Brachyrhamdia marthae

2. Oktober 2026

Die Gattung Brachyrhamdia umfasst nur sechs beschriebene Arten, eine weitere, die wissenschaftlich noch unbeschrieben ist, wurde vor über 20 Jahren als Beifang importiert, seither hörte man nichts mehr von ihr. Es handelt sich um relativ kleinwüchsige Welse. Brachyrhamdia marthae stammt aus Ecuador, Peru, Bolivien und Brasilien. Wie alle Arten der Gattung schwimmt auch sie als Jungfisch mit verschiedenen Panzerwels-Arten im Schwarm. Bei B. marthae ist ein gemeinsames Vorkommen mit Gastrodermus pgymaeus (in Peru), Hoplisoma caudimaculatum und H. trilineatum (in Brasilien) dokumentiert. Wenngleich die Färbung von B. marthae nicht sonderlich ähnlich zu der der Panzerwelse ist, fällt B. marthae im gemischten Schwarm fast gar nicht auf.  Der Sinn dieser Nachahmung ist noch nicht wirklich erforscht, aber man hält es für wahrscheinlich, dass es sich um eine so genannte Müller´sche Mimikry handelt. Die Ähnlichkeit mit einem der häufigen Panzerwelse schützt demnach die deutlich selteneren Brachyrhamdia, weil jeder Fressfeind, der schon einmal Panzerwels gekostet hat, diese künftig meidet – und mit ihnen auch Arten, die den Panzerwelsen ähnlich sehen oder mit den Panzerwelsen gemeinsam im Schwarm schwimmen. Der Corydoras-Schwarm könnte aber auch zur Tarnung dienen, die es den im Vergleich zu Panzerwelsem räuberischen Brachyrhamdia ermöglicht, näher an kleine Beutetiere heranzukommen. 

Im Aquarium sollte man Brachyrhamdia marthae im Schwarm mit ihresgleichen pflegen und unbedingt auch einen Panzerwels-Schwarm dazusetzen, um das Zusammenleben der beiden Arten beobachten und analysieren zu können. Gegenüber Fischen, die als Nahrung nicht in Frage kommen (also alle Arten, die etwa halb so groß oder größer als die Brachyrhamdia sind), verhalten sich B. marthae vollkommen friedlich. Im Aquarium sind die Welse Allesfresser, die jegliche Trocken-, Frost- und Lebendfutter zu sich nehmen. Pflanzliche Kost spielt keine Rolle, Pflanzen werden von den Fischen auch ansonsten völlig ignoriert.

Das Aquarium für B. marthae sollte einen feinen Sandboden haben, mit zahlreichen Wurzeln dekoriert sein und nicht zu hell beleuchtet werden. Am besten kultiviert man eine Solitärpflanze – etwa eine Amazonas-Schwertpflanze (Echinodorus) – in einem Kulturgefäß und beleuchtet nur diese Pflanze gezielt, während im übrigen Aquarium etwas diffuses Licht herrschen kann. 

Männliche Brachyrhamdia marthae haben offenbar deutlich mehr Schwarz in der Rückenflosse und sind erheblich schlanker.  Die Weibchen setzen leicht Laich an und sind dann sehr dick, doch wurde in der aquaristischen Literatur noch nicht über eine erfolgreiche Zucht berichtet. Vermutlich liegt der Grund dafür an zu geringem Interesse der Aquarianer an diesen hübschen Welsen – schade! Es kann davon ausgegangen werden, dass B. marthae keine Brutpflege ausübt und ähnlich zum Ablaichen zu stimulieren ist, wie die Panzerwels-Arten des zentralen Amazonasbeckens. Es gibt Beobachtungen aus den 1980er Jahren, nach denen die mit B. marthae verwandte Art B. imitator aus Kolumbien durch das Ablaichen von Hoplisoma brevirostre, mit denen sie gemeinsam gepflegt wurden, ebenfalls zum Ablaichen stimuliert wurde.

Maximalgröße: 6-7 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: friedlicher Schwarmfisch.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 211703 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Text & Photos: Frank Schäfer