Zu den Zwergsaugwelsen, die früher regelmäßig in großen Stückzahlen in den Handel kamen, gehört Parotocinclus maculicauda aus dem Südosten Brasiliens (Bundesstaaten Rio de Janeiro, Santa Catarina, Sao Paulo und Espirito Santo). Von den „normalen“ Zwergsaugwelsen (Otocinclus) unterscheiden sich die Arten der Gattung Parotocinclus durch den Besitz einer Fettflosse, die bei Otocinclus typischerweise fehlt. Typusart der Gattung Parotocinclus ist der bereits 1877 beschriebene P. maculicauda. Etwa 100 Jahre später – in den 1970er Jahren – erwachte das wissenschaftliche Interesse an diesen Zwergen erneut und 1977 erschien eine erste große Studie in Form einer Revision, in der 11 Arten als gültig gesehen wurden. Von da an ging es deutlich schneller voran und aktuell (2026) gibt es 26 akzeptierte Arten.

Es waren politische Ursachen, weshalb aus dem südlichen Brasilien für längere Zeit keine Zierfischexporte mehr erfolgten. Wir freuen uns sehr, dass sich das scheinbar wieder ändert und somit viele schöne, sehr gut für die Aquaristik geeignete Arten zumindest gelegentlich angeboten werden können. Parotocinclus maculicauda gilt als nicht gefährdet und ist weiträumig verbreitet, es gibt also keinerlei Vorbehalte gegen Wildfang.
Parotocinclus maculicauda erreicht eine Maximallänge von 5,5 cm. Allerdings sollen Exemplare aus dem Bundesstaat Sao Paulo deutlich kleiner bleiben (um 3,5 cm, Mergus Welsatlas Band 1: 370). Der Exporteur, von dem wir unsere P. maculicauda beziehen, hat seine Basis in Sao Paulo. Wir kennen zwar das exakte Sammelgebiet unserer Tiere nicht, aber die größten Exemplare sind um die 5 cm lang (Totallänge, also inklusive Schwanzflosse).
P. maculicauda ist ein Fisch, der kühle Gewässer bewohnt. Raumtemperatur (18-22°C) ohne Zusatzheizung ist ideal für diese Art. Als Bachbewohner stellt P. maculicauda hohe Ansprüche an die Wasserqualität. Das Wasser muss unbedingt keimarm und organisch möglichst unbelastet sein, sonst hat man nicht lange Freude an die Tieren. Die Fische schätzen zudem gute Strömung und einen hohen Sauerstoffgehalt. Totes Laub (Rotbuche, Eiche, Catappa etc.) sollte in einem Parotocinclus-Aquarium nie fehlen, es bildet einen wichtigen Nahrungsbestandteil; ansonsten sind es Allesfresser mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Aufwuchs (also Algenbelag auf Steinen, Wurzeln und Pflanzen mit den darin lebenden Mikroorganismen). P. maculicauda sind friedliche, gesellige Tiere, die man möglichst in einer Gruppe pflegen sollte. Die Zucht ist durchaus möglich, wird aber selten praktiziert.
Für unsere Kunden: die Tiere haben – je nach Größe – Code 276602 (md) bis 276604 (lg-xlg) auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


