Apistogramma agassizii ist, wir haben es schon mehrfach erwähnt, eine polychromatische Art. Das Wort „polychromatisch“ bedeutet, wörtlich übersetzt, „vielfarbig“. Gemeint ist damit, dass viele Färbungsmerkmale bei dieser Art sehr variabel und damit nicht diagnostisch zur Bestimmung der Spezies sind. In der Regel ist es so, dass innerhalb einer Population bereits mehrere Farbschläge auftreten. Wenn bei Importen ein anderer Eindruck entsteht, so deshalb, weil die Exporteure vor Ort bereits nach Farbmustern sortieren. So gibt es bei Tefé in Brasilien nicht nur den berühmten „Tefé-Agassizi“ mit seinem Zickzack-Muster auf den Flanken, sondern auch ganz normal gefärbte A. agassizii. In der Zucht hat sich gezeigt, dass manche Merkmale stabil gezüchtet werden können. Bei anderen gelingt das nur bedingt. Diese verschwinden dann meist relativ schnell wieder aus der Zucht, weil es sich kein Züchter leisten kann, nur einen kleinen Prozentsatz Tiere mit der erwünschten Farbkombination in einer Brut zu haben. Als kleine Jungtiere sehen ja alle gleich aus. Erst wenn man die Fische großgezogen hat, erkennt man die Farben zuverlässig.

Der „Flamenco-Agassizii“ kommt aus Peru. Bei früheren Importen sagten uns die Exporteure, dass nur ein kleiner Teil der bei ihnen angelieferten Tiere die begehrte „Flamenco“-Form mit der orangefarbenen Rückenflosse sind. Inzwischen hat sich herauskristallisiert, dass dieser Farbschlag scheinbar vor allem in der Grenz-Region zwischen Ecuador und Peru (Rio Tigre-Einzug, Rio Amaya etc.) vorkommt. Dort leben auch andere begehrte Apistogramma-Arten, so dass wir nun nach 15 Jahren wieder einmal diese sehr schöne Farbform anbieten können.
Bezüglich der Pflegeansprüche unterscheidet sich der „Flamenco“ nicht von den hinlänglich bekannten Apistogramma agassizii. Die wichtigsten Grundforderungen sind: teilweise feinsandiger Bodengrund, den die Tiere durchkauen können, möglichst keimarme Bedingungen, nicht zu warm halten (22-24°C). Gefressen wird jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe. Zur Zucht sollte der pH unter 6 liegen. Es sind Höhlenbrüter mit Mutterfamilie; das Weibchen sorgt für den Laich und die Jungtiere, das Männchen sichert das Revier. Wenn genug Raum vorhanden ist, kann man mehrere Weibchen pro Männchen im Aquarium pflegen.
Für unsere Kunden: „Flamenco“ hat Code 614182 (md) und 614183 (md-lg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


