Zwergbärblinge (Boraras) sind im Hobby sehr beliebt. Wissenschaftlich unterscheidet man sechs Arten (B. urophthalmoides, B. brigittae. B. merah, B. maculata, B. micros und B. naevus), deren Unterscheidung manchmal kniffelig sein kann. Über die Gültigkeit von B. merah wird z.B. im Hobby kontrovers diskutiert, weil sehr sorgfältige Zuchtversuche ergeben haben, dass es sich dabei um Weibchen von B. brigittae handelt. Die beiden kleinsten Arten, B. micros und B. naevus, kommen weit voneinander entfernt vor, B. micros im Norden Thailands, B. naevus im Süden. Die Farbunterschiede, die in den wissenschaftlichen Arbeiten über diese Arten genannt werden, helfen in der Praxis leider oft nicht weiter, da es Zwischenformen gibt.

Grundsätzlich gilt: B. naevus aus dem Süden Thailands hat einen ausgeprägen Sexualdichromatismus, d.h. Männchen und Weibchen sind sehr unterschiedlich gefärbt. Der Schulterfleck der Männchen ist sehr groß, oft hochoval und auf jeden Fall sehr viel größer als der Schulterfleck der Weibchen. In der wissenschaftlichen Literatur heißt es, dass der Schulterfleck bei B. micros bei beiden Geschlechtern etwa gleich groß ist. Wir erhalten beide Arten – also eine aus dem Norden und eine aus dem Süden – regelmäßig. Rein optisch sind sie auf den ersten Blick kaum auseinanderzuhalten. B. micros färbt erst spät aus, diese Art muss gut eingewöhnt sein, damit die Männchen ihre prachtvolle rote Körperfärbung entwickeln. Es gibt aber einen Unterschied zwischen den beiden Arten, der leicht auf einem scharfen Foto zu erkennen ist: B. micros hat nur 5-6 geteilte Rückenflossenstrahlen, B. naevus 7.
In Balzfärbung sind B. micros – wie alle Boraras-Männchen – ganz entzückend. Die Rotfärbung ist in der Bauchgegend hinter dem Schulterfleck am intensivsten. Damit unterscheiden sie sich von allen anderen Boraras-Männchen mit roter Balzfarbe, bei denen die Rotfärbung mehr oder weniger gleichmäßig am ganzen Körper verteilt ist.
Maximalgröße: ca. 2 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege im Grunde unwesentlich (Trinkwasser), die Prachtfärbung wird allerdings nur in mit Huminstoffen angereichertem, weichem Wasser gezeigt; zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: friedlicher Schwarmfisch.
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Text & Photos: Frank Schäfer


