Der Marmor-Beilbauch (Carnegiella strigata) ist der ideale Aquarienfisch. Er bleibt klein (4 cm), ist friedlich und hat eine interessante Färbung. Die Art ist weit in Südamerika verbreitet (Brasilien, Ekuador, Bolivien, Kolumbien, Guyana, Peru und Surinam) und häufig. Darum ist sie fast immer im Angebot des Zierfischhandels zu finden.

Die besondere Form der Tiere und die Variabilität ihrer Zeichnung führte in der Vergangenheit zu mehreren, einander teils widersprechenden Revisionen. Außerdem gab es bereits früh Verwechslungenn und Mehrfachbeschreibungen. Sicher ist: in den unterschiedlichen Verbreitungsgebieten sieht der Marmor-Beilbauch unterschiedlich aus. In der Vergangenheit wurden darum etliche Unterarten beschrieben, so fasciata aus Brasilien (Tabatinga), marowini und surinamensis aus Surinam und vesca aus Guyana. Gegenwärtig werden diese Unterarten aber wissenschaftlich nicht anerkannt.
Die vielleicht schönste, weil kontrastreichste Variante kommt aus dem oberen Amazonas (Peru und Kolumbien) zu uns und wird im Handel als „vesca“ bezeichnet. Der Unterschied zwischen diesen Handels-vesca und „normalen“ strigata, die zeitweise sogar als eigenständige Arten geführt wurden, liegt in der Zeichnung. Bei strigata, wie sie im Handel bezeichnet wird, gabelt sich die breiteste Körperbinde weit unterhalb einer gedachten waagerechten Linie über den Bauch zum Ansatz der Afterflosse, bei der Handels-vesca erst weit oberhalb dieser fiktiven Linie. Dadurch ist beim „Handels-vesca“ diese breiteste aller Körperbinden sehr massiv und das Tier erscheint optisch sehr viel dunkler als die strigata-Form.
Blöd ist nur, dass die Namen im Handel genau falsch herum benutzt werden. Der dunkle Fisch ist, legt man die sorgfältigen Forschungsergebnisse von Weitzman zugrunde, der „echte“ Carnegiella strigata, während der „echte“ vesca die hellere Form ist, bei der sich die breiteste Körperbinde schon nahe der Bauchkante gabelt. Ungeachtet aller Konfusion: hier finden Sie Bilder der „Handels-Strigata“: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/carnegiella-strigata-lg-xlg/, alle Bilder dieses Posts zeigen „Handels-Vesca“.
Beilbauchfische sind während der Eingewöhnung etwas schreckhaft und dürfen nie mit ruppigen Arten zusammen gepflegt werden. Ideal ist eine Kombination mit Bodenfischen wie Panzerwelsen. Bei der Ernährung ist darauf zu achten, dass die Tiere Futter nur von der Oberfläche nehmen. Trockenfutter ist eine gute Ernährungsbasis, zur Zucht muss man sich aber etwas mehr Mühe geben und kleine Insekten wie Fruchtfliegen füttern. Wichtig ist es, möglichst mehrmals täglich in kleinen Mengen zu füttern. Die Geschlechter sind äußerlich nicht leicht unterscheidbar, Weibchen werden allerdings etwas größer und sind zur Laichzeit fülliger um die Mitte herum.
Für unsere Kunden: die Fische haben Code 214304 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


