Balantiocheilos melanopterus

19. Juni 2026

Zu den beliebtesten Zierfischen Asiens gehört die Haibarbe, Balantiocheilos melanopterus. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet umfasst die großen Sundainseln Sumatra und Borneo, sowie die Malaiische Halbinsel. Die Typuslokalität der bereits 1850 als Barbus melanopterus beschriebenen Art ist Bandjarmasin auf Borneo. Aquaristisch bekannt wurde sie allerdings erst über 100 Jahre später. Erste Importe nach Deutschland erfolgten 1959 aus Thailand. Man war so begeistert von den Fischen, dass die DDR-Zeitschrift Aquarien-Terrarien sogar ein Farbfoto spendierte. 

Bis vor relativ kurzer Zeit (2007) glaubte man, es gäbe nur eine Art der Haibarben, nämlich Balantiocheilos melanopterus (oft wird der Gattungsname falsch mit -us am Ende geschrieben). Dann beschrieben die Wissenschaftler Ng und Kottelat eine zweite Art, nämlich B. ambusticauda. Die beiden Arten unterscheiden sich als Jungfische nicht voneinander, nur bei erwachsenen Exemplaren (B. ambusticauda wird 20, B. melanopterus 35 cm lang) gibt es einen deutlichen Unterschied in der Kopfform (speziell Interessierte seien auf die Originalbeschreibung von B. ambusticauda verwiesen: Ng, H.H. & M. Kottelat (2007): Balantiocheilos ambusticauda, a new and possibly extinct species of cyprinid fish from Indochina (Cypriniformes: Cyprinidae). Zootaxa 1463: 13-20, http://www.mapress.com/j/zt/article/view/zootaxa.1463.1.2). In dieser Beschreibung genannte Farbunterschiede zwischen B. ambusticauda und B. melanopterus bezüglich der After- und Bauchflossenfärbung treffen jedoch nur bedingt zu, denn historische Fotos von B. ambusticauda wie das oben zitierte Farbfoto aus der Aquarien-Terrarien lassen sie nicht erkennen.

B. ambusticauda stammte aus der Umgebung des Bung Borapet in Thailand. Man muss das in der Vergangenheitsform schreiben, denn die Art gilt derzeit als ausgestorben. In Thailand werden Haibarben zwar seit den 1980er Jahren gezüchtet, aber der Zuchtstamm geht auf aus Indonesien importierte Exemplare zurück, es handelt sich also um „echte“ B. melanopterus. Auch in Indonesien gilt die Haibarbe als gefährdete Art. Da seit Dekaden keine Wildfänge mehr als Zierfisch gehandelt werden, kann der Fang für diese Zwecke als Gefährdungsursache ausgeschlossen werden.

Haibarben sind verhältnismäßig große Fische. Das Rekordmaß von etwa 35 cm wird natürlich nur alle Jubeljahre mal erreicht, aber auf 15-20 cm wachsen normal gepflegte Tiere regelmäßig heran. Ein großes Aquarium ist also Voraussetzung für die Pflege; es sollte immer ca. 10x so lang wie das größte Tier im Trupp sein, denn Haibarben sind Schwarmfische und sollten stets in Gruppen ab 5 Exemplaren aufwärts gepflegt werden. Dann sind sie wegen ihrer stets straff offen getragenen Flossen herrliche Blickfänge im Aquarium. Es sind friedliche Tiere, die mit jedem Leitungswasser zufrieden sind. Die Temperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen, etwas mehr oder weniger schadet auch nicht, wenn es nicht dauerhaft so ist. Haibarben sind gierige Allesfresser, die auch zarte Pflanzenteile beknabbern. Man sollte ballaststoffreich und proteinarm füttern. Unmäßig dicke Haibarben sieht man leider viel zu oft. Das ist häßlich, ungesund und verkürzt die Lebensdauer erheblich, die im Aquarium bis zu 13 Jahren betragen kann.

Für unsere Kunden: Haibarben haben Code 368601 (3-4 cm) bis 368607 (12-15 cm) für importierte Nachzuchtexemplare und 368612 für EU-Nachzuchten (4-5 cm) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer