Hemiancistrus meizospilos

24. Juli 2026

Die Gattung Hemiancistrus ist – da sind sich eigentlich alle Experten einig – eine so genannte Sammelgattung. Das bedeutet, die in ihr zusammengefassten Arten sind nicht unbedingt nahe miteinander verwandt, sondern teilen lediglich einige äußere Merkmale. Bei Hemiancistrus kommt noch dazu, dass eine gute Defintion der Gattung nicht existiert. Gegenwärtig werden 15 Arten in Hemiancistrus gruppiert. 2015 stellten Armbruster et al. heraus, dass eigentlich nur die Typusart von Hemiancistrus, nämlich H. medians aus dem Einzug des Maroni in Französisch Guyana und Surinam ein „echter“ Hemiancistrus sei. Der ganze Rest sei in andere Gattungen zu stellen, die aber noch definiert und benannt werden müssen. Eine dieser neuen Gattungen soll dann die „Hemiancistrus chlorostictus-Gruppe“ umfassen, mit den Arten „H.“ cerrado (Tocantins-Einzug),„H.“ chlorostictus, ‘„H.“ fuliginosus, „H.“ megalopteryx, „H.“ meizospilos, „H.“ punctulatus und „H.“ votouro. Alle diese Arten kommen, mit Ausnahme von „H.“ cerrado, aus dem Süden Brasiliens und aus Uruguay. Und alle südlichen „Hemiancistrus“ wurden erst spät wissenschaftlich beschrieben, zwischen 1999 und 2008. Aquaristisch sind diese Arten nahezu unbekannt. Wir konnten jetzt erstmals „H.“ meizospilos aus dem Einzug des oberen Rio Uruguay importieren.

Nach Literaturangaben kann „H.“ meizospilos eine maximale Länge von etwa 20 cm erreichen, gehört also zu den mittelgroßen Harnischwelsen. Unsere Tiere sind aktuell zwischen 6 und 12 cm lang. Es gibt nicht zwei Exemplare unter den 30 Tieren unseres Importes, die eine identische Zeichnung haben. Das ist sehr ungewöhnlich. Die Körpergrundfärbung ist ein dunkles Braun, darauf befinden sich helle, gelbliche bis orangefarbene Punkte oder Flecken; die Flossen sind hübsch orangefarben gebändert oder gepunktet. Männchen entwickeln eine starke Beborstung auf dem Brustflossenstachel. Insgesamt ist die Art am ähnlichsten zu „H.“ chlorostictus, bei dem die Punkte aber sehr viel kleiner sind. Die Eingewöhnung bereitete uns keine nennenswerten Probleme. Wir pflegen die Welse in weichem Wasser bei einem pH-Wert um 7 und etwa 24°C. Der Blick ins Maul verrät, dass es sich um Aufwuchsfresser, wie Ancistrus oder Peckoltia handelt. Entsprechend werden die Tiere bei uns gefüttert. Untereinander sind sie gut verträglich.

„Hemiancistrus“ meizospilos könnte ein attraktiver Algenfresser für größere, kühle Südamerika-Aquarien werden, wenn er regelmäßig importiert werden kann oder die Nachzucht glückt. Wir sind gespannt!

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 255802 (6-9 cm) und 255803 (9-12 cm). Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Armbruster, J.W., Werneke, D.C. & Tan, M. (2015) Three new species of saddled loricariid catfishes, and a review of Hemiancistrus, Peckoltia, and allied genera (Siluriformes). ZooKeys, 480, 97–123. https://doi.org/10.3897/zookeys.480.6540 

Text & Photos: Frank Schäfer