Die Barrakuda-Salmler der Gattung Acestrorhynchus eignen sich sehr gut für die Pflege im Aquarium, obwohl sie ausgesprochene Raubfische sind und sich in der Natur vorzugsweise von kleinen Fischen ernähren. Etliche Arten werden mittelgroß, ca. 20-30 cm, doch gibt es auch Zwergarten, darunter A. isalinae, der nur rund 7,5 cm Standardlänge (also ca. 10 cm Totallänge, man rechnet bei Fischen ja gewöhnlich die Schwanzflosse nicht mit) erreicht; in Importen finden sich manchmal Riesen von ca. 12 cm Totallänge, also mit Schwanzflosse. Diese Art ist zugleich der hübscheste Acestrorhynchus in Bezug auf die Körperzeichnung: Sie besitzt nämlich zwei schwarze Längsbänder und einen teilweise roten oder gelben Schwanzwurzelfleck; insgesamt ist der Schwanzwurzelfleck dreigeteilt. Ganz oben ist er rot oder gelb, in der Mitte schwarz und ganz unten weiß.

Acestrorhynchus isalinae wurde wissenschaftlich erst 1983 aus dem Einzug des Rio Madeira beschrieben. Von dort erfolgen keine Exporte der Art, jedoch gibt es ein wunderschönes Buch über die Fische des Rio Madeira; der dort abgebildete A. isalinae entspricht in allen Farbmerkmalen den von uns regelmäßig aus Peru importierten Tieren. Bereits 1909 beschrieb Eigenmann aus Britsh Guyana eine extrem ähnliche Art, nämlich Acestrorhynchus nasutus. Es wird gelegetlich spekuliert, dass A. nasutus und A. isalinae die gleiche Art seien, bzw. dass alle als A. isalinae importierten Fische in Wirklichkeit A. nasutus darstellen würden.
Wie man auf der Fotografie des Typusexemplares von A. nasutus aus dem Jahr 1903 jedoch deutlich sehen kann, ist bei dieser Art jedoch der schwarze Schwanzwurzelfleck nicht punktförmig wie bei A. isalinae, sondern in Form einer Raute ausgeprägt, die bis ans Ende der Schwanzflosse verläuft; zudem endet bei A. nasutus die Bauchbinde oberhalb der Afterflosse, bei A. isalinae verläuft sie über die gesamte Bauchlänge. Offenbar ist A. nasutus noch nie für die Aquaristik importiert worden. Auch A. nasutus wird nur ca. 7,5 cm lang. Sehr ähnlich gefärbt ist ferner der wiederum kleinbleibende (8 cm ohne Schwanzflosse) A. maculipinna aus dem Amazonasgebiet in Brasilien, der jedoch an der Basis der Rückenflosse einen großen schwarzen Fleck hat.
Untereinander und gegenüber anderen Fischen, die als Nahrung nicht in Frage kommen, sind Acestrorhynchus gewöhnlich relativ friedlich. Das muss alletdings insofern eingeschränkt werden, als dass es nicht ratsam ist. bei A. isalinae Exemplare unterschiedlicher Größe geinsam zu pflegen. Die größeren Exemplare werden in diesem Fall die kleineren mobben, sogar dann, wenn der Größenunterschied nur 1-2 cm beträgt. Das Mobbiung kann im Extremfall sogar tödlich enden, also Vorsicht!
Die chemische Wasserzusammensetzung ist für A. isalinae relativ unerheblich, pH zwischen 6 und 8, Härte von weich bis mittelhart, Temperatur zwischen 22 und 26°C sind günstige Werte. Schwierig ist die Futterfrage. Lebende Futterfische sollte man möglichst nicht geben, da sie stets Krankheitserreger in sich tragen können. Gerne werden von kleineren A. isalinae z.B. lebende Weiße Mückenlarven gefressen. Mit etwas Geduld kann man die Tiere fast immer an grobes Frostfutter gewöhnen.
Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 202100 (4-5 cm) bis Code 202104 (9-12 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Literatur:
Eigenmann, C. H. (1912): The freshwater fishes of British Guiana, including a study of the ecological grouping of species, and the relation of the fauna of the plateau to that of the lowlands. Memoirs of the Carnegie Museum v. 5 (no. 1): i-xxii + 1-578, Pls. 1-103.
Menezes, N. A. & J. Géry (1983): Seven new acestrorhynchin characid species (Osteichthyes, Ostariophysi, Characiformes) with comments on the systematics of the group. Revue Suisse de Zoologie v. 90 (no. 3): 563-592.
de Queiroz, L. J., Torrente-Vilara, G., Ohara, W. M., da Silva Pires, T. H., Zuanon, J & C. R. da Costa Doria (2013): Peixes do Rio Madeira, Vol 1-3, Sao Paulo
Text & Photos: Frank Schäfer


