Rhinogobius similis (R. giurinus)

3. Juli 2026

Die Bachgrundeln (Rhinogobius) sind als erwachsene Fische reine Süßwasserbewohner, die höchstens einmal im Brackwasser der Unterläufe von Fließgewässern gefunden werden; aber auch das ist die Ausnahme, nicht die Regel. Mit ca. 170 beschriebenen Arten, wovon 85 allgemein als gültig angesehen werden, tut sich für Aquarianer mit Forscherdrang hier noch ein weites Feld auf; aus verständlichen Gründen ist in vielen Fällen ist die Bestimmung importierter Tiere hochgradig unsicher. Alle Arten lassen sich gut im Aquarium pflegen. Bei der Zucht gilt: gibt es solche Rhinogobius, die winzige Larven haben, die im Meer heranwachsen und solche, die große Larven haben, die im Süßwasser heranwachsen. Alle Arten sind Höhlenlaicher, das Männchen bewacht das Gelege bis zum Schlupf der Larven. Mit dem Freischwimmen der Larven endet die Brutpflege.

Eine Bachgrundel aus Vietnam wurde lange Zeit als Rhinogobius giurinus angesprochen. R. giurinus wurde 1897 von der Südostküste Chinas beschrieben. Kürzlich (2024) wurde eine Revision der Bachgrundeln Vietnams veröffentlicht und darin bestätigt, was bereits 2015 gezeigt werden konnte, nämlich dass R. giurinus ein jüngeres und damit ungültiges Synonym zu der bereits 1859 aus Japan beschriebenen Typusart der Gattung Rhinogobius, R. similis, ist. In der genannten Revision werden isngesamt 5 Arten Rhinogobius aus Zentralvietnam unterschieden; diese Region ist ein wichtiges Sammelgebiet für Zierfischfänger. Die Rhinogobius aus Vietnam, die wir gerade wieder einmal importieren konnten, lassen sich zwanglos der in den 2024er Arbeit illustrierten Art R. similis zuordnen. Auf unserer Stockliste führt die Spezies wegen früherer Importe noch den Namen R. giurinus, das hat technische Gründe. R. similis kommt in Ostasien weit verbreitet vor: Japan, Russland (Region Primorje), Korea, Taiwan, China und Vietnam. Auf den Philippinen und in Singapur gilt sie als eingeschleppt. 

Wie man anhand des weiten Verbreitungsgebietes leicht erkennen kann, ist R. similis eine der Arten, deren Larven sich in Brack- und Meerwasser entwickeln, obwohl erwachsene Tiere ausschließlich in Süßwasser leben. Die Männchen von sollen maximal 10 cm lang werden, die Weibchen mit weniger als 7 cm erheblich kleiner bleiben. Unsere Tiere sind aktuell etwa 5 cm lang. Die Männchen sind leicht erkennbar an den Bändern in Rücken- und Afterflosse, die den Weibchen fehlen. 

Bezüglich der Pflege konnten wir keine spezielllen Besonderheiten feststellen. Die Wasserwerte sind von untergeordneter Bedeutung, empfehlenswert sind pH-Werte zwischen 6,5 und 8,5, die Härte spielt keine Rolle, die Wassertemperatur kann zwischen 15 und 25°C betragen. Gefressen wird bei uns jedes mundgerechte Frost- und Lebendfutter, Granulat wird nur ungern angenommen. Die Tiere sind grundeltypisch etwas zänkisch und verteidigen einen Individualraum um sich herum. Wer darin eindringt, wird verscheucht. Da dieser Individualraum aber nur weniger Zentimeter beträgt, fällt das nicht weiter ins Gewicht. Zu Verletzungen, Flossenschäden etc. kommt es bei uns nicht.

Für unsere Kunden: die Tiere haben Code 453467 auf unserer Stockliste. Bitte beachten Sie, dass wir ausschließlich den Großhandel beliefern.

Literatur:

Maeda, K., H. Kobayashi, M. Iida & H. D. Tran (2024): Taxonomy of freshwater gobies of the genus Rhinogobius (Oxudercidae, Gobiiformes) from central Vietnam, with descriptions of two new species. Zootaxa 5493 (no. 5): 507-541.

Suzuki, T., K. Shibukawa, H. Senou & I-S. Chen (2015): Redescription of Rhinogobius similis Gill 1859 (Gobiidae: Gobionellinae), the type species of the genus Rhinogobius Gill 1859, with designation of the neotype. Ichthyological Research v. 63 (no. 2): 227-238 [1-12 bei der Online-Version].

Text & Photos: Frank Schäfer