Zu den allerersten Buntbarschen, die in der Aquaristik verfügbar wurden, gehört Geophagus brasiliensis. Die Ersteinfuhr nach Deutschland erfolgte bereits um das Jahr 1900. Diese aus dem südlichen Teil Südamerikas stammende Art ist unempfindlich gegenüber niedrigen Wassertemperaturen, wie sie in den ungeheizten Wohnräumen unserer aquaristischen Vorfahren aufgrund der störungsanfälligen Heizmethoden (unter das Aquarium gestellte Spiritusbrenner und dergleichen) im Winter auftreten konnten. Andererseits waren die damaligen Aquarien oft deutlich kleiner als heutzutage. Da G. brasiliensis zwar mit 6-8 cm fortpflanzungsfähig ist, aber immerhin unter günstigen Umständen über 20 cm lang werden kann, galt er bald als Fisch für Spezialisten.

Hinter dem Namen Geophagus brasiliensis verstecken sich nach allgemeiner Auffassung mehrere, einander sehr ähnliche Arten. Sie alle gehören auch nicht in die Gattung Geophagus im eigentlichen Sinne, die die Erdfresser aus der Verwandtschaft von G. altifrons umfasst. Darum wird der Gattungsname bei der brasiliensis-Gruppe oft in Anführungszeichen geschrieben. Eine umfassende Revision existiert allerdings nicht. Es sind offenbrütende Buntbarsche mit Elternfamilie.
Die Wildfänge, die wir zur Zeit anbieten können, stammen aus Brasilien, Bundesstaat Sao Paulo und wurden in der Umgebung der Stadt Botucatu gesammelt. Hydrologisch gehört das Gebiet zum Einzug des Rio Tiete. Es ist wichtig, dass man im Aquarium niemals Geophagus der brasiliensis-Gruppe von verschiedenen Fundorten vermischt. Aus Sao Paulo wurde z.B. 1911 die heutzutage meist als eigenständige Art geführte „Variante“ G. iporangensis beschrieben. Hybriden sind im Hobby unerwünscht.
Bezüglich der Wasserwerte sind G. brasiliensis völlig unempfindlich. In der Natur werden sie sogar gelegentlich im Brackwasser gefunden. Sie fressen jegliches Zierfischfutter passender Größe, es sollte allerdings recht kräftig und nahrhaft sein. Es wurde sogar schon beobachtet, dass diese Fische Turmdeckelschnecken (Melanoides) fressen, die sonst von nahezu allen schneckenfressenden Fisch verschmäht werden. Größere Buntbarsche sollten in größeren Aquarien untergebracht sein. Als Gesellschaft eignen sich robuste und schnelle Fischarten. Je kleiner das Aquarium, desto problematischer ist eine Vergesellschaftung. Zur Pflege reicht Zimmertemperatur, zur Zucht kann man auf 24-26°C erhöhen. Geophagus brasiliensis wühlen leidenschaftlich; das sollte man bei der Einrichtung berücksichtigen. Pflanzen setzt man am besten in Töpfe oder verzichtet ganz auf im Boden wurzelnde Gewächse. Schwimmpflanzen sind eine gute Alternative.
Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 676503 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer



