Epalzeorhynchos bicolor ( = Labeo b.)

29. April 2026

Der Feuerschwanz, Epalzeorhynchos bicolor, ist seit Jahrzehnten einer der beliebtesten Aquarienfische. Seine Farbkombination von pechschwarzem Körper mit feuerroter Schwanzflosse machen ihn für viele Aquarianer unwiderstehlich. Unter erfahrenen Aquarianern sagt man auch gerne: „auf diesen Fisch muss jeder mal hereingefallen sein.“ Das klingt ja recht negativ. Warum das?

Nun, der bis zu maximal 12-13 cm lange Fisch gehört zwar aus systematischer Hinsicht zu den Karpfenfischen, ist jedoch bezüglich des Verhaltens ein Buntbarsch. Genauer gesagt: ein Tropheus-Buntbarsch aus dem Tanganjikasee. Die Haltungsanforderungen des früher einmal in Thailand heimischen Feuerschwanzes (er gilt in der Natur aufgrund von Staudammbauten, die die Laichwanderung verhindern, als ausgestorben) entsprechen tatsächlich denen von Tropheus. Es sind Aufwuchsfresser, die viel Platz brauchen und untereinander eine strenge Hierarchie ausmachen. Pflegt man einen einzelnen Feuerschwanz in einem normalgroßen Aquarium, so erlebt man sehr oft, dass dieses Tier sich zum Tyrannen über den gesamten Besatz aufschwingt. Aber der Fehler liegt in diesem Fall beim Aquarianer, nicht beim Fisch. Der folgt nur seinen Instinkten. Das Schlimme ist: ziemlich oft geht diese Haltungsform sogar gut! Das liegt wohl daran, dass der Feuerschwanz seit mindestens 40 Jahren nur noch als Nachzucht zur Verfügung steht. Die Nachzuchtfische sind viel friedlicher als ihre wilden Vettern, weil über die Zeit immer nur die verträglichsten Tiere zur Weiterzucht verwendet werden. Ohne die stete Nachfrage für die Aquaristik wäre der Feuerschwanz bereits auf der Liste der ausgestorbenen Tierarten zu finden.

Dennoch: die richtige Pflege von Epalzeorhynchos bicolor sollte in Aquarien ab 150 cm Kantenlänge erfolgen. Dort pflegt man sie in Gruppen von mindestens 15, besser mehr Exemplaren. Zarte, stressempfindliche Fischarten sind als Gesellschaft für Feuerschwänze ungeeignet. Wie bei Tropheus-Buntbarschen kann es trotz richtiger Pflege passieren, dass Exemplare unterdrückt werden. Greift der Pfleger dann nicht ein, kann das für den gemobbten Fisch tödlich enden.

Die Wasserwerte sind für die Pflege von Feuerschwänzen unerheblich. Jedes Trinkwasser eignet sich. Der pH kann zwischen 6 und etwas über 8 liegen. Wassertemperaturen zwischen 22 und 28°C sind am günstigsten. Gefressen wird jedes übliche Zierfischfutter, jedoch eignen sich Flockenfutter, Futtertabletten und feines Frostfutter (Cyclops, Bosmiden etc.) am besten. Sehr wichtig sit es, die Tiere in einem durch Steinaufbauten, Wurzelholz, Pflanzen etc. sehr gut strukturierten Aquarium zu pflegen. Voll ausgewachsene Tiere lassen die Geschlechter gut erkennen. Weibchen sind deutlich voller in der Bauchpartie, zudem haben die Männchen eine ausgezipfelte Rückenflosse. Es sind Freilaicher ohne Brutpflege. Richtig gepflegte Feuerschwänze sind prachtvolle Tiere, die auch verwöhnte Augen immer wieder begeistern.

Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 422301 (2-3 cm) bis Code 422306 (8-10 cm) für asiatische Nachzuchten, Code 422331 (2-3 cm) bis Code 422334 (6-7 cm) für europäische Nachzuchten, 422400 (2-3 cm) bis 422404 (6-7 cm) für Albino-Nachzuchten aus Asien und 422412 (4-5 cm) für Albino-Nachzuchten aus Europa auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern. 

Text & Photos: Frank Schäfer