Nothobranchius rubripinnis ist eine der wunderschönen Arten der Prachtgrundkärpflinge. Sie wurde 1983 von reisenden Aquarianern (Wischmann und Seegers) im Küstenbereich von Tanzania, ca. 40 km südlich von Dar es Salaam, Einzugsgebiet des Mbezi River, entdeckt und auch lebend mit nach Deutschland gebracht. Dieser Stamm ist unter Killifisch-Spezialisten als „TZ 83/5“ bekannt. Einer der beiden Sammler, Lothar Seegers, beschäftigte sich auch wissenschaftlich mit diesen Fischen. Auf einer zweiten aquaristischen Forschungsreise 1985 (Roth, Wildekamp und Seegers) konnte eine weitere Population dieser noch unbeschriebenen Art am Rand eines Reisfeldes gefunden werden. Hydrologisch gehört das Gebiet des zweiten Fundortes – er wird als „KTZ 85/28“ bezeichnet – zum Einzugsgebiet des Mbemkuru River. Eine dritte Aufsammlung aus dem Jahr 1994 (TZ 94/1), wie die erste aus dem Einzug des Mbezi River, erbrachte eine etwas bulligere Form, die auch farblich etwas abweicht. Bei TZ94/1 ist der Kopf intensiver rot gefärbt, der Körper weniger genetzt und im hinteren Teil des Körpers erscheinen zwischen Rücken- und Afterflosse senkrechte Streifen. Im Jahr 1986 beschrieb Lothar Seegers die Art wissenschaftlich als Nothobranchius rubripinnis auf Basis der beiden bis dahin bekannten Aufsammlungen.

In der Natur leben diese Fische wohl nie länger als ein etwa halbes Jahr, auch wenn sie im Gewässern vorkommen können, die deutlich länger Wasser führen. Die Lebens- und Laichzeit scheint sich auf die Monate Dezember (Schlupf) bis Anfang Juli (Tod) zu beschränken. Glücklicherweise gilt gerade diese Killifisch-Schönheit als sehr produktiv und die gelegentlich in den Handel gelangenden Nachzuchttiere lassen sich auch heute noch den oben genannten Fundorttypen zuordnen. Die Bilder dieses Posts zeigen jüngere Exemplare von KTZ 85/28, die wir im Jahr 2008 anbieten konnten, und Tiere von TZ 94/1, die wir aktuell im Stock haben. Obwohl wir die Fische vom Züchter ohne Fundortinformation bekommen haben, zeigt sich doch, dass die typischen Merkmale über Jahrzehnte der Aquarienzucht stabil bleiben.
Einen Nachteil von Nothobranchius rubripinnis wollen wir nicht verschweigen, zumal er wahrscheinlich der Grund ist, weshalb diese schöne Art nur so selten im „normalen“ Zierfischhandel auftaucht. Die Männchen sind nämlich nicht nur feurige Liebhaber, sie raufen auch gern miteinander. Darum haben die allermeisten Tiere leichte Defekte an den Flossen, vor allem an der Schwanzflosse. Das ist zwar harmlos und heilt auch problemlos ab, ist aber optisch eine Beeinträchtigung. Glücklicherweise lassen sich echte Aquarianer aber von so etwas nicht abschrecken. Und so kann man hoffen, dass uns Nothobranchius rubripinnis auch weitere 40 Jahre im Aquarium aus Nachzuchten erhalten bleibt, denn Wildfänge aus Tanzania gibt es nicht im Handel.
Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 338203 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


