekannte abzugrenzen. 

Aquaristisch wurden schon etliche Piranha-Arten als S. hollandi identifiziert: irrtümlich, wie es scheint. Der „echte“ S. hollandi ist ein stumpfschnäuziger Piranha, der äußerst ähnlich ist zu S. humeralis, S. eigenmanni und S. serrulatus ist und auch manche Altersklassen von S. gouldingi sehen sehr ähnlich aus. Aufgrund der neuesten Erkenntnisse ist wohl davon auszugehen, dass alle bislang als „S. eigenmanni“ angesprochenen Piranhas aus Peru tatsächlich S. hollandi sind. S. eigenmanni kommt gesichert nur in Guyana vor.

Serrasalmus hollandi erreicht eine Körperlänge um 20 cm. Die Art gilt als spezialisierter Flossenfresser, ist also nur schwer in Gruppen zu halten, da auch Artgenossen grundsätzlich als Nahrungsquelle angesehen werden. Da solche Piranhas ausschließlich von Spezialisten und Forschungseinrichtungen gepflegt werden, erübrigen sich an dieser Stelle weitere Hinweise zur Pflege im Aquarium.

Für unsere Kunden: S. hollandi hat Code 292200 (2-3 cm) bis 292205 (12-15 cm) auf unserer Stockliste. Aktuell aus Peru importierte Tiere führen wir unter „cf. hollandi“ mit den Codenummern 292212 (4-6 cm) und 292213 (7-10 cm). Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Gallo-Cardozo, F., M. Maldonado, M. Careaga & F. M. Carvajal-Vallejos (2024): A new species of Piranha (Serrasalmus, Serrasalmidae) from the upper Madeira River system, Amazon basin, Bolivia. Journal of Ichthyology v. 64 (no. 3): 386-409

Text & Photos: Frank Schäfer

Apistogramma paulmuelleri ( = A. sp. „Masken“)

2. April 2026

Zwischen der aquaristischen Entdeckung einer Art und ihrer wissenschaftlichen Beschreibung können unter Umständen Jahre – manchmal sogar Jahrzehnte – liegen. Das hat unterschiedliche Gründe; meist liegt es aber daran, dass man es heutzutage strikt vermeidet, eine neue Art zu beschreiben, deren exakter Fundort  nicht bekannt ist. Früher begnügte man sich meist damit, den Lieferanten der Art diesbezüglich zu befragen. Leider merkte man oft nicht, wenn solche Auskünfte (sei es bewusst oder unbewusst) falsch oder zumindest nicht ausreichend genau waren. Darum bearbeitet man heutzutage erst dann eine Art, wenn man die Gelegenheit hatte, persönlich im Biotop zu fischen und die Tiere dort auch nachweisen zu können. 

Der „Masken-Apistogramma“ hat seinen Gebrauchsnamen wohl erstmals von Ingo Koslowski um 2003 erhalten, der gleiche Autor bezeichnete ihn 1985 als „sp. Rotwangen“ und Exporteure bezeichneten ihn später manchmal auch als A. sp. „Apache“; man kannte ihn aber schon viel länger, bezeichnete die Art als „Peru-Apistogramma“ und identifizierte sie als Apistogramma caeti. Erste Bilder erschienen in der Fachpresse ab ca. 1982.  Heutzutage würde angesichts der großen Artenfülle von Apistogramma-Arten aus Peru (29 akzeptierte Arten) wohl kaum noch jemand den Trivialnamen „Peru-Apistogramma“ wählen; aber man vergisst allzu leicht, dass bis in die 1980er Jahre hinein nur eine Handvoll Apistogramma-Arten aquaristisch bekannt waren. In der ersten Apistogramma-Revision der Neuzeit durch Kullander 1980 wurden gerade einmal 36 Arten formell als gültig betrachtet (davon 18 aus dem Amazonas-Einzug von Peru und Brasilien), heute sind wir bei 94 plus etliche noch nicht bearbeitete Arten. Diese Kenntnisse verdankt die Menschheit zum allergrößten Teil der Aquarienkunde.

Wie auch immer: Apistogramma paulmuelleri stammt aus kleinen Waldbächen im Departamento Loreto in Peru, wie wir heute wissen, und wurde 2013 wissenschaftlich beschrieben, also rund 30 Jahre seit der aquaristischen Ersteinführung. Er gehört vielleicht nicht zu den buntesten Arten, ist jedoch durch sein starkes Farbwechselvermögen interessant. Zusätzlich gilt er als relativ unempfindlich und als der ideale „Einsteiger-Apistogramma“, der sehr viele Anfängerfehler unbeeindruckt wegsteckt. Die Wasserwerte sind für diese Art nebensächlich (pH über 5 und unter 8), im wesentlichen sollte das Wasser sauber sein. Wie für alle Apistogramma-Arten sollte der Bodengrund zumindest teilweise aus Sand bestehen. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter passender Größe. Die Wassertemperatur kann zwischen 20 und 30°C liegen (am günstigsten sind aber wohl 22-25°C). Männchen von A. paulmuelleri werden ca. 8 cm, die Weibchen rund 5 cm groß. Es sind friedliche Fische, die sich gut für entsprechende Gesellschaftsaquarien eignen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 628733 (md-lg) und 628734 (lg-xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hypsophrys nicaraguensis (früher: Cichlasoma n., Copora n.)

2. April 2026

Einer bezüglich seines Verhaltens ungewöhnlichsten und bezüglich seiner Färbung schönsten Buntbarsche Mittelamerikas ist Hypsophrys nicaraguensis, der vielen Aquarianern noch aus der Zeit bekannt ist, als man so ziemlich alle Buntbarsche aus Mittelamerika der Gattung Cichlasoma zurechnete. Von Cichlasoma, wie man sie damals verstand, wichen H. nicaraguensis aber schon dadurch ab, dass ihre Eier nicht haften. Alle diese „Cichlasoma“-Buntbarsche sind ja sonst Offenbrüter, heften ihre Eier also an einem Stein, einer Wurzel oder an eine der Aquarienscheiben an und bewachen sie dort bis zum Schlupf. Beim Nicaragua-Traumbarsch ist das anders. Dessen Eier haften nicht, sie sind – wie Maulbrütereier – frei beweglich. Darum laichen H. nicaraguensis am liebsten in Deckung (Höhlen oder Sandgruben), wo der Laich nicht so leicht davongewirbelt wird.

Der Nicaragua-Traumbarsch kommt nicht nur in Nicaragua vor, sondern auch in Costa Rica. Tatsächlich ist letztere Variante – erkennbar am blauen Kopf beider Geschlechter – im Hobby viel häufiger anzutreffen. Tiere aus Nicaragua haben einen kupferroten Kopf. Die Färbung macht den Cichliden als Art unverwechselbar. Die Weibchen haben gewöhnlich ein Längsband und keine Musterung in den Flossen, die Männchen  haben meist einen rautenförmigen Fleck auf der Flanke und deutlich gemusterte Flossen. Männchen werden mit maximal 25 cm deutlich größer als meist nur 10-12 (maximal 18 cm) langen Weibchen. Die Geschlechtsreife setzt bei Längen um 12 cm (Männchen) bzw. 9 cm (Weibchen) ein. Die Weibchen eines Geleges wachsen anfangs schneller als ihre Brüder, die holen das später aber mehr als nach.

Trotz der erreichbaren Maximalgröße ist H. nicaraguensis seit den 1970er Jahren ein beliebter Aquarienfisch, da er für Buntbarschverhältnisse als geradezu märchenhaft friedlich gilt. Aber man sollte den Tieren dennoch möglichst große Aquarien zur Verfügung stellen, in den sie zu prächtigen Exemplaren heranwachsen können. Die chemische Zusammensetzung des Wassers ist nebensächlich, nur sehr weich und sauer sollte es nicht sein. Die Temperatur kann sich zwischen 22 und 28°C bewegen, zeitweilig etwas niedriger oder höher schadet auch nicht. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter.

Für unsere Kunden: die Tiere haben, je nach Größe, Code 655501 (3-4 cm) bis 655509 (12-15 cm) auf unserer Stockliste. Im Handel sind nur Nachzuchtexemplare. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Pyrrhulina spilota

27. März 2026

Die Salmler der Gattung Pyrrhulina vereinen in sich die Vorteile zweier Aquarienfischgruppen: die der stets gut sichtbaren, im freien Wasser herumschwimmenden Salmler und Barben und die der Buntbarsche und Labyrinther, die ein sehr interessantes Verhalten zeigen. 

Eine der schönsten Pyrrhulia-Arten ist P. spilota, die wir immer wieder einmal aus Peru importieren können. Gewöhnlich schwimmen P. spilota ganz so, wie man es von Salmlern gewohnt ist, im freien Wasser umher. Dabei bevorzugen sie das obere Drittel der Wassersäule, sind aber grundsätzlich überall unterwegs. Sie fressen jede Art von Fischfutter, auch Trockenfutter, und lassen die Pflanzen unangetastet. So weit gleicht ihr Verhalten also dem anderer Salmler weitestgehend.

Wenn die Tiere in Brutstimmung kommen, wird alles anders. Die Männchen entwickeln zur Brutzeit fantastische Farben und besetzen Reviere, am liebsten bei einer breitblättrigen Pflanze, zur Not auch bei einem Stein oder einer Wurzel. Denn hierauf laichen die Fische ab. Anders als bei anderen Salmlern, die ihre Eier ungerichtet verstreuen, produzieren Pyrrhulina ein kompaktes Gelege, das gut vergleichbar zu einem Buntbarschgelege ist. Es gibt in dieser Zeit kein Männchen, das nicht etwas ausgefanste Flossen von Imponierkämpfen mit anderen Männchen hätte. Das gehört dazu, ist völlig normal und harmlos. Wenn die Laichzeit vorüber ist, wächst alles nach.

Das Männchen übernimmt, wie bei den Labyrinthern, die Brutpflege. Und es nimmt seine Aufgabe sehr ernst! Eventuelle Mitbewohner sind gut beraten, dem Gelege nicht zu nahe zu kommen. Mit dem Schlupf der Jungen erlischt der Brutpflegetrieb und Pyrrhulina werden wieder zu ganz normalen, schönen Salmlern…

Für unsere Kunden: P. spilota hat – je nach Größe – Code 286782 bis 286785 auf unserer Stockliste; meist werden uns die Fische in gemischter Größe geschickt. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. 

Text & Photos: Frank Schäfer

Brochis sp. CW220

27. März 2026

Unglaublich, dass in dem ichthyologisch so gut untersuchten Kolumbien noch ständig neue Panzerwelse entdeckt werden! Sicher hat der Hype um den im Herbst letzten Jahres (2025) entdeckten und erstmals importierten Hoplisoma sp. aff. concolor CW217 dazu beigetragen, dass die Exporteure auch abseits der altbekannten Fischgewässer nach interessanten Arten suchen – und auch sie auch finden! Drei neue CW-Nummern wurden kürzlich vergeben, wir konnten jetzt alle drei importieren: Hoplisoma sp. CW218, Hoplisoma sp. CW219 und Brochis sp. CW220.

Beginnen wir mit dem zuletzt genannten Brochis sp. CW220, also einem Langschnäuzer. Das Zeichnungsmuster entspricht dem altbekannten Hoplisoma davidsandsi aus dem mittleren Rio-Negro-Einzug in Brasilien. Das bedeutet: Augenband vorhanden und deutlich ausgeprägt, zwischen Augenband und Beginn der Rückenbinde eine deutliche Lücke, Rückenband beginnt unterhalb des Ansatzes der Rückenflosse an der Rückenkante und läuft von hier aus schräg nach unten bis zum Ansatz der Schwanzflosse an der Bauchkante; alle Flossen ohne schwarze Zeichnungselemente.

Brochis-Arten (also Langschnäuzer) mit dem Zeichnungsmuster von Hoplisoma davidsandsi (einem Rundschnäuzer) haben bislang folgende Code-Nummern erhalten: C52 (Peru), C159 (Brasilien, Rio Purus), CW89 (Kolumbien, Rio Vaupes) und CW106 (Kolumbien, Rio Cuduyaria, ein Zufluss des Rio Vaupes); wissenschaftlich beschrieben wurde bislang u.W. keine davon. Nun kommt also noch Brochis sp. CW220 hinzu, der nach Angaben von Ian Fuller (www.corydorasworld.com) in Lagunen in den oberen Quellregionen des Rio Vaupes nahe der Stadt Calamar in Kolumbien gefunden wird. 

Auffällig ist die gelbliche Tönung der Flossen, wie man das auch von etlichen Fundortvarianten des kolumbianischen Osteogaster melanotaenia kennt (siehe: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/corydoras-melanotaenia/). Insgesamt ist Brochis sp. CW220, der höchstwahrscheinlich 5-6 cm lang wird ein sehr schöner Fisch, eine Bereicherung des Hobbys.

Für unsere Kunden: CW220 hat Code 226564 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hoplisoma sp. CW219

27. März 2026

Hoplisoma sp. CW219 stammt, genau wie der schon vorgestellte Brochis sp. CW220 nach Angaben von Ian Fuller (www.corydorasworld.com) aus Lagunen in den oberen Quellregionen des Rio Vaupes nahe der Stadt Calamar in Kolumbien; beide Arten werden als typisches Langschnäuzer/Rundschnäuzer-Artenpaar auch oft gemischt exportiert.

Aus der Hoplisoma ( = Rundschnäuzer)-Gruppe von Arten, die farblich H. davidsandsi nahestehen (das bedeutet: Augenband vorhanden und deutlich ausgeprägt, zwischen Augenband und Beginn der Rückenbinde eine deutliche Lücke, Rückenband beginnt unterhalb des Ansatzes der Rückenflosse an der Rückenkante und läuft von hier aus schräg nach unten bis zum Ansatz der Schwanzflosse an der Bauchkante; alle Flossen ohne schwarze Zeichnungselemente), sind bislang folgende Formen bekannt: C84 (Brasilien, Rio Tiquie); CW88 (Brasilen, Rio Jurua); CW91 (Kolumbien, Rio Vaupes) und CW107 (Kolumbien, Rio Cuduyaria, ein Zufluss des Rio Vaupes). Sie sind allesamt einander sehr ähnlich und unterscheiden sich hauptsächlich durch die Breite der Rückenbinde und Details in der Körperform. Ob es sich bei allen C- und CW-Nummern tatsächlich um unterschiedliche Arten handelt, kann man gegenwärtig nicht sagen, aber das ist ja auch gar nicht der Anspruch dieser Nummerierung.

Auch Hoplisoma sp. CW219 wirkt – genau wie der dazu gehörige Brochis sp. CW220 – sehr viel gelblicher in den Flossen und der Körpertönung, verglichen mit den lehmfarbigen anderen Panzerwelsen diesen Aussehens. Es sind sehr hübsche Tiere. Hoffen wir, dass die gelben Farbtöne auch langfristig bei der Aquarienpflege vorhanden bleiben und an die Nachzuchten vererbt werden. Manchmal sind solche Farbabweichungen ja nur temporär und im Freiland vorhanden. Man wird sehen…

Für unsere Kunden: Hoplisoma sp. CW219 hat Code 226663 in unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hoplisoma sp. CW218

27. März 2026

Hoplisoma sp. CW218 gehört in eine Gruppe ungewöhnlicher Zwergpanzerwelse, die nur durch vergleichsweise wenige Arten repräsentiert ist. Wissenschaftlich ist überhaupt nur eine Arten beschrieben, die sehr ähnlich zu H. sp. CW218 ist, nämlich H. osteocarus (Kolumbien, Venezuela, Surinam, Orinoko-Einzug und Küstenflüsse); manchmal wird der Artname auch osteocarum geschrieben, wir diskutieren das hier nicht. Gemeinsames Kennzeichen sind der sehr kurze Kopf mit runder Schnauze, eine deutlich ausgeprägte Augenbinde, ein steil ansteigender Vorderrücken, eine senkrechte rauchgraue bis schwarze Zone am Beginn der Rückenflosse, ansonsten farblose Flossen und auf dem Körper verteilt ein unregelmäßiges Pfeffer-und-Salz-Muster.

Verwechslungsarten zu CW218 sind neben H. osteocarus noch CW104 (Kolumbien, Rio Cuduyari, ein Zufluss der Rio Vaupes) und CW142 (Brasilien, Rio Purus); wir hoffen, keine C- oder CW-Nummer übersehen zu haben. CW218 soll aus dem oberen Einzug des Rio Vaupes bei der Stadt Calamar gesammelt werden. Die Ähnlichkeit zu CW104 ist sehr groß, wahrscheinlich handelt es sich bei den beiden um die gleiche zoologische Art; Bilder von CW104 zeigen einen etwas schlankeren Fisch, aber das kann altersabhängig sein. Vom geografisch in Frage kommenden H. osteocarus unterscheiden sich CW104 und CW218 farblich: sehr charakteristisch für H. osteocarus ist ein dunkler Bogenfleck an der Basis der Schwanzflosse.

Die H. sp. CW218, die wir gerade importieren konnten, sind 2-3 cm lang und scheinen geschlechtsreif zu sein (die Weibchen sind etwas größer). Wesentlich über 4 cm Länge sind bei den Fischen wohl nicht zu erwarten. Sie halten sich sehr gut, zeigen aber unmittelbar dem Umsetzen manchmal Unwohlsein; diesbezüglich sollte man also besser vorsichtig sein, wenn die Tiere aus einem Wasser kommen, das vom heimischen Aquarienwasser stark abweicht.

Für unsere Kunden: Hoplisoma sp. CW218 haben Code 226643 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Pangio shelfordii

20. März 2026

Eine der ungewöhnlichsten Dornaugen-Arten ist Pangio shelfordii. Die Zeichnung der maximal 8 cm langen, dabei aber sehr dünnen Tiere, ist ein Muster, das an Leopardenfell erinnert. Ähnlich gefärbt sind manche Farbmorphen von Pangio alternans (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/pangio-alternans/), doch sind jene Dornaugen deutlich gedrungener im Körperbau.

Die Verbreitung von Pangio shelfordii erstreckt sich – soweit erforscht – über Teile der Malaiischen Halbinsel, Sumatra (inklusive einiger kleiner vorgelagerter Inseln), und Borneo. Im Gesamtareal kommt das Dornauge allerdings nicht flächendeckend vor, sondern ist eher lokalisiert anzutreffen. Das erklärt auch, warum diese hübschen Tiere zwar immer wieder einmal, jedoch nicht regelmäßig im Handel anzutreffen sind. Exportiert werden sie übrigens oft unter der Bezeichnung „Pangio muraeniformis“. Diese Art gibt es und sie hat auch einen ähnlich schlanken Körperbau. Die beiden Arten P. shelfordii und P. muraeniformis wurden zeitweilig miteinander synonymisiert (dann ist P. shelfordii der gültige, weil deutlich ältere Name). Inzwischen glaubt man aber wieder, dass es doch getrennte Arten sind, wobei P. muraeniformis typischerweise ein Längsband entlang der Körpermitte hat (in Wirklichkeit sind es viel Punkte, die optisch zu einem Längsband verschmelzen) und Johore und Singapur besiedelt. Insgesamt gilt hier, wie bei so vielen Dornaugen, dass die große Zeichnungsvielfalt es sehr schwierig macht, Arten voneinander sicher abzugrenzen.

Aber das ist eigentlich egal, wenn es um die Aquarienpflege geht. Dornaugen aller Art haben sich als hübsche und harmlose Restverwerter für Asienbecken mit zarten Arten seit Jahrzehnten bewährt. Der einzige Nachteil, den die Tiere haben: man sieht sie oft wochenlang nicht. Und meist ist das vollständige Ausräumen des Aquariums die einzige Möglichkeit, sie wieder einzufangen. Man sollte Dornaugen ein Flecken mit weichem Sandboden gönnen, in den sie sie eingraben können. Weiches und leicht saures Wasser mögen sie wohl am liebsten, aber aus praktischer Erfahrung weiß man auch, dass sie sogar in „steinhartem“ Wasser mit einem pH über 8 viele Jahre munter leben können. Gefressen wird alles, was ins Mäulchen passt. Wichtig ist aber, dass man den Tieren eine Mulmecke gönnt. Denn Mulm – das ist der braune Schlamm aus Kot, Futter- und Pflanzenresten, der sich in jedem Aquarium irgendwann bildet – ist nichts Böses. Er stellt in der Natur einen wichtigen Nahrungsbestandteil für viele Kleinfische dar. Ohne Mulm leidet die Darmflora solcher Fische und sie werden immer magerer, trotz ansonsten guter Futterversorgung. Die Wassertemperatur für Dornaugen kann zwischen 22 und 28°C liegen, zeitweilig etwas mehr oder weniger schadet auch nicht.

Für unsere Kunden: P. shelfordii hat Code 441074 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Dicrossus foirni ( = sp. Rio Negro)

20. März 2026

Endlich ist Dicrossus foirni wieder lieferbar! Dieser nur extrem selten importierte Zwergbuntbarsch war früher unter dem Namen Dicrossus sp. „Rio Negro“ bekannt. 

Ausgewachsen sind diese Fische eine echte Schau. Die Pflege ist nicht sehr schwierig, doch zur Zucht braucht man ziemlich extreme Wasserwerte (pH unter 5, Härte praktisch null), damit sich der Laich entwickeln kann. Einen kleinen Film von der Art finden Sie auf unserer Facebook-Seite: 

https://www.facebook.com/video.php?v=1430331670514501&set=vb.119893808211837&type=3&theater

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 668802 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text: Frank Schäfer, Photos: Ursula Glaser-Dreyer, Frank Schäfer

Megalodoras uranoscopus

20. März 2026

Die Dornwelse (Doradidae) sind eine kleine Familie südamerikanischer Welse. Gegenwärtig unterscheidet man 31 Gattungen mit 96 Arten, doch werden ständig noch neue Arten entdeckt und beschrieben. Die größten Dornwelse werden über 100 cm lang: Opsodoras niger, dessen Rekord bei 120 cm und 20 kg Gewicht liegt, die kleinste Art nur 3,5 cm (Physopyxis lyra). Die meisten Arten erreichen 10-20 cm Länge.

Die Gattung Megalodoras stellt große Arten. Ihre Vertreter können über 50 cm lang werden. Es gibt nach gegenwärtigem Wissensstand 2-3 Arten, von denen zwei allgemein akzeptiert sind: M. uranoscopus (ein bekanntes Synonym ist M. irwinei) aus dem Amazonas-Gebiet und M. guayoensis aus dem Orinoko-Einzug. Die 1911 unter dem Namen Oxydoras huberi beschriebene Art aus dem Rio Tocantins wird unter Fachleuten noch diskutiert. Man ist sich relativ einig, dass es sich dabei um einen Megalodoras handelt. Bekannt ist auch, dass sich die Megalodoras aus dem Rio Tocantins von den bekannten Megalodoras aus dem Amazonas-Gebiet unterscheiden und vermutlich eine eigene Art darstellen, die dann M. huberi heißen könnte. Aber, wie gesagt, das wird noch diskutiert.

Die Megalodoras uranoscopus im Handel stammen meist aus Peru, so auch alle Tiere, die diesen Post illustrieren. Besonderes Kennzeichen dieser Tiere sind die 15-18 seitlich am Körper befindlichen Knochen-Schilder, die mit mächtigen Abwehrhaken ausgestattet sind. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das in der Draufsicht. Über die Lebensweise dieser Fische in der Natur ist wenig bekannt. Man findet bei Magenuntersuchungen allerdings regelmäßig Muscheln und Schnecken, die mit der Schale gefressen werden, in den Dornwelsen. Es sind aber keine Nahrungsspezialisten, im Aquarium fressen sie willig jedes angebotene Futter tierischen Ursprungs. Untereinander und gegen artfremde Fischen sind sie friedlich, wir gehen allerdings davon aus, dass kleine Fische, die ins Maul passen, auch als Futter angesehen werden. Die Wasserwerte sind nebensächlich, die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen. Als nacht- und dämmungsaktive Tiere benötigen solche Dornwelse ausreichend Tagesverstecke. Nach der Eingewöhnung lassen sie sich aber auch häufig tagsüber sehen, besonders, wenn gefüttert wird.

Für unsere Kunden: diese Welse haben, je nach Größe, Code 267522 (6-9 cm) bis Code 267528 (40-50 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Epinephelus lanceolatus

20. März 2026

Mit maximal 270 cm Länge und 400 kg Gewicht ist der Riesen-Zackenbarsch Epinephelus lanceolatus einer der größten riffgebunden lebende Knochenfisch der Erde. Leider ist der imposante Riese fürchterlich überfischt. Da dieser Raubfisch ein außerhalb der Fortpflanzungszeit hochgradig unverträglicher Einzelgänger ist, gibt es nicht viele Individuen. Denn dieser Koloss will ja auch ernährt sein. Das Nahrungsspektrum umfasst hauptsächlich Krebstiere (am liebsten Langusten), aber auch Kopffüßer und Fische. Wählerisch ist er also nicht und gerüchteweise sollen sehr große Exemplare auch schon Menschen angegriffen und verschlungen haben. Diese Art hat das größte Verbreitungsgebiet aller Zackenbarsche: man findet ihn  (wenn man ihn findet) im gesamten Indo-Pazifik, also im Indischen Ozean, im Roten Meer, bis nach Südafrika und im Westen bis nach Hawaii, dann noch im im westlichen Pazifik vom südlichen Japan bis nach Australien und den Ozeanischen Inseln. Auch wenn die Internationale Rote Liste der bedrohten Tierarten Epinephelus lanceolatus als „dd“ (das bedeutet data deficient, also mangelhafte Datenlage) listet, so besteht doch kein Zweifel, dass mehr Riesen-Zackenbarsche gegessen werden, als von Natur aus nachwachsen. Der Riesen-Zackenbarsch ist darum Gegenstand von Aquakultur und seine Zucht als Speisefisch wird intensiv betrieben. Aus solcher Aquakultur stammen auch die schönen Jungtiere, die wir ab und zu importieren.

Eine Besonderheit dieser Art ist, dass sie regelmäßig in Flussmündungen angetroffen wird und auch die vorübergehende Pflege in reinem Süßwasser ist möglich. Auf die Dauer geht das allerdings nicht. Ähnlich wie bei Brackwasser-Kugelfischen liegt das Problem dabei wohl weniger darin, ob ausreichend Salz vorhanden ist, als daran, dass diese Zackenbarsche gewaltige Fresser sind. Sie fressen, bis der Bauch zu platzen droht. Entsprechend ist ihre Stoffwechselrate. Während der Eiweiß-Verdauung anfallende Abfallstoffe werden bei allen Fischen in Form von Ammonium über die Kiemen ausgeschieden. Dieses Ammonium verwandelt sich bei höheren pH-Werten über 8 (und solche pH-Werte sollten Brackwasserfische und Meeresfische immer im Aquarium haben) in hochgiftiges Ammoniak, das von den Filterbakterien über immer noch sehr giftiges Nitrit zu harmlosem Nitrat umgewandelt wird. Wenn man jetzt noch weiß, dass Salz die Giftwirkung von Nitrit für Fische deutlich herabsetzt, weiß man, warum die dauerhafte Pflege von Brackwasserfischen in Süßwasser sehr problematisch ist.

Wie viele Zackenbarsche ist Epinephelus lanceolatus ein protogyner Zwitter, d.h., alle Tiere sind zunächst funktionelle Weibchen und nur alte Tiere wandeln sich zu funktionellen Männchen um. Im Laufe des Wachstums verändern diese Fische sich sowohl anatomisch wie auch farblich erheblich, was die stattliche Anzahl von Synonymen erklärt. Nur Jungtiere bis ca. 20 cm Länge sind so schön kontrastreich schwarz-weiß oder schwarz-gelb gefärbt. 20 bis 50 cm lange junge erwachsene Tiere entwickeln mehr und mehr weiße oder gelbe Punkte in den dunklen Zonen des Körpers. Mit 80-150 cm Länge sind Riesen-Zackenbarsche dunkelbraun mit undeutlicher Fleckenzeichnung und zahlreichen schwarzen Punkten in den Flossen. Große erwachsene Tiere (160 bis 230 cm) sind nur noch dunkelbraun mit dunkleren Flossen.

Aus dem Gesagten geht hervor, dass sich der Riesen-Zackenbarsch nur für wirklich große Meerwasseraquarien eignet, wie sie in erster Linie in Zoos und Schauaquarien anzutreffen sind.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 415531 (6-8 cm), 415532 (8-10 cm) und 415534 (15 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Otocinclus mimulus

20. März 2026

Von Zeit zu Zeit können wir aus Paraguay einen bildhübschen und äußerst seltenen Otocinclus anbieten, nämlich O. mimulus. Neben allen bekannten guten Eigenschaften, die diese Art mit den anderen Vertretern der Gattung Otocinclus teilt – also geringe Größe, Friedfertigkeit, gutes Algenputzen auf Pflanzenblättern, Tagaktivität – hat diese spezielle Art noch eine Besonderheit. Sie lebt nämlich zusammen mit einer Hoplisoma-Art, der sie farblich gleicht. Dieses Phänomen nennt man Mimikry. Die Panzerwels-Art, es handelt sich um H. diphyes (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/corydoras_diphyes_und_otocinclus_mimulus_de/) haben wir auch manchmal im Stock. Dann ergibt sich die Gelegenheit, beide Arten zusammen im Aquarium zu beobachten.

Der Panzerwels Hoplisoma (früher: Corydoras) diphyes und der Zwergsaugwels Otocinclus mimulus stammen aus dem Einzug des Rio Monday, einem rechtsseitigen Zufluss des Rio Parana in Paraguay.

In ihrem natürlichen Habitat leben Hoplisoma diphyes und Otocinclus mimulus in großen Schwärmen, wobei die Zeichnung von O. mimulus der von H.diphyes ähnelt. Auf diese Weise versuchen die Otocinclus sich vor ihren Feinden zu schützen, im vorliegenden Fall hauptsächlich vor Saxatilia (früher: Crenicichla) lepidota (Hechtcichlide). Die Hechtcichliden meiden die stacheligen Panzerwelse, die ihnen beim Versuch, sie zu fressen, schmerzhafte Wunden zufügen. Davon profitieren die Otocinclus. Aber auch in der Draufsicht sehen sich Otocinclus mimulus und Hoplisoma diphyes äußerst ähnlich. Fischfressende Vögel, wie Reiher, Störche etc. meiden – genau wie die Hechtcichliden – Panzerwelse, denn auch ihnen tun die Stacheln der Panzerwelse beim Verschlucken sehr weh.

Die Pflege von Otocinclus mimulus ist einfach. Die Wasserwerte sind ohne Bedeutung, jedes Trinkwasser eignet sich zur Pflege. Bei der Temperatur sind die im südlichen Südamerika lebenden Fische etwas speziell, denn dort gibt es Jahreszeiten wie bei uns. Man sollte sie daher nicht jahrein jahraus bei konstanten Temperaturen pflegen, sondern einen Teil des Jahres etwas kühler (18-22°) und einen Teil etwas wärmer (24-28°C). Frisch importierte Tiere sind natürlich noch im umgekehrten Rhythmus unterwegs, wenn bei uns Winter ist, ist in Paraguay Sommer. Darum erfolgt die Eingewöhnung im Winter importierter Exemplare im höheren Temperaturbereich. Die erste Winterperiode mit kühleren Temperaturen gönnt man diesen Tieren ergo erst nach einem Jahr. Das vertragen sie problemlos.

Für unsere Kunden: Otocinclus mimulus hat Code 273994 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank schäfer

Siniperca chuatsi

13. März 2026

Siniperca chuatsi ist ein großwüchsiger Fisch für Schauaquarien. Die bisher gemeldete Maximallänge beträgt 70 cm, dann wiegt das Tier rund 8 kg. Natürlich bleiben die meisten Exemplare deutlich kleiner, aber für Normalaquarien ist Siniperca chuatsi dennoch nur zeitweilig als Jungfisch geeignet. 

Die Siniperca sind obligatorische Raubfische, die sich fast ausschließlich von Fischen ernähren. Dabei können sie erstaunlich große Brocken schlucken. Bei schlanken Beutefischen können diese bis 2/3 der Körperlänge des Siniperca haben – sie werden sehr rasch heruntergeschlungen. S. chuatsi ist ein Anschleicher, der sich in dunklem Teint langsam an die Beute heranbewegt und dann blitzschnell zustößt. Dabei erwischt er das Beutetier durchaus nicht immer mit dem Kopf voran. Unter Umständen muss er stachelige Beute darum wieder ausspucken und es gleich nochmal versuchen.

In seiner Heimat China ist S. chuatsi ein sehr beliebter Speisefisch und wird daher schon seit rund 200 Jahren in Aquakultur gehalten und gezüchtet. Dabei entstehen natürlich auch gelegentlich Farbmutanten, unter ihnen Albinos. Diese Albinos sind bei manchen Raubfischfreaks sehr gesucht und werden (zumindest hier in Europa) teuer bezahlt.

Als Fisch der nördlichen gemäßigten Zone (vom Amur in Russland bis zum Perlfluss in China) braucht S. chuatsi keine Heizung. Er beginnt bei ca. 15°C Wassertemperatur mit der Nahrungsaufnahme, wesentlich über 25°C sollte die Temperatur möglichst nicht steigen. Besonders nach einer üppigen Mahlzeit ist S. chuatsi sehr sauerstoffbedürftig, darauf ist zu achten. Ansonsten sind die Wasserwerte nebensächlich. Im Freileben ist Siniperca ein Flussfisch. Ungeachtet ihres „Barramundi-Aussehens“ sind Siniperca am nächsten mit den Sonnenbarschen Nordamerikas und nicht mit den Barramundis oder Riesenbarschen (Lates & Co.) verwandt.

Für unsere Kunden: normalfarbige Siniperca chuatsi haben Code 455281 (10-12 cm) und Albinos 455284 (18-20 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Labeo longipinnis

13. März 2026

Aquaristisch spielt die Gattung Labeo kaum eine Rolle; die meisten Arten werden groß (30-50 cm), haben farblich wenig zu bieten und gelten zudem als streitsüchtig. Die früher zu Labeo gezählten kleineren und bunten Arten, wie der Feuerschwanz, werden aktuell in der Gattung Epalzeorhynchos klassifiziert. Echte Labeo-Arten gibt es in Asien und Afrika. Nur wenige Menschen sind sich darüber bewusst, dass es die stattliche Anzahl von 108 Labeo-Arten gibt, etwas über 80 davon leben in Afrika. Darum ist es ein schwieriges Unterfangen, die manchmal als Jungtiere mitgeschickten Afrikanischen Labeo richtig zu bestimmen. Aber manchmal ist es auch recht leicht. Die einzige aquaristisch halbwegs relevante Art ist die gescheckte OB-Morphe von Labeo cyclorhynchus, die unter ihrem Synonym L. variegatus ab und zu importiert wird. Ebenfalls relativ unverwechselbar, allerdings viel, viel seltener im Angebot ist Labeo longipinnis.

Die Kombination aus segelförmiger Rückenflosse, dem sehr kurzen , aber dafür ausgesprochen hohen Schwanzstiel, zumindest bei Jungtieren einem großen dunklen Fleck auf der Schwanzwurzel und roten Tupfen auf jeder Schuppe (das kleinste Tier, das wir bislang zu Gesicht bekamen, war etwa 5 cm lang) gibt es kein zweites Mal im Kongo. Es gibt zu L. longipinnis ein unter Fischkundlern recht bekanntes Synonym, nämlich Labeo velifer. Beide Arten wurden von Boulenger aus dem oberen Kongo beschrieben, L. velifer anhand über 40 cm langer (Totallänge, also inklusive Schwanzflosse) Tiere, L. longipinnis anhand eines etwa 17 cm langen Exemplares. Zähl- und Messwerte sind bei beiden Arten gleich, jedoch fand Boulenger in den Mundwinkeln von L. velifer ein Paar kleiner Barteln, bei L. longipinnis nicht. Schon früh zweifelte man daran, dass das ausreicht, um zwei Arten zu rechtfertigen. Bereits 1917 legte man darum L. longipinnis als den zu verwendenden Namen fest, da beide Arten gleichzeitig in der gleichen Arbeit von 1898 beschrieben worden waren, die beiden Namen also gleichwertig sind. Es dauerte aber immerhin bis zum Jahr 1995, bis die Artgleichheit der beiden Labeo durch Tshibwabwa & Teugels letztendlich festgeschrieben wurde. Große Ähnlichkeit besteht mit Labeo coubie aus dem Niger (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/labeo_coubie_de/), der jedoch einen viel längeren und schlankeren Schwanzstiel hat.

Aufgrund der erreichbaren Endgröße von über 40 cm ist Labeo longipinnis ein prächtiges Tier für sehr große Aquarien und Schauanlagen. Interessanterweise sind sie untereinander ziemlich friedlich. Es kommt zwar ständig zu sehr kurzen Verfolgungen (wobei durchaus auch kleine und schmächtige Tiere gut doppelt so große Individuen verfolgen können), aber das Ganze hat eher spielerischen Charakter; wir würden diese Art bezüglich des Verhaltens am ehesten z.B. mit Tropheus-Buntbarschen vergleichen. Ähnlich wie diese brauchen sie offenbar einen sozialen Verband, innerhalb dessen sie jedoch ständig etwas zanken. Interessant ist auch, dass die Wildfänge niemals völlig intakte Flossen haben. Die glatten Ränder der Flossen weisen darauf hin, dass Labeo longipinnis wohl zu den bevorzugten Opfern der auf Flossenfressen spezialisierten Salmler der Phago-Verwandtschaft zählen. Diese Flossenverletzungen heilen schnell und ohne Spuren zu hinterlassen wieder aus und dürften nach wenigen Wochen vollkommen verschwunden sein.  Im Aquarium sind Labeo-Arten wenig wählerisch, was das Futter angeht und fressen fröhlich alles mit, was anderen Fischen auch schmeckt. Jedes als Trinkwasser geeignete Wasser eignet sich auch zur Pflege von Labeo longipinnis. Die Wassertemperatur kann sich im Bereich zwischen 22 und 28°C bewegen.

Für unsere Kunden: Labeo longipinnis hat Code 142603 (6-8 cm) und 142604 (8-10 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Boulenger, G. A. (1898): Matériaux pour la faune du Congo. Poissons nouveaux du Congo. Deuxième Partie. Elopes, Characins, Cyprins. Annales du Musee du Congo (Série Zoologie) v. 1 (fasc. 2): 21-38, Pls. 10-19.

Boulenger, G. A. (1909): Catalogue of the fresh-water fishes of Africa in the British Museum (Natural History). v. 1: i-xi + 1-373

Liyandja, T. L. D. & M. L. J. Stiassny (2023): Description of two new Labeo (Labeoninae; Cyprinidae) endemic to the Lulua River in the Democratic Republic of Congo (Kasai ecoregion); a hotspot of fish diversity in the Congo Basin. American Museum Novitates No. 3999: 1-22.

Tshibwabwa, S. M. & G. G. Teugels (1995): Contribution to the systematic revision of the African cyprinid fish genus Labeo: species from the Lower Zaire river system. Journal of Natural History v. 29 (no. 6): 1543-1579.

Text & Photos: Frank Schäfer

Melanotaenia picta

13. März 2026

Erdgeschichtlich betrachtet befinden wir uns gerade in einer Eiszeit – trotz der Klimaerwärmung und ihren furchtbaren Folgen. Das bedeutet, beide Polkappen sind vereist. Innerhalb der Eiszeit leben wir allerdings in einer warmen Periode, die Warmzeit genannt wird. Sie begann vor etwa 11.700 Jahren. Davor waren auch große Teile von Asien, Europa und Nordamerika vergletschert, also von dicken Eispanzern bedeckt. Diese Zeit, die vor rund 115.000 Jahren begann, bezeichnen wir umgangssprachlich gerne als Eiszeit, also die Zeit, in der Neandertaler und unsere unmittelbaren Vorfahren, die Cro-Magnon-Menschen, Mammuts und andere Großsäuger jagten. In dieser Kaltzeit war so viel Wasser in den Eismassen gebunden, dass die Meeresspiegel auf der ganzen Welt erheblich tiefer lagen als heute. Neuguinea bildete in der Kaltzeit zusammen mit Australien eine zusammenhängende Landmasse, die Sahul genannt wird. Die Fachzeitschrift der Australischen Regenbogenfisch-Gesellschaft ist danach benannt und heißt „Fishes of Sahul“. Zwischen Neu Guinea und Australien liegt heutzutage eine breite Meeresstraße, die Torres-Straße. Sie ist rund 140 km breit und wurde vor ca. 8.000 Jahren geflutet. Ein Rest der ehemaligen Landbrücke zwischen Neu-Guinea und der Cape-York-Halbinsel (Australien) stellt der Aru-Archipel dar, der sich bis heute über das Meer erhebt. Dort gibt es eine kleine Gruppe von Regenbogenfischarten, die eng mit den auf Neu Guinea lebenden Arten der Melanotaenia-goldiei-Gruppe verwandt ist: Melanotaenia kolaensis, M. picta, M. senckenbergianus und M. wokamensis. Sie wurden wissenschaftlich erst 2015 überarbeitet (Allen et al.).

Optisch kann man diese vier Arten als Nicht-Spezialist kaum auseinanderhalten. Es ist darum sehr anzuraten, sie strikt in verschiedenen Aquarien zu pflegen, um unerwünschte Mischformen zu vermeiden. Es sind allesamt sehr schöne Fische, die jedoch aus einer ganzen Reihe von Gründen immer nur von Spezialisten gepflegt und gezüchtet werden. Im Handel tauchen sie dem entsprechend nur äußerst selten auf. Wir freuen uns sehr, ab und zu eine kleine Stückzahl junger, aber schon ausgefärbter Melanotaenia picta als Nachzucht anbieten zu können. Wie für alle Regenbogenfische gilt auch für diese Art: mit zunehmendem Alter werden sie immer farbintensiver. 

M. picta wurde aus dem Einzug des Mareremar River auf der Insel Kobroor beschrieben. Kobroor gehört zu den Aru-Inseln, die politisch übrigens zu Indonesien zählen. Beim Landschaftsbild kamen die Erstbeschreiber ins Schwärmen, es muss dort wunderschön sein. Die Tiere leben in kristallklarem Wasser von kleineren Waldbächen. Es gibt dort kaum Vegetation, aber reichlich Versteckmöglichkeiten. Schon vor seiner wissenschaftlichen Beschreibung war M. picta als M. sp. „Aru II“ im Hobby verbreitet. Bezüglich Pflege und Zucht ist diese bis etwa 11 cm lange Art vergleichbar mit den meisten anderen Regenbogenfischen. Das Wasser sei nicht zu weich, der pH im etwa neutralen Bereich, die Temperatur im Bereich von 22-26°C. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter passender Größe.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 428553 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Allen, G. R., Hadiaty, R. K., Unmack,P. J. & M. V. Erdmann (2015): Rainbowfishes (Melanotaenia: Melanotaeniidae) of the Aru Islands, Indonesia, with description of five new species and redescription of M. patoti Weber and M senkenbergianus Weber. aqua, International Journal of Ichthyology v. 21 (no. 2): 66-108.

Text & Photos: Frank Schäfer

Barbodes „schuberti“ KOI

13. März 2026

Die Brokatbarbe ist eine Zuchtform, die aus einer Barbe aus dem engeren Verwandtschaftskreis der Messingbarbe (Barbodes semifasciolatus) hervorgegangen ist. So ganz genau weiß das aber niemand; die gesamte Gattung Barbodes ist stark revisionsbedürftig. Entstanden ist die Brokatbarbe in den 1950er Jahren bei einem Aquarianer namens Thomas Schubert aus Camden, New Jersey (USA), weshalb sie auch oft mit dem ungültigen Namen „Barbus (oder Puntius, beides ist falsch) schuberti“ bezeichnet wird. Die Bezeichnung „schuberti“ ist kein wissenschaftlicher Name, sondern eine Phantasiebezeichnung und sollte darum immer in Anführungszeichen gesetzt werden. Da es sich bei der Brokatbarbe um eine Haustierform handelt, die in der Natur nicht existiert, ist die Verwendung eines wissenschaftlichen Artnamens ohnehin nicht sonderlich sinnvoll.

Es handelt sich um einen absolut friedfertigen und pflegeleichten Fisch, der seit seiner Entstehung nie wieder aus den Aquarien der Welt verschwunden ist. In jüngerer Zeit hat man neue Farbvarianten der Brokatbarbe entwickelt, darunter eine zwei- oder dreifarbige Form, die als „Koi-Brokatbarbe“ gehandelt wird. 

Bezüglich Pflege braucht man bei diesem Fisch nicht viele Worte zu verlieren: er gedeiht ebenso gut bei Raumtemperatur wie bei 28°C, Härte und pH-Wert sind ihm ebenfalls völlig egal. Wenn das Wasser als Trinkwasser taugt, so lebt auch die Brokatbarbe darin. Und füttern kann man dem Tier wirklich alles, was als Futtermittel für Zierfische auf dem Markt ist. Brokatbarben werden recht alt, 6 Jahre kommen häufig vor. Dann können sie erstaunlich groß werden. Zuchtfähig sind sie mit 3-4 cm Länge, aber sehr alte Weibchen können 8-10 cm lang werden. Die Männchen bleiben immer etwas kleiner.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 371341 (sm) bis 371344 (lg-xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: F. Schäfer

Alestopetersius sp. „Kwilu-Bandundu“

6. März 2026

Die Gattungseinteilung bei den alestiden Salmlern Afrikas ist Gegenstand unaufhörlicher Debatten und ein Ende ist nicht abzusehen. Speziell bei den aquaristisch bedeutsamen Kongosalmlern geht es ständig hin und her. Erst kürzlich wurde in der aktuellsten Checkliste der Salmlerartigen Fische (Toledo-Piza et al, 2024) der dem „normalen“ Kongosalmler (Phenacogrammus interruptus) auf den ersten Blick sehr ähnliche P. bleheri in der Gattung Alestopetersius geführt. In Alestopetersius gibt es aktuell 12 akzeptierte Arten. Viele sind einander sehr ähnlich und schwer zu identifizieren. Gut erkennbar ist A. smykalai aus dem Niger, aber die Arten aus dem Kongo – der ganze Rest – ist arg kniffelig. Männchen in Balzfärbung sind zwar artcharakteristisch gefärbt, aber bis sie in Balzstimmung kommen, kann dauern – etliche Wochen bis Monate. So lange können wir im Handel aus verständlichen Gründen nicht warten.

Kürzlich erhielten wir aus dem Kongo eine Sendung Kongosalmler unter der Bezeichnung „Alestopetersius brichardi“. Diese Art gibt es und eine rasche Google-Bildersuche mit diesem Namen ergab in der Trefferliste u.a. unseren Fisch. Inzwischen (nach 10 Tagen) haben sich einige Männchen ausgefärbt und uns kamen große Zweifel. Die letzte Revision aller Alestopetersius-Arten ist glücklicherweise noch nicht lange her, sie erfolgte 2012 durch Mbimbi Mayi Munene & Stiassny anlässlich der Beschreibung einer neuen Art. Demnach ist A. brichardi ein schlanker Fisch mit einem breiten schwarzen Längsband, das sich bis ans Ende der Schwanzflosse durchzieht. Sehr ähnlich ist A. leopoldianus (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/alestopetersius-leopoldianus/). Unser Fisch hingegen ist deutlich hochrückiger, das Längsband (das nur in bestimmten Beleuchtungssituationen überhaupt sichtbar ist) ist wesentlich schmaler und auf der Schulter befindet sich ein senkrechter Humeralfleck, der bei A. brichardi fehlt.

Wir haben uns entschlossen, unseren Neuimport lieber ohne „richtigen“ Namen zu lassen und benennen ihn statt dessen nach dem Fundort. Nach Auskunft des Lieferanten wurden diese Tiere im Kwilu River, einem der größeren Zuflüsse des Kasai River, unweit der Stadt Bandundu in der gleichnamigen Provinz der DR Kongo gefangen. In einer wissenschaftlichen Aufsammlung, über die 2011 publiziert wurde (Mbimbi Mayi Munene & Stiassny, 2011), werden zwei Alestopetersius-Arten aus dem Kwilu gemeldet: der neu beschriebene A. conspectus (diese Art unterscheidet sich von allen anderen A.-Arten u.a. durch eine auffällige Flaggenzeichnung der Schwanzflosse) und A. sp. “mbuji” ; letztere Art lag leider nur in einem nicht näher beschriebenen Exemplar vor, dessen DNS-Analyse aber zeigte, dass es sich um eine neue, wissenschaftlich noch nicht erfasste Art handelt. Von den beschriebenen Arten erscheint uns die Ähnlichkeit zu A. bifasciatus wegen des hohen Anteils an Schwarzfärbung in der Schwanzflosse am größten.

Solche Neuheiten sind aus mehreren Gründen verhältnismäßig teuer und Debatten darüber, wer bei der Bestimmung und Namensfindung recht hat, sind kontraproduktiv für die Verbreitung der Tiere im Hobby, da dabei immer unterschwellig der Verdacht mitläuft, irgend jemand in der Handelskette Fänger-Aufkäufer-Exporteur-Importeur-Großhandel-Einzelhandel hätte betrügerische Absichten. Ohne jeden Zweifel sind die neu importierten Alestopetersius sp. „Kwilu-Bandundu“ wunderschöne Fische. Man kann nur jedem an afrikanischen Salmlern Interessierten raten, zuzugreifen, denn wann und ob ein neuerlicher Import dieser Fische gelingt, ist höchst ungewiss.

Unsere Exemplare haben sich bislang als robust und gesund erwiesen. Das fotografierte alpha-Männchen (erkennbar an den weißen Flossensäumen) ist ca. 5,5 cm lang (inklusive Schwanzflosse), Alestopetersius sp. „Kwilu-Bandundu“ scheint also verhältnismäßig klein zu bleiben (ein bis zwei Zentimeter werden die Tiere aber wohl noch zulegen). Die Anpassung an das Aquarienleben ist gut. Aus Erfahrung mit anderen Kongosalmlern wissen wir, dass lediglich zur Zucht auf weiches, leicht saures Wasser geachtet werden muss. Der einzige fest im Hobby etablierte Alestopetersius ist der Gelbe Kongosalmler (A. caudalis), der inzwischen fast ausschließlich als Nachzucht angeboten wird. Zu dieser Art siehe hier: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/alestopetersius-caudalis-3/ .

Der neue Alestopetersius sp. „Kwilu-Bandundu“ ist völlig friedlich. Man sollte ihn in möglichst großem Trupp von Artgenossen in einem dicht bepflanzten Aquarium, das aber auch genug Schwimmraum lässt, bei nicht zu grellem Licht pflegen. Jedes Trinkwasser eignet sich zur Pflege. Die schönste Flossenentwicklung zeigen Alestopetersius allerdings erfahrungsgemäß in weichem, leicht sauren Wasser (pH um 6). Die Temperatur sollte zwischen 22 und 28°C liegen. Gefressen wird alles Futter tierischen Ursprungs, egal ob Trocken-, Frost- oder Lebendfutter. Eine besondere Freude macht man den Tieren durch die Verfütterung von kleinen Fruchtfliegen (Drosophila), ein Trick, den Züchter anwenden, um einen möglichst üppigen Laichansatz beim Weibchen von A. caudalis zu erzielen.

Für unsere Kunden: Alestopetersius sp. „Kwilu-Bandundu“ hat Code 100193 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Boden. G. in Toledo-Piza, M., E. G. Baena, F. C. P. Dagosta, N. A. Menezes, M. Ândrade, R. C. Benine, V. A. Bertaco, J. L. Birindelli, G. Boden, P. A. Buckup, P. Camelier, F. R. Carvalho, R. M. C. Castro, J. Chuctaya, E. Decru, E. Derijst et al. (2024): Checklist of the species of the Order Characiformes (Teleostei: Ostariophysi). Neotropical Ichthyology v. 22 (no. 1): e230086: 1-548.

Mbimbi Mayi Munene, J. J. & M. L. J. Stiassny (2011): Fishes of the Kwilu River (Kasai basin, central Africa): A list of species collected in the vicinity of Kikwit, Bandundu Province, Democratic Republic of Congo. Check List 7 (5): 691-699

Mbimbi Mayi Munene, J. J. & M. L. J. Stiassny (2012): A new Alestopetersius (Characiformes: Alestidae) from the Kwilu River (Kasai basin) of central Africa; with a phylogeny for the genus and synonymy of Duboisialestes. Zootaxa No. 3166: 59-68.

Poll, M. (1967): Révision des Characidae nains Africans. Annales, Musée Royal de l’Afrique Centrale, Tervuren, Série in 8o, Sciences Zoologiques No. 162: 1-158.

Text & Photos: Frank Schäfer

Megalechis thoracata „Albino“

6. März 2026

Der Schwielenwels Megalechis thoracata – vielen auch noch unter dem alten Namen Hoplosternum thoracatum bekannt – ist einer der ältesten Aquarienfische. Er hat eigentlich nur einen Nachteil, er wird nämlich mit ca. 15 cm (manchmal auch noch mehr) Länge ziemlich groß. Trotz der Größe hat er aber ein kleines Maul und so werden die „Kampfwürste“, wie sie von ihren Fans liebevoll genannt werden, trotzdem gerne in Gesellschaftsaquarien mit etwas größeren und robusten Fischen gepflegt.

 

Die Zucht ist sehr interessant, denn Megalechis-Männchen bauen ein Schaumnest, ganz ähnlich zu dem der Labyrinthfische, unter einem schwimmenden Gegenstand (Züchter benutzen besonders gerne den Deckel von Kaffeedosen, aber die dürften den Schwielenwelsen in der Natur eher selten zur Verfügung stehen). Das Männchen bewacht das Nest mit den Eiern sehr gut und springt dem neugierigen Aquarianer sogar ins Gesicht, wenn der sich dem Nest zu sehr nähert.

Lange Zeit waren keine Zuchtvarianten des Schwielenwelses bekannt, doch haben wir seit einigen Jahren Albinos als Nachzucht im Sortiment. Die Tiere wirken sehr attraktiv, laichreife Männchen haben – genau wie die Wildform – stark vergrößerte Brustflossenstacheln und die Knochenplatten, die die Brust bedecken, sind viel größer als die entsprechenden Knochenplatten der Weibchen.

Die Wasserwerte spielen für Pflege und Zucht eine absolut untergeordnete Rolle, jedes Trinkwasser eignet sich. Die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen, etwas mehr oder weniger schadet eine Zeitlang auch nicht, sollte aber nicht die Regel sein. Gefressen wird jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe. Pflanzen werden nicht mutwillig beschädigt, können aber durch die Wühltätigkeit und Kraft der Tiere in Mitleidenschaft gezogen werden. Es eignen sich darum nur robuste Gewächse für die Bepflanzung.

Für unsere Kunden: die Albinos haben Code 259322 (3-4 cm) und 259323 (4-6 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Nanochromis transvestitus

6. März 2026

Regelmäßig haben wir bildschöne Nachzuchten dieses niedlichen Zwergbuntbarsches im Stock. Wildfänge gibt es nur sehr selten im Markt. Männchen der Art werden etwa 6 cm lang, Weibchen bleiben kleiner. Damit ist dieser Nanochromis einer der kleinsten Buntbarsche überhaupt.

Ursprünglich stammt der Fisch aus der Region des Lac Mai Ndombe in der D.R. Kongo. Im Gegensatz zu den allermeisten kongolesischen Fischen sind sie darum an sehr weiches und vor allem saures Wasser angepasst (pH 4,5). Die Aquarienstämme sind zwar diesbezüglich recht tolerant geworden, doch sind die Fisch in saurem Milieu deutlich weniger krankheitsanfällig.

Ansonsten sind es leicht zu pflegende und sehr attraktive Fische. Wie alle Nanochromis sind es Höhlenbrüter, wobei das Weibchen das Gelege bewacht und das Männchen das Revier. Männchen und Weibchen kann man bei N. transvestitus sehr leicht an der Flossenfärbung unterscheiden und nur das Weibchen bekommt einen intensiv roten Bauch. Das Balzverhalten ist spektakulär. Beide Geschlechter balzen mit weit aufgerissenen Mäulern und gespreizten Flossen. Das Weibchen nimmt zudem eine ganz merkwürdige S-förmige Körperhaltung ein.

Der Artname transvestitus bedeutet „Transvestit“; er wurde gewählt, weil das Männchen so viel farbloser als das Weibchen ist; gewöhnlich ist im Tierreich das Männchen das farbigere Tier. Allerdings ist dieser so genannte umgekehrte Sexualdichromatismus bei den chromidotilapinen Buntbarschen – hierzu zählen Nanochromis, Pelvicachromis usw. – die Regel und nicht die Ausnahme. Aber davon wussten die Wissenschaftler, die dem Tier 1984 seinen Namen gaben, scheinbar nichts.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 555002 bis 555004 (Nachzuchten) und 555102 bis 555103 (wild) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Celestichthys erythromicron ( = Microrasbora e., Danio e.)

6. März 2026

Der im Inle-See in Burma endemische, also nur dort vorkommende Celestichthys erythromicron ist ein winziger Aquarienfisch. Mit maximal 3 cm Länge ist er ausgewachsen. Kompliziert an der Art ist eigentlich nur die Namensgebung. Ursprünglich beschrieben wurde er als Microrasbora erythromicron. Dann zeigte sich aber, dass er nicht zu den Rasbora-artigen Karpfenfischen (Rasborinen), sondern zu den Danio-artigen Karpfenfischen (Danioninen) gehört. Anatomische Übereinstimmungen führten zwischenzeitlich zu einer Eingliederung in die Gattung Danio. Molekularbiologische Untersuchungen zeigten schließlich, dass er und Celestichthys margaritatus innerhalb der Kleincypriniden eine monophyletische (also auf gemeinsamer Abstammung beruhende) natürliche Einheit bilden. In der aquaristischen und wissenschaftlichen Literatur kann man C. erythromicron entsprechend unter allen drei oben aufgeführten Namenskombinationen finden, es handelt sich immer um die gleiche Art.

Erstmals wurde dieser niedliche Zwergfisch im Jahr 1978 eingeführt, wurde aber erst in den 2000ern von einer größeren Anzahl von Aquarianern wahrgenommen. In einer Beurteilung der IUCN (Internationale Rote Liste der bedrohten Arten) im Jahr 2011 wurde die Art als „gefährdet“ eingestuft. Die Tatsache, dass C. erythromicron ausschließlich im Inle-See vorkommt, macht sie natürlich sehr anfällig für Umwelteinflüsse. Im Inle-See verschlechtert sich die Wasserqualität ständig, zu Speisezwecken eingeführte Fremdfische bedrohen die eigentlich heimischen Arten zusätzlich. Auch vor einer übermäßigen Entnahme von C. erythromicron als Zierfisch wird gewarnt, es gibt aber keine wissenschaftlichen Hinweise, dass so etwas tatsächlich passieren könnte, dazu ist die internationale Nachfrage dann doch viel zu gering. 

Im Inle-See ist das Wasser hart, der pH-Wert leicht alkalisch (zentraler Teil des Sees: pH 7,6 – 8,8, Zufluss des Sees: pH 7,1 – 7,2). Die Wassertemperatur liegt tagsüber im Bereich von 21,3 – 28,8°C, die Lufttemperatur kann zwischen 5°C (Minimumtemperatur) und 38°C (Maximumtemperatur) schwanken (alle Angaben nach: Khaung et al., 2021). Man kann und sollte also C. erythromicron in normalem Leitungswasser pflegen; es hat sich bei vielen Arten aus dem Inle-See zudem bewährt, das Aquarium zeitweise nicht zu beheizen, die Tiere also bei Raumtemperatur (18-22°C) zu pflegen. Das wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus. 

Die Zucht dieser Zwergfische ist leicht. Die Geschlechter unterscheiden sich nur geringfügig: Weibchen sind etwas blasser und kräftiger. Javamoos wird als Laichsubstrat gerne angenommen, Brutpflege üben diese Tiere nicht aus. Die Hauptschwierigkeit liegt in der möglichst optimalen Aufzucht der kleinen Jungfische. Es gibt aber Züchter, die das gut beherrschen und im Handel stehen C. erythromicron daher regelmäßig sowohl als Nachzucht wie auch als Wildfang zur Verfügung. 

Celestichthys erythromicron ist ein völlig friedlicher, etwas scheuer Schwarmfisch, der jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe willig akzeptiert. Pflanzen werden nicht beschädigt.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 430902 (md, wild), 430903 (lg, wild) und 430913 (md, Nachzucht) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Khaung, T., Iwai, C. B. & T. Chuasavathi (2021): Water Quality Monitoring in Inle Lake, Myanmar from the floating Garden Activity. Malaysian Journal of Fundamental and Applied Sciences, Vol. 17: 593-608

Text & Photos: Frank Schäfer

Limia nigrofasciata

6. März 2026

Über die systematische Position der auf den karibischen Inseln lebenden Lebendgebärenden Zahnkarpfen herrscht keine Einigkeit. Nach anatomischen Merkmalen galt die Gattung Limia lange Zeit als Synonym zu Poecilia, sie haben aber doch so viele eigenständige Merkmale, dass Limia als Untergattung fast immer mit genannt wurde. Neuere, vor allem DNS-gestützte Untersuchungen sehen Limia allerdings als eigenständige Gattung (Spikes et al, 2021). Sie gilt demnach als Schwestergruppe zu Poecilia.

Der Buckelkärpfling Limia nigrofasciata ist eine der auffälligsten Arten unter den lebendgebärenden Zahnkarpfen. Er stammt ursprünglich aus dem Miragoane-See auf Hispaniola (Haiti). Der Lago Miragoane ist mit seinen 12 km Länge und rund 25 km2 Fläche einer der größten natürlichen Süßwasserseen der Karibik. In Bezug auf seine Fischfauna ist er aquaristisch spannend. Ähnlich wie die Buntbarsche in den großen Afrikanischen Seen haben im Lago Miragoane die Lebendgebärenden Zahnkarpfen der Gattung Limia eine besondere Artenfülle entwickelt. Neun Arten findet man dort, von denen zwei erst im Jahr 2020 wissenschaftlich beschrieben wurden. Zusätzlich gibt es im Lago Miragoane noch eine interessante Gambusia-Art (G. beebei). Limia nigrofasciata wird bereits seit 1912 im Aquarium gepflegt und gezüchtet. Die Beliebtheit der Art zeigt sich auch daran, dass die Liebhaber ihn durch zwei Weltkriege hindurch erhalten haben.

Alle Limia-Arten sind sehr friedliche Fische und eignen sich gut für die Pflege im Gesellschaftsaquarium. Wer auf Nachzucht Wert legt, sollte die Arten getrennt halten, denn sie hybridisieren sehr leicht und die Kreuzungstiere sind nicht schön. Man sollte stets mehrere Männchen im Aquarium haben, denn die Schaukämpfe der Fische, die im übrigen völlig harmlos sind, sind prächtig anzusehen. Die größte Farbenpracht entwickeln die Fische, wenn etwas Algenwuchs an den Seitenscheiben erlaubt wird, denn darin weiden die Fische sehr gerne und ganz offensichtlich sind darin Nährstoffe, die den Tieren sehr gut bekommen.

Hier noch die Eckdaten zur Pflege: das Wasser sollte für diese Fische eher hart sein, der pH-Wert dauerhaft auf jeden Fall über 7 liegen. Günstig sind Werte zwischen pH 7,5 und 8,5. Limia-Arten gelten als wärmebedürftig. Am besten pflegt man sie im Temperaturbereich zwischen 26 und 30°C. Gefressen wird jedes handelsübliche Futter passender Größe. Speziell für Limia-Arten sind Futterflocken auf pflanzlicher Basis günstig.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 424801 (sm) bis 424804 (lg-xlg) auf unserer Stockliste; es sind ausschließlich Nachzuchttiere im Handel. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur

Spikes, M., Rodríguez‑Silva, R., Bennett, K.-A. Bräger, S., Josaphat, J., Torres‑Pineda, P., Ernst, A., Habenstein, K., Schlupp, I. & R. Tiedemann (2021): A phylogeny of the genus Limia (Teleostei: Poeciliidae) suggests a single‑lake radiation nested in a Caribbean‑wide allopatric speciation scenario. BMC Research Notes v. 14 (art. 425): 1-8.

Text & Photos: Frank Schäfer

Gymnogeophagus constellatus

27. Februar 2026

Die Gattung Gymnogeophagus umfasst mittelgroße Erdfresser aus dem südlichen Teil Südamerikas. Die meisten Arten werden 10-15, einige bis 20 cm lang. Fast alle sind wunderschöne Tiere. Von den aktuell 20 allgemein akzeptierten Arten wurden nur 8 vor dem Jahr 2000 wissenschaftlich beschrieben – das zeigt deutlich, dass die Abgrenzung der Arten gegeneinander eine recht komplexe Angelegenheit ist. Innerhalb der Gattung kann man zwei Fortpflanzungstypen unterscheiden: Offenbrüter und Maulbrüter. Die Maulbrüter sind so genannte larvophile Maulbrüter, d.h. sie laichen nach Art der Offenbrüter auf einem Stein oder dergleichen ab und erst die schlupfreifen Eier oder Larven werden nach zwei bis mehreren Tagen (die Zeit der Eientwicklung ist temperaturabhängig) ins Maul genommen; hier ist nicht der richtige Ort, um auf die komplexen und subtilen Unterschiede in der Maulbrutpflege der einzelnen Arten einzugehen, wir erwähnen das hier nur, weil das Studium dieser Vorgänge die Pflege und Zucht von Gymnogeophagus so besonders interessant machen.

Die meisten Gymnogeophagus-Arten sind Endemiten in einzelnen Fluss-Systemen, kommen also ausschließlich dort vor. Zu den erst jüngerer Zeit (2015) wissenschaftlich beschriebenen Arten gehört Gymnogeophagus constellatus. Diese Art kommt im rio Ijuí und seinen Zuflüssen im mittleren Einzug des rio Uruguay vor. Das liegt im östlichen Teil des Bundesstaates Rio Grande do Sul, Brasilien. Außerdem wurde sie in Argentinien auf gleicher geografischer Breite in den Flüssen Chimiray-Miní and Itacaruaré nachgewiesen. Die von uns importierten Tiere stammen aus Argentinien, genauere Informationen liegen uns aber nicht vor. Die im Freileben rund 15 cm (Standardlänge ohne Schwanzflosse) lang werdende Art gehört zur Maulbrüter-Gruppe. Artcharakteristisch ist der verhältnismäßig sehr große Seitenfleck. 

Aquaristisch stellen Gymnogeophagus zwar begehrenswerte und teils auch begehrte Pfleglinge dar, doch sind sie nicht ganz einfach, denn als subtropische Fische kann man sie nicht ganzjährig unter den Bedingungen eines Tropenaquariums mit mehr oder weniger gleichbleibenden Bedingungen pflegen und züchten – jedenfalls nicht längerfristig. Diese Tiere benötigen jahreszeitliche Rhythmen, genau wie in der Natur. Wer das nicht beachtet, verliert den Stamm nach anfänglichen einfach zu erzielenden Nachzuchterfolgen gewöhnlich sehr schnell (nach wenigen Jahren) wieder. Zu beachten ist auch, dass Gymnogeophagus-Arten sich grundsätzlich als empfindlich gegen hohe Nitratwerte erwiesen haben. Bereits Werte um 90 mg/l können bei Jungfischen zu körperlichen Schäden führen und ab 110 mg/l können auch erwachsene Exemplare krankheitsanfällig werden. Ansonsten sind die Wasserwerte unerheblich, jedes Trinkwasser eignet sich zu Pflege und Zucht. Die Wassertemperatur kann in der kühlen Periode bis unter 14°C sinken, ab 16°C beginnt das Fortpflanzungsverhalten. Hier können sich die Männchen als sehr aggressiv herausstellen, weshalb größere Aquarien benötigt werden; empfohlen wird Haremshaltung (Ein Männchen auf drei oder mehr Weibchen). Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter passender Größe.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 678023 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & photos: Frank Schäfer

Oryzias eversi

27. Februar 2026

Die Reisfische oder Medakas haben eine lange aquaristische Tradition. Schon im 19ten Jahrhundert wurden so genannte „Goldhaplochilus“ – nichts anderes als eine gelbe Zuchtform des Japanischen Reisfisches, Oryzias latipes – als Zierfische nach Europa exportiert; sie gehören somit zu den allerersten importierten exotischen Zierfischarten. Allerdings führten die hier ein Schattendasein und galten als empfindlich und schwierig. Daher wurden sie hauptsächlich von Spezialisten gepflegt und gezüchtet, bis in den frühen 2000ern, also gut 200 Jahre später, ein Hype auf diese Fische in Japan einsetze und nach Europa herüberschwappte. 

Gleichfalls rasant entwickelte sich die wissenschaftliche Erforschung dieser Tiere in der jüngsten Zeit. Nur wenige, „variable“ Arten wurden bis ca. 1980 unterschieden, dann erfolgten wissenschaftliche Untersuchungen in rascher Folge und aktuell sind mehr als 40 Arten allgemein akzeptiert, von denen 25 erst ab 1990 beschrieben wurden. Die Insel Sulawesi ist ein Hotspot der Artenvielfalt bei den Reisfischen. Auf der relativ kleinen Insel lebt gut die Hälfte aller bekannten Reisfisch-Arten.

Zu den Sulawesi-Arten gehört Oryzias eversi, der 2012 wissenschaftlich beschrieben wurde. Es gibt zwei Fortpflanzungstypen bei Reisfischen. Die eine Gruppe streift die Trauben abgelegten Eier an Pflanzen etc. ab und überlässt sie dort sich selbst. Die andere Gruppe wird als „Bauchflossenbrüter“ bezeichnet. Bei ihnen haben die Weibchen verlängerte Bauchflossen und eine spezielle Kerbe am Bauch. Die an Fäden haftenden Eier werden so lange in diesem Bereich vom Weibchen mit sich herumgetragen, bis die Jungen schlüpfen (18-19 Tage bei 24°C). Früher wurden diese Bauchflossenbrüter in eine eigene Gattung, Xenopoecilus, gestellt, gegenwärtig zählt man sie zu Oryzias.

Leider ist O. eversi akut vom Aussterben bedroht, denn die Art ist bislang nur aus einem einzigen Gewässer bekannt. Dabei handelt es sich um einen im Karst befindlichen Teich, der von der lokalen Bevölkerung als natürlicher Swimming Pool genutzt wird. Damit einher gehen natürlich unkalkulierbare Verschmutzungsgefahren. Eine einzige Dosis einer versehentlich oder absichtlich eingebrachten Chemikalie kann den Weltbestand dieser interessanten Fischart in der Natur erlöschen lassen. Glücklicherweise haben sich verschiedene Aquarianer und Institutionen der Erhaltungszucht von Oryzias eversi verschrieben. Damit diese Erhaltungszucht langfristig funktionieren kann, muss der Absatz der Nachzuchten gewährleistet sein. Und so haben wir gerade eine größere Stückzahl aus einem Zoo übernommen. Mit dem Kauf dieser interessanten Fischart leisten Sie, liebe Aquarianer, einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz.

Die Pflege und Zucht der Art sind leicht. Sie möchte eher härteres Wasser mit leicht alkalischem pH-Wert, die Wassertemperaturen können zwischen 20 und 26°C liegen (besser im unteren Bereich der Skala). Es wird jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe gefressen. Die Geschlechter der maximal 4- 4,5 cm langen Art sind anhand der unterschiedlich geformten Afterflossen schon früh erkennbar. Die Weibchen sind Schwarmfische, die gerne in kleinen Schulen schwimmen, in denen sich auch unreife Männchen befinden können. Geschlechtsreife Männchen färben sich rußig-schwarz ein und sind etwas einzelgängerischer. Insgesamt handelt es sich um eine friedliche Art, deren Pflege und Zucht kaum nennenswerte Probleme bereitet.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 339653 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Haludaria fasciata (früher: Barbus fasciatus, B. melanampyx)

27. Februar 2026

Im Süden Indiens erhebt sich das uralte Hochplateau des Dekkan, das bereits entstand, als Indien noch ein Teil von Afrika war. Von hier fließen zahlreiche kleine Flüsse direkt in den Indischen Ozean ab und in vielen dieser Flüsse haben sich aufgrund der geografischen Isolation eigene Farbvarianten, Unterarten oder Arten von Süßwasserfischen gebildet. Besonders die Barben und Schmerlen finden sich hier in großer Formenvielfalt, die bislang übrigens wissenschaftlich noch nahezu unerforscht ist.

Der Gattung Haludaria, die früher Barbus, Puntius oder Dravidia zugeordnet wurde, umfasst nach aktuellem Forschungsstand sechs beschriebene Arten: H. afasciata, H. fasciata, H. grayi, H. kannikattiensis, H. melanampyx und H. pradhani. Umgangssprachlich werden sie auch als Glühkohlenbarben bezeichnet. Leider gibt es keine Revision, die es erlauben würde, die Gültigkeit dieser Arten zu beurteilen. Deswegen werden die im Hobby vorhandenen Stämme allesamt unter Haludaria fasciata zusammengefasst, auch wenn teils deutliche Farbunterschiede bestehen. Ein oft anzutreffender Name ist H. melanampyx. Die unter diesem Namen beschriebene Barbe hat keinen Schwanzwurzelfleck, im Gegensatz zu den im Hobby gepflegten und gezüchteten Formen. Wenn also H. melanampyx eine gültige Art darstellt, dann ist sie im Hobby nicht vertreten. Man muss dazu aber auch wissen, dass die schwarzen Markierungen bei Haludaria stimmungsbedingt ein- und ausgeschaltet werden können. Gerade innerhalb dieser Gattung sind Zeichnungsunterschiede darum schwer zu bewerten.

Wir haben immer wieder mal ganz herrliche Wildfangexemplare im Stock, die ein fantastisch tiefes Rot als Grundfarbe haben. Die Männchen scheinen förmlich von innen zu glühen. Aktuell haben wir aber auch wundervolle Nachzuchten dieses Fisches erhalten, die sich bereits in geringer Körpergröße (3-4 cm) ausfärben und dem Namen „Glühkohlenbarbe“ alle Ehre machen. Haludaria fasciata wird rund 8 cm lang und ist vollkommen friedlich. Als Barbe nascht sie schon einmal an zarten Pflanzenteilen, wenn sie nicht ausreichend mit pflanzlicher Nahrung versorgt wird. Die Wasserzusammensetzung ist nebensächlich, die Temperatur sollte um 26°C betragen. Eine „Winterruhe“ von 6-8 Wochen bei Temperaturen zwischen 18 und 22°C wirkt sich sehr positiv auf die Fische aus, ist aber nicht zwingend notwendig.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 370002 und 370003 (WF, „melanampyx“), 369512 (NZ, md), 369521 (WF, red, md) und 369523 (WF, red, lg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Satanoperca daemon

27. Februar 2026

Wir erhalten gelegentlich den prächtigen Satanoperca daemon, meist aus Kolumbien. Die Art ist gesamten Rio-Negro-Gebiet weit verbreitet und häufig, aber sensibel und daher nur von den erfahrendsten Lieferanten lieferbar. Der „Dreifleck-Daemon“ gehört zu den schönsten Buntbarschen Südamerikas und zu den friedlichsten dazu. Bei den bis zu 30 cm langen Erdfressern gehören Bissverletzungen – sonst bei großen Buntbarschen fast an der Tagesordnung – zu den absoluten Ausnahmeerscheinungen. Man könnte die Tiere geradezu als schüchtern bezeichnen.

Satanoperca daemon ist grundsätzlich in großen Aquarien mit Sandboden zu pflegen. Lange Zeit galt das Dogma, dass auf sehr weiches Wasser und einen sauren pH-Wert zu achten ist (pH um 6), da die Fische in alkalischem Wasser zur Lochkrankheit neigen würden und auch farblich unschön werden. Das kann aber als überholt gelten. Die gefürchtete Lochkrankheit ist wohl zu einen guten Teil psychosomatisch begründet, auch wenn ihre Ursache oder Ursachen nach wie vor nicht wirklich verstanden sind. Jedenfalls können Pflege und Zucht auch in mittelhartem, leicht alkalischem Wasser gelingen. Entscheidend ist wohl eher sehr gute Wasserpflege (also möglichst geringer Stickstoff- und Phosphatgehalt und niedrige Keimzahl), Pflege in einer Gruppe von Artgenossen zur freien Partnerfindung und scheinbar auch die übrige Gesellschaft. Der Grundstein für eine erfolgreiche Pflege und Zucht ist, wie bei allen Fischen, weniger in irgendwelchem wasserchemischen Voodoo zu suchen, als in einer optimalen Aufzucht. Abwechslungsreiches und vor allem frisches Futter, in dem noch alle Vitamine, Spurenelemente und die so überaus wichtigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (HUFA) enthalten sind, sind absolut unabdingbar. 

Die Zucht ist schon gelungen, allerdings sehr selten. Anders als viele andere Geophagus-Verwandte sind Satanoperca daemon Grubenbrüter, keine Maulbrüter. Man benötigt relativ große Aquarien, da allein die Laichgrube schon gut 50 cm Durchmesser haben kann. Während für die Alltagspflege feiner Sand (Korngröße 0,2- 1mm) wichtig ist (die Tiere durchkauen ihn ständig) entwickelt sich der Laich in diesem feinen Substrat nicht oder nur schlecht. Das Gelege wird zudem von den Elterntieren mit feinem Kies abgedeckt. Fehlt dieses Substrat im Aquarien, wird die Reaktionskette der zum Fortpflanzungsverhalten gehörenden Instinkthandlungen unterbrochen, die Brutpflege gewöhnlich abgebrochen und der Laich gefressen. Als gute Korngröße für das Nest hat sich feiner Kies von 3-6 mm Korngröße erwiesen. 

Die Wassertemperatur muss – ähnlich wie beim Diskus – im Bereich über 28°C gehalten werden. Der Effekt ist ein doppelter: viele Parasiten und Krankhetserreger mögen diese hohen Temperaturen nicht und entwickeln sich darum nur schlecht. Und die Immunabwehr der Fische funktioniert in diesem Temperaturbereich besonders gut. Satanoperca daemon ist also ein herrlicher Fisch, der jedoch Ansprüche stellt. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – als Wildfänge Code 677500 (2-3 cm) bis 677509 (18-22 cm) und als Nachzuchten 677512 (4-6 cm) bis 677513 (6-9 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Nannacara aureocephalus

20. Februar 2026

Die Zwergbuntbarsche der Gattung Nannacara sind entlang der Atlantikküste Südamerikas von Brasilien bis nach Venezuela verbreitet. Die am weitesten östlich verbreitete Art ist N. taenia (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/nannacra-taenia/), zugleich die kleinste Art der Gattung. Daran schließt sich in Richtung Westen Nannacara aureocephalus, die größte Art der Gattung, an. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Nord-Brasilien (Oiapock-System) und große Teile Französisch Guyanas. Dort gibt es Gebiete, wo N. aureocephalus unmittelbar neben, manchmal sogar gemeinsam mit der sehr ähnlichen, aber kleineren Art N. anomala vorkommt. Der Status so mancher Population in Französisch Guyana ist noch ungeklärt (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/nannacara-sp-crique-canceler/ und https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/nannacara_sp_sourourou_de/). Vor allem Jungtiere von N. aureocephalus und N. anomala sehen sich sehr ähnlich und können nicht mit Sicherheit voneinander unterschieden werden. Wir sind diesbezüglich immer auf die Zuverlässigkeit unserer Züchter angewiesen.

Erwachsene Männchen von N. aureocephalus sind aber aufgrund ihrer vergleichsweise bulligen Gestalt, der Größe (bis zu 12 cm Totallänge, N. anomala erreicht nur maximal 10 cm) und des intensiven Goldglanzes des Kopfes (grünblau bei N. anomala) gut zu erkennen. Während die Männchen den Rahmen dessen sprengen, was man gemeinhin als „Zwergcichliden“ bezeichnet (nämlich Arten, die allerhöchstens 10 cm lang werden), bleiben die Weibchen mit ihren höchstens 6 cm innerhalb des Definitionsrahmens. Von N. anomala-Weibchen unterscheiden sich die Weibchen von N. aureocephalus ebenfalls hauptsächlich durch die bulligere, weniger seitlich zusammengedrückte Statur. Wir raten dringend davon ab, Jungfische beider Arten gemeinsam aufzuziehen, die Gefahr, dass es zu unabsichtlichen Vermischungen kommt, ist groß.

Im Aquarium sind N. aureocephalus sehr schöne Tiere, deren Verhalten im großen und ganzen dem von N. anomala entspricht (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/nannacara-anomala-3/). Erfahrene Pfleger empfehlen große Aquarien (ab 120 cm Länge). Wichtig ist es, zumindest stellenweise feinen Sand als Bodengrund einzubringen. Totes Laub (Buchen-, Eichen oder Seemandelbaumblätter) geben Huminstoffe ab, die den Fischen sehr gut tun und bilden, wenn sie zerfallen, auch noch eine gute Zusatznahrung. Ansonsten werden alle üblichen Futtersorten akzeptiert. Die Wassertemperatur sollte zwischen 23 und 27°C liegen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 684002 und 684003 für Wildfänge und Code 684051 bis 684055 für Nachzuchten auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text: Frank Schäfer, Photos: Frank Schäfer & Uwe Römer

Pareutropius buffei ( = „P. debauwie“, Eutropiellus b.)

20. Februar 2026

Haiwelse (Pangasius spp.) sind riesige Speisefische, die sich zu einem großen Teil vegetarisch ernähren und wenig Ansprüche an die Wasserqualität stellen. Darum eignen sie sich außerordentlich gut für die Aquakultur in tropischen Regionen. Aus diesen Speisefischzuchten stammen die netten Babies, die immer noch regelmäßig auf dem Zierfischmarkt auftauchen. So lange sie klein sind, kann man sie natürlich gut im Aquarium pflegen, aber wohin mit ihnen, wenn sie einfach zu groß geworden sind? Dabei gibt es andere Arten von sehr ähnlichem Aussehen, die zeitlebens klein bleiben (6-8 cm) und genauso tagaktiv und ununterbrochen umherschwimmend sind, wie die Haiwelse: Schwälbchenwelse (Pareutropius) aus Afrika.

Es gibt vier Arten dieser Schwälbchenwelse, alle bleiben klein und sind in der Natur sehr häufig. Sie sehen einander so ähnlich, dass es eigentlich egal ist, welche Art man erwirbt, zumal sie sich in gemischten Schwärmen untereinander verhalten, als seien sie alle vom selben Stamm. Nur wenn man züchten möchte ist die Artfrage relevant. Dazu gilt die einfache Regel: Schwälbchenwelse aus Ostafrika (so gut wie nie im Handel) sind P. longifilis, solche aus dem Kongo (sehr selten im Handel) P. debauwi (am Ende nur mit „i“, nicht mit „ie“!) und die regelmäßig importierten aus dem Niger P. buffei. Die vierte Art, P. mandevillei, stammt ebenfalls aus dem Kongo; sollte sie schon jemals importiert worden sein, so hat sie niemand erkannt. Im Handel nennt man gewöhnlich alle Schwälbchenwelse „Eutropiella debauwie“ (beide Namen also falsch geschrieben, wenn schon, müsste es Eutropiellus debauwi heißen). Die meisten sind aber, wie gesagt, P. buffei. Die Unterschiede kann man den beigefügten Photos entnehmen, hauptsächlich ist es die Schwanzflossenfärbung, die es speziell interessierten Aquarianern ermöglicht, zwischen den Arten zu unterscheiden. Der häufig verwendete Name P. vandeweyeri ist ein Synonym zu P. buffei, Eutropiellus ein Synonym zu Pareutropius.

Vereinzelt enthalten die Schwärme von importierten P. buffei sehr helle Exemplare. Das ist keine eigene Art oder Variante, sondern die Folge einer Hornhauttrübung des Auges. Wir haben das nicht näher untersucht, es liegt aber die Vermutung nahe, dass es sich um ein Phänomen handelt, das dem der Goldsalmler aus Südamerika ähnlich ist. Die helle Färbung bewirkt, das die betroffenen Exemplare leichter zur Beute fischfressender Tiere werden. Wahrscheinlich wird die Hornhauttrübung, die wiederum zur Hellfärbung führt, durch einen Parasiten hervorgerufen, der einen Wirtswechsel durchläuft. Genau wie die Goldtetras sind die hellen Schwälbchenwelse im Aquarium uneingeschränkt lebensfähig und werden auch genau so alt wie ihre normalgefärbten Artgenossen, also mehrere Jahre.

Schwälbchenwelse sind tagaktive, sehr muntere und völlig friedliche Schwarmfische. Man sollte sie niemals in Gruppen von weniger als 6, besser 10-20 Exemplaren pflegen. Äußerlich erkennbare Geschlechtsunterschiede gibt es kaum, Weibchen werden etwas größer und sind fülliger. Wie so viele Welse reduzieren auch die Schwälbchenwelse während der Trockenzeiten zur Energieeinsparung ihre Gonaden (Hoden, Eierstöcke), da dies sehr fettreiches Gewebe ist. Im Aquarium mit seinen ganzjährig ähnlichen Temperaturen und der guten Futterversorgung ist für die Fische immer Trockenzeit, sie stellen darum alle Fortpflanzungsaktivitäten ein und reduzieren die Gonaden. Dieser Prozess lässt sich leicht durch die Imitation einer Regenzeit umkehren. Es genügt dabei, die Wasseroberfläche 6-8 Stunden täglich mit einem Filterrohr über ca. 50 Tage künstlich zu beregnen, um die Gonaden heranreifen zu lassen (Kirschbaum et al., 2008). Die Zucht gelang schon in den 1950er Jahren mit P. longifilis. Die Schwälbchenwelse sind Freilaicher ohne Brutpflege. Die Wasserwerte sind für die Pflege ohne Belang, jedes Trinkwasser ist geeignet. Die Wassertemperatur kann im Bereich zwischen 22 und 28°C liegen. Jedes handelsübliche Zierfischfutter (trocken, lebend, gefroren) passender Größe wird gerne angenommen. Pflanzen werden nicht beschädigt.

Für unsere Kunden: P. buffei hat Code 129000 (baby) bis 129005 (sh) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur: 

Kirschbaum, F., Leyendecker, U., Nyonge, B., Schulz, C., Weitkamp, H., Didhiou, S., Thomas, M. & C. Schugardt (2008): Environmental control of cyclical reproduction of tropical freshwater fish: Evidence from comparative experimental data. Cybium 2008, 32(2) suppl.: 294-296.

Text & Photos: Frank Schäfer

Knodus borki (früher falsch als Boehlkea fredcochui bestimmt)

20. Februar 2026

Dr. Axel Zarske hat im Jahr 2008 bei der Überprüfung einer neu importierten Art (bei uns bislang als Boehlkea sp. „Sky Blue“ bezeichnet) herausgefunden, dass es sich um den echten Boehlkea fredcochui handelt. Die seit Jahrzehnten als B. fredcochui bezeichneten Fische repräsentierten hingegen eine wissenschaftlich noch nicht erfasste Art der Gattung Knodus, die zu Ehren von Dieter Bork als Knodus borki beschrieben wurde.

Geblieben ist der Gebrauchsname Blauer Perusalmler. Erstmals importiert wurden die Tiere um 1956. Die damalige Fundortangabe „Leticia“ (Kolumbien) bezog sich auf die Stadt, aus der der Export erfolgte. Bis zum heutigen Tag ist Leticia im Dreiländereck von Peru, Brasilien und Kolumbien einer der wichtigsten Umschlagplätze für Zierfische in Amazonien. Etliche Raritäten werden sogar ausschließlich über Leticia verschickt, obwohl sie aus relativ weit entfernten Gegenden stammen, einfach weil sich in Leticia die Infrastruktur befindet, die eine Vermarktung der Tiere erst ermöglicht. Tatsächlich kommt Knodus borki aber in der Umgebung von Iquitos vor. Im Hobby gehört der Blaue Perusalmler zum Standardangebot. Er st ganzjährig verfügbar, meist als Nachzucht, gelegentlich aber auch als Wildfang. Es gibt auch eine Albino-Zuchtform.

Knodus borki wird 4-5 cm lang (Totallänge, inklusive Schwanzflosse) und ist ein sehr friedlicher, höchst aktiver Schwarmfisch. Pflanzen und eventuelle Mitbewohner im Aquarium werden nicht belästigt. Die Pflege der quirligen Tiere ist einfach. man sollte sie im Trupp von mindestens 10 Exemplaren pflegen. Arttypisch ist die etwas „hängende“ Schwimmweise. Sie ist nicht so extrem wie bei den Schrägstehern, aber besonders dann, wenn die Fisch einmal kurz innehalten (und der Fotograf scharfstellen und abdrücken kann) fällt das ins Auge. Jedes als Trinkwasser geeignete Leitungswasser eignet sich zur Pflege der Tiere, die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 26°C liegen. Gefressen wird jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe. Männchen und Weibchen unterscheiden sich farblich nur wenig, die hellen Zonen in den Zipfeln der Schwanzflosse sind bei Männchen jedoch deutlicher ausgeprägt. Es handelt sich um Freilaicher ohne Brutpflege.

Für unsere Kunden: das Tier hat – je nach Größe – Code 210001 bis 210004 (Wildfang) und 210011 bis 210014 (Nachzucht) auf unserer Stockliste. Der sehr selten im Handel befindliche „echte“ Boehlkea fredcochui hat Code 210051 bis 210053. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Brochis haraldschultzi (früher: Corydoras haraldschultzi)

20. Februar 2026

In der Liste der Allzeit-Favoriten unter den Panzerwelse steht Hoplisoma sterbai (früher: Corydoras sterbai, siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/corydoras-sterbai-wild-3/) aus dem Einzug des Rio Guapore in Brasilien und Bolivien ganz oben. Die Art ist ganzjährig als Nachzucht und gelegentlich auch als Wildfang erhältlich, es existiert sogar eine Albino-Zuchtform dieser Tiere. Der dazugehörige Langschnäuzer aus dem gleichen Verbreitungsgebiet ist Brochis haraldschultzi. Es gab um die Typuslokalität von B. haraldschultzi einige Verwirrung, aber es scheint nach aktuellem Wissensstand so zu sein, dass H. sterbai und B. haraldschultzi tatsächlich syntop vorkommen; das Wort „syntop“ bedeutet, dass beide Arten im gleichen Habitat gemeinsam leben. Kommen zwei Arten nur im gleichen Gebiet, aber nicht gemeinsam vor, so nennt man das sympatrisch.

Obwohl H. sterbai und B. haraldschultzi zusammen 1962 wissenschaftlich beschrieben wurden und beide Arten zu dieser Zeit auch bereits lebend als Aquarienfische existent waren, gelang es B. haraldschultzi nie, den Bekanntheitsgrad seines Vetters zu erreichen, vom Beliebtheitsgrad ganz zu schweigen. Wer von beiden der schönere ist? Das ist ausschließlich Geschmacksache. Sicher ist nur: auf dem Zierfischmarkt ist dauerhaft nur sehr selten Platz für zwei ähnliche Arten. Früher oder später setzt sich eine davon durch und die andere wird zur Rarität. In diesem Fall wurde B. haraldschultzi zur Rarität. Wir freuen uns daher immer besonders, wenn uns wieder einmal ein Import der Art gelingt und damit auch die etwas spezielleren Ansprüche der Corydoras-Fangemeinde bedienen zu können.

Bezüglich der Pflege und Zucht gibt es keine nennenswerten Unterschiede zwischen H. sterbai und B. haraldschultzi. Ökologisch trennen sich die beiden durch die Kopfstruktur, die es ihnen ermöglicht, unterschiedliche Nahrungsressourcen zu nutzen. So können beide auch nebeneinander existieren, ohne sich Konkurrenz zu machen. Die ähnliche Färbung zeigt in keine nähere Verwandtschaft an. Es ist vielmehr so, dass Panzerwelse aufgrund ihrer starken Stacheln an den Brustflossen und der Rückenflosse (Stiche speziell der beiden genannten Arten tun auch beim Menschen höllisch weh!) meist nur einmal von fischfressenden Tieren erbeutet werden. Danach meiden die Fischfresser diese stacheligen Biester. Davon profitiert jeder Panzerwels ähnlicher Färbung, weshalb sich oft bis zu vier oder fünf nicht näher verwandte Arten im gleichen oder doch sehr ähnlichen Farbkleid präsentieren. H. sterbai und B. haraldschultzi werden mit maximal ca. 8 cm Länge (Totallänge inklusive Schwanzflosse) ähnlich groß.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 231502-231506 (je nach Größe) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Aphyosemion striatum

20. Februar 2026

Wir haben diesen wunderschönen Haftlaicher als Nachzucht im Sortiment; aus der ursprünglichen Heimat der Tiere – Gabun und Äquatorialguinea – erfolgen keine Exporte. Die Art wurde bereits 1911 wissenschaftlich beschrieben und wird seit 1961 im Aquarium gepflegt und gezüchtet. Den Killifischen  haftet leider immer noch der Ruf an, sie seien besonders empfindlich, kurzlebig und für Gesellschaftsaquarien grundsätzlich ungeeignet. Das stimmt so allerdings nicht. Die haftlaichenden Aphyosemion-Arten, also alle Arten, deren Eier sich im Wasser entwickeln und die keine Trockenzeit durchlaufen müssen, werden genau so alt, wie andere Fische ähnlicher Größe, also mindestens 2-3 Jahre. Zu dieser Gruppe gehört auch A. striatum.

Die Tiere sind keineswegs besonders empfindlich, wirken aber nur schön, wenn sie in etwas dunkler aufgestellten Aquarien mit reichlich Pflanzenwuchs untergebracht sind. Hier fühlen sie sich sicher und zeigen ihre ganze Farbenpracht.

Und schließlich zur Frage des Gesellschaftsaquariums: Aphyosemion sind ruhige, etwas schreckhafte Fische. Selbstverständlich darf man sie nicht mit Rabauken, wie z.B. Buntbarschen oder Sumatrabarben, zusammen pflegen. Aber in Gesellschaft kleiner, ruhiger Salmler oder Bärblinge, Labyrinthfischen oder kleinen Wels-Arten kann man auch viel Freude an Aphyosemion haben.

Die Wasserwerte sind für die Pflege von untergeordneter Bedeutung, generell sollte das Wasser aber keimarm sein und der pH nicht wesentlich über 7,5 liegen. Die Wassertemperatur darf zwischen 22 und 28°C liegen, wobei das untere Ende des Spektrums bevorzugt werden sollte. Gefressen wird jedes übliche Futter. Ein wichtiges Detail: in der Natur fressen diese Fische vermutlich vor allem lebende Insekten; jedenfalls springen sie leidenschaftlich gerne nach kleinen Fliegen etc. Das Aquarium muss daher unbedingt absolut lückenlos abgedeckt sein! Aphyosemion striatum wird maximal 5 cm lang.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 314501 (sm) bis 314504 (xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Macropodus „Snakeskin“

13. Februar 2026

Schon seit einigen Jahren genießt der erste exotische Aquarienfisch nach dem Goldfisch – der Paradiesfisch oder Makropode (Macropodus) – wieder verstärkte Aufmerksamkeit. Das liegt zum einen daran, dass neue interessante Wildformen entdeckt wurden, aber auch daran, dass die Züchter sich mit den Tieren wieder mehr Mühe geben und qualitativ hochwertige Exemplare anbieten. Schon seit dem ausgehenden 19ten Jahrhundert wurden Macropodus-Arten im Aquarium gekreuzt und die teils optisch sehr ansprechenden Hybriden als „neue Art“ vermarktet. Das brachte gutes Geld in die Kassen der Züchter, die Kundschaft fühlte sich jedoch etwas veräppelt. Während in der Vogelzucht Hybriden teilweise sehr gesucht sind und es kaum eine Gartenblume gibt, die nicht auf Kreuzungen zurückzuführen ist, ist das Kreuzen von Arten bei Zierfischen immer noch etwas verpönt. Das ändert allerdings wenig daran, dass praktisch alle Lebendgebärenden im Handel das Ergebnis von Artkreuzungen sind. Unserer Meinung nach ist gegen Hybriden nichts einzuwenden, wenn sie als solche erkennbar benannt werden. Dann kann ja jeder Käufer selbst entscheiden.

Aus Singpur erhielten wir jetzt „Snakeskin-Makropoden“. Wir halten diese Fische für Hybriden. Wer oder was genau da verkreuzt wurde, ist kaum zu sagen. Erfahrungsgemäß sind Macropodus-Hybriden, ähnlich wie bei Xiphophorus-Arten, auf die Elternarten rückkreuzbar. Dadurch werden neue Gene in die Stammart eingebracht und man erhält uneingeschränkt fortpflanzungsfähige neue Stämme. Zweifellos erinnern die neuen „Snakeskin“ an den „Blue Tiger“ (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/macropodus-blue-tiger/), der ja auch eine Hybride ist. Die zu seiner Erzüchtung benutzen „Snakeskin“ sind aber nach unseren Recherchen nicht identisch mit den neuen „Snakeskin“, sondern etwas abweichend gezeichnete Schwarze Makopoden (M. spechti).

Wie auch immer: da die neuen „Snakeskin“  farblich auffällige Tiere sind, von unerschrockenem Temperament und bereits sehr früh durchfärben (die photographierten Fische sind gerade mal 3-4 cm lang) werden sie ganz sicher ihre Käufer finden. Sehr schön sind sie jedenfalls!

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 426082 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Iriatherina werneri

13. Februar 2026

Die Entdeckung von Iriatherina werneri im Jahr 1973 durch zwei reisende Aquarianer in Reisfeldern nahe der Stadt Merauke auf Neu Guinea war damals eine Sensation. Wissenschaftlich beschrieben wurden die Tiere 1974 und zu Ehren eines der Entdecker benannt. Da es zu dieser Zeit keine Zierfisch-Exporte von Neu-Guinea gab, war man auf Nachzuchtexemplare angewiesen. Die waren teuer und ausschließlich männlichen Geschlechts. Die wenigen Züchter hatten ein Monopol inne und gaben es nicht leichtfertig her. Erst als 1978 auf der Cape York-Halbinsel in Australien in Sumpfgebieten des Jardine River eine weitere Population entdeckt wurde, fiel das Monopol. Nun waren endlich auch Weibchen verfügbar. Die sind zwar bei weitem nicht so hübsch wie die Männchen, aber unentbehrlich für die Zucht. Heutzutage ist der Schmetterlings-Regenbogenfisch theoretisch von etlichen kommerziellen Zuchtbetrieben für relativ wenig Geld zu bekommen, doch gab es in den letzten Jahren große Qualitätsprobleme. Wir sind darum froh, jetzt wieder einen zuverlässigen Lieferanten für gesunde und stabile Iriatherina werneri (es gibt nur diese eine Art in der Gattung) zu haben.

Der deutsche Name – Schmetterlings-Regenbogenfisch – wurde sehr passend gewählt, denn wie ein Tagschmetterling seine Flügel, so klappt das Männchen in der Balz die vordere der beiden Rückenflossen auf und ab. Die Männchen haben zudem lange, fadenartig ausgezogene, tiefschwarze Filamente in der zweiten Rückenflosse und der Afterflosse. Mit maximal 5 cm Länge ist der zarte Fisch ausgewachsen. 

Es gibt kaum einen friedlicheren Aquarienfisch. Man darf diese Art darum nur mir ebenfalls sehr friedlichen anderen Fischen gemeinsam pflegen, sonst gehen sie unter. Bezüglich der Wasserwerte ist I. werneri sehr anpassungsfähig, der pH kann zwischen 5,5 und knapp über 8 liegen (aber Achtung: Anpassungen müssen sehr langsam vorgenommen werden, die Tiere sind äußerst empfindlich gegen plötzliche Veränderungen!), die Härte im Bereich weich bis mittelhart. Die Wassertemperatur sollten etwas höher als allgemein üblich sein, ca. 25-29°C. Das wichtigste ist aber die richtige Fütterung. Die Tiere haben nur ein kleines Maul. Futterpartikel dürfen darum auch für erwachsene Exemplare nicht groß sein. Artemia-Nauplien sind ideal, dazu sehr feingeriebenes Trockenfutter, Mikrowürmchen und Essigälchen, Rädertierchen, Cyclops (auch gefrostet) etc. 

Wer diese Bedingungen erfüllt und den Tieren auch noch Huminstoffe aus Torf, Erlenzäpfchen oder totem Laub zur Verfügung stellt, wird seine helle Freude an den herrlichen Tieren haben.

Für unsere Kunden: die Fische haben – je nach Größe – Code 421702 (md) bis 421705 (sh) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hypsolebias faouri

13. Februar 2026

In ganz kleiner Stückzahl können wir den erst im Jahr 2016 wissenschaftlich beschriebenen Hypsolebias faouri anbieten. Es handelt sich um einen der seltensten Fische der Welt. Selbstverständlich sind alle Tiere im Handel in diesem Fall Nachzuchtexemplare. 

Was macht einen Fisch selten? Das Adjektiv selten kann alles mögliche bedeuten. Selten im Handel heißt noch lange nicht selten in der Natur. Selten in der Natur bedeutet kaum jemals, dass es nur wenige Individuen gibt. Als selten in der Natur bezeichnet man eine Fischart dann, wenn sie innerhalb des zoogeografischen Einzugsgebietes – also z.B. dem Einzug eine größeren Flusses oder entlang der Küste eines Meeres – nur an wenigen Orten gefunden wird. Dort allerdings kann sie ausgesprochen häufig sein. Kleinfische sind in der Natur immer auch Beutetiere. Entsprechend müssen sie Verluste kompensieren können. Darum gibt es gewöhnlich keine individuenarmen Kleinfischpopulationen. 

Hypsolebias faouri ist ein typischer annueller Killifisch. Das bedeutet, die Art lebt in Gewässern, die im Laufe der Jahreszeiten vollständig austrocknen. Wenn das geschieht, müssen alle Fische sterben. Die Art überlebt nur in Form ihrer Eier, die sie im Bodenschlamm abgelegt hat. Bisher hat man Hypsolebias faouri nur in einem einzigen Tümpel in Brasilien gefunden. Dieser Tümpel liegt rund 100 km nördlich der Stadt Barreiras; das Wassereinzugsgebiet, in dem der Tümpel lokalisiert ist, gehört zum Rio Sao Francisco. Dieser Tümpel ist maximal 130 cm tief (durchschnittlich 100cm), hat sandig-lehmigen Bodengrund und eine relativ reiche Vegetation (Seerosen und Echinodorus). Normalerweise liegt die Regenzeit in den Monaten Dezember bis März, danach beginnt der Tümpel, nach und nach auszutrocknen. Leider haben Bewohner einer Siedlung, die nahe des Tümpels wohnen, an einer Stelle den Boden so weit vertieft, dass er dort ganzjährig Wasser führt. Dort haben sie Buntbarsche (Astronotus und Tilapia) als Speisefische eingesetzt. Wenngleich es für die Hypsolebias faouri kein Problem ist, das alljährliche komplette Aussterben aller Individuen zu überstehen, stellen die Buntbarsche eine ernsthafte Gefahr dar. Denn sie wandern sofort, wenn die Regenfälle beginnen, in den wieder mit Wasser gefüllten Tümpel ein und fressen die Killifische. 

Somit muss man Hypsolebias faouri leider nicht nur als einen der seltensten Fische der Welt bezeichnen, sondern auch als einen am stärksten vom Aussterben bedrohten. Glücklicherweise gibt es keinerlei Handelsbeschränkungen für die Art; solche Handelsbeschränkungen würden nämlich die Erhaltungszucht im Aquarium ganz unnötig erschweren und den freilebenden Beständen gar nichts nützen. 

Hypsolebias faouri lässt sich unter Aquarienbedingungen gut nachzüchten. Die Art ist untereinander ausgesprochen friedlich, was man von ihren Gattungsgenossen nicht gerade oft sagen kann. Natürlich gehören diese Spezialistenfische in Spezialistenaquarien. Diese brauchen gar nicht groß sein. Das Wasser am Naturstandort ist weich und ganz leicht sauer (pH 6,5). Die Wassertemperatur beträgt 25-28°C. Zum Ablaichen tauchen Hypsolebias faouri, wie alle Hypsolebias, tief in den Bodengrund ein. Gut ausgekochter Torf (in diesem Fall kann man die Verwendung kleiner Torfmengen auch als ökologisch korrekter Mensch rechtfertigen) hat sich dafür bewährt. Man stellt einfach eine entsprechend große, mit Ablaichsubstrat gefüllte Schale in das ansonsten kahle Aquarium und kann so leicht den Laich bergen. Hier ist nicht der Ort für ausführliche Zuchtanleitungen, dafür gibt es Spezialliteratur in Fülle. 

Die kurzlebigen Killifische haben eine hohe Stoffwechselrate. Häufige und kräftige Fütterung ist deshalb wichtig. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 326802 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Phenacogrammus sp. „Fantastique“

13. Februar 2026

Seit dem Jahr 2018 macht eine relativ kleine Salmlerart aus dem zentralen Kongobecken von sich reden: Phenacogrammus sp. „Fantastique“. Bislang findet man aber nur sehr wenig Literatur zu diesen Tieren, was angesichts der (für einen afrikanischen Alestiden) geringen Größe und der zumindest zeitweise wunderschönen Färbung der Männchen dann doch etwas erstaunt. Wissenschaftlich untersucht wurden diese Tiere bislang unseres Wissens nicht. Bereits die Zuordnung zur Gattung Phenacogrammus ist somit fragwürdig, denn die Gattungseinteilungen afrikanischer Kleinsalmler sind seit jeher Gegenstand kontroverser Debatten unter den damit befassten Ichthyologen. 

Die äußerlich erkennbaren artspezifischen Merkmale des Phenacogrammus sp. „Fantastique“ sind – abgesehen von der herrlichen Färbung balzaktiver Männchen, die sie jedoch erst nach längerer Eingewöhnungszeit zeigen – ein schlanker Körperbau, ein deutlich ausgeprägter Schulterfleck ( = Humeralfleck), die mittleren Strahlen der Schwanzflosse bei Männchen schwarz gefärbt, bei großen Männchen ragen diese schwarz gefärbten mittleren Schwanzflossenstrahlen in Form einer fädigen Verlängerung über den Hinterrand der Schwanzflosse hinaus und als wichtiges, wenn auch auf den ersten Blick unscheinbares Merkmal, eine deutlich sichtbarer weißer Punkt auf der Fettflosse. Nimmt man alle diese Merkmale und die Herkunft (zentrales Kongobecken) zusammen und geht davon aus, dass es sich um eine bereits wissenschaftlich erfasste Art handelt, so spricht sehr viel für eine Identität des Phenacogrammus sp. „Fantastique“ mit P. deheyni. Erst kürzlich (2021) wurden zwei ähnliche Kongosalmler aus dem zentralen Kongobecken neu beschrieben, nämlich Phenacogrammus flexus und P. concolor. Im Zuge der Abgrenzung dieser beiden neuen Arten mit den bereits bekannten Spezies, wurden auch die vier anderen aus dem zentralen Kongobecken bekannten Arten (P. polli, P. deheyni, P. aurantiacus und P. interruptus) überprüft; eine Identität des Phenacogrammus sp. „Fantastique“ mit allen Arten außer P. deheyni und P. concolor kann aufgrund dieser Arbeit ausgeschlossen werden. Leider ist die Lebendfärbung von P. concolor unbekannt. Darum bleibt man für die Aquarienimporte vorerst besser bei Phenacogrammus sp. „Fantastique“ als Namen.

Wegen der komplexen politischen Situation im Kongo und wegen großer logistischer Probleme dort ist Phenacogrammus sp. „Fantastique“ ein nur sehr selten importierter Fisch, der zudem teuer ist. Wie so viele Alestiden ist die Art außerdem transportempfindlich. Jedes Umsetzen sollte gut überlegt sein. Die Tiere brauchen stets recht lange, bis sie sich gut eingewöhnt haben und sind in dieser Zeit naturgemäß krankheitsanfällig. Der Fundort wird wie folgt geschildert: ein colafarbener, flacher Waldbach, der in den Likouala fließt. Sehr weiches, saures Wasser (pH 4,5, Leitwert 15 µS/cm), Wassertemperatur um 11.30 im Februar (Trockenzeit) 24°C, heller Sandboden, Holzeinlagerungen und Totlaub, keine Unterwasserpflanzen. Die Tiere schwimmen in der Trockenzeit in Schulen von 30-50 Exemplaren (Numrich, 2018).

Die Maximallänge von Phenacogrammus sp. „Fantastique“ soll laut Internet-Angaben, die wir nicht überprüfen können, um 8 cm liegen (damit ist wahrscheinlich die Totallänge, also mit Schwanzflosse, gemeint), Numrich (2018) gibt 6 cm Länge an. Die Maximallänge von P. deheyni wird in der aquaristischen Literatur mit fast 10 cm angegeben, die adulten Beschreibungsexemplare waren aber nur 5-6 cm lang (inkl. Schwanzflosse) und sowohl P. flexus wie auch P. concolor haben eine Standardlänge (ohne Schwanzflosse) von unter 5 cm. Die für diesen Post fotografierten Tiere sind inkl. Schwanzflosse etwa 5 cm lang und gerade geschlechtsreif. Es handelt sich bei „Fantastique“ also um einen kleinen Fisch.

Die knallrote Färbung, die die Männchen wohl zur Balzzeit zeigen, konnten wir leider noch nicht beobachten. Aber das kennt man ja von Salmlern, man denke nur an Hemigrammus coeruleus (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/hemigrammus-coeruleus-3/). In der Normalfärbung wirken Männchen orange-kupferfarben mit rötlichen Flossen und zwei tiefroten Tupfen in der Schwanzflosse; die Weibchen sind schlichter gefärbt. Im Sozialverhalten, der Futterannahme etc. konnten wir noch keine Unterschiede zum altbekannten Kongosalmler (P. interruptus) feststellen. Es sei an dieser Stelle darum auf die reichhaltige Literatur zu diesem Fisch verwiesen.

Alles in allem ist Phenacogrammus sp. „Fantastique“ ein spannender Neuzugang, dem man eine weite Verbreitung wünscht!

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 159102 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Numrich, R. (2018): Kongosalmler aus dem Herzen Afrikas. Amazonas Heft 75 (14) 1: 20-27

Poll, M. (1945): Descriptions de Mormyridae et de Characidae nouveaux du Congo belge avec une étude du genre Stomatorhinus et des genres de Characidae nains africains. Revue de Zoologie et de Botanique Africaines v. 39 (no. 1): 36-77

Stiassny, M. L. J., Alter, S. E., Monsembula Iyaba, R. J. C. and T. L. D. Liyandja (2021): Two new Phenacogrammus (Characoidei; Alestidae) from the Ndzaa River (Mfimi-Lukenie basin) of Central Africa, Democratic Republic of Congo. American Museum Novitates No. 3980: 1-22

Text & Photos: Frank Schäfer

Pristobrycon careospinus ( = Serrasalmus careospinus)

6. Februar 2026

Im Jahr 1992 beschrieben W. L. Fink und A. Machado-Allison zwei Piranha-Arten der Gattung Pristobrycon aus Flüssen des Rio-Atabapo-Einzuges (Venezuela): P. careospinus und P. maculipinnis. Die beiden Arten unterscheiden sich farblich. Während P. maculipinnis kleine Punkte am Körper und Flecken in den senkrechten Flossen zeigt, sind die Flossen bei P. careospinus ohne Zeichnung und die Flecken am Körper groß. Leider lagen den Wissenschaftlern nur wenige Exemplare vor. Von P. maculipinnis hatten sie sechs Exemplare, von P. careospinus sogar nur eines. Das ist angesichts der bekannt großen farblichen Variabilität von Piranhas und der ebenfalls berühmt-berüchtigten Farbwechsel dieser Fische, die sie während ihres Wachstums durchlaufen (wissenschaftlich nennt man das ontogenetische Farbwechsel) natürlich problematisch. 

Im Jahr 2006 tauchten erstmals farblich sehr beeindruckende Piranhas aus Venezuela im Zierfischmarkt auf. Sie wurden damals als Pristobrycon maculipinnis bestimmt, wobei es als wahrscheinlich angesehen wurde, dass P. maculipinnis und P. careospinus die gleiche Spezies darstellen würden.

Nun gelang uns endlich wieder der Import dieser wunderschönen Piranhas, diesmal von vier Exemplaren. Inzwischen halten wir die 2006 importierten und auch die jetzt wieder eingeführten Pristobrycon für Angehörige der Art P. careospinus und denken, dass die frühere Annahme, P. careospinus und P. maculipinnis seien identisch, ein Irrtum war.

Der Unterschied zwischen Pristobrycon und anderen Piranha-Gattungen ist äußerlich nicht erkennbar. Es handelt sich dabei um ein Knochenmerkmal, nämlich das Gaumendach (in wissenschaftlichen Publikationen als Palatin oder Ectopterygoid bezeichnet). Dieses ist bei typischen Serrasalmus-Arten bezahnt, bei Pygocentrus-Arten glatt und unbezahnt und bei Pristobrycon-Arten rau und unbezahnt. Neuere molekularbiologische Untersuchungen sehen P. careospinus nicht mehr in der Gattung Pristobrycon, sondern ordnen sie bei Serrasalmus ein. Dann heißt die Art folglich Serrasalmus careospinus.

Über das Verhalten dieser Art ist so gut wie nichts bekannt. In der Natur tritt sie offenbar meist einzeln auf. Im Aquarium sind Piranhas häufig notorische Flossenbeißer, was eine dauerhafte Einzelhaltung nötig machen kann. Andererseits hat Oliver Lucanus (mündl. Mitt.) zumindest eine zeitlang eine Gruppe der wunderschönen Art, die wir hier vorstellen, unter der Bezeichnung P. maculipinnis gemeinsam gepflegt. Insgesamt werden die Vertreter der Gattung Pristobrycon (im herkömmlichen Sinne) nur äußerst selten im Aquarium gepflegt, was schade ist, denn alle Arten bleiben gewöhnlich unter 20 cm Totallänge und sind teils sehr attraktiv gefärbt. Detaillierte Pflegeberichte fehlen in der aquaristischen Literatur, von Zuchtberichten ganz zu schweigen. 

Die Bilder zeigen Exemplare des Importes von 2006 und eine Collage der vier gerade bei uns angekommenen Tiere, die sich naturgemäß noch von den Strapazen des Transportes erholen müssen, aber offensichtlich kerngesund sind.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 283285 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. 

Text: Frank Schäfer, Photos: Frank Schäfer & Erwin Schraml

Hyphessobrycon amapaensis

6. Februar 2026

Zu den begehrtesten Kleinsalmlern zählte einst der Dreibandsalmler, Hyphessobrycon heterorhabdus. Als die Salmler groß in Mode waren – in den 1950er bis 1970er Jahren – wurde diese Art als „Problemfisch“ eingeordnet, denn ohne Tricks und Kniffe pflanzte er sich nicht fort. Die reine Haltung ohne Zuchtabsichten war jedoch auch bei dieser Art völlig problemlos. Heute kennen wir einen ganzen Komplex von Dreibandsalmler-Arten und ihre Bestimmung ist alles andere als einfach. Wahrscheinlich waren die damals gepflegten Tiere gar keine H. heterorhabdus. Nähere Informationen hierzu finden sich hier: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/hyphessobrycon-heterorhabdus/

Aber eine sehr eng verwandte Art dieses Dreibandsalmlers ist jedoch ziemlich leicht zu bestimmen: Hyphessobrycon amapaensis, der Amapa-Dreibandsalmler. Diese Art wurde während einer Zierfischexpedition von Bitter und Hessfeld in Brasilien gefangen und mitgebracht, was damals (1997) noch legal möglich war. Ein Jahr später erfolgte die wissenschaftliche Beschreibung als neue Art durch Zarske und Gery. Der Fundort war ein Savannenbach an der B156 im Bundesstaat Amapa. Das Wasser dort war klar, leicht bräunlich, leicht sauer (pH 5,8 bis 6,3), sehr weich (sowohl KH wie auch GH unter 1° dH, Leitwert 9-13 µS/cm) und rund 25-27°C warm. Der interessanteste Beifisch war Hyphessobrycon takasei (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/hyphessobrycon-takasei/).

Das Erkennungszeichen von Hyphessobrycon amapaensis liegt im schwarzen Anteil des Längsbandes. Das Längsband besteht bei allen Dreibandsalmlern im engeren Sinne aus drei unterschiedlich gefärbten, parallel verlaufenden Bändern, einem roten, einem hellen und einem schwarzen. Das schwarze Band von Hyphessobrycon amapaensis ist im Gegensatz zu allen anderen Dreibandsalmlern unmittelbar hinter dem Kiemendeckel bis Ende der Brustflossen stark verbreitert und verläuft außerdem bis in die Schwanzflosse hinein. Das oberste Band ist korallenrot und viel klarer als bei anderen Dreibandsalmlern. Zur sicheren Bestimmung muss man sich etwas Zeit lassen. In Abhängigkeit von der Stimmung kann jeder Fisch die Körperzellen, die das schwarze Pigment enthalten, stark zusammenziehen – dann wird der Fisch hell, die schwarze Zeichnung fast unsichtbar – oder ausdehnen. So wird der sehr rasche Farbwechsel, den so viele Fische zeigen, erst möglich. Bei erschreckten Hyphessobrycon amapaensis ist das schwarze Längsband oft nicht gut zu erkennen.

Hyphessobrycon amapaensis hat sich von allen Dreibandsalmlern als einzige Art einen festen Platz im Hobby erobert. Er steht fast ganzjährig in guter Qualität als Nachzucht in verschiedenen Größen zur Verfügung, obwohl seine Zucht auch heutzutage noch einen erfahrenen Salmlerzüchter erfordert. Wildfänge kommen nur sehr sporadisch auf den Markt. Die Bilder zeigen Nachzuchtexemplare der Größenklasse md-lg. Es handelt sich um einen idealen Fisch für gut gepflegte Gesellschaftsaquarien. Zur optimalen Ausfärbung ist weiches, leicht saures Wasser günstig, die Anpassungsfähigkeit der Fische ist jedoch hoch und praktisch jedes Leitungswasser zur Pflege geeignet. Die Art ist völlig friedlich gegen Artgenossen und artfremden Fischen, die Pflege sollte im Schwarm erfolgen. Die Maximallänge beträgt etwa 4 cm. Gefressen wird jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe.

Für unsere Kunden: die Tiere haben, je nach Größe und Ursprung, Code 259452 (Nachzucht sm-md), 259453 (Nachzucht md-lg), 259454 (Nachzucht lg), 259463 (wild lg) und 259464 (wild xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Danio frankei

6. Februar 2026

Wir stellen immer wieder mal fest, dass ausgerechnet von den Fischarten, die am allerhäufigsten im Handel zu finden sind, auf unserer Homepage noch keine Einträge vorhanden sind. Das liegt natürlich daran, dass ständig so viele neue, spannende Arten vorzustellen sind, aber zugegeben: auch das vermeintlich Alte hat noch viel Spannendes zu bieten! 

Danio frankei erschien 1962 quasi aus dem Nichts auf dem Zierfischmarkt und wurde von Hermann Meinken anhand von Aquarienexemplaren als neue Art beschrieben. Seither wird in der aquaristischen und auch der wissenschaftlichen Literatur bis zum heutigen Tage intensiv (und letztendlich ergebnislos) darüber spekuliert, ob es sich bei D. frankei nur um eine Mutation von D. rerio, dem Zebrabärbling, handelt, oder ob es eine eigenständige Art ist. Fest stehen eigentlich nur zwei Dinge: Erstens: D. rerio und D. frankei lassen sich leicht kreuzen, die Mischlinge sind uneingeschränkt fruchtbar. Zweitens: es wurden noch nie Danio frankei in der Natur nachgewiesen. Über den Artstatus von D. frankei sagen beide Fakten nichts aus. Bei etlichen Lebendgebärenden Zahnkarpfen ist es möglich, Mischlinge zu erzüchten, auch hier gibt es keine Einschränkung in der Fruchtbarkeit. Trotzdem würde ja niemand ernsthaft daran zweifeln, dass Platy und Schwertträger verschiedene Arten sind. Und bei vielen anderen Arten war die natürliche Herkunft jahrzehntelang unbekannt. Berühmte Beispiele sind die Odessabarbe (Pethia padamya) und der Schwarze Makropode (Macropodus spechti). Von der Aquarium-Prachtbarbe (Pethia conchonius), deren Aussehen seit der Ersteinfuhr im Jahr 1903 sehr gut dokumentiert ist, ist bis heute ebenfalls das Wildvorkommen unbekannt. Wildfang-Prachtbarben aus Bengalen (von dort wurde die Art beschrieben) sehen völlig anders aus. Wenn Danio frankei eine natürlich vorkommende Art ist, so ist ihr Vorkommen im Nordosten Indiens zu vermuten, eine Gegend, in der viele Gebiete bis heute unzugänglich sind.

Obwohl Danio frankei (Leopardbärbling) und D. rerio (Zebrabärbling) so oft miteinander gekreuzt wurden, dass es reinblütige Tiere wohl kaum noch gibt, ist der Phänotyp* des Leopardbärblings bis heute – also über 70 Jahre seit seiner Ankunft im Hobby – unverändert geblieben. Es gibt zwar Zuchtformen – goldene, schleierflossige, gentechnisch veränderte (Glowfish) etc. – aber der Urtyp ist immer noch existent. Er unterscheidet sich vom Zebrabärbling nicht nur dadurch, dass er Punkte statt Längsbinden am Körper trägt (die dafür zuständigen Gene sind übrigens indentifiziert), sondern auch durch eine intensiv goldglänzende Körperfarbe. Ganz kleine, 5 mm lange Leopardbärblinge sehen wie goldene Neonfischchen aus. Diese Färbung hat ein Zebrabärbling niemals. Bis das Gegenteil bewiesen wurde, sollte man darum davon ausgehen, dass B. frankei eine gültige Art ist.

Im Aquarium sind Leopardbärblinge die reine Freude. Es sind völlig anspruchslose, absolut friedliche Schwarmfische, die mit jedem Trinkwasser als Lebensraum zufrieden sind und jedes übliche Zierfischfutter passender Größe will fressen. Die Wassertemperatur kann zwischen 16 und 30°C liegen, dauerhaft warme Haltung verkürzt die Lebenserwartung, dauerhaft kühle Pflege lässt die Farben verblassen. Am besten gönnt man den Tieren also einen gewissen jahrezeitlichen Rhythmus, wie der in den Subtropen Indiens – der Urheimat des Zebrabärblings und wohl auch des Leopardbärblings – anzutreffen ist.

Für unsere Kunden: Danio frankei hat – je nach Größe – Code 407602 (md) bis 407604 (xlg) in der Wildform, 407611 (sm) bis 407615 (sh) als Schleierflosser, 407623 (md-lg) als Goldform, 407634 (lg-xlg) und 407635 (sh) als schleierflossige Goldform auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

*Als Phänotyp bezeichnet man in der Biologie das äußere Aussehen, ohne Rücksicht auf die genetische Identität. Das Gegenteil davon bezeichnet man als Genotyp.

Text & Photos: Frank Schäfer

Andinoacara rivulatus „Silbersaum“

6. Februar 2026

Die prächtigen großwüchsigen Andinoacara-Arten waren bis vor relativ kurzer Zeit in der Gattung Aequidens untergebracht. Insgesamt umfasst die Gattung Andinoacara acht anerkannte Arten. Davon bilden drei großwüchsige Arten – A. blombergi, A. rivulatus und A. stalsbergi – einen Arten-Komplex. Diese drei Arten kann man darum relativ leicht miteinander verwechseln. Am einfachsten ist es mit der Goldsaum-Variante von A. rivulatus (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/andinoacara-rivulatus/), denn nur diese Form hat innerhalb des Komplexes gelb-orange Flossensäume. A. stalsbergi hat silberweiße Flossensäume und wird darum auch als „Silbersaum-Buntbarsch“ bezeichnet. Das ist insofern irreführend, als dass dies nicht der entscheidende Artunterschied ist, weil beide andere Arten ebenfalls silberweiße Säume aufweisen können. Vielmehr muss man sich zur Bestimmung die Schuppen anschauen. Bei A. stalsbergi ist das Zentrum der Schuppen hell (leuchtend grünblau im Leben), die Schuppenränder dunkel. Bei den beiden anderen Arten ist es genau umgekehrt. Der Schwanzflossensaum männliche A. rivulatus der Silbersaum-Variante ist deutlich breiter als bei den beiden anderen Arten. So kann auch diese Form gut erkannt werden. 

Andinoacara rivulatus ist entlang der Pazifikseite von Peru und Ecuador relativ weit verbreitet. So wundert es nicht sehr, dass die Art verschiedene Farbvarianten ausgebildet hat. Wir haben die „Silbersaum-Variante“ von A. rivulatus als deutsche Nachzuchten im Stock. Die „Goldsaum-Variante“ wird dagegen vorwiegend von asiatischen Zuchtbetrieben angeboten.

Alle drei genannten Andinoacara-Arten können deutlich über 20 cm groß werden, sich also zu richtigen Brocken entwickeln. Werden sie in zu kleinen Aquarien gehalten, ist das ein Problem, denn dann werden sie zu „Green Terrors“, also „Grünen Schrecken“, wie sie im englischen Sprachgebrauch heißen. Eventuelle Mitbewohner haben dann nichts zu lachen. In ausreichend großen Aquarien sind sie hingegen eher ruhige Großbuntbarsche. Die Geschlechtsreife setzt schon viel früher, mit etwa 8 cm Länge ein. Andinoacara sind Offenbrüter mit Elternfamilie. Bezüglich der Wasserzusammensetzung sind sie anspruchslos, jedes Trinkwasser eignet sich zu Pflege und Zucht. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter passender Größe. Die Wassertemperatur kann zwischen 20 und 26°C liegen, zur Zucht auch etwas wärmer. Während der Brutvorbereitung werden diese Fische innenarchitektonisch aktiv. Am besten bepflanzt man ihr Aquarium deshalb mit großen, getopften Pflanzen, die unter der Tätigkeit der Fische nicht so leiden müssen. Die Geschlechter lassen sich ganz gut am Schwanzflossensaum unterscheiden, der bei den Weibchen viel schmaler ist. Aber es gilt auch hier die alte Regel der Cichlidenpflege: während dominante Männchen immer leicht zu erkenn sind (in diesem Fall: breiter Schwanzflossensaum und Stirnbuckel) tarnen sich unterdrückte Männchen gerne farblich und körperlich als Weibchen. Wer also züchten möchte, sollte sich einen Trupp jüngerer Tiere anschaffen, aus dem sich gewöhnlich von selbst harmonisierende Pärchen finden.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 610012 (4-6 cm), 610013 (6-8 cm) und 610014 (10-12 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Brochis sp. aff. evelynae ( = Corydoras sp. aff. evelynae)

30. Januar 2026

In der Aquarienkunde gibt es immer wieder Fische, die von Legenden umrankt sind. Dazu zählt unbedingt Hoplisoma evelynae, eine bereits 1963 anhand von einem einzigen Exemplar beschrieben wurde, das von Axelrod im Gebiet des oberen Rio Solimoes (so heißt der Amazonas oberhalb seines Zusammenflusses mit dem Rio Negro) gesammelt wurde. Aus irgendwelchen unbekannten Gründen gelangt diese Art nur selten in die Hände der Zierfischfänger. Mit der Zeit entwickelte sich ein regelrechter Hype um dieses Tier, das im Wesentlichen wie ein Stromlinienpanzerwels (Hoplisoma granti, im Hobby allgemein als Corydoras arcuatus bezeichnet) mit unterbrochener Rückenlinie, zwei parallel verlaufenen Streifen über den Flanken und einer gestreiften Schwanzflosse aussieht.

Eine Panzerwels-Art mit exakt diesem Zeichnungsmuster, aber der Kopfform eines Brochis der Clade 4 (das sind die spitzköpfigen Panzerwelse), konnten wir jetzt in kleiner Stückzahl aus Kolumbien importieren. Wir hatten schon früher Bilder dieser Art gesehen, die aus dem Amazonas-Einzug in Kolumbien stammt und über Leticia verschickt wird. Aber importieren konnten wir sie bislang nicht. Soweit wir wissen, hat dieser Fisch bislang keine C- oder CW-Nummer erhalten (C98 und CW13 sind ähnlich, stellen aber unserer Meinung nach andere Arten dar). Rundschnäuzige Tiere – also Hoplisoma – mit einer sehr ähnlichen Färbung haben die C-Nummer 90 erhalten. Vom „echten“ H. evelynae unterscheidet sich C90 durch einen prominenten schwarzen Sattelfleck direkt am Ansatz der Rückenflosse.

Unsere Tiere sind mit etwa 6 cm Gesamtlänge wohl geschlechtsreif, aber noch nicht völlig ausgewachsen. Ein Photo eines Tiere in Show-Size bei Armando Ortega-Lara (2016) zeigt noch viel deutlicher als unsere Exemplare die spezielle Kopfform, die so überaus typisch für Brochis der Clade 4 ist.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 229573 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Ortega-Lara, A. (2016): Guía visual de los principales peces ornamentales continentales de Colombia. SERIE RECURSOS PESQUEROS DE COLOMBIA – AUNAP. Santiago de Cali, Colombia.

Text & Photos: Frank Schäfer

Sewellia patella

30. Januar 2026

Die Vertreter der Gattung Sewellia werden umgangssprachlich auch als „Prachtflossensauger“ bezeichnet, da ihre Zeichnung häufig sehr kontrastreich ist. Es gibt aber auch schlicht gefärbte Arten, wie die zuletzt wissenschaftliche beschriebene Spezies, S. pudens Kottelat, 2025. Es sind insgesamt 15 Sewellia-Arten benannt worden, doch wie viele davon auch gültig sind, ist wegen teilweise sehr unzureichender Qualität mancher Beschreibungen schwer zu sagen.

Kein Zweifel besteht aber über die Gültigkeit von Sewellia patella. Man kennt die Art bislang aus den Einzügen des Ba (Da Rang) River und des Sesan River, beide in Zentral Vietnam (Provinzen Gia Lia und Kon Tum). Diese Art ist der bekannten S. lineolata (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/sewellia-lineolata/, dort auch alle relevanten Pflege- und Zuchthinweise) auf den ersten Blick recht ähnlich, aber durch die Färbung deutlich unterschieden. S. lineolata, S. marmorata und S. pterolineata, die allesamt beim flüchtigen Hinsehen mit S. patella verwechselt werden könnten, haben ein schwarzes Band entlang der Außenseite der Brustflossen, das bei S. patella vollständig fehlt.

Ganz sicher kann man sein, wenn man die Tiere von unten betrachtet. Als einzige „gesicherte“ Sewellia-Art (S. analis, eine der fragwürdigen Arten, soll dieses Merkmal auch zeigen) hat S. patella zwei halbkreisförmige Fortsätze an der Afterflosse, deren Sinn oder Funktion unbekannt sind. Vermutlich stehen sie aber im Zusammenhang mit der Fortpflanzung bzw. dem Verhalten der Geschlechter zueinander, da diese Fortsätze bei Männchen und Weibchen unterschiedlich geformt sind. Ein weiterer Geschlechtsunterschied besteht in lappenartigen Fortsätzen auf der Oberfläche der Bauchflossen, die allerdings bei lebenden Tieren schwer zu erkennen sind. Diese Fortsätze sind bei den Männchen größer als bei den Weibchen.

In der Erstbeschreibung liefern die Autoren Freyhof und Serov auch wertvolle Hinweise zum natürlichen Lebensraum. Nach ihren Beobachtungen bevorzugt S. patella stärker strömende Gewässerteile als z.B. S. lineolata. Die Strömungsgeschwindigkeit im Habitat von S. patella betrug zwischen 0,6 und mehr als 1 m/s. Das sollte man zumindest bei der Eingewöhnung der Tiere berücksichtigen. Ansonsten gilt nach unseren bisherigen Erfahrungen alles, was man auch bei der Pflege von S. lineolata beachten sollte. Da die Art bisher nur einem kleinen Gebiet bekannt ist und die Bestände dort stark rückläufig sind, gilt sie als gefährdet. Es ist darum wünschenswert, eine stabile Aquarienpopulation aus Nachzuchten aufzubauen. Die bislang dokumentierte Maximallänge von S. patella beträgt 49 mm (Standardlänge ohne Schwanzflosse).

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 455113 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Ctenopoma acutirostre

30. Januar 2026

Zu den schönsten afrikanischen Labyrinthfischen gehört der bis zu etwa 15-20 cm lang werdende Leopardenbuschfisch, Ctenopoma acutirostre. Seine Heimat ist der Kongo und für die Aquaristik werden die Tiere üblicherweise im Stanley Pool gesammelt. Dort leben sie tagsüber unter den schwimmenden Wiesen der Wasserhyazinthen (Eichhornia crassipes). Gelegentlich erfolgen aber Importe auch aus dem zentralen Kongogebiet (Lac Mai Ndombe) oder aus Kamerun. Die Art ist offenbar im gesamten Einzug des Kongo verbreitet. In der Dämmerung ziehen sie auf Raub aus. Sie lassen sich wie tote Fische durch das Wasser treiben und imitieren dabei mit ihrem Fleckenmuster einen verwesenden Fischkadaver. Das lockt kleine Fische an, die sich als Aasfresser betätigen wollen und nun ihrerseits als Nahrung für den Leopardenbuschfisch dienen.

Bezüglich der Nachzucht hat sich der Leopardenbuschfisch in Privathand als unzugänglich erwiesen. Zwar sind die Tiere untereinander vollkommen friedlich, man kann auch leicht die Geschlechter unterscheiden (die geschlechtsreifen Männchen haben Dornenfelder hinter den Augen und auf den Flanken, die dazu dienen, das Weibchen während der Paarungsumschlingung festzuhalten). Dennoch kam es bislang immer nur zu Zufallsvermehrungen im Aquarium, gezielte Zuchtansätze scheiterten. Sicher ist dabei zu berücksichtigen, dass die Hauptaktivitätszeit dieser Tiere in der Nacht liegt, auch die Paarungen nachts stattfinden und der Eiersegen dann morgens meist schon als Zusatzleckerei Verwendung gefunden hat, aber das erklärt den bisherigen Misserfolg von Aquarianern bei der Zucht nur teilweise.

In Südostasien gelingt jedoch seit Jahren die planmäßige Zucht der wunderschönen Fische und so können wir regelmäßig entzückende Leopardenbabies anbieten. Wie ihre Eltern beherrschen sie schon die angeborene Jagdtechnik durch sich-totstellen. Zur Ernährung braucht man aber glücklicherweise keine Fische. Sowohl junge wie auch erwachsene Leopardbuschfische sind leicht an Frostfutter (Mückenlarven etc.) zu gewöhnen und fressen nach der Eingewöhnung auch gerne Granulate und andere Trockenfuttermittel. 

Gegenüber Fischen, die etwa die halbe Körperlänge der Leopardbuschfische haben und somit als Futter nicht mehr in Frage kommen, sind C. acutirostre vollkommen friedlich, so dass sie auch gut in Gesellschaftsaquarien gepflegt werden können. Allerdings darf die Gesellschaft nicht aus hektischen Fischen bestehen, denn Leopardbuschfische mögen es ruhig und dämmerig.

Es gibt kaum zwei Leopardbuschfische mit dem exakt gleichen Muster. Die Nachzuchttiere haben allerdings alle das bekannte Leopardenmuster. Bei Wildfängen treten jedoch die absonderlichsten Farbvarianten auf, von völlig einfarbig braun bis hin zu senkrecht gestreift. Das führte in der Vergangennheit schon zu Verwechslungen mit dem ebenfalls aus dem Kongo stammenden Ctenopoma ocellatum. Ein weiteres Phänomen, das bislang nur bei Wildfängen beobachtet wurde, ist das Auftreten ungewöhnlicher Körpergrundfarben, wie orange oder (sehr selten) sogar violett. Diese Farben verschwinfen aber mit der Zeit im Aquarium und nach spätestens einigen Monaten sehen diese Fische aus, wie fast alle anderen C. acutirostre: beige Körpergrundfarbe mit schokoladenfarbenen Flecken. Leopardbuschfische sind langlebig, 10-15 Jahre im Aquarium sind völlig normal, anekdotenhaft hat man auch schon von doppelt so alten Tieren gehört.

Zur Pflege gibt es nicht viel zu sagen. Die Wasserwerte sind völlig unerheblich, jedes Trinkwasser eignet sich zur Pflege. Die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 30°C liegen. Zur Fütterung und Vergesellschaftung wurde schon alles gesagt, ebenso zur Beckeneinrichtung. Man bedenke lediglich, dass sich Labyrinthfische erkälten können, wenn sie zur Luftaufnahme an die Wasseroberfläche kommen. Also im Winter, wenn man lüftet, aufpassen, dass der Luftraum über dem Aquarium nicht zu stark auskühlt. Aber das gilt ja für alle Labyrinthfische.

Für unsere Kunden: die Nachzuchten haben, je nach Größe, Code 115011 (3 cm) bis 115015 (6-8 cm), die Wildfänge 115001 (3-4 cm) bis 115005 (14-16 cm). Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Geophagus cf. camopiensis „Araguari“

30. Januar 2026

Der brasilianische Bundesstaat Amapá liegt im äußersten Nordosten Brasiliens am Atlantik. Zoogeografisch ist er deshalb besonders interessant, weil in seinen Flüssen – etwa dem großen Fluss-System des Rio Araguari – teils Fischarten vorkommen, die ansonsten nur im angrenzenden Französisch Guyana im Rio Oyapock vorkommen; wegen des hohen Preisniveaus in Französisch Guyana sind Zierfischexporte von dort kaum möglich: die Tiere sind einfach zu teuer.

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Darum freuen wir uns sehr, zumindest zwei der begehrten Oyapock-Fischarten aus brasilianischen Amapá-Populationen (Rio Araguari-Einzug) anbieten zu können: Retroculus septentrionalis (dazu vielleicht später ein Post, wenn die Tiere besser eingewöhnt und entsprechend attraktiver gefärbt sind) und Geophagus cf. camopiensis. 

Geophagus-Experten, mit denen wir stets in Korrespondenz stehen, sind sich ziemlich sicher, dass es sich dabei um Geophagus camopiensis handelt, eine Art, die bereits 1903 von Pellegrin aus dem Rio Camopi, einem nördlichen Zufluss der Rio Oyapock in Fr. Guyana beschrieben worden war. Aufsammlungen von Aquarianern in Französisch Guyana machten es möglich, dass wir wissen, wie diese Art aussieht. Auffällig ist vor allem ein sehr großer Flankenfleck. Die Amapá-Geophagus, die wir jetzt importieren konnten, wurden unter der irrigen Bestimmung „Geophagus proximus“ geschickt. Der Exporteur ließ sich offenbar durch den großen Flankenfleck erwachsener Tiere täuschen. G. proximus ist bekanntlich die Geophagus-Art mit dem größten Flankenfleck von allen. Bei der Amapá-Population von G. cf. camopiensis ist der Flankenfleck etwas kleiner und oft (nicht immer!) sehr rechteckig. Da es sich nicht völlig ausschließen lässt, dass es sich bei unseren Tieren um eine extrem ähnliche, aber eben doch andere Art handelt, schreiben wir den Artnamen mit cf. ( das bedeutet „vergleiche mit“). Wir nehmen an, dass Geophagus cf. camopiensis „Araguari“ mit dem 1988 erstmals importierten G. sp. „Araguari“ identisch ist.

Es gibt übrigens in Amapá noch mindestens eine weitere Geopagus-Art, die wir erstmals 2013 importieren konnten. Dabei handelte es sich zweifellos um eine Form aus dem G.-altifrons-Formenkreis mit sehr kleinem Flankenfleck. 

Geophagus cf. camopiensis „Araguari“ ist ein farbenfroher, gut haltbarer Erdfresser. Man sollte die Wassertemperaturen eher im oberen Bereich halten (26-28°C, zur Zucht 30-32°C), ansonsten sind die Fische gut anpassungsfähig. Es wird nach Art der Offenbrüter abgelaicht, die Jungen nach dem Schlupf aber im Maul weiter bebrütet. Beide Elterntiere beteiligen sich an der Maulbrutpflege. Es handelt sich also – auf fachchinesisch gesagt – um biparentale, larvophile Maulbrüter. Die Maximallänge dieser Tiere beträgt 18-20 cm. In der Natur sind sie – ähnlich wie andere Geophagus – oft in Gruppen anzutreffen. Es sind also vergleichsweise friedfertige Großcichliden, wobei man stets bedenken muss, dass das Verhalten von Buntbarschen stark von der Beckengröße und -einrichtung beeinflusst wird. Wie bei allen Geophagus-Arten ist eine große Fläche mit Sand zum Durchkauen auf Dauer lebensnotwendig, Zum Ablaichen sind einige größere, flache Steine vorzusehen.

Herzlichen Dank an Andreas Jekel für die Diskussion und die Bilder erwachsener Tiere!

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 675322 (6-8 cm) und 675323 (8-10 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text: Frank Schäfer, Fotos: Frank Schäfer & Andreas Jekel

Parailia pellucida

30. Januar 2026

Der Afrikanische Glaswels, Parailia pellucida, ist ein herrlicher Aquarienfisch, aber seltsamerweise im breiten Hobby nahezu unbekannt. Dabei ist diese Art fast immer erhältlich. Wir importieren sie regelmäßig aus Nigeria. 

Der Afrikanische Glaswels ist nicht näher mit den asiatischen Glaswelsen (am häufigsten im Aquarium: Kryptopterus vitreolus, siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/kryptopterus-vitreolus/) verwandt. Dieser gehört zu den Echten Welsen (Siluridae), ist also ein Vetter des einheimischen Wallers, während die Afrikanischen Glaswelse zu der Familie Schilbeidae gehören. Das ähnliche Aussehen und Verhalten beider Gruppen von Glaswelsen beruhen also nicht auf Verwandtschaft, sondern auf ähnlichen Lebensbedingungen, genau wie bei Fledermäusen und Vögeln, die ja auch nicht  näher miteinander verwandt sind, nur weil sie beide Flügel haben.

Äußerlich unterscheidet sich P. pellucida von Kryptopterus durch den Besitz einer Fettflosse und durch die acht langen Barteln (zwei bei Kryptopterus). Die Maximallänge des Afrikanischen Glaswelses wird nur rund 15 cm angegeben, doch sind Exemplare über 8 cm Länge außerordentlich selten. Die Gattung Parailia umfasst übrigens fünf Arten, jedoch sind nur P. pellucida regelmäßig und gelegentlich P. congica (aus dem Kongo, sonst sehr ähnlich zu P. pellucida) im Handel. P. pellucida ist in der Natur außerordentlich häufig. Die Art stellt ein wichtiges Glied in der Nahrungskette für größere Fischarten dar, wird wegen ihres oft massenhaften Auftretens aber auch (in Form von Suppe oder Soße) direkt verwertet. Die großen Schulen umfassen meist Tiere sehr unterschiedlicher Größe, oft auch gemischt mit anderen Arten (z.B. Pareutropius buffei). Auch bei uns sind oft kleine P. buffei als Beifang in den Importen enthaltem

Afrikanische Glaswelse sind absolut friedliche Planktonfresser, die immer im Trupp gemeinsam mit ihresgleichen gepflegt werden sollten. Die Fische lieben gut bepflanzte, deckungsreiche Aquarien mit nicht zu greller Beleuchtung und lassen sich leicht mit allen üblichen Futtermitteln ernähren. Afrikanische Glaswelse sind völlig anspruchslos bezüglich Wasserhärte und pH-Wert, jedes Trinkwasser eignet sich auch zur Pflege dieser Welse. Im Gegensatz zu ihren besser bekannten asiatischen Vettern sind die Afrikanischen Glaswelse tagsüber stets gut sichtbar im Aquarium unterwegs, jedenfalls wenn das Aquarium nicht allzu grell beleuchtet wird. Die Asiaten stehen dagegen lieber in Deckung und warten auf die Dämmerung.

Gezielt gezüchtet wurden die Tiere wohl noch nie; die Männchen färben sich während der Balz oft sehr dunkel ein und balzen im Aquarium regelmäßig. Es gibt einen Bericht aus dem Jahr 1977, wonach ohne besonders Zutun plötzlich acht Jungtiere im Aquarium auftauchten, die sich zunächst im Wurzelbereich von Javafarn (Micropterus) aufhielten. Es wäre also bei Bedarf wohl kein ernsthaftes Problem, diese Fische für die Aquaristik nachzuzüchten. Allerdings besteht dafür derzeit keine Notwendigkeit und aus ökologischen Gründen ist der nachhaltige Wildfang (wie er hier absolut gegeben ist) vorzuziehen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 155904 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Betta macrostoma

23. Januar 2026

Betta macrostoma ist mit Sicherheit einer der schönsten Kampffische – und einer der empfindlichsten. Man kennt kaum eine zweite Fischart, die derart empfänglich für bakterielle Infektionen ist, wie diese. Viele Züchter wissen sich nicht anders zu helfen, als ihre Becken permanent über UV-Filter laufen zu lassen. Ein kleiner Tipp: Lehm im Wasser aufgelöst „fängt“ ebenfalls zuverlässig Bakterien ein.

Wir haben diese kostbaren Fische normalerweise nicht im Stock, nur gelegentlich bieten wir einige wenige Paare an. Jetzt haben wir aber einmal eine Anzahl noch nicht ausgewachsener Tiere  von 5-6 cm Länge im Angebot; die maximal erreichbare Größe liegt bei etwa 8 cm. Die Geschlechter lassen sich in der Größe von 5-6 cm noch nicht mit Sicherheit unterscheiden, dafür ist die Anpassungsfähigkeit an veränderte Bedingungen bei diesen noch nicht geschlechtsreifen Tieren erheblich besser. Gewöhnlich haben die Weibchen in diesem Alter eine kontrastreichere Bindenzeichnung und das Kopfprofil ist zierlicher. Aber wenn die Fische gefangen werden und der Situation entsprechend farblich verblassen sind solch subtile Merkmale meist nicht erkennbar. Geschlechtsreife Männchen erkennt man leicht an einen dunklen Fleck in der Rückenflosse, der bei Weibchen stets fehlt.

Bei der Pflege von Betta macrostoma sind einige Punkte zu beachten. Erstens sind es exzellenze Springer. In der Natur (die Art kommt endemisch auf Borneo vor, wo sie im Sultanat Brunei gefunden wird) leben sie kleinen Bächen und haben dort oft kleine Wasserfälle zu überwinden. Außerdem sind Fluginsekten ein wichtiger Bestandteil ihrer Nahrung. Die Betta springen gut und gezielt nach diesem Futter. Wegen der Empfindlichkeit gegenüber Bakterien sollte das Wasser Huminsauer (pH 5,5-6) sein, das lässt sich in weichem Wasser am besten realisieren; in solchem Wasser funktioniert die Denitrifikation oft nur schlecht, der Nitritwert muss darum unbedingt im Auge behalten werden! Den sauren pH-Wert mögen die meisten schädlichen Bakterien nicht (leider gilt das auch für die nützlichen Filterbakterien), den Fischen wäre das sonst egal. Wurmfutter (Tubifex etc.) ist für B. macrostoma tabu. Das führt zu Darmerkrankungen. Statt dessen soll das Futter ballaststoffreich sein. Insekten und Krebstiere sind ein ideales Futter, die Tiere akzeptieren auch Trockenfutter, das sollte aber nicht die alleinige Nahrung darstellen. Die Wassertemperatur kann zwischen 24 und 28°C liegen. Auch wenn die Fische es nicht unbedingt brauchen: eine dichte Bepflanzung mit möglichst raschwüchsigen Wasserpflanzen ist sehr erwünscht, sie halten die Wasserqualität auf hohem Niveau, weil sie zum einen bakterizid wirkende Stoffe ans Wasser abgeben und zum anderen das von den Fischen abgegebene Ammonium zu großen Teilen verarbeiten. Dadurch wird die oft schwache biologsche Filterleistung in saurem Wasser bis zu einem gewissen Grad kompensiert.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – ja nach Größe – Code 384000 (sm) bis 384004 (6-8 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. 

Text & Photos: Frank Schäfer

Giuris margaritacea (G. aporocephalus)

23. Januar 2026

Wenn man diese Schläfergrundel aus dem indo-west-pazifischen Raum, wo sie sehr weit verbreitet ist, zum ersten Mal sieht, denkt man unwillkürlich an eine zu groß geratene australische Tüpfelgrundel (Mogurnda). Der wesentliche Unterschied zwischen Giuris und Mogurnda liegt – aquaristisch gesehen – darin, dass sich die winzigen Larven von Giuris im Meer entwickeln, die deutlich größeren von Mogurnda hingegen im Süßwasser. 

In der Literatur wird Giuris margaritacea als euryhaliner Fisch beschrieben, der gleichermaßen gut in Süß-, Brack- oder Meerwasser leben kann. Aber zumindest die farbenprächtige Population aus Indonesien, die wir gerade importieren konnten, ist wohl eher ein Süßwasserfisch.

Die extrem weite Verbreitung der Art von der ostafrikanischen Küste, der indonesischen Inselwelt, den Philippinen, der westlichen australischen Küste und entlang der Küste Südostasiens steht in seltsamem Widerspruch zu der Seltenheit dieser wirklich prachtvollen Fische im Hobby. Dabei scheint G. margaritacea sogar ein recht verträgliches Tier zu sein. Zumindest im Fotobecken hat sich das Pärchen (das Weibchen erkennt man an der deutlich kleineren und kürzeren ersten Rückenflosse; die Farbunterschiede sind eher stimmungsbedingt) ausgezeichnet vertragen. Aquarienbeobachtungen deuten übrigens darauf hin, dass diese bis zu 40 cm lange Grundel sich hauptsächlich von Insekten ernährt und kein Fischfresser ist, wie z. B. die Marmorgrundel (Oxyeleotris marmorata). Dennoch sollte man bei der Vergesellschaftung vorsichtig sein, alle Fische, die ins Maul passen, sind gefährdet.

Wir konnten jetzt einige 15-20 cm lange, ganz prächtige Exemplare dieser Grundel, die in der älteren Aquarienliteratur auch als Ophieleotris aporos (Manilagrundel) bezeichnet wird, importieren.

NACHTRAG: In einer Revision der Giuris-Arten (Keith, P. and M. I. Mennesson (2020): Review of Giuris (Teleostei: Eleotridae) from Indo-Pacific islands, with description of three new species. Cybium v. 44 (no. 4): 331-349) wurde die Art G. aporocephalus (Macleay, 1884), die jahrzehntelang als Synonym zu G. margaritacea gesehen wurde, wieder für gültig erklärt. Die von uns als G. margaritacea angeboteten Tiere gehören demnach der Art G. aporocephalus an. Abgesehen von dem Namen gilt alles oben Gesagte für beide Arten.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 418124 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Dimidiochromis compressiceps

23. Januar 2026

Der Messerbuntbarsch Dimidiochromis compressiceps (früher: Haplochromis c.) gehört zu den ungewöhnlichsten Buntbarscharten des Malawisees. Es handelt sich um einen Raubfisch, bei dem die Männchen bis zu 25 cm, die Weibchen bis zu 20 cm Länge erreichen können. Irrtümlich wurde die Art 1966 als spezialisierter Augenfresser angesehen. Dieses Verhalten konnte jedoch im See niemals nachgewiesen werden. Dort ernähren sich diese Fische ab einer Länge von etwa 4 cm vorwiegend von kleineren Fischen, die am Stück verschlungen werden. Der außerordentlich stark seitlich zusammengedrückte Körper macht den Räuber, wenn er – den Kopf leicht nach unten geneigt – zwischen Vallisnerien steht, nahezu unsichtbar. Im Gegensatz zu den meisten anderen Raubfischen kann Dimidiochromis compressiceps aufgrund seines schmalen Kopfprofils den Beutefisch mit beiden Augen gleichzeitig anpeilen.

Dimidiochromis compressiceps hat eine nahezu seeweite Verbreitung und kommt zudem im Abfluss des Malawisees, dem Shire River und dessen seeartiger Erweiterung, dem Malombesee, vor. Die Tiere sehen überall gleich aus, nur bei der Insel Chizumulu im Malawisee gibt es Tiere, die statt der silbernen Grundfärbung eine gelbliche Grundfärbung haben.

Raubfische sind gewöhnlich wenig territorial und gegenüber Artgenossen und anderen Fischen, die als Nahrung nicht in Frage kommen, relativ friedlich. Da bildet D. compressiceps keine Ausnahme. Gewöhnlich wird sich nur ein Männchen in einer Gruppe dieser Buntbarsche blau ausfärben und eine Brutrevier gründen. Ein solches Brutrevier besteht aus einer Sandgrube, die am liebsten im Vorzugslebensraum, also Vallisnerien-Beständen, angelegt wird. Vallisnerien sind – das nur zur Erinnerung – Unterwasserpflanzen mit langen und schmalen, bandförmigen Blättern, die überall auf der Welt in geeigneten Lebensräumen große Unterwasserwiesen bilden. In dieses Nest kommen laichbereite Weibchen der Umgebung. Nach dem Ablaichen überlassen die Männchen, wie bei Haplochromis-Verwandten üblich, dem Weibchen allein die weitere Maulbrutpflege. Nicht brütende Männchen sehen farblich wie Weibchen aus und werden von brütenden Männchen auch so behandelt. Geschlechtsreif wird die Art in Längen um 8 cm (Männchen) und 6 cm (Weibchen). Ab Eintritt der Geschlechtsreife kann man die Geschlechter recht zuverlässig an der Form der Afterflosse unterscheiden, die bei Männchen deutlich größer ist und zudem auch Eiflecken aufweist. Männchen wachsen schneller als Weibchen, in einer Gruppe gleichalter Tiere sind daher die größeren gewöhnlich die Männchen.

Im Aquarium sind Pflege und Zucht problemlos. Das Aquarium sollte freilich angesichts der möglichen Endgröße nicht zu klein sein. Zur Gesellschaft wählt man keine hektischen Felsenbuntbarsche (Mbunas), sondern andere ruhige Haplochromis-Verwandte, wie Nimbochromis, Cyrtocara und dergleichen. Der pH-Wert sollte dauerhaft nicht unter 7,5 fallen, was am leichten in härterem Wasser zu realisieren ist. Die Wassertemperatur kann zwischen 24 und 28°C liegen. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter, auch Flockenfutter, aber nahrhafte Bissen (z.B. Cichlid Sticks, kräftiges Frostfutter etc.) sollten die Hauptnahrung bilden. Zur Einrichtung pflanzt man eine Vallisnerien-Wiese, der Bodengrund sollte zumindest teilweise eine Sandfläche sein. Steine oder Wurzeln sollte man nur sehr sparsam einsetzen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 520230 (3 cm) bis 320235 (11-12 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Megalechis thoracata (früher: Hoplosternum thoracatum)

23. Januar 2026

Der Schwielenwels Megalechis thoracata – vielen auch noch unter dem alten Namen Hoplosternum thoracatum bekannt – ist einer der ältesten Aquarienfische. Er hat eigentlich nur einen Nachteil, er wird nämlich mit ca. 15 cm (manchmal auch noch mehr) Länge ziemlich groß. Trotz der Größe hat er aber ein kleines Maul und so werden die „Kampfwürste“, wie sie von ihren Fans liebevoll genannt werden, trotzdem gerne in Gesellschaftsaquarien mit etwas größeren und robusten Fischen gepflegt.

Die Zucht ist sehr interessant, denn Megalechis-Männchen bauen ein Schaumnest, ganz ähnlich zu dem der Labyrinthfische, unter einem schwimmenden Gegenstand (Züchter benutzen besonders gerne den Deckel von Kaffeedosen, aber die dürften den Schwielenwelsen in der Natur eher selten zur Verfügung stehen). Das Männchen bewacht das Nest mit den Eiern sehr gut und springt dem neugierigen Aquarianer sogar ins Gesicht, wenn der sich dem Nest zu sehr nähert.

Wir haben häufiger Nachzuchten einer besonders hübschen, sehr kontrastreich gezeichneten Variante im Stock. Die Tiere sind trotz ihrer geringen Größe – 5-6 cm – bereits sexuell differenziert (laichreife Männchen haben stark vergrößerte Brustflossenstacheln und die Knochenplatten, die die Brust bedecken, sind viel größer als die entsprechenden Knochenplatten der Weibchen) und bei den Weibchen kann man den orangefarbenen Laich durch die Bauchseiten schimmern sehen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 259301 (2-3 cm) bis 259306 (11-13 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Inpaichthys luizae

16. Januar 2026

Ein hübscher neuer Salmler ist Inpaichthys luizae, eine Art, die erst im Januar 2025 formell beschrieben wurde. Ihr Vorkommen liegt in Gebieten, die für Wissenschaftler und kommerzielle Fischer kaum zugänglich sind, weil sie in Privatbesitz sind. Man weiß immerhin, dass diese Fundorte Zuflüsse des Rio dos Peixes in Brasilien sind, der wiederum ein Zufluss des Rio Juruena ist. Das gesamte Gebiet zählt zum Einzug des Rio Tapajós.

Im Hobby wurde dieser Fisch erstmals Ende 2023 bekannt. Zu diesem Zeitpunkt bezeichnete man ihn als Inpaichthys sp. „Black Arrow“, also „Schwarzer Pfeil“. Wie bei so manchen Neuheiten kamen zunächst nur sehr wenige Exempare zu vergleichsweise sehr hohen Preisen auf den Markt; es wurden niedrige dreistellige Euro-Beträge pro Exemplar gefordert. Allerdings zeigte sich rasch, dass diese Art ebenso produktiv und problemlos zu züchten ist wie sein allgemein bekannter Vetter Inpaichthys kerri, der Königssalmler. Zur Zeit (Januar 2026) sind die Tiere immer noch nicht billig, aber auch nicht unbezahlbar. Wir beziehen sie als Nachzucht aus Ostasien.

Die Geschlechter der niedlichen Tiere, die nach der wissenschaftlichen Beschreibung etwa 4 cm Standardlänge (also ohne Schwanzflosse) erreichen, sind aufgrund der stärkeren Rotfärbung des Flossen bei den Männchen recht gut zu unterscheiden. Diese Farbe entwickeln bereits halbwüchsige Tiere gut erkennbar. Es ist zu vermuten, dass Aquarienexemplare 1-2 cm größer werden als die Wildfänge, ein Phänomen, dass auf die sehr viel bessere Nahrungsversorgung von Aquarienfischen und natürlich das erheblich höhere Alter, das Fische im Aquarium im Vergleich zu freilebenden Exemplaren erreichen, zurückzuführen ist.

Bislang haben sich die Tiere bei uns als absolut typische Kleinsalmler erwiesen, die sich bezüglich der aquaristischen Anforderungen nicht vom Königssalmler, Inpaichthys kerri, unterscheiden. Ein ganz interessantes Phänomen bei I. luizae ist die Tatsache, dass die meisten Exemplare zwar eine Fettflosse (Adipose) haben, manche aber auch nicht. Das Fehlen einer Fettflosse ist bei Salmlern sehr ungewöhnlich; seinerzeit war das Vorhandensein einer Fettflosse einer der Gründe, die Gattung Inpaichthys überhaupt aufzustellen, denn ansonsten ist sie der Gattung Nematobrycon (Kaisersalmler) sehr ähnlich. Bei allen Nematobrycon fehlt immer und ausnahmslos die Fettflosse. Es gibt aber auch bei I. luizae Exemplare ohne Adipose, sie sind nur in der Minderzahl.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 264792 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text % Photos: Frank Schäfer

Neolamprologus callipterus

16. Januar 2026

Die Schneckenbuntbarsche des Tanganjikasees erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Ihr drollig wirkendes Brutpflegeverhalten, bei dem sie in leeren Schneckenhäusern den Laich und die Jungbrut bewachen, fasziniert immer wieder. Besonders interessant ist es, wenn man eine ganze Kolonie dieser Fische beobachtet, wie sie quasi eine Schneckenhausstadt bewohnt. Bei den meisten Schneckenbuntbarschen sind Männchen und Weibchen ähnlich klein, wodurch es beiden möglich ist, in das Schneckenhaus zu kriechen.

Bei Neolamprologus callipterus ist das anders. Hier werden die Männchen mit gut 15 cm Gesamtlänge dreimal so groß wie die Weibchen. Selbst sehr große Schneckenhäuser (in der Photosession verwendeten wir ein leeres Haus der asiatischen Pila ampullacea, siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/31-krebse-garnelen-krabben-muscheln-schnecken/pila-ampullacea/, mit gut 6 cm Durchmesser) können von voll erwachsenen Männchen von N. callipterus nicht mehr aktiv bezogen werden. Jüngere Tiere – im Bild sind die Männchen rund 8 cm, die Weibchen 4-5 cm lang – tun das aber durchaus noch; in der Natur gibt es so große Schneckenhäuser aber nicht.

Dort tragen die Männchen von N. callipterus leere Schneckenhäuser zu großen Wohnanlagen zusammen. Nur Männchen mit möglichst vielen Schneckenhäusern haben eine Chance, dass Weibchen bei ihnen einziehen. Zur Befruchtung der im Inneren der Schneckenhäuser abgelegten Eier muss das Männchen sein Hinterteil so nahe wie möglich an die Schneckenhausmündung bringen, wo es seine Milch abgibt. Die Spermien gelangen durch Bewegungen des Weibchens ins Innere des Hauses und befruchten dort den Laich.

Die Pflege von N. callipterus ist leicht. Leitungswasser ist in den meisten Gegenden bestens geeignet. Der pH-Wert sollte dauerhaft nicht unter 7,5 sinken. Die Wassertemperatur kann bei 24-28°C liegen. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter, wobei die großen Männchen gerne auch mal größere Brocken zu sich nehmen. Als Schneckenhäuser eignen sich Weinbergschneckenhäuser gut, die es für wenig Geld in Feinkostgeschäften zu kaufen gibt. Die besten Bebachtungsmöglichkeiten ergeben sich, wenn ein möglichst großflächiges Aquarium mit Sandboden ausgestattet wird. Dort hinein verstreut man 20-30 Schneckenhäuser. Nun kann man wunderbar den Bau der „Schneckenhausstadt“ durch das Männchen beobachten.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 543201 (2-3 cm) bis 543203 (6-8 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Sturisoma nigrirostrum

16. Januar 2026

Die Gattungen Sturisoma (15 wissenschaftlich beschriebene und akzeptierte Arten, östlich der Anden = cis-andin) und Sturisomatichthys (13 wissenschaftlich beschriebene und akzeptierte Arten, westlich der Anden = trans-andin) werden auf deutsch als Störwelse bezeichnet.

Sturisoma nigrirostrum aus Peru wird mehr oder weniger regelmäßig importiert wird. Man erkennt die Art ganz gut an der pech­schwarzen Unterseite des “Schnabels”, ein Merkmal, das auch zum wissenschaftlichen Artnamen führte. Typusfundort der Art ist Contamana, Río Ucayali, Peru. Eine weitere, ähnliche Art, ebenfalls mit schwarzer Rostrum-Unterseite aus Peru ist die erst 2018 neu beschriebene Art Sturisoma graffini aus der Madre de Dios-Region. Da aus verschiedenen Gründen Fische aus dieser Region erheblich teurer sind als solche aus dem Ucayali, kommt S. graffini kaum in den Zierfischhandel.

Aus ungeklärten Gründen sind unter den Importen von Sturisoma nigrirostrum manchmal Tiere vertreten, bei denen das Rostrum nach oben aufgebogen ist. Ingo Seidel (pers. Mitt.) fing beide Formen – also solche mit normaler Nase und hochnäsige Tiere – zusammen am gleichen Fundort in Peru. Es handelt sich um eine Laune der Natur, deren Sinn völlig unklar ist. 

Die Pflege von Sturisoma und Sturisomatichthys bereitet für gewöhnlich keine größeren Schwierigkeiten. Jedes als Trinkwasser geeignete Leitungswasser eignet sich dafür. Die relativ groß werdenden Tiere (20-25 cm) schätzen Strömung und sauberes Wasser, weshalb für eine leistungsstarke Filterung gesorgt werden muss und regelmäßige, großzügige Teilwasserwechsel Pflicht sind. Gefressen werden alle üblichen Futtermittel für Zierfische, besonders gut eignen sich Futtertabletten und ähnliche Darreichungsformen. Zusätzlich muss immer pflanzliche Kost angeboten werden (Gemüsescheiben, zerquetschte Tiefkühlerbsen, Salate, Löwenzahnblätter etc.). Die Wassertemperatur kann zwischen 24 und 28°C liegen.

Es lassen sich – soweit das bislang versucht wurde – alle Sturisoma-Arten im Aquarium nachzüchten. Jedenfalls lai­chen sie willig ab. Als Offenbrüter laichen sie sogar oft an der Frontscheibe des Aqua­ri­ums, wo das Männchen, erkennbar an einem “Backenbart” aus Odontoden, der dem Tier zur Fortpflanzungszeit wächst, die Eier be­treut. Meist gelingt es recht problemlos, die Jungfische zum Schlupf zu bringen und die ersten ein bis zwei Wochen ist die Aufzucht auch nicht schwierig. Doch dann kommt es bei vielen Züchtern zu massiven Verlusten. Diejenigen, denen die Aufzucht gelingt, machen ein großes Geheimnis aus ihren Methoden, so dass die Ursache des Miss­erfolgs der Scheiternden bislang immer noch nicht ganz geklärt ist.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 294853 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hoplisoma sp. C3 ( = Corydoras sp. C3)

16. Januar 2026

Hoplisoma sp. C3 (früher wurde die Art in der Sammelgattung Corydoras untergebracht) ist ein sehr schöner Panzerwels, speziell halbwüchsige Exemplare, weil sie in diesem Alter sehr oft sie hohe Rückenflossen entwickeln. Das ist jedoch ein vorübergehendes Phänomen, das manchmal auch bei Hoplisoma metae beobachtet werden kann. Erst voll erwachsene Männchen von C3 – die Tiere werden ungefähr 5-6 cm lang –  entwickeln wieder solch lang ausgezogene Flossen. H. sp. C3 werden aus Kolumbien und Venezuela importiert und stammen aus dem Rio Meta-Einzug. Verschickt werden sie entweder als „Corydoras deckeri“ oder auch als „C. bondi“. Lieferungen von „Corydoras bondi“ (das ist eine andere Art, die nur in den Guyana-Ländern vorkommt) oder „Corydoras deckeri“ (das ist ein Fantasiename, der wissenschaftlich klingt, aber nicht wissenschaftlich ist) sind immer eine Wundertüte. Manchmal sind es Hoplisoma axelrodi, manchmal H. loxozonus und manchmal die wissenschaftlich noch unbeschriebene Art C3. 

Alle drei genannten Arten sind sehr variantenreich. Es erscheint darum fraglich, ob es sich überhaupt um drei verschiedene Arten handelt (außer der Färbung typischer Exemplare gibt es nämlich keine bekannten Unterschiede) oder doch vielleicht eher um einen Artenschwarm gelegentlich miteinander hybridisierender Formen, die sich nicht recht in unser Konzept von „Arten“ einordnen lassen.

C3 ist typischerweise grundsätzlich wie Hoplisoma loxozonus gefärbt, allerdings verläuft die schwarze, waagerechte Binde wie bei H. axelrodi in der Körpermitte und nicht, wie bei H. loxozonus, entlang des Rückens. Manche der Farbvarianten von C3 sehen allerdings so völlig anders aus, dass man meinen könnte, unterschiedliche Arten vor sich zu haben, wären nicht alle diese Farbvarianten durch Zwischenstufen miteinander verbunden. Es ist ganz interessant, dass gewöhnlich etwa 80% -90% eines solchen Hoplisoma-Importes farblich einer der drei genannten Hauptformen entspricht (also H. axelrodi, H. loxozonus und H. sp. C3) und der Rest aus teils deutlich abweichenden Varianten. Was aber nicht oder so gut wie nicht vorkommt, ist, dass z.B. zwischen H. axelrodi die beiden anderen Arten gefunden werden oder als Beifang zu den anderen Arten H. axelrodi. Das spricht dafür, dass die drei Hauptformen in der Natur normalerweise räumlich getrennt voneinander vorkommen. 

Abgesehen von der problematischen Bestimmung bzw. Artabgrenzung ist C3 ein leicht pflegbarer Panzerwels, der keinerlei besondere Ansprüche stellt und sich auch gut nachzüchten lässt. Bei der Zucht ist man gut beraten, die Männchen anhand der Bauchflossenform (größer und spitz ausgezogen bei den Männchen, kleiner und abgerundet bei den Weibchen) auszuwählen. Die lang ausgezogenen Rückenflossenmembranen sind nämlich nur bei einigen Tieren vorhanden, nicht bei allen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 223601 (sm) bis 223604 (md-lg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Polycentropsis abbreviata

16. Januar 2026

Polycentropsis abbreviata bedeutet übersetzt „der kurze Polycentrus-Ähnliche“. Tatsächlich sieht der Afrikanische Vielstachler seinem südamerikanischen Verwandten Polycentrus schomburgkii sehr ähnlich. Beide Arten sind Zeugen des früheren riesigen Urkontinents Gondwana. Gondwana bestand aus den heutigen Kontinenten Südamerika, Afrika, Indien, Australien und der Antarktis. Südamerika trennte sich vor rund 100 Millionen Jahren von Afrika. Der Vorfahr der kleinen Vielstachler – beide Arten, der Afrikanische und der Südamerikanische,  werden nur etwa 8 cm lang – existierte also schon zu dieser Zeit und muss den heutigen Vielstachlern ziemlich ähnlich gewesen sein. Der heute noch existierende P. abbreviata kommt aus dem westlichen Afrika, von Benin bis Gabun. Wir importieren ihn aus Nigeria.

Im englischen Sprachgebrauch werden die Vielstachler auch als „Blattfische“ bezeichnet. Gut getarnt als welkes Blatt treiben die Fische durch das Wasser und erbeuten mit ihrem riesigen, vorstülpbaren Maul kleine Fische und Garnelen. Beeindruckend ist das Farbwechselvermögen. In wenigen Sekunden kann sich ein marmoriertes Exemplar hellbeige oder auch fast schwarz einfärben. Bereits junge Vielstachler beherrschen diese Kunst. 1-2 cm lange Exemplare haben ein abweichendes, sehr kontrastreiche Schwarz-Weiß-Muster. Diese Farbgebung findet man auch bei verschiedenen Labyrinthfischen in ganz jungen Stadien, etwa Ctenopoma weeksii, Sphaerichthys osphromenoides oder Ctenops nobilis. Der Sinn dieser Färbung ist noch nicht erforscht.

Die Brutpflege des Afrikanischen Vielstachlers ist ebenfalls bemerkenswert. Unter einem breiten Blatt baut das Männchen ein Blasennest, ähnlich dem der Labyrinthfische, nur aus groben Luftperlen bestehend. Hier laichen die Tiere ab. Das Männchen allen bewacht die Eier und die ausgeschlüpfte Brut. Mit dem Freischwimmen der Jungtiere endet die Brutpflege. Leider kann man die Geschlechter äußerlich kaum unterscheiden. Weibchen bleiben etwas kleiner und haben einen kürzeren Kopf.

Leider wird der Afrikanische Vielstachler nur sehr selten angeboten. Er benötigt Lebendfutter: Weiße Mückenlarven, große Wasserflöhe, kleine Regenwürmer, Tubifex und kleine Futterfische. Wer diese Ansprüche erfüllen kann und will, findet in dem Afrikanischen Vielstachler ein faszinierendes Studienobjekt. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 162004 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Diskus wild Oriximiná

9. Januar 2026

Oriximiná liegt am Rio Trombetas in brasilianischen Bundestaat Pará. Von dort erhalten wir fantastische Blaue Diskus in herrlichen Farben. Zur leidigen Artenfrage bei Diskus siehe hier: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/der-wissenschaftliche-artname-von-diskusbuntbarschen-eine-offene-frage/

Grundsätzlich sind Blaue Diskus farblich sehr variabel („polychromatisch“), auch solche Tiere, die vom gleichen Fundort stammen. Darum sind die bei uns auf der Stockliste separat geführten „Oriximina Super Color“, „Oriximina Royal Blue“, „Oriximina Red“ und „Oriximina Cross“ allesamt Angehörige der gleichen Population, die lediglich aufgrund bestimmter Farbeigenschaften mehr der weniger sortiert werden. 

Aktuell haben wir wieder wunderschöne Oriximiná-Diskus im Stock, die Bilder zeigen eine kleine Auswahl dieser Tiere der Selektion „Super Color“; die Aufnahmen wurden frisch für diesen Post erstellt und sind keine Archivbilder. Leider gibt es ausgerechnet jetzt, wo die alljährliche Diskus-Saison (die eigentliche Diskus-Saison beginnt in etwa im Oktober und endet im April) voll Fahrt aufnehmen sollte, große Lieferschwierigkeiten aus Brasilien. Das hat diesmal nichts mit Klimawandel, Umweltsverschmutzung oder gar Überfischung zu tun, sondern liegt an menschlichen Unzulänglichkeiten. Selbstverständlich unterliegt der Zierfischexport aus Brasilien – wie überall auf der Welt – strengen Kontrollen und Auflagen. Das ist in Ordnung so und sichert die Nachhaltigkeit dieses ökologisch sinnvollen, umweltfreundlichen Extraktivismus. Wenn aber an einer Schlüsselstelle eine personelle Fehlbesetzung geschieht, hat das weitreichende Auswirkungen. Darum sind aktuell leider nur verhältnismäßig wenige Wildfangdiskus aus Brasilien lieferbar.

Für unsere Kunden: die gezeigten Tiere „Oriximina Super Color“ haben Code 731065 (12-15 cm) auf unserer Stockliste; die Codenummern für andere Größen beginnen bei 731064 (8-12 cm) und enden bei 731066 (14-17 cm, siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/wunderschone_grose_diskus_aus_oriximina_eingetroffen__de/). Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. Nur in begrenzter Stückzahl lieferbar!

Text & Photos: Frank Schäfer

Melanotaenia nigrans

9. Januar 2026

Im Jahr 1982 veröffentlichte Gerald R. Allen zusammen mit Norbert J. Cross eine erste moderne vollständige Übersicht über die bis dahin bekannten Regenbogenfische. Allen hatte zu diesem Zeitpunkt seit 1978 bereits 12 neue Arten beschrieben. Als er damit begann, die Regenbogenfische systematisch zu untersuchen, waren insgesamt nur 19 Melanotaenia-Arten zwischen 1843 und 1978 beschrieben worden, also in einem Zeitraum 135 Jahren. 1982 waren aus Australien 8 Arten, aus S-Neuguinea 14 und aus N-Neuguinea 5 Melanotaenia-Arten bekannt, also 27 Arten insgesamt. Heute sind 89 Arten allgemein akzeptiert! Das ist eine Verdreifachung der Artenzahl in weniger als 45 Jahren und ein Ende ist nicht wirklich abzusehen. Nahezu jede Expedition nach Neu-Guinea  bringt noch neue Formen. Die allererste je beschriebene Art war Melanotaenia nigrans, die 1843 als Atherina nigrans beschrieben wurde. Schaut man in die ältere Aquarienliteratur bis in die frühen 1980er Jahre, so liest man dort, dass M. nigrans als allererste australische Zierfischart 1927 importiert wurde. 

Es dürfte angesichts der oben aufgeführten Zahlen nicht verwundern: diese Bestimmung der damaligen Fische war falsch. Es handelte sich dabei in Wirklichkeit um die ähnliche Art M. duboulayi. Die ersten echten Importe von M. nigrans erfolgten erst um 1976. Melanotaenia nigrans kommt aus Nordaustralien, wo er unregelmäßig verbreitet ist: von der Kimberley-Region in Westaustralien über den nördlichen Teil des Northern Territory bis zur Cape York Peninsula im Norden von Queensland, einschließlich einer Reihe von vorgelagerten Inseln wie Groote Eylandt im Golf von Carpentaria und einigen Inseln in der Torres-Straße. Es halten sich hartnäckig Gerüchte, die Art käme auch auf Neuguinea vor, doch wurde sie dort nie wissenschaftlich nachgewiesen. Da aus Australien keine Exporte erfolgen, sind alle Tiere im Handel Nachzuchtexemplare. Auf den Philippinen soll die Art eingebürgert vorkommen.

Gewöhnlich wird dieser schlanke Regenbogenfisch rund 7 cm lang, doch können alte Aquarienexemplare durchaus Längen um 12 cm erreichen. Wie so viele Regenbogenfische ist auch diese Art farblich sehr variabel. Ihre schlanke Körperform und ihr ungewöhnlich starker Schwarmzusammenhalt macht sie zu einem schönen Kontrastfisch zu anderen Regenbogenfischarten. In der Natur kommt die Art zusammen mit M. trifasciata, M. australis und M. inornata vor.

Bezüglich der Wasserwerte und der Ernährung stellt M. nigrans keine besonderen Ansprüche. In der Natur findet man sie in eher weichem Wasser (maximal 135 µS/cm) und pH-Werten zwischen 5 und 8 bei Temperaturen zwischen 19 und 35°C. Es besteht also eine generell hohe Anpassungsfähigkeit, was jedoch nicht dazu verleiten sollte, die Tiere plötzlichen Milieuwechseln auszusetzen. Das vertragen sie überhaupt nicht! Generell ist die Art nach unseren Erfahrungen nicht ganz unempfindlich und eher dem fortgeschrittenen Liebhaber zu empfehlen.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 428352 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Schistura pridii

9. Januar 2026

Eine der kleinsten und auf jeden Fall eine der hübschesten Schmerlen Thailands haben wir in ganz kleiner Stückzahl erhalten: Schistura pridii. Die niedlichen schwarz-weißen Zwerge werden nur 3-4,5 cm lang. Soweit bislang bekannt kommt diese erst im Jahr 2003 wissenschaftlich beschriebene Art nur in flachen, schnellfließenden Waldbächen von 30 – 100 cm Tiefe und steinig-gerölligem Boden im Einzug des oberen Mae Teng-Flusses in der Provinz Chiang Mai vor.

Wegen des begrenzten Vorkommensgebietes werden nur wenige Exemplare jährlich gefangen, um die Population nicht zu gefährden. Glücklicherweise liegt ein großer Teil der bekannten Vorkommen in einem Naturschutzgebiet (dem Doi Chiang Dao Wildlife Sanctuary). Für enagierte Aquarianer ist es eine schöne Herausforderung, sich mit der Zucht der netten Fische zu befassen. Wir kennen keinen Zuchtbericht, es ist aber davon auszugehen, dass die Zucht ähnlich wie bei Flossensaugern (Sewellia) vor sich geht. 

Das Wasser im natürlichen Lebensraum hat eine hohe Strömungsgeschwindigkeit, ist kühl (18-24°C), relativ hart und leicht alkalisch. Der Bodengrund sollte entsprechend der hohen Strömungsgeschwindigkeit aus nicht zu feinem Kies bestehen; hohl liegende etwas größere Steine dienen als Ruhe- und Versteckmöglichkeit. Bezüglich des Futters ist die Art nicht wählerisch. Geschlechtsunterschiede sind nur geringfügig ausgeprägt und bestehen im Wesentlichen in der etwas größeren Leibesfülle des Weibchens. Die Tiere sind untereinander gesellig und ziemlich friedlich, sieht man von kleinen, harmlosen Rangeleien einmal ab. Aus dem Gesagten geht klar hervor, dass Schistura pridii eine Objekt für erfahrene Pfleger mit Zuchtambitionen sein sollte.

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 454982 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Brienomyrus brachyistius

9. Januar 2026

Aus Nigeria erhielten wir eine Nilhecht-Art, die wir seit Jahren nicht mehr zu Gesicht bekamen: Brienomyrus brachyistius. Diese vergleichsweise kleine Art, als Maximallänge wird mit 17,5 cm angegeben, gewöhnlich bleibt sie jedoch mit 10-12 cm deutlich kleiner, ist ein enger Verwandter der vergleichsweise häufig importierten Art B. niger (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/brienomyrus_niger_de/)

Die verspielten, intelligenten Fische sind sehr lebhaft und fallen weniger durch ihre Färbung, als durch ihr ungewöhnliches, lustig anmutendes Verhalten auf. Alle Nilhechte gehören zu den schwach elektrischen Fischarten. Sie besitzen ein elektrisches Organ im Schwanzstiel; es ist so schwach, dass man die elektrischen Entladungen nicht spüren kann. Dieses nutzen sie um – ähnlich wie Fledermäuse mit Ultraschall – ihre Umgebung zu scannen, aber auch, um mit Artgenossen zu kommunizieren. Tatsächlich haben Nilhechte eine im Tierreich fast einzigartige Art von „Sprache“ entwickelt (nur die Neuwelt-Messeraale machen ähnliches). Diese ist artspezifisch. Mit speziellen Elektroden, die elektrische Entladungen aufnehmen und in eine grafische Abbildung umwandeln (so wie bei einem EKG), kann man in Afrika (Nilhechte sind eine exklusiv afrikanische Familie mit aktuell (2025) 22 Gattungen und 236 Arten) die in einem Gewässer vorkommenden Arten bestimmen, ohne ein Netz ins Wasser tauchen. Auf diese Art und Weise wurden sogar schon neue Arten entdeckt!

Es gibt unter unseren Tieren etwas größere, schlankere, Fische, die wir für Männchen halten, und etwas gedrungener wirkende Tiere, die vermutlich Weibchen sind. Über die Fortpflanzungsbiologie dieser Nilhechte ist nichts bekannt. Im Aquarium fressen die Tiere problemlos jede Sorte von Lebend-, Frost- und Trockenfutter, die ins Maul passt. Die chemische Wasserzusammensetzung ist für die Pflege bedeutungslos, die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen. Gegenüber artfremden Fischen zeigen sich die Tiere friedlich; Pflanzen werden nicht beschädigt. Die Fische sind überwiegend dämmerungsaktiv und darum sollte man für zahlreiche Tagesverstecke und dichten Pflanzenwuchs sorgen, der den Tieren tagsüber Deckung gibt.

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 103502 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & photos: Frank Schäfer

Nannostomus rubrocaudatus

9. Januar 2026

Im Jahr 2002 wurde ein im männlichen Geschlecht tiefroter Zwergziersalmler aus Peru unter den Bezeichnungen Nannostomus marginatus „Purple“ oder N. marginatus „Rot“ importiert. Axel Zarske von den Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Museum für Tierkunde hat diese Art 2009 formell als Nannostomus rubrocaudatus beschrieben. Die der wissenschaftlichen Beschreibung zugrunde liegenden Typusexemplare hatten wir aus Peru importiert.

Auf den ersten Blick ähnelt die neue Art etwas dem schon etwas länger bekannten N. mortenthaleri (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/nannostomus-mortenthaleri/), lässt sich aber dennoch leicht von dieser Art unterscheiden. N. mortenthaleri hat z.B. immer einen weißen Bauch. Weitere Artmerkmale sind in der wissenschaftlichen Beschreibung aufgeführt. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung ist kostenlos unter https://www.senckenberg.de/wp-content/uploads/2019/08/02_vertebrate_zoology_59-1_zarske.pdf als Download erhältlich.

Nannostomus rubrocaudatus weist keine sehr deutlichen Geschlechtsunterschiede auf. Die Intensität der Rotfärbung schwankt stark stimmungsabhängig. Weibchen färben sich allerdings nie so rot wie die Männchen. Tricky ist vor allem, dass in der Rangordnung niedrig stehende Männchen stark verblassen können und sich farblich als Weibchen tarnen; sicher lassen sich die Weibchen nur an den anders geformten Afterflossen erkennen.

Die Maximalgröße der Art liegt bei etwa 3-3,5 cm, die Pflege ist ohne besondere Schwierigkeiten, allerdings darf man diese Art nicht in kleinen Aquarien pflegen, denn die Männchen tragen ihre Rivalenkämpfe mit einiger Heftigkeit aus und das unterlegene Exemplar braucht Platz, um ausweichen zu können. Ist das nicht gegeben, kann es durchaus zu Beschädigungen kommen.

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Peru, Dep. Loreto. Hier wird die Art bei dem Dorf Saramirisa am Maranon (das ist der obere Amazonas) zwischen den Zuflüssen Rio Morona und Rio Santiago für den Export gesammelt. Der relativ hohe Preis für die Fische erklärt sich darin, dass die Tiere in der Natur zwischen dichtem Astwerk leben und hier mühsam einzeln herausgeklaubt werden müssen. Massenfänge wie bei anderen Nannostomus, wo sich leicht tausende von Exemplaren mit einem Netzzug fangen lassen, sind bei N. rubrocaudatus nicht möglich.

Für unsere Kunden: Nannostomus rubrocaudatus hat – je nach Größe –  Code 272261 (sm) bis 272265 (lg-xlg) für Wildfänge und 272272 für Nachzuchtexemplare auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Xiphophorus hellerii „Black Tiger“

19. Dezember 2025

Marmorierte Schwertträger auf rotem Grund zu züchten, ist eine Herausforderung. Beim „Black Tiger“ ist es gelungen. Bei jedem „Black Tiger“ ist die Körperfleckung individuell verschieden. Bislang wurden diese Schwertträger fast ausschließlich mit weißlicher Körpergrundfärbung angeboten (dann bezeichnet man sie als Marmor oder Marble). Viele der schwarzen Schuppen haben einen blauen Schimmer (in Züchterkreisen nennt man das „Spiegel“), was bei seitlich einfallendem Licht prächtig glänzt und glitzert. Im Alter nimmt die Schwarzfärbung dieser Schwertträger immer mehr zu. Es sind wunderschöne Tiere, die uns zuerst (2019) ein deutscher Züchter liefern konnte, jetzt erhalten wir sie aus Sri Lanka. 

Angesichts der aktuellen Unwetterkatastrophe auf Sri Lanka hoffen wir, das die Zuchten keinen allzu großen Schaden genommen haben. Auf Sri Lanka haben viele Familien einen unverzichtbaren Nebenverdienst, indem sie hinter dem Haus in eigens dafür angelegten Teichen die von den Zuchtbetrieben angelieferte Jungbrut zu verkaufsfähigen Fischen aufziehen. Durch diese extensive Aufzuchtmethode sind die Tiere besonders gesund. Leider ist diese Form der Zierfischaufzucht aber auch besonders anfällig für Wetterkapriolen. Einige Platy- und Guppy-Varianten sind schon ausgefallen. Aber noch können wir „Black Tiger“-Schwertträger in guter Stückzahl anbieten. Jetzt gezielt nach Lebendgebärenden aus Sri Lanka zu fragen hilft den betroffenen Familien sehr!

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 420409 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Danio tinwini

19. Dezember 2025

Die kleinste zur Zeit bekannte Danio-Art aus der nahen Verwandtschaft des Zebrabärblings (Danio rerio) hat Aquarium Glaser jetzt wieder einmal aus Burma erhalten. Danio tinwini wurde erstmals im Jahr 2005 – damals noch als Danio sp. „Panther“ –  importiert. Die 2009 wissenschaftlich beschriebene Art wird nur rund 2-3 cm lang und eignet sich wunderbar als Schwarmfisch für kleinere Aquarien. 

Die ursprüngliche Heimat dieser Tiere liegt, wie gesagt, in Burma. Dort werden sie im Bundesstaat Kachin, also ganz im Norden, im Grenzgebiet zu China gefunden. Es handelt sich also um subtropische Fische, die man nicht dauerhaft zu warm pflegen sollte, sonst werden die Tiere krankheitsanfällig. 

Daraus ergibt sich der Temperaturbereich: 15-27°C, je nach Jahreszeit. Die Wasserwerte sind ansonsten nebensächlich (jedes Trinkwasser ist zur Pflege und Zucht geeignet), gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter passender Größe. Danio tinwini ist absolut friedlich, Pflanzen werden nicht beschädigt. 

Für unsere Kunden: Die Art hat die Codenummer 413692. Bitte beachten Sie, dass wir ausschliefllich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Hoplisoma coppenamense (früher: Corydoras coppenamensis)

19. Dezember 2025

Auf dem Guiana-Schild Südamerikas – das ist eine sehr alte geologische Formation, die große Teile Venezuelas, Guyana, Französisch Guiana, Suriname und Teile Brasiliens und Kolumbiens umfasst – gibt es eine Gruppe kleiner, sehr eng miteinander verwandter Panzerwels-Arten, die sich so ähnlich sehen, dass sie zeitweise als Synonyme zueinander aufgefasst wurden: Hoplisoma bondi, H. coppenamense und H. sipaliwini. 

Der wohl attraktivste der drei ist H. coppenamense, der ursprünglich (1970) als Unterart zu dem aus Venezuela beschriebenen H. bondi beschrieben wurde. Die meisten Ichthyologen folgen heutzutage dem schon immer etwas diffusen Unterart-Konzept nicht mehr. Sie argumentieren: entweder ist ein Fisch bezüglich seiner Identität klar erkennbar, dann ist es auch eine Art, oder eben nicht und dann braucht man auch keinen Unterartnamen. Das ist zwar etwas vereinfacht dargestellt, trifft aber den Kern der Sache. Immerhin: es gibt, so weit man weiß, keine Mischformen (so genannte Intergrades) zwischen H. bondi und H. coppenamense. Darum ist die Aufspaltung in zwei Arten wohl gerechtfertigt.

Farblich unterscheiden sich die beiden dennoch nur wenig. Die Zeichnung von H. coppenamense ist klarer, weniger verwaschen; vor allem die Punktzeichnung im Kopfbereich tritt deutlich hervor (nur undeutlich bei H. bondi). Zudem ist H. coppenamense etwas langgestreckter und rundköpfiger als H. bondi. H. sipaliwini sieht H. coppenamense sehr ähnlich, hat jedoch einen dunklen Streifen, der vom Ansatz der Rückenflosse schräg nach vorn bis zum Kiemendeckel verläuft (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/corydoras-sipaliwini/). Es ist recht wichtig, die Unterschiede zu kennen, denn aus den Guyana-Ländern erfolgen schon seit vielen Jahren keine kommerziellen Exporte mehr und selbst den aus Venezuela stammenden C. bondi hatten wir zuletzt im Jahr 2009 im Stock. Wir sind also auf Aquariennachzuchten angewiesen und die müssen unbedingt artrein gehalten werden.

Die Pflege aller drei Arten ist einfach und typisch für Panzerwelse. Weder bezüglich des Wassers noch in Hinsicht auf die Ernährung stellen diese 4,5 bis 5 cm langen Tiere irgendwelche speziellen Ansprüche. Auch die Zucht gelingt recht gut, ist aber nicht sonderlich produktiv. Da sich nur Hobby-Züchter mit der Vermehrung der Tiere befassen, werden sie wohl auf absehbare Zeit eine Top-Rarität auf dem Zierfischmarkt bleiben.

Für unsere Kunden: die Nachzuchten von H. coppenamense, die wir zur Zeit anbieten können, haben Code 226302 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer & Erwin Schraml

Yasuhikotakia modesta

19. Dezember 2025

Wir haben aus Thailand eine wunderschöne Farbvariante der Blauen Prachtschmerle (Yasuhikotakia modesta, früher Botia modesta) erhalten. Diese Art ist bekannt dafür, zahlreiche Farbvarianten auszubilden.

Oft sind die Fische blau mit roten Flossen (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/yasuhikotakia-modesta-2-2/, dort auch viele weitere Informationen zu der Art), aber es gibt sie auch in grüner Färbung, manchmal auch bleifarben. Und die Flossenfärbung variiert, je nach Population, zwischen fahlgelb und leuchtend rot. Die Tigerzeichnung ist ein noch ungeklärtes Phänomen. Sie wird meist als Jugendzeichnung interpretiert, denn oft verlieren die Fische sie im Alter, aber es gibt auch Individuen, die sie zeitlebens behalten.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 404002 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Garra sp. Sunset-Goldscale

15. Dezember 2025

Die Gattung Garra ist ungeheuer artenreich und unübersichtlich. Gegenwärtig (Dezember 2025) werden 277 Artnamen mit Garra in Verbindung gebracht, von denen 171 allgemein als gültig angesehen werden. Das Verbreitungsgebiet ist riesig und erstreckt sich über Teile Afrikas und große Teile Asiens; man findet sie im Prinzip überall, wo es im Winter nicht zu kalt wird. In der vorerst letzten Gesamt-Revision der asiatischen Arten aus dem Jahr 1964 unterschied Menon nur 37 Arten! In Afrika ist die Gattung mit mindestens 24 Arten vertreten. In Asien reicht die Verbreitung von der Türkei (Garra caudomaculata, G. culiciphaga, G. kemali, G. klatti, G. menderescensis, G. orontesi, G. rezai, G. rufa, G. turcica, G. variabilis) über die arabische Halbinsel, den Iran und Irak und über den Himalaya nach Osten bis in die Tropen. Auch Höhlen und Oasen werden besiedelt. Besonders artenreich ist die Gattung in Gebirgen zu finden. Aus dem Gesagten geht wohl hinreichend hervor, dass die Gattung Garra derzeit sehr unübersichtlich ist.

Aus Indien (genauere Angaben fehlen) haben wir erneut eine prachtvolle Garra-Art erhalten, die als Garra sp. Sunset-Goldscale gehandelt wird. Das auffälligste Merkmal sind die großen, bei jedem Individuum anders angeordneten, glänzenden Schuppen auf den Flanken. Je nach Lichteinfall schimmern sie hellblau, rot-orange oder golden. Die voll erwachsenen Männchen (das fotografierte Exemplar ist ca. 9,5 cm lang und das größte Tier, das wir bisher zu Gesicht bekamen) haben einen eindrucksvollen Stirnfortsatz (wissenschaftlich Proboscis genannt) und Schnauzen-Tuberkel. Die Form dieser Proboscis ist artspezifisch. Es wurden in jüngster Zeit so viele neue Garra-Arten aus Indien beschrieben, dass eine exakte Artbestimmung nicht mit vertretbarem Arbeitsaufwand möglich ist, zumal ja nicht ausgeschlossen werden kann, dass es sich um eine wissenschaftlich noch gar nicht erfasste Spezies handelt. Unsere Tiere ähneln am meisten der Art Garra gotyla, doch sind genauere, langwierige Untersuchungen nötig, um hier Klarheit zu erhalten. Auf jeden Fall sind diese Algenfresser Tiere, die nicht nur nützlich, sondern auch attraktiv und interessant sind!

Die aquaristischen Eckdaten lauten: klares, wenig belastetes Wasser, pH und Härte im Prinzip nebensächlich, aber der pH-Wert sollte dauerhaft nicht unter 6 sinken, Temperatur eher im niedrigen Bereich (20-24°C, zur Zucht eventuell 2°C mehr). Sehr friedlich, gesellig (Gruppenhaltung von 6 oder mehr Exemplaren angeraten), Pflanzen werden nicht beschädigt, aber geputzt. Aufwuchsfresser (Algen und Kleinstlebewesen), darum nicht zu nährstoffreich aber ballaststoffhaltig füttern. Trockenfutter wird problemlos akzeptiert, dazu die üblichen Frost- und Lebendfuttersorten als Zusatzkost. Nur die Männchen mit Proboscis. Zuchtberichte sind uns nicht bekannt, doch haben sich bislang alle Garra-Arten, bei denen die Zucht versucht wurde, als Kieslaicher ohne Brutpflege herausgestellt.

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 416442 (4-6 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Trigonostigma heteromorpha wild

11. Dezember 2025

Die Keilfleckbarbe, Trigonostigma heteromorpha (früher Rasbora h.), gehört zu den allerwichtigsten Aquarienfischen überhaupt. Aufgrund dessen wird sie nahezu ausschließlich als Nachzucht gehandelt, denn die Verfügbarkeit von Wildfängen ist wegen jahreszeitlicher Bedingungen (in der Regenzeit sind die natürlichen Vorkommensgebiete oft monatelang nicht zugänglich) sehr schwankend.

In den vergangenen ca. 25 Jahren hatten wir weniger als 10 Importe von Wildfängen echter Trigonostigma heteromorpha; selbst diese Zahl könnte noch zu hoch gegriffen sein, da bis 2020 nicht zwischen T. heteromorpha und der sehr ähnlichen, aus Thailand stammenden T. truncata (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/trigonostigma-truncata/) unterschieden wurde. Darum freut es uns nun besonders, dass uns ein solcher Import nun wieder einmal gelungen ist. Die Tiere, die wir gerade anbieten und die auch für die Bilder dieses Posts Modell standen, stammen von der Sumatra vorgelagerten Insel Bintan und dort aus der Umgebung der Stadt Tanjung Pinang.

Optisch unterscheiden sich die Wildfänge kaum den Nachzuchtfischen (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/trigonostigma-heteromorpha/). Letztere werden seit etwa 1925 erfolgreich gezüchtet. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass seither wieder Wildfänge in die Aquarienstämme eingekreuzt wurden. In professionellen Zuchtbetrieben von Zierfischen vermeidet man grundsätzlich jede Einkreuzung anderer Stämme. Ein Berufszüchter muss schließlich jeden Monat seine Kosten erwirtschaften und möglichst auch noch Geld verdienen. Dazu müssen die Zuchttiere bezüglich des Ablaichtermins, der Schlupfrate, des optimalen Aufzuchtfutters, der Wachstumsgeschwindigkeit, der Empfänglichkeit für Erkrankungen etc. genau berechenbar sein. Sind sie das nicht, so wird aus der Berufzucht ein existenzgefährendes Glücksspiel. Da sich aber nun einmal jede Population einer Tierart – und sei es auch nur minimal – von anderen Populationen unterscheidet, erklärt sich die Zurückhaltung der Berufszüchter (die aus bitterer Erfahrung so handeln) zwanglos. Die von Laien viel gefürchtete Inzucht hat bei den meisten Zierfischen keine negativen Auswirkungen.

Die nun importierten Wildfänge sind für ambitionierte Aquarianer mit Forscherdrang (aber auch Berufs-Fischmenschen) so etwas wie ein heiliger Gral, denn sie ermöglichen die vergleichende Untersuchung des Verhaltens mit den seit über 100 Jahren gezüchteten (das sind über 200 Generationen!) Artgenossen. Vor dem Hintergrund des katastrophalen weltweiten Artensterbens, das wir gerade erleben, ist die Erhaltungszucht im Aquarium meist die einzige Option, um gefährdete Kleinfisch-Spezies vor dem endgültigen Verschwinden zu retten. Dabei sind die Erkenntnisse, wie sie die Keilfleckbarbe liefert, von unschätzbarem Wert. In der Natur gilt die Art übrigens derzeit als nicht gefährdet.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 452533 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Corydoras amapaensis

11. Dezember 2025

Nach langer Zeit konnten wir wieder einmal einige Exemplare dieses nur sehr selten angebotenen Langschnäuzer-Panzerwelses importieren. Das Verbreitungsgebiet dieser außergewöhnlichen Art liegt in den Einzügen der Flüsse Oyapock und Amapari im Bundesstaat Amapá von Brasilien und in Französisch Guiana.

Die Tiere sind farblich sehr variabel. Die Geschlechter lassen sich am besten an der Form der Brustflossenstacheln unterscheiden, die beim Männchen verdickt und borstig sind.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 221754 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Barbonymus schwanefeldii

11. Dezember 2025

Eine der großwüchsigsten unter den für die Pflege im Aquarium importierten asiatischen Barben ist Barbonymus schwanefeldii. Früher kannte man sie als Barbus. Diese ursprünglich auf Borneo, in Malaysia und Thailand heimische Art wird bis zu 35 cm lang. Die Rotfärbung der Schwanzflosse ist wundervoll und findet sich in dieser Intensität bei kaum einem anderen Fisch. Aufgrund ihrer Größe wird B. schwanefeldii in ihrer Heimat selbstverständlich auch gegessen und ich Farmen als Speisefisch gezüchtet. Durch Besatzmaßnahmen zu Speisezwecken gehört sie inzwischen zu den invasiven Arten in verschiedenen Teilen der Welt.

Die Gattung Barbonymus wurde erst 1999 aufgestellt, Gattungstypus ist B. schwanefeldii. Es gibt neun Arten in der Gattung, doch wird nur eine weitere Art außer B. schwanefeldii gelegentlich importiert: B. altus. Diese Art ist so ähnlich zu B. schwanefeldii, dass im Handel kaum jemals zwischen B. schwanefeldii und B. altus unterschieden wird. Der einzige Unterschied zwischen ihnen liegt in der Färbung. B. schwanefeldii hat in jedem Alter gut sichtbare schwarze Streifen an der Ober- und der Unterkante der Schwanzflosse, die bei B. altus entweder gänzlich fehlen oder höchstens angedeutet sichtbar sind. Außerdem befindet sich an der Spitze der Rückenflosse bei B. schwanefeldii ein runder schwarzer Punkt, der bei B.  altus fehlt. Es werden aber auch in der Natur immer wieder einmal Exemplare gefunden, die sich nicht eindeutig der einen oder der anderen Art zuordnen lassen. Von B. schwanefeldii gibt es auch Zuchtformen. Eine als „Gold“ bezeichnete gelbliche und eine Albino-Zuchtform. Letztere könnte allerdings auch eine Zuchtfirm von B. altus sein, denn die Albinos werden gelegentlich als Aquariennachzuchten angeboten. Da B. altus scheinbar etwas kleiner als B. schwanefeldii bleibt, braucht sie wahrscheinlich keine ganz so großen Aquarien und ist entsprechend einfacher im Aquarium zu züchten.

Beide Arten werden international auch als „Tinfoil Barb“ bezeichnet, also als „Aluminiumfolien-Barbe“, was sich auf den starken Silberglanz der Schuppen bezieht. Dabei wirkt B. altus etwas gelblicher, weshalb sie manchmal als „Golden Tinfoil Barb“ angeboten wird. Im Deutschen nennt man beide „Brassenbarbe“, in Anlehnung an den einheimischen Brassen (Abramis brama), einen ähnlich hochrückigen Karpfenfisch. B. schwanefeldii wurde übrigens in der wissenschaftlichen Erstbeschreibung versehentlich als B. schwanenfeldii benannt. Da Einigkeit darüber besteht, dass es sich um ein Versehen handelt – die Art wurde 1854 zu Ehren von Herrn H. W. Schwanefeld benannt – sollte man die Schreibweise ohne „n“ benutzen.

Bezüglich der Pflege kann man bei beiden Barbonymus nicht viel falsch machen. Es sind großwüchsige Allesfresser, die auch zarte Pflanzen verputzen und mit jedem Trinkwasser zufrieden sind. Die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen. Es sind friedliche, gesellige Tiere, die allerdings Platz brauchen, damit sie sich ausschwimmen und auswachsen können.

In Süd-Thailand gibt es übrigens einen kleinen Fluss in der Nähe einer Grotte, in der der früher einmal ein heiliger Mann lebte. Dadurch wird der Fluss in der Umgebung der Höhle ebenfalls als heilig angesehen und die darin lebenden Fische nicht gefangen und gegessen. Dort kann man in kristallklarem Wasser prachtvolle B. schwanefeldii bewundern, die von frommen Menschen gefüttert werden und ohne jede Scheu nahe der Oberfläche umherschwimmen. 

Für unsere Kunden: meist unterscheiden wir nicht zwischen Barbonymus altus und B. schwanefeldii und bieten alle als B. schwanefeldii an. Je nach Größe haben sie Code 371401 (3-4 cm) bis 371407 (20-25 cm) auf unserer Stockliste. Die gelbliche Zuchtform Gold hat Code 371502, Albinos 371552 (3-5 cm) und 371553 (6-8 cm). In den Fällen, wo wir B. altus separat anbieten, haben B. altus von 10-12 cm Länge Code 371405 auf unserer Stockliste, die mit 5-7 cm Code 371403. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text: Frank Schäfer, Photos: Frank Schäfer, HHach/pixabay und Erwin Schraml

Petitella bleheri „PLATIN“

11. Dezember 2025

So genannte Goldtetras gibt es bei sehr vielen Salmlerarten in Südamerika. Meist sind nur einige wenige Tiere aus einem Schwarm von dem Phänomen betroffen, bei dem erheblich stärker als sonst üblich der für den glänzenden silber- oder goldfarbenen Glitzereffekt der Fischschuppen verantwortliche Stoff Guanin ausgeschüttet wird. Im Detail erklären wir das hier: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/hyphessobrycon-saizi-hyphessobrycon-eos-kolumbianischer-goldtetra/ Aus den geschilderten Gründen lässt sich der Goldglanz nicht in Zuchtstämmen fixieren. Die Nachkommen alles Goldtetras sehen wie die Stammform aus.

Ausgerechnet bei einem Salmler, bei dem unter Wildfängen so gut wie nie Goldtetras zu finden sind, gelang jedoch die genetische Fixierung des Goldglanzes. Die Züchter nennen diesen attraktiv sildberglänzenden Fisch „Diamant“, im Handel wird er gewöhnlich als „Platin“ bezeichnet. Der Edelmetallglanz dieses Rotkopftetras – rein technisch gesehen handelt es sich um Petitella bleheri – beruht auf einer zufälligen genetischen Veränderung, nicht auf Parasitenbefall. Zur Unterscheidung der drei Rotkopfsalmler und zu allgemeinen Pflegehinweisen, siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/petitella-rotkopfsalmler/

Für unsere Kunden: die Tiere finden Sie auf unserer Stockliste als „Hemigrammus rhodostomus Platin“ mit der Codenummer 257362 (md) und 257363 (md-lg). Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Ctenopoma kingsleyae

5. Dezember 2025

Der Schwanzfleck-Buschfisch (Ctenopoma kingsleyae) stammt aus bewaldeten Gebieten im westlichen Afrika. Er gehörte zu den ersten aus Afrika für die Aquaristik exportierten Labyrinthfischen. Bereits 1912 kamen die ersten Exemplare aus dem Bereich des unteren Niger nach Deutschland. Die ruhige, friedliche Art wurde damals seltsamerweise als sehr bissig und unverträglich geschildert, eine Beobachtung, die später nie wieder gemacht wurde. Mit fast 20 cm maximaler Länge (gewöhnlich 12-15 cm) gehört C. kingsleyae zu den größten Labyrinthfischen Afrikas.

Der für den deutschen Gebrauchsnamen verantwortliche Schwanzwurzelfleck wird von mehreren Art gezeigt. Er kann stimmungsabhängig stark verblassen oder sogar weiß aussehen – normalerweise ist er schwarz. Bei Jungtieren bis ca. 5 cm Länge ist der Schwanzwurzelfleck golden umrandet. Arttypisch für C. kingsleyae ist der große silberfarbene Fleck direkt unter dem Auge, der bei allen ansonsten ähnlichen Arten fehlt.

In Bezug auf das Fortpflanzungsverhalten zählt Ctenopoma kingsleyae zu den ursprünglichen Labyrinthfischen. Brutpflege betreibt diese Art nicht. Die Eier sind durch Öleinlagerungen schwimmfähig und werden nach dem Ablaichen sich selbst überlassen. Die Geschlechter unterscheiden sich äußerlich nur wenig. Geschlechtsreife C. kingsleyae (ab ca. 8 cm Gesamtlänge) besitzen hinter dem Auge und auf dem Schwanzstiel Dornenfelder, die dem Männchen helfen, während der Paarung das Weibchen U-förmig zu umschlingen und zur Ablaichposition auf den Rücken zu drehen. Das Dornenfeld hinter dem Auge ist oft nur schwer zu sehen, während das Dornenfeld auf dem Schwanzstiel unmittelbar vor dem Schwanzwurzelfleck schwach rötlich erscheint und darum auch mit bloßem Auge oft eine Geschlechtserkennung möglich macht.

Wenngleich Ctenopoma kingsleyae auf den ersten Blick wenig attraktiv erscheinen mag, so sind die ruhig im Aquarium dahinziehenden Tiere mit ihren silberweißen Flossensäumen  doch ein wunderbarer Kontrastfisch zu bunten Salmlern, Barben oder Buntbarschen. Ganz kleine Fische (2-3 cm) und Garnelen werden als Futter angesehen, ansonsten werden Mitbewohner, seien sie tierisch oder  pflanzlich, gewöhnlich völlig ignoriert. Auch untereinander sind die Tiere, unabhängig vom Geschlecht, sehr friedlich.

Die chemische Wasserzusammensetzung ist ohne Belang, jedes Trinkwasser eignet sich zu Pflege und Zucht. Die Temperatur kann sich im Bereich zwischen 20 und 30°C bewegen. Zur Stimulation der Zucht, die man am besten im Winter versucht, muss eine Trockenperiode simuliert werden. Gefressen wird jegliches übliche Zierfischfutter passender Größe, egal ob trocken, gefrostet oder lebend. Eine besondere Freude kann man den Tieren mit Landinsekten (dicke Fliegen, Heuschrecken etc.) machen, die man auf die Wasseroberfläche wirft. Das ist die absolute Lieblingsnahrung der Buschfische.

Für unsere Kunden: die Tiere haben, je nach Größe, Code 117502 (4-6 cm) bis 117504 (9-11 cm) als Wildfänge und 117511 (3-4 cm) bis 117514 (8-12 cm als Nachzuchten. Die fotografierten Tiere sind große Nachzuchtexemplare (117514). Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Nannostomus mortenthaleri

5. Dezember 2025

Nannostomus mortenthaleri aus Peru (Einzug des Rio Nany in der Provinz Loreto) war im Jahr 2000 die schönste aquaristische Neuentdeckung überhaupt. Der enge Verwandte des Zwergziersalmlers, N. marginatus, bleibt klein – ca. 4 cm – und ist im männlichen Geschlecht geradezu atemberaubend schön gefärbt. Jedenfalls manchmal. Denn abgesehen von anatomischen Details zeigt N. mortenthaleri ein deutlich von den meisten Nannostomus-Arten abweichendes Verhalten. Unter Artgenossen bildet N. mortenthaleri eine ausgesprochene Rang- oder Hackordnung aus.

Dominante Männchen zeigen ein intensives Rot zwischen den dunklen Längsbinden. Im Rang niedrig stehende Männchen verblassen und nehmen Weibchenfärbung an. Umgekehrt können dominante Weibchen einen ordentlichen Rotanteil entwickeln. N. mortenthaleri ähnelt in seinem Verhalten also eher einem kleinen Malawibuntbarsch (Mbuna) als einem Ziersalmler. Man sollte die Art darum auch unbedingt im größeren Trupp pflegen, da sich sonst, genau wie bei den Mbunas, ein Tyrann enwickeln kann, der u. U. alle Artgenossen so stark unterdrückt, dass es sogar zu Todesfällen kommen kann. Für die Pflege im Gemeinschaftsaquarium ist die Geschlechterzusammensetzung unerheblich.

Bei allen Ziersalmlern hat sich die Form der Afterflosse als verlässlichstes Geschlechtsmerkmal herausgestellt. Leider sind die Unterschiede ausgerechnet bei N. mortenthaleri sehr schwach ausgeprägt. Die Afterflosse erwachsener Männchen ist an der Vorderkante stets leicht konvex, beim Weibchen hingegen gerade abgeschnitten. Darüber hinaus fehlt bei den Weibchen der helle Streifen an der Basis der Rückenflosse. Am sichersten sind die Geschlechter aber am Verhalten zu unterscheiden. Wir raten zur Anschaffung eines Trupps von 10-20 Exemplaren, die in einem größeren, sehr stark struktuierten (viele Wurzeln und dichte Bepflanzung) Aquarium gepflegt werden sollten. Hier werden die Tiere sicher auch ablaichen (sie sind Freilaicher über feinfiedrigen Pflanzen). Zwar kommt im Gemeinschaftsbecken kaum Nachwuchs hoch, da die erwachsenen Tiere arg kannibalisch sind, aber man weiß zumindest, ob wirklich Weibchen im Trupp vorhanden sind und kann sie auch zum Zuchtansatz gezielt herausfangen.

Bei der Pflege sind N. mortenthaleri relativ problemlos. Die anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Wasserparameter ist gut, wenn auch weiches und leicht saures Wasser den natürlichen Verhältnissen am besten entspricht. Die Wassertemperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen. Gefressen wird jegliches übliche Zierfischfutter passender Größe. Gegenüber artfremden Fischen sind N. mortenthaleri gewöhnlich friedlich, lediglich bei sehr eng verwandten Nannostomus-Arten mit ähnlichem Körperbau und ähnlicher Färbung sollte man vorsichtig sein.

Für unsere Kunden: N. mortenthaleri hat Code 272253 (md) – 272257 (xlg), je nach Größe. Nachzuchten haben Code 272259 auf unserer Stockliste.

Text & Photos: Frank Schäfer

Carassius auratus Oranda Panda

5. Dezember 2025

Schwarz-weiße Goldfische werden in Züchterkreisen als „elsternfarbig“ bezeichnet, Tiere mit Teleskop-Augen als „Demekin“ und die einfach doppelte Schwanzflosse als „Schmetterlingsschwanz“. Ein Oranda ist hingegen, züchterisch gesprochen, ein Goldfisch mit Haube. Demnach sind die niedlichen Pandas, die wir endlich wieder einmal importieren konnten, elsternfarbige Schmetterlingsschwänze. Da klingt „Oranda Panda“ aber griffiger, finden Sie nicht auch? Es gibt nun einmal einen Unterschied zwischen der fachlichen Züchtersprache und der Verkaufsbezeichnung. Früher wurden die „Oranda Panda“ hauptsächlich als Demekin geliefert. Das entspricht dem mitteleuropäischen Geschmack allerdings kaum noch, weshalb die Züchter in Asien jetzt für diesen Markt auch Tiere mit normal entwickelten Augen züchten.

Oranda Panda sind generell nicht leicht zu züchten, da sie nicht reinerbig sind. Goldfische haben ein riesiges Genom und für die Ausprägung der Rassemerkmale (Schleierflossen, Teleskopaugen, Haube etc., aber auch die Farbe) sind in der Regel gleich mehrere Allele zuständig. In ein und derselben Brut einer bestimmten Zuchtform gibt es darum immer eine große Bandbreite. Wenn sehr einheitlich aussehende Goldfische im Handel sind, beruht das immer auf sorgfältiger Auslese und Sortierung und nicht auf genetischen Grundlagen. Grundsätzlich ist jedes Tier individuell also etwas unterschiedlich gezeichnet und es gibt auch Exemplare, denen der weiße Anteil fast völlig fehlt und umgekehrt solche, die nur vereinzelt schwarze Sprenkel auf weißem Grund haben.

Wir haben nur einen regelmäßigen Lieferanten für diese attraktiven Tiere und auch der kann nicht immer den Bedarf decken. 

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 817499 (3-4 cm) und 817500 (4-5 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. Nur in begrenzter Stückzahl lieferbar.

Text & Photos: Frank Schäfer

Channa pyrophthalmus ( = sp. Fire & Ice)

5. Dezember 2025

Anfang des Jahres 2024 wurde diese im Hobby schon länger als Channa sp. Fire & Ice bekannte Schlangenkopffisch-Art wissenschaftlich als Channa pyrophthalmus beschrieben. Man kennt sie bislang nur aus dem äußersten südlichen Grenzgebiet zwischen Burma und Thailand. Derzeit können wir wieder diesen kleinen und farbenprächtigen Channa anbieten. Die Art erreicht in der Natur nur 12-15 cm Länge, allerdings können Aquarienexemplare nach Niemeier bis zu 25 cm erreichen.

Diese wunderschöne Art gehört in den engeren Verwandtschaftskreis von Channa gachua und ist, wie dieser, ein Maulbrüter. Sie wurde auch schon im Aquarium nachgezüchtet. Da der kleine Channa, den man immer unzweifelhaft an der charakteristischen Gesichtszeichnung erkennen kann, zu den aggressivsten Vertretern seiner Gattung zählt, hält man ihn am besten einzeln, wozu ein relativ kleines Aquarium bereits ausreichend ist. Nur zu Zucht setzt man Paare zusammen. Das entspricht dem Verhalten in der Natur; hier leben die Fische außerhalb der Paarungszeit ebenfalls einzeln. Bei Gruppenhaltung benötigt man große bis sehr große Aquarien mit reichlich Versteckmöglichkeiten für unterlegene Tiere.

Als Futter gibt man am besten Insekten, z.B. Heimchen entsprechender Größe, die auch tiefgefroren gern genommen werden. Allerdings akzeptieren die Fische durchaus eine breite Palette von Futtermitteln: jegliches gröbere Frost- und Lebendfutter und nach Gewöhnung auch Granulate oder Cichliden Sticks; sie neigen allerdings etwas zur Verfettung, daher die Empfehlung mit der Insektenfütterung. Die chemische Wasserzusammensetzung sind zur Pflege und Zucht belanglos, jedes Trinkwasser eignet sich. Die Temperaturansprüche sind mäßig, am besten pflegt man die Art bei Zimmertemperatur (18-22°C) und nur zur Zucht erhöht man um 2-3°C.

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 409363 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Britz, R., H. H. Tan & L. Rüber (2024): Four new species of Channa from Myanmar (Teleostei, Labyrinthici, Channidae). Raffles Bulletin of Zoology v. 72: 1-25.

Niemeier, D. (2024): Schlangenkopffische. Neustadt am Rübenberge, 552 pp

Text & Photos: Frank Schäfer

Apistogramma agassizii PUTUMAYO

5. Dezember 2025

Erstmals  können wir eine kleine Anzahl dieser „neuen“ Variante des altbekannten Apistogramma agassizii anbieten. Es handelte sich ursprünglich um Beifänge zu der herrlichen Putumayo-Variante von A. bitaeniata aus Peru (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/apistogramma-bitaeniata-putumayo-3/). Wir haben einige Exemplare großgezogen, um zu sehen, was aus ihnen wird und können nur sagen: es hat sich gelohnt!

Genau wie der bereits erwähnte A. bitaeniata hat die Putumayo-Variante von A. agassizii einen hohen Gelbanteil in der Färbung. An der Basis der Rückenflosse befindet sich ein breites schwarzes Band. Die Schwanzflosse ist ebenfalls pechschwarz eingerandet. Manche (nicht alle!)  Weibchen dieser Variante haben einen Doppelfleck auf den Flanken, wie man es von A. gephyra her kennt.

Die bekannte Palette von A. agassizii wird durch die Putumayo-Variante unserer Ansicht nach sehr bereichert; gelbe Agassizii sind zwar schon lange bekannt, jedoch war stets unklar, woher genau sie stammen. Gewöhnlich gehören Peru-Wildfänge von A. agassizii eher dem so genannten blauen Farbtyp an, wobei immer zu beachten ist, dass es „farbreine“ Wildfangpopulationen nicht gibt. Siehe hierzu auch https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/apistogramma-agassizii-peru-wild/

Für unsere Kunden: die Putumayo-Variante von A. agassizii hat Code 614838 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer

Elassoma gilberti

28. November 2025

Erst im Jahr 2009 wurde diese Zwergsonnenbarsch-Art formell wissenschaftlich beschrieben. Sie stammt aus Florida und Alabama, wo sie neben (aber nicht zusammen mit) der sehr ähnlichen Art E. okefenokee vorkommt. Wie alle Zwergsonnenbarsche sind es kleine Fische, deren Männchen höchstens 3 cm Totallänge erreichen; Weibchen bleiben kleiner. Die Geschlechter unterscheiden sich bei erwachsenen Tieren am besten anhand der Flossensäume. Die Männchen haben dunkelgraue Säume in der Rücken-, Schwanz- und Afterflosse, die im Auflicht herrlich neonblau leuchten. Den Weibchen fehlt dieses Farbmerkmal. Elassoma gilberti ist zu sehr schnellem Farbwechsel fähig. Ein Männchen, das eben noch in tiefstem Samtschwarz prangt, kann sich binnen Sekunden zu einen blass beigefarbenen Fisch verändern, wenn es beunruhigt ist – und dazu genügt bereits die Annäherung der Fotokamera. Es gehört  darum zu den seltenen Glücks-Schnappschüssen, ein dominantes schwarzgefärbtes Männchen zu erwischen.

Leider wird dieses Fischjuwel nur selten angeboten. In normalen Händlerbecken sind Elassoma gilberti nämlich oft sehr blass gefärbt. Dann besteht nur wenig Unterschied zum allseits bekannten Elassoma evergladei (siehe: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/elassoma-evergladei-3/). Bezüglich der Pflegeansprüche – ruhige, dicht bepflanzte Aquarien, Frost- und Lebendfutter, Zimmertemperatur (16-24°C, also keine Zusatzheizung) – unterscheiden sich die Elassoma-Arten nicht. Alle sind in der Fortpflanzungsperiode Dauerlaicher. Die Eier und dem entsprechend die Jungtiere sind winzig, was die Aufzucht etwas mühsam gestaltet. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Pflege und Zucht von Elassoma der der heutzutage besser bekannten Zwergblaubarsche (Dario spp.) entsprechen. Die von uns angebotenen Elassoma gilberti sind Nachzuchtexemplare.

Für unsere Kunden: die Fische haben Code 414732 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer