Moenkhausia oligolepis

24. April 2026

Traditionell unterscheidet man zwei Arten der Rotaugen-Moenkhausia, die sich äußerlich kaum unterscheiden. Es sind dies M. oligolepis aus dem Amazonas-Gebiet und den Guyana-Ländern und M. sanctaefilomenae aus der südlich daran angrenzenden Zone, dem Rio Paraguay und Parnahyba. Es gibt farbliche Details zur Artunterscheidung, die jedoch oft unzuverlässig sind. So nennt man M. oligolepis auch „Schwanzspiegel-Salmler“, weil der prominente schwarze Fleck auf der Schwanzwurzel, den alle Arten dieser Gruppe haben, vorn und hinten von einer breiten weißen Zone begleitet wird. Ähnlich sieht das aber bei manchen M. sanctaefilomenae auch aus. Als sicheres Unterscheidungsmerkmal gilt darum, dass M. oligolepis mehr und damit kleinere Schuppen als M. sanctaefilomenae hat. In der Längsreihe sind es bei M. oligolepis 29-32 Schuppen, bei M. sanctaefilomenae 22-26. 

Doch es wäre ja zu einfach, wenn es nur diese zwei Optionen gäbe. Tatsächlich sind in jüngerer Zeit zwei weitere „Rotaugen-Moenkhausia“-Arten beschrieben worden, nämlich M. forestii (2009) und M. pyrophthalma (1994). M. forestii stammt – genau wie M. sanctaefilomenae – aus dem Einzug des Rio Paraguay und unterscheidet sich von M. sanctaefilomenae nur wenig. Wir zitieren: „Moenkhausia forestii unterscheidet sich von M. sanctaefilomenae durch die Anzahl der quer verlaufenden Schuppenreihen oberhalb der Seitenlinie (5 entgegen 4 Schuppen) sowie durch die Anzahl der quer verlaufenden Schuppenreihen unterhalb der Seitenlinie (4 entgegen 3 Schuppen).“ Alle drei Rotaugen-Moenkhausia werden aktuell der Gattung Bario zugeordnet. Im Hobby ist M. forestii wohl noch nicht aufgetaucht, bzw. es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie als eine andere Art als M. sanctaefilomenae erkannt wird. Die vierte Art, M. pyrophthalma (der Artname bedeutet „Feuerauge“), wird gegenwärtig Ramirezella zugeordnet; dieser Fisch ist viel schlanker als die bisher genannten und hat eine ganz andere Schwanzwurzelzeichnung, ist also kaum zu verwechseln.

Die alleraktuellste Forschung zeigt, dass es sogar drei Arten von Rotaugen-Moenkhausia im Einzug des Rio Paraguay gibt: B. forestii und B. sanctaefilomenae (beide mit unvollständiger Seitenlinie) und B. australis (mit kompletter Seitenlinie). Letztere wurde bereits 1908 beschrieben, doch glaubte man später, das Merkmal der Seitenlinie sei variabel und nicht zur Artuntscheidung geeignet.

Wir können ab und zu wilde Rotaugen-Moenkhausia importieren, manchmal M. sanctaefilomenae aus Paraguay (siehe https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/moenkhausia_sanctaefilomenae_wild_de/) und manchmal M. oligolepis aus Peru. 

Pflege und Zucht beider Arten sind einfach (wahrscheinlich auch die von B. forestii und B. australis, wenn man sie denn bekäme), die Wasserwerte spielen nur eine absolut untergeordnete Rolle. PH-Werte zwischen 6 und 8, weiches bis mittelhartes Wasser, nach Eingewöhnung ruhig auch hartes Wasser, eine Wassertemperatur zwischen 22 und 26° C als Richtschnur (zeitweise darf es auch etwas weniger oder mehr sein) und Rotaugen-Moenkhausia sind glücklich. Gefressen wird jedes handelsübliche Zierfischfutter passender Größe. Man sollte Rotaugen-Moenkhausia immer im möglichst großen Schwarm halten. Mit maximal 12 cm Länge (Totallänge inkl. Schwanzflosse) wird M. oligolepis deutlich größer als M. sanctaefilomenae (ca. 7 cm) und eignet sich darum besser als jene als Beifisch zu größeren Buntbarschen etc.

Für unsere Kunden. M. oligolepis hat – je nach Größe – Code 268902 (md), 268903 (md-lg) und 268904 (xlg) – auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Mirande, J.M., Körber, S., Terán, G.E. & G. Aguílera (2024): Welche Spezies mit roten Augen ist es? Die Moenkhausia oligolepis Gruppe in Argentinien (Characiformes: Characidae). AKFS-aktuell (49): 23-30

Text & Photos: Frank Schäfer