Pterobunocephalus dolichurus ( = „Pseudobunocephalus cf. bifidus“)

11. September 2026

Es ist lange her, dass wir diesen auffälligen, kleinbleibenden Bratpfannenwels aus Peru importieren konnten. Zuletzt erhielten wir diese Tiere 2010; damals identifizierten wir die Fische anhand der zur Verfügung stehenden Literatur als Pseudobunocephalus cf. bifidus. Das lässt sich nach aktuellem Kenntnisstand nicht mehr aufrecht erhalten. Ohne jeden Zweifel handelt es sich bei den weißen Zwergbratpfannenwelsen um eine Art der Gattung Pterobunocephalus, die sich von allen anderen Bunocephalus-artigen Bratpfannenwelsen durch die lange Afterflosse mit 10-20 Strahlen (5-10 in einer erheblich kürzeren Afterflosse bei den anderen) unterscheidet. Am besten sieht man das, wenn die Tiere schwimmen, was sie allerdings eher selten tun…

Die Gattung Pterobunocephalus enthält nur drei gültige Arten, ist also sehr überschaubar. Zudem wurde die jüngste Art – P. carvalhoi – erst im April 2026 beschrieben. P. carvalhoi kommt im oberen Amazonas-Einzug von Ecuador und Peru vor, die beiden anderen sind weit verbreitet, kommen aber u.a. ebenfalls in Peru vor. Wir konnten P. carvalhoi – wenn auch sehr selten – bereits lebend importieren. Diese Art ist völlig anders gefärbt und hat erheblich weniger Strahlen in der Afterflosse (10-11) als unsere Tiere. Wir gehen aktuell davon aus, dass „unser“ Pterobunocephalus „White“ der Art P. dolichurus angehört; Grant (2021) bezeichnet diese Tiere als P. aff. dolichurus. In der Originalbeschreibung wird P. dolichurus als mehr oder weniger einfarbig beschrieben, mit 16 Strahlen in der Afterflosse, genau wie unser Fisch. Die dritte Art, P. depressus, konnten wir übrigens auch schon importieren: https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/pterobunocephalus_depressus_de/

Zu den Besonderheiten von P. dolichurus gehört es, bei Beunruhigung am Boden liegend ein Hohlkreuz zu machen. So etwas haben wir bei anderen Bratpfannenwelsen noch nie beobachtet. Alle Bratpfannenwelse sind sowohl untereinander wie auch gegenüber artfremden Fischen vollkommen friedlich. Feiner Sandboden, in den sie sich eingraben können, wird sehr geschätzt, ist aber nicht unbedingt notwendig. Bratpfannenwelse sind nachtaktive Tiere, weshalb man zumindest während der Eingewöhnung auch immer etwas nach dem Ausschalten des Lichtes füttern muss. Es gibt Hinweise darauf, das Pterobunocephalus Brutpflege betreibt und das Weibchen die Eier nach der Ablage an den Bauch geheftet mit sich herumträgt, bis die Jungtiere schlüpfen.

Maximalgröße: ca. 6-7 cm; Temperatur: 22-28°C; pH und Härte: für die Pflege unwesentlich (Trinkwasser), zur Zucht vermutlich weich und sauer; Ernährung: Allesfresser; Sozialverhalten: absolut friedlich.

Für unsere Kunden: der Fisch hat Code 212952 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Crispim, J. L., P. Argüello, G. S. C. Silva, C. Oliveira, K. R. Luckenbill & M. H. Sabaj Pérez (2026): After eight decades: a new species of Pterobunocephalus (Siluriformes: Aspredinidae) from the upper Putumayo, Napo and Pastaza rivers, Ecuador. Neotropical Ichthyology v. 24 (no. 1): e250162: 1-21

Grant, S. (2021): Banjos, Doradids and Auchenipteridae Catfishes. Neustadt am Rübenberge

Text & Photos: Frank Schäfer