Der so genannte Gemeine Beilbauchsalmler Gasteropelecus sternicla kommt praktisch im gesamten Gebiet der Tropen Südamerikas vor. In diesem riesigen Areal haben sich vermutlich unterschiedliche genetische Linien entwickelt. Es ist jedenfalls extrem unwahrscheinlich, dass dem nicht so ist. Trotzdem sehen sie sich überall äußerst ähnlich: es sind schlicht und ergreifend Erfolgsmodelle der Evolution! Die Maximallänge dieser Art liegt bei etwa 6-7 cm.

Die Bilder zu diesem Post zeigen Tiere aus Kolumbien. Wir haben Gasteropelecus sternicla praktisch immer im Stock, manchmal auch als Nachzucht aus Indonesien. Die kolumbianischen Exemplare sind deshalb interessant, weil diese Tiere aus dem Rio Magdalena stammen. Dieser Fluss, der etwa die Größe des Rheins hat, ist von anderen Fluss-Systemen Südamerikas ziemlich isoliert und darum kommen viele seiner Fischarten ausschließlich dort vor; der Fachausdruck lautet: sie sind dort endemisch.
Tatsächlich wurde aus dem Rio Magdalena auch 1912 eine Beilbauchfischart wissenschaftlich beschrieben, nämlich Thoracocharax magdalenae. Sie gilt heute als Synonym zu Gasteropelecus maculatus. Wir waren nun natürlich gespannt, ob die G. sternicla aus dem Rio Magdalena anders aussehen würden, als ihre Vettern aus anderen Gegenden. Fehlanzeige! Trotzdem ist es interessant, sie einmal gesehen zu haben…
Die Pflege von Gasteropelecus sternicla ist einfach, wenn man ein paar Grundregeln beachtet. Die Wasserwerte sind nebensächlich. Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 28°C betragen. Das Aquarium muss lückenlos abgedeckt sein, denn Gasteropelecus zählen zu den fliegenden Fischen. In der Natur ernähren sie sich von kleinen Insekten, nach denen sie springen. Eine kleine Mücke, die durch die gute Stube fliegt, kann dazu führen, dass der ganze Beilbauch-Schwarm auf dem Teppich landet! Außerdem muss man bei der Fütterung beachten, dass Beilbauchfische nur Futter von der Wasseroberfläche oder während des Absinkens nehmen. Da diese Fische einen kleinen Magen haben, sollte man mehrmals täglich in kleinen Portionen füttern (so viel, wie binnen 5 Minuten restlos aufgefressen wird). Beim Futter sind die Beilbäuche nicht sehr wählerisch. Insekten (z.B. Drosophila) sind ihr absolutes Lieblingsfutter, aber Trockenfutter oder gefriergetrocknetes Futter wird ebenfalls problemlos akzeptiert. Man sollte Beilbauchfische im Schwarm pflegen. Die Weibchen sind etwas größer und plumper als die Männchen. Die Geschlechterzusammenstellung spielt für die Pflege keine Rolle. Gasteropelecus sternicla sind gegen Artgenossen und artfremde Fische völlig friedlich.
Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – als Wildfang Code 254401 (sm) bis 254407 (xlg) und als Nachzucht 254412 (sm-md) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


