Lange Zeit glaubte man, die Sonnenfleckbarbe, Pethia stoliczkana, stamme nur aus Burma; inzwischen gilt sie aber als relativ weit in Südostasien verbreitet und wissenschaftliche Datenbanken führen sie als in den Einzugsgebieten der Flüsse Chindwin-Irrawaddy, Mae Klong, Chao Phraya und Mekong in den Staaten Indien, Burma ( = Myanmar), Thailand, Laos und China (Yunnan) vorkommend. Sie war bis in die 1960er Jahre ein beliebter Aquarienfisch, da die Tiere sehr temperaturtolerant sind und keine Heizung im Aquarium benötigen. Später wurde sie von bunteren Arten verdrängt und heute ist sie eine aquaristische Seltenheit. Früher wurde sie meist noch als Unterart der Zweipunktbarbe, Pethia ticto, angesehen und viele angebliche Fundortmeldungen von P. ticto außerhalb Indiens beziehen sich in Wirklichkeit auf P. stoliczkana.

Die Bilder in diesem Post zeigen Naturentnahmen aus Burma; Die Weibchen unterscheiden sich von den Männchen durch die farblosen Flossen. Aquaristisch entspricht die Sonnenfleckbarbe vollkommen der bekannten Odessabarbe, Pethia padamya (https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/pethia-padamya-wild/), mit der sie offenbar auch gelegentlich gemeinsam vorkommt. Dabei ist aber nicht ganz klar, ob die beiden doch sehr eng verwandten Arten nur im gleichen Verbreitungsgebiet leben, aber sich ökologisch trennen, oder ob sie tatsächlich zusammen im gleichen Biotop angetroffen werden
Die Pflege und auch die Zucht dieser schönen Barbe sind völlig problemlos. Leider zeigen die Jungtiere aber nur silbrige Farbtöne, weshalb sie heutzutage nur schwer zu vermarkten sind. Die Wasserwerte sind belanglos, jedes als Trinkwasser geeignete Wasser eignet sich auch zur Pflege dieser Fische. Die Wassertemperatur kann zwischen 14 und 28°C liegen, etwas mehr oder weniger schaden auch nicht, wenn es nur nicht allzu lange andauert oder abrupt eintritt. Gefressen wird einfach alles, was für Zierfische in Frage kommt. Es besteht auch ein Bedürfnis, pflanzliche Kost zu sich zu nehmen. Dem kann man leicht durch geeignete Flockenfutter etc. entsprechen. Tut man dies allerdings nicht, so werden zarte Wasserpflanzen angeknabbert. Man sollte Barben allgemein nicht zu steril halten. Mulm, also das Gemenge aus abgestorbenen Pflanzenresten, Kot usw. ist ein wichtiger und essentieller Nahrungsbestandteil vieler Barben und zu ihrem gesunden Lebens (Darmbiom) sehr wichtig. Damit sich die Tiere optimal ausfärben und auch ihr ganzes Verhaltensspektrum zeigen, sollten sie niemals in Gruppen von weniger als 10-12 Exemplaren gepflegt werden. Die Größe von Pethia stoliczkanus beträgt ca. 5-6 cm.
Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 372304 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.
Text & Photos: Frank Schäfer


